Er sah nicht die dunklen Schatten die immer näher an ihn herankrochen.
In Ketten wurde er aus seinem Hotel ins Gefängnis gebracht. Neun Tage lang war er mit einem Gefangenentransport unterwegs.
Er hungerte und fror.
Es war im November des Jahres 1920.
Am 19.Februar 1921 eröffnete das Landgericht Münhen die Verhandlung gegen Alfred S. Die Anklage lautete auf Mord und Diebstahl. Auf der Anklagebank saß ein durchschnittlich bürgerlicher Mensch. Alles an ihm schien brav, nüchtern und sachlich. Nur eines unterschied Alfred S. von anderen: seine Augen, die merkwürdig farblos und leer erschienen. Ihr glanzloser Blick war wie ins Nichts gerichtet. Dieser unscheinbare Mann, mit den Augen die manchmal wie im Wahnsinn aufleuchteten um dann sofort wieder in Stumpfheit zurückfielen, war einer der bekanntesten Schriftsteller seiner Zeit. Seine Verhaftunhg hatte großes Aufsehen erregt.
Am 9.März 1921 wurde Alfred S. zum Tode verurteilt und am gleichen Tag noch hingerichtet. Seine letzte Worte waren: Ich komme wieder! Einige Tage nach seiner Hinrichtung stellte man fest das er unschuldig war. Am 29.März 1921 erwachte der Richter der Alfred S. verurteilt hatte um Mitternacht aus dem Schlaf. Ein beißender Geruch hatte ihn aufgeweckt. Er schaltete die Nachttischlampe an und erschrak. Vor ihm stand Alfred S. Am nächsten Tag wurde der Richter in eine Nervenheilanstalt eingeliefert. Alfred S. soll noch neun mal Menschen erschienen sein die in seine Verurteilung eingebunden waren. Der letzte Mensch der ihn gesehen haben soll war sein Sharfrichter. Diesen fand man vor dem Fallbeil: Angeblich hat er sich selbst geköpft.
hukwa