Dienstag, 19. Januar 2021

Nebelgesichter

 Die große Fichte 
wirft ihre Schatten 
in die weiße Landschaft 
Nebelgesichter 
im Schnee 
Sonnenspiegel 
der Flug der Krähe 
über den Feldern 
als ginge ein 
Riß durch die Zeit. 
hukwa

Samstag, 16. Januar 2021

Engelstrahl

Halte fest 
an deiner Einsamkeit 
sie schenkt deinem Leben 
etwas besonderes 
sie ist der Atem deines Lebens  
wie der azurblaue Himmel  
die Seele der Bäume durchschimmern lässt 
so gleicht deine Einsamkeit 
dem Strahlen eines Engels. 
hukwa 

Mittwoch, 6. Januar 2021

WaldWinterNacht

Schlafender Wald 
in eiskalter Nacht 
Dtunde die mich umfängt 
in winterlicher Pracht 
einsam beleuchtet von Orions Schild 
Winternacht im Wald. 
hukwa 

Sonntag, 3. Januar 2021

Eisenträume

Gewundene Träume aus Eisen 
gebogen in der Glut 
des heraklischen Feuers 
die Erinnerung des Winters  
niedergeschrieben 
auf Birkenrinde 
der Traum bekommt seinen Sinn 
in jenem kurzen Moment 
vor dem Erwachen. 
hukwa 

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Sternengärtner

 Ein letztes mal in diesem Jahr 
das weiße Haar des Dezembers 
das heute Morgen über die Landschaft kam 
der Frost klirrt 
das Jahr ist alt geworden 
in der Nacht leuchten die Sternengärten 
lausche in sie hinein 
und du vernimmst der 
Sternen Spärensang. 
hukwa

Montag, 28. Dezember 2020

Vergehen und Werden

Die Vergänglichkeit ist jene Kraft der Zeit, die ein bestimmtes Erlebnis zu etwas besonderem macht. Faust flehte den wunderbaren Augenblick an: "Verweile doch du bist so schön."
 ©hukwa

Sonntag, 20. Dezember 2020

Emily Dickinson`s "Vermächtnis"

Emily Dickinson (1830-1886) ist für mich die größte Dichterin Amerikas. Ein Leben in Einsamkeit und Abgeschiedenheit, nur dem Schreiben, der Natur und dem metaphysischen Denken ergeben, tat sie dass was eine wirkliche Dichterin und Dichter tun sollen: Intensiv Leben. Mit ihrem großen schwarzen Hund an der Seite durchwanderte sie die Natur in der Umgebung ihres Wohnortes - immer dem Schöpfungsalphabet lauschend und ihr Werk im Blick. Zeit ihres Lebens veröffentlichte sie mit Ausnahme einer Handvoll Gedichte, keinen ihrer Texte. Letztendlich war ihr Dasein ein großes Rätsel wie dass Dasein von Dichtern sein soll: Geheimnisvoll! 
"Vermächtnis" ist eines ihrer schönsten Gedichte: 
Vermächtnis 
"Wenn die Rotkehlchen wieder kommen, 
Und ich sollte nicht mehr leben, 
Mußt du dem, mit dem roten Kranz 
Ein Gedächtniskrümmchen geben.  
 
Wenn ich dir nicht danken kann, 
weil ich ja schlief ein, 
Weißt du noch: versuchen werd ich`s 
Mit meinem Mund von Stein. 
Emily Dickinson 
hukwa 

Hinweis: Emily Dickinson: Gedichte - Ausgewählt von Joyce Carol Oates; Fischer Taschenbuch.

Samstag, 19. Dezember 2020

Geborgen

 Geborgen 
im harten Fels 
die Zeit 
darinnen 
der Weltinnenraum 
Weltgedächtnis 
wie der Kristall im Stein 
leuchtend 
der Weltgeist 
verborgen 
den Vielen. 
hukwa

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Zwischenraum

Auch an diesem Morgen 
ist die Welt vereist 
Raureif und Kälte 
im Garten und Gesellschaft 
jenseits des Molochs der Großstadt 
Zwischenraum 
Weltinnenraum  
hier 
kommen
Vergangenheit und Gegenwart 
zusammen. 
hukwa

Montag, 7. Dezember 2020

Alte Geschichten

In der Frühe eines kalten Wintermorgens 
wenn der Mond die Dunkelheit durchsiebt 
taucht man ein 
in die innere Landschaft 
in die Geschichten 
die nicht alt werden wollen. 
hukwa 

Samstag, 5. Dezember 2020

Neuschnee

Es ist die Magie von Neuschnee 
der mich heute Morgen in die Wälder lockt 
das Klopfen eines einsamen Spechts 
tönt aus dem Gehölz zu mir herüber 
der Schneefall wird stärker 
in der Ferne entschwindet ein Fuchs ins Feldgebüsch 
manchmal das klägliche Piepsen einer Meise 
ansonsten Stille und 
Aufnahme. 
hukwa 

Samstag, 28. November 2020

Aus dem Buch der Natur

Kausal ist die Sprache von 
Ästen Pflanzen und Spinnweben 
Das Auge findet die Symbole 
wohin es auch schweift 
die hässliche Raupe 
entpuppt sich zum schönsten Schmetterling 
der Mensch nähert sich durch Wandlung 
seiner vollendeten Form. 
hukwa 

Dienstag, 24. November 2020

Fallender Herbst

Mit den Blättern fällt der Herbst 
in die Stille des Novembers 
Nebelschwaden ziehen 
eine einsame Krähe zieht Kreise 
im leichten Windhauch der Lüfte 
lässt sie sich wie ein Herbstblatt treiben. 
hukwa 

Donnerstag, 19. November 2020

Das Echo des Werdens

Der frühe Morgen zwischen 4. und 6. Uhr ist die Zeit da die Gedichte geschrieben werden. Sie wollen hinaus in die Welt. 
Mit deinen Gedichten hast du 
die Quelle eingefangen 
der Verse Laut 
lagert unterm Schnee von Gestern 
du schaust dein Spiegelbild 
im eisigen See 
der nächste Wind wird sie tragen 
es spricht zu dir  
das Echo des Werdens 
was du noch nicht bist 
das wirst du noch Werden. 
hukwa