Mittwoch, 12. Dezember 2018

Goldener Mond

Ein goldener Mond am Morgen
das Gedicht
ein Aufriss des Schweigens
versteckt im Schlag der alten Wanduhr
aus der sich das Schweigen absondert
im Innern des Raumes
Erwartung
als Abbild im halbblinden Spiegel
entwindet der goldene Mond
sich der digitalen Zeit 
wie eine Strophe aus Silber
steht die Poesie
des Winters vor der Tür.
hukwa

Dienstag, 11. Dezember 2018

Weißer Mond

Der weiße Mond scheint durch Laublose Zweige
ein leises Flüstern bewegt das alte Laub am Boden
tief in sich versunken
der Weiher ruht
an seinem Ufer in der alten Weide
der Waldkauz ruft
ein Fuchs bellt wie in Trauer
die Seele erschauert.
hukwa

Sonntag, 9. Dezember 2018

Winter Haiku

Am Futterhaus
das Rotkehlchen
bleibt immer für sich.
hukwa 

Ein Rotkehlchen folgt mir
auf meiner Wanderung
durch den Winterwald.
hukwa

Samstag, 8. Dezember 2018

Innere Geschichte

Meine Gedichte stemmen sich gegen die Phantasielosigkeit der Gesellschaft. 
H.W. 

Es ist der Abglanz eines fernen Ursprungs
der meinen GEIST webt
das Medium der ZEIT
führt mich
zu jenem ewigen vergangenem
mir ist es ein ewig GEGENWÄRTIGES
dieses Erinnern
an lang vergangene Zeiten
ein mythisches Erleben
ein Seelen Erbeben
von vorbewussten Schichten
lebe ich in
INNERER GESCHICHTE.
hukwa

Dienstag, 4. Dezember 2018

Ich folge meiner eigenen Stimme

Ich zähle mich zu jenen Schreibern von Poesie und Literatur die sich keinem Herdentrieb unterwerfen, dies ist ein Lebensmotto von mir. Es ist die eigene innere Stimme der ich ein Leben lang gefolgt bin. Ich sehe mich als eine Existenz die fernab vom Tagesgeschehen in einer Realität lebt die für meine Mitbürger unsichtbar ist. So wurde ich zum Wanderer einer Welt zu der nur wenige einen Zutritt haben. Das beschränkte Dasein der mich umgebenden Roboter bringt es mit sich das ich oftmals mit Neid und Hass verfolgt werde das sich in Lügenhafter Nachrede übt. Dadurch das ich den Zeitgeist nicht respektiere, seine Ziele nicht teile, bin ich eben nicht "jedermann" und das ruft Gehässigkeiten hervor. Ich habe meine Texte nie zu einer Dienstmagd des Spießertums verkommen lassen. Ich bin eben immer meiner Stimme gefolgt.
hukwa

Samstag, 1. Dezember 2018

Reich der Vergangenheit

Um die Seele des Dichters zu durchschauen, muss man in seinem Werk, diejenige Wörter aufsuchen, die am häufigsten vorkommen. 
Charles Baudelaire  

Das Gedicht
ein kurzes Aufreißen des Schweigens
versteckt im Schlag
der uralten Wanduhr
aus der sich das SCHWEIGEN absondert
im Innern des Raumes
Erwartung des Unbekannten
als Abbild im halbblinden Spiegel
entwinde ich mich der digitalen Zeit
wie die Unke tastend sich bewegt
ins REICH der Vergangenheit.
hukwa

Montag, 26. November 2018

Fetisch

An den Wänden
Zeichnungen und Malereien
draußen
Schneegewitter
zuckende Blitze
wie Schlangenzungen
Gedanken in Stein geritzt
im Lichtschein der Blitze
erscheinen die Bilder
wie Fetische
eines intensiv gelebten Lebens.
hukwa

Donnerstag, 22. November 2018

Herbstmond

Im Licht des Herbstmond
wird der Kiesel im Sandstein
zum Edelstein.
hukwa

Dienstag, 20. November 2018

Weltzeichen

Es schwirren die Rufe
eines gekränkten Engels
aus den Zweigen der Eiche
in die eisige Luft
eines Novembermorgens
die unnennbaren Zeiten
ruhen unter Herbstlaub
sie warten darauf benannt zu werden
den das Symbol
ist das Wahre Zeichen der Welt.
hukwa

Montag, 19. November 2018

Traumgesichte

In der Hermetischen Dichtung sind Denken und Wissen, Geheimnis und Symbol ein Ganzes. 
Hans Wagner 

Geschriebenes Wort
Dichter
allein mit dem Wort
Poesie
Phantasmorgie der Nächte
Chiffren der Traumgesichte
im Sand der Vereinsamung
sich verirrend
in den Labyrinthen der Lebensgärten
des neuen Morgen Los
geknebelt an die Poesie
wie an ein Boot
setzt Segel der Dichter
ins Labyrinthtische reich der Wörter
Wortmythos
am gläsernen Ort
der Beständigkeit
das dichterische Wort.
die Mondsichel in der
alten Buche
kündet den Morgen
jetzt
da die Kraniche
vorüber fliegen.
hukwa

Riss in der Zeit

Hermetische Dichtung ist Zerstörung der Realität.
Hans Wagner

Die große Fichte
wirft ihre Schatten wie ein Speer
Nebelgesichter spiegeln sich
im tauenden Schnee
der Flug der Krähe
durchzieht die Landschaft
als ginge ein riss durch die Zeit.
hukwa

Sonntag, 18. November 2018

November: Zeit für Hermeneutik

Foto©hukwa
hukwa
Lauschend
lesen
hinein sich denken
das vergilbte Wort
im uralten Buch
im geheimen Zirkel zu lesen
sich wälzen durch Jahresringe der Geschichte.

Donnerstag, 15. November 2018

Die Sprachberaubten

Seid willkommen
Gedanken
die aus der Tiefe emporsteigen 
wie eine Doppelsonne
erhellt sie meinen Kosmos
lebendige Offenbarung des
kosmischen Sein
lebt in mir Licht und Sprache
bin ich entfernt
den Sprachberaubten.
hukwa

Dienstag, 13. November 2018

Verheißungsvolle Mächte

Auf ätherischen Pfaden
wandere ich durch die Nacht
wie Engelflügel zart
spür ich der Dunkelheit Macht
der Purpurraum erfüllt
von schlaftrunkenen Gesängen
und wieder wird enthüllt
die Nacht in ihrer Fülle
ihr heißgeliebten Nächte
verheißungsvolle Mächte.
hukwa

Sonntag, 11. November 2018

Gedanken über das Wetter

Im Garten hüpfen die Amseln frohgelaunt 
mein Kopf ist gefüllt mit Erinnerungen
immer noch besser als eine Einöde
wenn das Eis des Winters schmilzt
bleiben die dunklen Pfützen
vom Winter soll nichts bleiben
kein Verlieren
kein Besitzen
kein Verlust der Jahreszeit
nur die Kälte und der Schnee
sind zu einem Märchen geworden
sie warten auf den Sommer
im wissen das er auch im nächsten Jahr
sich verbrennt oder
baden geht
die Zugvögel kehren im Februar schon zurück
dafür fliegen sie erst im Dezember nach Süden
ein Gespräch über das Wetter
ist nicht mehr so wie früher
selbst die Amseln im Garten sind dieser Meinung
die Phantasie des Wetters
ist glaubhafter als der Wetterbericht.
hukwa

Freitag, 26. Oktober 2018

Kampf mit dem Eisen


Ein Stück Eisen, das ist vor allem eine Idee, die einen erfasst; eine Idee und eine Kraft, unnachgiebig wie ein Ding. Ich weiß, dass ich es mir unterwerfen muss, ihm die Spannung aufzwingen muss, die ich in mir fühle, das ich aus dieser Dynamik ein Thema entwickeln muss. Es kommt vor, dass sich das Eisen mir verweigert, ein Widerstand, dem ich nicht aus dem Wege gehen kann. Wenn ich endlich ans Ziel komme, gibt mir irgenetwas ein Zeichen; in einer Art plötzlichen Schock schießt zusammen, was vorher Fragmente waren. Alles ist jetzut untrennbar, der Raum und die Form, die sich um ihn geschlossen hat“.
Eduardo Chillida

Eisen ist in meinem künstlerischen Schafffen ein Material mit dem ich spät zu arbeiten begann. Im Gegensatz zu Holz und Stein muss ich mit dem Eisen kämpfen. Wahrscheinlich liegt das daran dass ich bei meinen Gestaltungen jahrelang Eisen ablehnte. Ich habe in diesem Material immer etwas zerstörerisches gesehen. Irgendwann begann ich dann damit zu arbeiten. Einer meiner Großväter war Schmied vielleicht hängt dies damit zusammen. Um mich in das Wesen dieses Materials einzuarbeiten suchte ich nach einem Anfang. Ich baute einen antiken Rennofen, suchte Erz und begann Eisen zu schmelzen. Ich benötigte diesen Prozess um mich auf die Materie des Stahls einzustellen. Heute arbeite ich am liebsten mit dem Eisen in Verbindung mit Holz und Stein. Das Eisen allein kann mich nicht zufrieden stellen. Ich fühle ganz mit dem Bildhauer Julio Gonzales der schrieb:
Die Eisenzeit hat vor Jahrhunderten (leider) damit begonnen, Waffen hervorzubringen darunter einige sehr schöne. Heute ermöglicht sie darüber hinaus den Bau von Brücken, Industirgebäuden, Eisenbahngleisen usw. Es wird höchste Zeit dass dieses Material aufhört, mörderisch zu sein oder lediglich ein Rohstoff für die mechanisierte Wissenschaft. Die Tür steht heute weit offen, damit dieses Material das in den Bereich der Kunst eindringt, von friedlichen Künstlerhänden gehämmert und geschmiedet werde“.

Nun ist das Eisen lange schon zu einem Material der friedfertigen Kunst geworden. Ich empfinde aber immer noch diesen rohen Ausfluss den das Eisen auf mich ausübt.

Auch ich kämpfe mit dem Eisen
roh und vulgär
erscheint es mir
ich hämmere biege und forme es
werfe den Stoff in die Glut
Eisen
primitiv und brutal
erst in Verbindung
mit Holz und Stein
wird es mir ein
friedliches Material.
Hukwa.