Sonntag, 18. März 2012

Vampir aus dem Wald

So schön
So nackt
Nach hundertjährigem Schlaf
Gabst du dich preis
Vampirin aus den Wäldern
Warst eingesargt in deinem Haus
Einst da du alles warst für mich
Entrannst du mir so schnell
So sanft so weich warst du
Einem Nachtfalter gleich
Mit leichtem Schritt entgingst du mir
Ich sehnte mich ganz krank und bleich
Nach deinem nächtlichen Reich
Die Gruft die dich barg
Entließ dich nun
Dein Heim das dich verbarg
So eile nicht ich will dich fangen
Nachtfalter in den Wäldern
Einst hatten wir geliebt so heiß
Nun fanden wir uns wieder.
hukwa

Gedanken während der Arbeit an meiner Sonderausstellung

Ich habe noch einige Arbeit mit meiner neuen Sonderausstellung vor mir. Sie soll vor allem auch sozialkritisch sein und auch das Leid der Bevölkerung zeigen und nicht romantisch verklären wie man das bei sovielen heimatkundliche Ausstellungen vorfindet. Wenn es nach gewißen Heimatkundlern geht, dann gäbe es ausser einigen Adelsnamen keine Menschen sondern lediglich ameisenähnliche Bewegungstierchen als eine willenlose, lenkbare Masse, die ausgebeutet wird, in die Schlachten geworfen wird und zu Kanonenfutter dienen. Die herrschende Geschichtsschreibung war und ist immer noch die Geschichtsverfälschung der Herrschenden. Sie kennt nicht die Mütter die ihre Söhne und Männer im Krieg verloren. Viele Heimatkundler sind immer noch bewunderer des Adels und die Krankheit eines bedauernswerten Kaisers, Königs oder Freiherren verhüllt sich hinter der Pseudoästhetik wohlklingender Sätze, allgemeiner Oberbegriffe und der Aura von Druckerschwärze und Titulaturen. Schon lange sollte auch in die Heimatforschung das kritische Denken eingezogen sein.
hukwa

Sonntag, 11. März 2012

Meine neue Sonderausstellung

Zur Zeit bin ich intensiv mit meiner zweiten Sonderausstellung "Alte Waldberufe" beschäftigt, so das ich weniger zum Blogschreiben komme und auch zum künstlerischen Schaffen. Gleichzeitig plane ich auch noch meine workshops und Führungen für Frühjahr und Sommer 2012. Dennoch schaue ich dass ich wenigstens am Abend für zwei Stunden zum künstlerischen Schaffen komme. So arbeite ich am Abend an meiner Maskenserie. In einer solchen Holzmaske stecken bis zu 12 Arbeitsstunden. Es fehlt mir etwas wenn ich nicht einige Stunden am Tag schnitze oder male. So achte ich darauf dass der kreative Prozess nicht ständig unterbrochen wird. Künstlerisches Schaffen ist bei mir immer etwas fließendes und wird dieses unterbrochen kommt es zu einem Stau der kreativen Kräfte.
hukwa

Dienstag, 6. März 2012

Waldspaziergang mit Kunstgedanken

Heute Morgen habe ich im Buchenlaub die ersten Leberblümchen entdeckt. Jetzt gibt es täglich Neues in der Natur zu entdecken und jeder Tag ist wie Schatzsuche. Es sind die kleinen Wunder der Pflanzen und Tierwelt die im Vorfrühling unser Leben verschönern und vor allem harmonisieren.Eine wunderschöne Baumwurzel fiel mir auf, sie lag direkt am Wegrand. Ich habe sie mitgenommen um daraus einen Wurzeltroll zu schnitzen, noch heute Mittag will ich mich ans Werk machen. Mir kam beim Bewundern der Wurzel ein Spruch in den Sinn den ich vor vielen Jahre geprägt habe und der meine Kunst schon immer vorantrieb:
Mit Geld Kunst zu machen ist keine Kunst,
ohne Geld Kunst zu machen.
dass ist Kunst.
Das Material für werke finden wir überall.

Montag, 5. März 2012

Im Atelier


Aus meiner Holzwerkstatt oder von wilden, zahmen und Erinnerungshölzern

Ich habe gestern damit begonnen eine neue Reihe von Masken zu schnitzen. Das Holz das ich dazu nutze ist gut getrocknetes Lindenholz. Der erste Arbeitsschritt ist immer der zeichnerische Entwurf auf Papier. Dann schneide ich die Hölzer auf die passende Maskengröße. Jetzt wird die Zeichnung aufs Holoz aufgetragen. Danach beginnt das Zuschnitzen. Mit Stecheisen und Hohleisen wird ein Entwurf ins Holz geschnitzt. Bei dieser Reihe bevorzuge ich eine Mischung aus flachem- und gebrochenem Relief. Ist die Schnitzarbeit fertiggestellt wird die Maske bemalt. Art und Wuchs des Holzes entscheidet auch darüber was für eine Maske es gibt. Bei den "wilden Waldhölzern" ist oftmals durch Form und Wuchs eine bestimmte Maske phänomenologisch vorgegeben. Beim "zahmen Werkstattholz" sind es meistens Reliefe die daraus angefertigt werden. Anders sind jene Hölzer die unter die Bezeichnung "das dritte Leben der Bäume" fallen. Hier handelt es sich um altes Bauholz, Zaunpfosten oder Möbelholz. Solche Hölzer haben oft etwas "Golemhaftes" an sich. Sie fordern dazu heraus das man ihnen einen neuen Sinn einarbeitet. Auch kenne ich meist den Lebensweg dieser Hölzer. Da ist z.B. ein alter Eichenholz Zaunpfosten. Ich habe ihn vor zwanzig Jahren im Wald selbst gefällt, in den Boden gegraben und bin ihm bei meinen Spaziergängen immer wieder begegnet. Solche Hölzer beherbergen für mich Erinnerungen die ich versuche künstlerisch in sie einzuarbeiten. Auch bin ich im Besitz von Hölzern die einst zu Bäumen gehörten die ich gut kannte. Sie wurden vom Holzfäller gefällt oder vom Sturm entwurzelt und ich habe mir ein Stück von ihnen besorgt das nun in meiner Holzwerkstatt auf seine Bearbeitung wartet. Solche Bezüge zum Holz geben diesem einen Fetischcharakter auf den ich großen Wert lege.
hukwa

Sonntag, 4. März 2012

Die Selbstgewißheit subjektiver Erkenntnis- unio mystica und Satori

Der philosophische Ausgangspunkt der mystischen Erfahrung ist die Selbsgewißheit der inneren Erfahrung. Dies hat nichts mit Glauben zu tun. Selbstgewißheit ist eine subjektive Erkenntnis. Und sie ist genau so echt wie die objektive Erkenntnis. Wenn sich jemand auf den Weg begibt Satori, Samadhi oder die unio mystica zu erlangen ist die "Selbstgewißheit der subjektiven Erkenntnis" absolute Vorraussetzung um das Ziel zu erreichen. Auf der Suche nach der letzten Wahrheit werden dem Suchenden so viele Fallstricke in den Weg gelegt, die er nur durch Erkenntnis überwinden kann. Mit jedem Schritt der den Suchenden zum Ziel bringt, wird es für ihn schwieriger seine geistige Erfahrungen mitzuteilen. Da nun die letzte Wahrheit nicht mitteilbar ist hat der Suchende den zustand des Satori, also der erleuchtung, erreicht und somit überhaupt nicht mehr das Bedürfnis sich über diese letzte Wahrheit mitzteilen.

Samstag, 3. März 2012

Tagesschild

Die meisten Menschen
stellen Bedingungen ans Glück
Doch Glück
kann nur empfinden,
wer keine Bedingungen stellt

Arthur Rubinstein

Freitag, 2. März 2012

Ein Minnesänger der Erde

Ein Haiku Dichter denn ich besonders mag ist Basho. Er war ein wandernder Dichter und vor allem ein leidenschaftlicher Naturfreund- ein Minnesänger von Mutter Erde gewesen. Sein Leben verbrachte er auf Reisen quer durch Japan. Immer zu Fuß unterwegs entdeckte er die Schönheiten der Natur und verewigte seine Eindrücke in seinen Gedichten und Haikus. Einsamkeit war die Aura dieses Dichters der wie kein zweiter seines Standes es verstand Stimmungen einzufangen.Besonders Ausdrucksstark sind Bashos Herbsthaikus:

Ein Wanderer-
So will ich heißen-
Das ist Regen im Herbst.

oder

Ein entlaubter Zweig
Ein Rabe hockt darauf
Das ist Abend im Herbst.

Diesen einfachen Gedichten wohnt ein großes Geheimnis inne. Wo es keine Geheimnisse mehr gibt gedeiht auch keine Poesie. Es liegt ein großes Jenseits in dem einsamen Raben, der auf einem Baumzweig sitzt. Es ist der Geist des Fuga und des Wabi der die Haikus von Basho so Ausdrucksstark macht.
hukwa

Frühlingshaiku

Zur Dämmerstunde
aus der alten Fichte
das Lied der Amsel.
hukwa

Tagesschild

Beim Betrachten der Sinnesobjekte entwickelt
der Mensch Anhaftung an sie.
Aus solcher Anhaftung entwickelt sich Lust
und aus Lust geht Zorn hervor.
Bhagavad Gita

Donnerstag, 1. März 2012

Haiku

Die Wasserpfütze beim Waldpfad
noch gefroren
aus dem Weidendickicht
Das Frühlingslied der Amsel.
hukwa

Die Zweckbestimmtheit des Menschen

Das was dass Leben der Menschen aufs äusserste hemmt ist ihre Vorstellung über Zweckbestimmung, sie sind die Ketten die seine kleine Freiheit vollkommen fesseln. Dasein, also Leben ist aber viel mehr als eine wirtschaftliche Existenz. Ein Zweckbestimmtes Dasein führt dazu das wir seelisch verrohen. Ich glaube das jedem Menschen eine Sehnsucht innewohnt dieser Zweckbestimmtheit zu entfliehen, aber, der Mensch weiß nicht mehr um das was ihm innewohnt, er ist eben ein Verdränger. Wenn Menschen ihrer Zweckbestimmtheit entfliehen, müßen sie in der Regel mit finanziellen Einbußen rechnen und genau das will der Mensch nicht, er ist ein absolut materielles Wesen geworden. Dieses Materielle schätzt er mehr als sein Seelenheil also bleibt er lieber Roboter und Sklave als das er Mensch wird.
hukwa

Tagesschild - Augenblick

Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.
Goethe am 3. November 1823 zu Eckermann

Mittwoch, 29. Februar 2012

Über meine persönliche Satori Erfahrung

Das Erwachen des frühen Morgen ist für mich immer wieder eine mystische Erfahrung. In der regel spüre ich am frühen Morgen eine tiefe Einheit in mir. Meine Gedanken sind universell, ja, sie sind kosmischer Natur. Ich könnte auch sagen: am Morgen wirkt Satori am stärksten in mir! Die Satori Erfahrung ist eine stark mystische Erfahrung man kann sie nicht mit der allgemein verständlichen Logik erklären, sie ist eben eine Erfahrung und nicht Abstrakt. Es ist die Erfahrung das in meinem Bewusstsein etwas vorhanden ist, dass ich über die rationale Denkebene nicht mitteilen kann, weil es eine rein ontologische Erfahrung ist, eine Erfahrung von Sein. Als Mensch westlicher Erziehung, dessen Herz im Osten pocht, benötige ich für meine Erklärungsversuche die Stütze der Philosophie und der Psychologie. Ich schreibe ganz bewusst erklärungsversuche, weil die Satorierfahrung letztendlich nicht rational erklärbar ist.
hukwa

Tagesschild- Bestimmt das Bewusstsein das Sein

Wenn die Menschen auch unglückliche Kreaturen sind, weil sie den Tod bewusst gemacht haben,, so können sie doch noch einen Schritt weitergehen und durch Transzendenz des ich auch den Tod transzendieren. Sich vom Unbewussten zum Ich-Bewusstsein zu bewegen, das heißt, den Tod bewusst zu machen: sich vom Ich-Bewusstsein zum Überbewusstsein zu bewegen, heißt, den Tod ungültig zu machen.
Ken Wilber

Dienstag, 28. Februar 2012

Nachts

In jenen Nächten
Wenn der Regen
Mir Nachrichten ans Fenster trommelt
Kurz bevor der frühe Morgen seine Wimpern öffnet
Ist es als würde ein Flügelschlag
Mir aus der Kindheit herübergeweht
Wenn dann die Nacht im
Keuchen des Morgens verschwindet
Lauern die Träume
In den tanzenden Kiefern
Wartend bis der Mond wieder über den
Dunklen Wäldern steht.
hukwa

Gedanken im Garten

Millionen von Tau- und Regentropfen durchfunkelten am Morgen den Garten. Die Februarsonne lässt sie wie Diamanten blinken. Der ganze Garten scheint verglast zu sein. Solche Momente muss man zu nutzen wissen, es sind Zeiten der Andacht und der Stille. Jenen denen in solchen Momenten Banales durch den Kopf geht, deren Leben ist gelebt sie werden in diesem Leben nicht mehr von der Ewigkeit geküßt werden, den ihre Seele ist verdorrt. Mögen mich die Götter vor solch einem dumpfen Leben schützen.
hukwa

Tagesschild- Einsichten der Weisen

Man sieht ein,
dass es nicht der Beruf des Menschen ist,
Lämmer zu schlachten
und Steine zu zerschlagen
sondern dass er geboren ist,
mit einer Rose in der Hand umherzugehen.
Jean Giraudoux

Montag, 27. Februar 2012

Frühlingsgruß

Ein Lebensgesetz

Manchmal sollte man sich auf den Weg machen und eine Wiederverzauberung mit der Welt suchen. Dies bedeutet das man an sich selobst arbeiten muss. Der alltägliche Trott ist der erste Gegner der überwunden sein will. Dafür müssen wir uns manchmal in verzicht üben. Die Seinsgewißheit flüstert mir immer wieder zu, dass man nicht alles haben kann. Wenn ich mich nach einem höheren Niveau von Wohlstand sehne, dann passiert es meistens das ich meine Zufriedenheit verliere, dies scheint ein Lebensgesetz zu sein.
hukwa

Tagesschild

Wer frei ist von Begehren,
Abneigung und Verblendung.
dessen natürlicher Zustand
des Geistes ist Sammlung.
Samadhir raja sutra

Sonntag, 26. Februar 2012

Märzwinde

Jetzt
Da die lauen Frühlingswinde dein Gesicht streicheln
Sprich mit dem Märzwind
Klage nicht wie eine Chimäre und
Meide die geschwätzigen Elstern
Die Schlüsselblume öffnet dir das
Geheimnis des nahen Frühlings
Die Nymphen sind schon lange geflohen
In den Höhlen unter den dunklen Bergen
Bleibt die Büchse der Pandora für dich verborgen
Einst wird sie nicht viel mehr sein als eine
Handvoll Staub
Glaube an das Geheimnis das dir die Märzwinde künden werden.
hukwa

März der Wandler

Mild sind die letzten Tage dieses Februars. Der Narrenmonat will die Tür des Vorfrühlings öffnen. Nach den Schneeglöckchen erscheinen nun auch die ersten Krokusse in den Vorgärten. Im Wald konnte ich eine erste frühe gelbe Blüte des Huflattisch bewundern, ihm wird in den nächsten Tagen die Blüte der Schlüsselblume folgen. Nach einem langen Winterschlaf kehrt jetzt wieder Demeter auf die Erde zurück um für eine neues Frühjahr und einen neuen Sommer ihre Herrschaft anzutreten. So sahen dies die alten Griechen. Und unsere Kultur ist schließlich auf der griechischen aufgebaut. Die uralten "erdnahen Geschöpfe", die sich jetzt noch unter Erde und Laub verbergen, lechzen förmlich nach neuem, frischen Leben. Mit dem neuen Erblühen der Kräuter und Bäume grüßen wir auch den Wandel, der besonders jetzt im nahenden März erkennbar wird.
Jene Menschen die noch einen Bezug zur Natur besitzen, die in ihren Mysterien und in ihrem großartigen Schöpfungsalphabet zu lesen wissen, erscheint der Vorfrühling wie ein magisches Zeitalter. In den Wäldern herrscht nun eine Kraft vor, von der alle Dinge des Waldes erfüllt sind. Der naturbewusste Mensch weiß dass er auch nur eine Form dieser Kraft ist, eine: geprägte Form, die lebend sich verwandelt, um mit Goethe zu sprechen.
hukwa

Tagesschild

Die klare Bewusstheit führt dazu,
Dass sich die heilsamen Dinge mehren
und die unheilsamen Dinge schwinden.
Buddhistische Weisheit

Samstag, 25. Februar 2012

Wald - Wir alle lieben dich - Das Karlstal im Herbst

Wir alle lieben dich
Das Karlstal - ein Ort der Besinnung

Manchmal erscheint es dem Wanderer als ob die „Zeit“ ein leerer Begriff sei in diesem Tal, sie rinnt so leise plätschernd dahin wie die Moosalb in seiner Mitte.

Wenn im September die Landschaft von der Magie des „Altweibersommers“ verzaubert wird, wo an jedem Busch und Baum hunderte von Spinnweben in der goldenen Morgensonne blinken, wo die alten Weiden und Erlen wie Wesen aus dem Feenreich am Bachlauf der Moosalb erscheinen, liegt ein besonders romantischer Zauber über dem Karlstal.

In einer solch naturhaften Landschaft wie dem Karlstal, spürt der Wanderer das Herz von Mutter Natur pochen. Die größte Freude, die der Wald uns bereitet, ist die Andeutung einer dunklen Beziehung zwischen Mensch und Pflanzenwelt.

„Ich bin nicht alleine und unerkannt“, schrieb der amerikanische Philosoph Emerson einmal, „die Pflanzen nicken mir zu, das Schwanken der Zweige im Wind ist mir vertraut und unvertraut zugleich“.

Hier im Karlstal kann es einem erscheinen, als schenke der Wald uns ein uraltes Gleichgewicht, das wir seit langem vermissen, wieder zurück. Eine Essenz die wir lange Zeit entbehrt haben.

Am Himmel schwebt einsam der Bussard, vom Waldhang tönt der Ruf des Schwarzspechts herunter ins Tal und bei den Flockenblumen steht das Taubenschwänzchen wie ein Kolibri flatternd vor den dunkelroten Blüten der Pflanze.

Die eigentliche Heimat dieses schönen Fliegers liegt in Südeuropa. Alljährlich fliegt das Taubenschwänzchen von dort über die Alpen nach Mitteleuropa, und auch im Karlstal können wir ihn dann beobachten. Dieser besondere Schmetterling aus der Familie der Schwärmer ist regelmäßig Sommergast im Tal. Im Schwirrflug steht er vor den Pflanzen um den begehrten Nektar zu naschen. Durch seinen besonders langen Rüssel erreicht er Blüten, die für andere Insekten unerreichbar sind.

Eine recht hohe biologische Vielfalt kann der Wanderer in dieser Landschaft noch vorfinden, vielleicht wird dem einen oder anderen dieses Wort hier erst richtig bewusst.

Unter biologischer Vielfalt ist die Vielfalt an Lebensräumen und die Vielfalt der Lebewesen einer Art untereinander zu verstehen. Biologische Vielfalt ist damit mehr als die reine Artenvielfalt. Es beinhaltet Landschaft und den Menschen der in dieser Landschaft lebt.

Buntsandstein und dichte Wälder umgeben das Tal, durchbrochen von sumpfigen Wiesen, in denen einige bedrohte Pflanzenarten ein letztes Refugium gefunden haben.

Das Karlstal liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Dieser Begriff hat aber eine weitergehende Bedeutung, weil er eben nicht nur die biologischen Phänomene anspricht. Innerhalb eines Biosphärenreservates geht es vor allem um die nachhaltige Entwicklung der jeweiligen Region, also um das Arbeiten, Wirtschaften und das gesellschaftliche Zusammenleben des Menschen mit der ihn umgebenden Natur.

Auch den Graureiher kann man hier oft regungslos stehen sehen, die einstmals scheuen Gesellen sind ständige Bewohner des Tals. Sie mögen Fisch, aber vertilgen vor allem Mäuse, die sie in den Wiesen fangen.

Vor allem für die Familie der Libellen ist das Karlstal ein wichtiger Lebensraum, sodass sich hier einige Libellenarten von europäischer Bedeutung angesiedelt haben.

Die Natur, der Wald schenkt dem, der ihn aufsucht Ruhe, Harmonie und Gesundheit und wir, die wir die Natur aufsuchen, sollten sie respektieren und schützen, sollten den Wald lieben.

Nachricht von sich selbst

"Ich glaube das der Geist entweiht werden kann durch die Angewohnheit sich belanglosen Dingen hinzugeben, so dass alle unsere Gedanken, einen Anflug von Belanglosigkeit bekomen", diesen Satz habe ich gestern Abend in den Tagebüchern von Thoreau gelesen. Thoreaus "Belanglosigkeit", möchte ich Heute als Oberfläche bezeichnen. Dem Menschen fehlt die innere Stille, den nur durch sie kann er auch seine innere Stimme vernehmen. Die Menschen haben heutzutags nichts besseres zu tun als in Facebook oberflächliche Nachrichten zu verschicken - aber wann haben sie einmal wieder eine Nachricht von sich selbst gehört?
hukwa

Tagesschild

Das ist der größte Segen,
wenn in den Wechselfällen des Lebens
das Herz unbewegt bleibt:
gelassen, lauter und im Frieden.

Buddhistische Weisheit.

Freitag, 24. Februar 2012

Identität

Die Autospuren sammeln das Regenwasser gleich hinter dem
Waldparkplatz
Ich laufe tiefer in den Wald hinein
Der Häher warnt zweimal
In den noch blattlosen Eichen
Summt der Wind wie Geisterschar
Rief da eben nicht Jorinde
Das sie der Geliebte finde
Ewig ist der Augenblick
In Gedicht und Sagenzeit
Hier im Wald
Im Wurzelstock
sehe ich Kentaurengestalt
Eure Welt ist nicht die meine
Dort am Stamm der borstigen Eiche
Tanzt ein schwarzer Götterbote
Schwarzspecht Krähengroß er ruft
Dodonna ist hier im Walde
Zeus tut hier verwalten .
hukwa

Vom Mythos der Bäume

Wer täglich in den Wäldern ist denn erreicht keine Langeweile. Er bringt von seinen Waldgängen genügend Material mit damit er zu Hause schreiben oder werken kann. Was man in die Wälder mitnehmen sollte ist Gelassenheit, Geduld und Losgelöstsein von gesellschaftlichen Verpflichtungen. Dann wird der Wald zu einem großen Spielplatz für erwachsene Kinder. Wir können mit dem Geist der Bäume Zwiesprache halten und einsteigen in den Mythos des Baumes, der sich von den Menschen in dem Maße zurückzieht wie dieser sich egoistisch vorwärts bewegt.
hukwa

Waldgang

Der Wald ladet ein
Großzügig zu sein
Gehn wir hinein und lassen den Krämergeist daheim
Gehoben wie die Baumeswipfel
Schlägt in uns ein Klang
Ein kräftiger Gesang
Weit und frei durch den Wald zu gehn
Mitten durch die Baumespracht
Sind wir dem Wesen der Ewigkeit so nah.
hukwa

Tagesschild

Wer nichts hat und nichts ist der hat das Licht in sich selber gefunden und wandert - losgelöst - von alem - durch die Welt.
Sutta nitpata

Donnerstag, 23. Februar 2012

Poesie der Nacht

Die vielen Nächte die ich rief
Sind ein teil der Ewigkeit
Und viele Zeilen die ich schrieb
Sind Verse die Nachts meine Seele durchglühn
Ich warte auf den einen Brief
Mit goldener Schrift und Silberrand
Doch ob er kommt
Ich weiß es nicht
Ich warte warte schon zu lang
Nur in der tiefsten dunklen Nacht
Fühl ich mich noch daheim
Ein Blatt Papier so rot wie Blut
Eine Rose die nie welken tut
Nur das kann Dichtung sein.
hukwa

Der robotische Mensch bei Thoreau

Von allen Schriftstellern und Dichtern ist mir Thoreau der liebste. Seine Art ist von der Sorte die der meinen am nächsten ist. Vielleicht weil ich ihn in einem früheren Leben repräsentierte. Thoreau war ein Naturmystiker, einer der sämtliche gesellschaftlichen Konventionen abgelegt hatte. Das macht ihn groß für mich. Er sang das Hohelied der Wälder und seine liebe gehörte der Poesie. so dass er schriben konnte: "Es gibt keinen größeren Stümper als den, der den größten Teil seines Lebens damit verbringt dass er sich seinen Lebensunterhalt verdient. Alle großen Unternehmungen tragen sich selbst. Zum Beispiel muss der Dichter seinen Leib durch seine Dichtung unterhalten, wie eine Sägemühle ihren Kesseln mit den Spänen füttert, die sie erzeugt".
Man darf Thoreau nicht falsch verstehen, nicht zu wörtlich nehmen, sondern seine Worte als Metapher verstehen. Als "Stümper" sah er jene an die an ihrem Job klebten und darüber hinaus den wahren Sinn des Lebens vergaßen, also den robotischen Menschen.
hukwa