Samstag, 19. November 2016

Natur

Die Natur bleibt das große Geheimnis.
Das was wir von ihr sehen, ist allenfalls
ein Widerschein dieses geheimnises.
hukwa

Donnerstag, 17. November 2016

Penelope und das Denken

Am frühen Morgen sollten die Gedanken "groß" sein. Sie müssen in die Höhe steigen und Horizonte und Berge überwinden. Im Lauf des Tages können sie sich dann in die Niederungen begeben, doch sie dürfen niemals primitiv werden. Das Reich des denkens sollte man immer als das persönliche Heilige Land ansehen. In einen Tempel lässt man auch nichts persönliches eindringen, so soll man auch das Reich der Gedanken hüten und pflegen. Das Denken kann durch keine Wahrheit gestillt werden. Es ist immer zu neuen Ufern unterwegs. Penelope, die Frau des Odyseus, webte meist den ganzen Tag, doch in der Nacht trennte sie auf was sie am Tag gewebt hatte. Dieser Vergleich ist für mich eine Allegorie, das dass Denken unendlich ist, schließlich beginnt es jeden Tag von neuem.
hukwa

Mittwoch, 16. November 2016

SAGT: KÖNNT IHR NOCH FRIEDENSTAUBEN LIEFERN - ODER SYRIEN 2016

Noch am Tage
trinken sie schluckweise
die schwarze Galle ihrer alptraumhaften Nächte
der GIERIGE FRESSER sitzt
fern ihren Orten
der unwirklichen Wirklichkeiten
des unsagbaren Leides
an großen Tischen
in gepolsterten Sesseln
man überlegt bei Kaffee und Kuchen
wie man diesen Krieg noch kriegerischer machen kann
dort an den unwirklichen Orten der Wirklichkeiten
fliegen schon lange keine weiße Tauben mehr
SAGT
könnt ihr noch Friedenstauben liefern
weiße Tauben
oder ist der Schlag schon leer
wie dieser an den schrecklichen Orten
zerschossen und zerbombt
seht ihr nicht
ein Riss läuft durch die Schöpfung
wie wollt ihr ihn heilen
wenn ihr weiter bombt
es ist die blinde Rechnung derer
die dem Hass nur den Hass
die dem Bösen nur das Böse
entgegen setzen
SAGT KÖNNT IHR NOCH WEISSE FRIEDENSTAUBEN LIEFERN?
hukwa

Dienstag, 15. November 2016

ENDSTATION POESIE

Zerstückt
zerstückelt
zerkratzt
zerfetzt
kein horizont
der träume ersetzt
nur ein stück fleisch
EIN KLUMPEN BIOLOGIE 
kein übermensch
kein übertier
leben vor mir
leben hinter mir
zuckende körper
wallendes blut 
im hier und jetzt
verworrene gedankenglut
eiskaltes herz
erfrorene seele
im kosmischen raum
ein einsamer späher
warten in der asche
morast vergangener jahre
hinter mir tag
vor mir die nacht
warten auf den rest
ODER
aufbruch zur suche.
hukwa

Sonntag, 13. November 2016

Die ihr hier eintretet, lasset alle Hoffnung fahren

Sie werden diesen Planeten solange ausbeuten bis er aussieht wie ein verschimmelter Schweizer Käse. Sie haben vor nichts Respekt und ihre Gier nach Bodenschätzen reicht ins Unermessliche. Sie lassen ihren Kindern keine Chance zum Überleben. Nehmen ihnen in ihrer Gier alles, jede Möglichkeit einer ökologischen Zukunft zerstören sie ihnen. Sie sind nur hier um auszubeuten, zu Zerstören und alles Schöne hässlich zu machen. Sie haben es schon so weit getrieben das man über unsere Erde den Satz von Dante setzen kann:
"Die ihr hier eintretet, lasset alle Hoffnung fahren".
hukwa

Mittwoch, 9. November 2016

Trump - Am Ende wird es offenbar...

Als ich heute Morgen erfahren habe dass Trump der neue Präsident der Vereinigten Staaten wird, konnte ich mich eines unguten Gefühls nicht erwehren. Dies war eine sehr Schicksalshafte Wahl für Amerika. Ich bin der Meinung denn Amerikanern fehlt die Muse zum Nachdenken sonst wäre es nicht zu solche einem fatalen Wahlsieg gekommen. Als ich die Nachricht von Trumps Sieg gelesen hatte, fiel mir ein Satz von Arthur Schopenhauer ein, denn dieser einmal als Grabspruch auf dem Danziger Friedhof entdeckt hatte: "Am Ende wird es offenbar, was Wachslicht und was Talglicht war".
hukwa

Montag, 7. November 2016

Goethe, Rike und Konsorten

Es ist als ob eine Ikone zerspringt
wenn Poesie zu leben beginnt
wenn Narrationen durch Hirne rasen
Goethe, Rilke und Konsorten verblassen
wenn Literatur Lebensform gewinnt
begreife ich das Poesie
zu leben beginnt.
hukwa

Samstag, 5. November 2016

Glaube weiter an die Lüge

Es wird bleiben das Licht
eines einsamen Tages
das die Schatten der Vergangenheit
ein wenig erhellt
glaube weiter an die Lüge
sie ist die einzige Wahrheit die in dir lebt
die Prosa deines Lebens
ist eine erlogene Novelle
wie die dunklen Geister
die du beschworen hast.
hukwa

Tagesspruch - Mo Ti

Wo die Wurzel nicht tief genug sitzt
ist der Wipfel dürftig.
                      Mo Ti

Dienstag, 1. November 2016

Menschenmöglichste Existenz

Immer warst du auf der Suche
nach dem
Menschenverbindende
Wort
durch die Wüste der seelischen Verödung
bist du gestolpert
du weißt
die Welt fordert deine
Anpassung
aber du suchst nur die
Menschenmöglichste Existenz.
hukwa

Montag, 31. Oktober 2016

Bob Dylan Ein Leserbrief

Es war längstens an der Zeit dass Bob Dylan den Literaturpreis erhielt.
Die Argumente von Sigrid Löffler sind so kleinkariert wie die zeitgenössische deutsche Lyrik, die man als ein jämmerliches Seufzen aus dem Elfenbeinturm abtun kann.
Dylans Dichtungen, und seine Lieder sind Dichtungen, haben ihre Wurzel in der Poesie Pure. Von der Höhe dieser Dichtung und Lyrik führt kein Weg in die langweiligen Täler heutiger Literatur.
Die Sprachmagie seiner Texte, ihre Tonkraft und Klangmagie hat Generationen begeistert. Seine Lieder handeln vorwiegend von Liebe, Frieden und Harmonie und sind inzwischen ein Allgemeingut moderner Kultur.
Jede Generation ist immer wieder aufs Neue von seinen Texten begeistert.
Es gibt in der ganzen Literaturgeschichte keinen Dichter den wir mit ihm vergleichen könnten, Dylan schafft es immer wieder die Menschen durch seine poetische Songs in den Bann der Rockmusik zu ziehen.
Es war endlich an der Zeit das man diesen Quantensprung zwischen Literatur und Musik vollzogen hat, denn was sind gute musikalische Texte letztendlich? Poesie!
Und die Texte Bob Dylans sind vor allem eines: „For ever young“!
hukwa

Samstag, 29. Oktober 2016

Änderungen und Identitäten

Immer in Änderungen leben
Immer neue Identitäten suchen
Doch in seinem inneren Kern
Der Gleiche bleibend
Aus einem rohen Klotz
Die Form heraus holen
Das ist wirkliches Leben.
hukwa

Freitag, 28. Oktober 2016

Walking on Thin Ice

Er beobachtete sich in der Rückseite des Spiegels
stellt sich vor er sei
Hucklebeery Caulfield
aus dem Wunderland
niemand sieht ihn
niemand hört ihn
das Fenster ist verschlossen
das Glas aber ist zerbrechlich wie feines Eis
Walking on Thin Ice
er weiß
der Teich unter ihm
ist verdammt tief.
hukwa

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Das Gedicht als Ausbruchsversuch

Man sollte seine Lyrik und seine Gedichte nicht nur dazu benutzen sich selbst darzustellen sondern auch um seine Spuren zu verwischen. Um einen Mythos zu schaffen hinter denn man sich zurückziehen kann. Gedichte schreiben hat auch etwas mit "Identitäten" schaffen  zu tun. Eine solche poetische Identität hängt ja auch viel mit den Umbrüchen des eigenen Lebens zusammen. Gedichte können also auch solche Umbrüche darstellen. Für mich persönlich sind Gedichte "Häutungen", wie bei einer Schlange: Sich eine neue Haut anpassen doch der Gleiche bleiben. So soll man in Gedichten die Entwicklungen beobachten können die eine Persönlichkeit durchmacht.
Gedichte sind auch Ausbruchsversuche um sich selbst zu finden.
hukwa

Mittwoch, 26. Oktober 2016

In der Hitze des Schweigens

Manchmal sind dir
die Antworten nicht vertraut
dann kleidest du dich in warme Wörter
es ist Winter
und du sehnst dich nach dieser Wärme
dann bist du erstaunt
weil du sie im Schweigen findest.
hukwa