Donnerstag, 3. Oktober 2019

Orphisches Licht

Sternenverwandt
steigt mein Geist empor
sich wärmend im orphischen Licht
mein Doppelgänger ist jener
der einen Sperberkopf trägt
von sieben Sternen beleuchtet
sucht er nach dem göttlichen Honig
flieht vor den Masken der Medusen
hinein ins Licht von Eleusis.
hukwa

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Erdenlicht

Vor meinem Fenster biegst du dich im Licht
schenkst Leben
dein mächtiger glatter Leib
ein einzigartiges Gedicht
die Kirche unter dir
versteckt sich hinter deiner 
BaumAllMacht
als ob
ein uralter Gott
dich in seinem Atem hält
dein Wunsch ist nach oben zu streben
die unter dir gehen
beachtest du nicht
dein ganzes Wesen
ist Erdenlicht.
hukwa

Dienstag, 1. Oktober 2019

Das Verlangen der Nacht

"Um die Seele eines Dichters zu durchschauen, 
muss man in seinem Werk diejenigen Wörter aufsuchen, 
die am häufigsten vorkommen. 
Das Wort verrät, 
wovon er besessen ist. 
C. Baudelaire  

Wie eine Urne gefüllt mit Glut
die tief in schwarzer Erde ruht
in dunkler Landschaft
mit Flüssen voller Blut
in Schädelgetöse
der Traumwelt der Nacht
wo nur noch der eigene Schatten wacht
wo die Mondfülle der Erinnerung sacht
die blaue Flamme nährt
dort im dämonischen Strahlenglanz
ein Gesicht aus fernen Zeiten glänzt
erhellt das verlangen der Nacht
denn Moment der im Traum wird vollbracht.
hukwa

 

Herbstfeuer

Der rote Himmel am Abend
Feuer
des Herbstes.
hukwa

Sonntag, 29. September 2019

Zwei Welten

Die vielen Gedichte die ich geschrieben habe sind die poetische Summe meiner inneren Entwicklung. In der Poesie die ich als meine erste Heimat bezeichnen möchte spüre ich das ich Bürger zweier Welten bin. Sie gibt mir das wissen das ich neben der realen Welt ein weiteres Zu hause in einem transzendentalen Universum besitze.
hukwa

Dienstag, 24. September 2019

Das Fremde der Heimat

Man lebt hier wie in der Höhle des Löwen
sucht die Innere Heimat und flüchtet vor der äusseren Fremde
im Stundenglas der Eigenzeit
vergehen die Tage wie rieselnder Sand
Hier wo die Depressionen durch die Strassen laufen
wird es sinnlos die Tage zu zählen
sie verelenden in den Lügen der Nächte
wo der Traumgott geweihte Geldscheine verschenkt
wo keine weißen Hostien vom Himmel fallen
sondern es nur graue Asche regnet
wo man am Morgen nach dem Aufwachen
wieder einmal erkennen muss
das in diesem Ort täglich die Zukunft von der Vergangenheit eingeholt wird
hier wo die Sprache
nur das Schmerzgeflüster einer torkelnden Masse ist
die mit ihrem Hau-den-Lukas-Gejohle
und ihrem Stürmergetöse
auf das Wochenende wartet
um Rechte Walzer zu Tanzen
hier
wo Geschichtsverlust
eine Epidemie ist.
hukwa

Sonntag, 22. September 2019

3 Leserbriefe zum Klimapaket

Die Sinnlosigkeit des Versuchs, Voraussagen über die Beschaffenheit unserer zukünftigen Welt zu treffen, offenbart sich heute schon in den Wörtern Klimakatastrophe und Alptraum Plastik. Die Ressourcen sind begrenzt, die Müllhalden werden immer gigantischer und die Sommer werden zum glühenden Hexenkessel.
Der Mensch der Zukunft wird zu 80 Prozent aus Synthetik bestehen, wegen des Mikroplastik in seiner Nahrung und die restlichen 20 Prozent seiner Knochen und seines biologischen Gewebes werden wohl radioaktiv verstrahlt sein.
Die Regenwälder werden derzeit unter politischer Aufsicht abgefackelt, die Eisberge verschwinden und die riesigen Tundren Sibiriens trocknen aus. Dies in etwa ist der ökologische Zustand unseres Planeten. Man kann die Liste auch verlängern: Das Sterben unserer Tier- und Pflanzenwelt, das Baumsterben, die Verseuchung landwirtschaftlicher Flächen durch den Einsatz von Pestiziden und so weiter.
Würde man aus diesen Problemen eine Bildcollage machen, würde diese ein Gesamtkunstwerk des langsamen Untergangs unseres Planeten sein und des Siechtums der Menschheit.
Das Filmfinale wäre dann ein Werk zusammmengeschnitten aus Becketts „Endspiel“, Huxleys „Schöne Neue Welt“ und Kubricks „Uhrwerk Orange“.
Die einzige Philosophie die noch gilt findet man in den Ansprüchen der Industrie und dem Hohelied auf die Ellenbogenmentalität des Turbokapitalismus, das auch vom Großteil unserer politischen VolksvertreterInnen im Chor gesungen wird. Es ist die Philosophie einer in den letzten Zügen liegenden turbokapitalistischen Gesellschaft. Über diesen gesellschaftlichen Zusammenbruch versuchen die politisch Verantwortlichen mit arroganter Überheblichkeit hinweg zu täuschen.
Das Finale heißt wohl ein langsam siechendes Armageddon für uns alle!
Der einzige Hoffnungsschimmer ist jener Kinderkreuzzug einer „for Future Bewegung“, der wiederum von großen Teilen der politisch Verantwortlichen verspottet wird. Es ist ein Feldzug der einem anmutet wie der letzte Kampf gegen die „Schatten von Mordor“.
Die Frage ist: Wann merken wir endlich, dass die Geschichte der Menschheit in ein unwiderrufliches Stadium getreten ist, dessen Ziel letztendlich die Vernichtung jeglichen höheren Lebens auf unserem Planeten ist. Diejenigen die nach der ökologischen Wende rufen, werden übertönt durch jene die sich weigern menschliche Vernunft anzunehmen. Ökologisch gesehen wird das Ende unserer Zukunft absehbar.




Was die Bundesregierung in aller Hast als Klimapaket zusammengeschnürt hat ist letztendlich ein Mogelpaket. Es ist der Versuch, dem Bürger Sand in die Augen zu streuen. Vor dem Hintergrund der komplexen, ökologischen Zukunftsfragen und Krisen liest es sich wie Hohn. Die Wenigen die wohl mit diesen Klimastrategien zufrieden sein werden sind die Manager der Industrie und Wirtschaftskonzerne. Während sich diese die Finger reiben, weil die Hauptkosten auf die Bürger abgewälzt werden, klopfen sich die Kanzlerin und ihr Finanzminister voller Stolz und Eigenlob auf die eigene Schulter und die in einer Knechtsschaftsbeziehung stehenden ökologischen Experten der Regierung haben ihre skrupellosen Expertisen wieder einmal durchgesetzt. Man spricht von Vernunft und Versachlichung während die ökologische Zeitbombe weiter tickt und der Klimawandel sich nicht zum besseren wandeln wird.
Vieles spricht dafür, dass die Sorgen der „Fridays for Future“ Bewegung ebenso folgenlos bleiben werden, wie die Proteste der einstigen Ostermarschierer. Die Wünsche dieser Generation,die einmal einen Planeten übernimmt dessen Natur und Landschaft nur noch ein Phantom dieser jetzigen Erde sein wird, werden durch dieses Klimapaket kurzerhand in die ungewisse Zukunft verschoben.





Vielleicht waren unter den Mitwirkenden dieser „Mega-Demo für Klimaschutz“ einige Schüler und Schülerinnen die sich auf einen schulfreien Vormittag freuten, aber wichtig ist doch, dass sie dabei waren. Dass der Stadtrat von Kaiserslautern es abgelehnt hat für Kaiserslautern den Klimanotstand zu beschließen, war abzusehen. Dass bereits in den 1970zigern Jahren entstandene geflügelte Wort- „Denke global, aber handle lokal“- hat wohl bis heute den Lauterer Stadtrat noch nicht erreicht.
Es ist doch einfach so, dass wenn wir wirklich zum Wohle unseres Planeten beitragen wollen, der beste Ausgangspunkt dafür unsere eigene Stadt und Gemeinde ist. Nun, diese Jugendlichen haben unter anderem auch klar zu machen versucht, dass die Weltklimaprobleme in einem anderen Licht erscheinen, wenn sie von der lokalen Situation abhängig gemacht werden. Dies versucht uns diese „Fridays for Future“ Generation zu zeigen. Nach den vorherrschenden ökologischen Fakten hört es sich bescheiden an, wenn sie behaupten, man würde ihnen „die Zukunft klauen“, es ist doch viel schlimmer, man zerstört ihre Zukunft. Es ist anscheinend den meisten Politikern überhaupt noch nicht aufgefallen dass diese Jugendlichen etwas tun, was eine großartige Chance für unsere Demokratie ist: Sich politisch beteiligen! Eines hat sich inzwischen herausgestellt: Diese Bewegung lässt sich die Worte nicht verbieten und ihr friedlicher Widerstand ist etwas aus dem ganz Neues in unserer politischen Landschaft erwachsen kann. Agieren sie doch vollkommen anders als die Politik: Einfach Klartext reden!
Denn ein Wirtschaftssystem das auf den Grundpfeilern von Ehrgeiz, Konkurrenzdenken und Konsum aufbaut ist perspektivlos, weil es unmenschlich ist und weil die Ressourcen begrenzt sind. Wenn wir so weitermachen wird es zum Kollaps kommen und wie der aussieht, zeigen uns jeden Freitag die Demo – Schilder der „Fridays for Future“ Bewegung.


hukwa

Freitag, 20. September 2019

Im synthetischen Wald

Die Masse schläft den Opiumschlaf
die Wenigen die dass Geheimnis fassen
werden von den Jägern gejagt
nicht kreatürlich ist dieser Schlaf
hypnotisch ist er
je nach Bedarf
im undurchdringlichen synthetischen Wald
der Atmosphäre
wird die Welt
zum ausgetrockneten Herbarium.
hukwa

Mittwoch, 18. September 2019

Medusenhaupt

Aus einer Wolke heraus
der Flug des Graureiher
über das Tal
Regen trinkt die Erde
hier im Tal
fern dem Moloch
laufe ich wie in alter Zeit
ins Fichtengehölz zu den Meisen
lass mich nieder
auf dem zerstückelten Baumstumpf
den Blick nach Westen gerichtet
in der Morgenfrühe
umhüllt mich der Wald
wie ein schützender Mantel
uraltem Stein will ich gleichen
wie ein Medusenhaupt.
hukwa

Montag, 16. September 2019

Sonntag, 15. September 2019

Herbsthaiku

Der Herbst kehrt ein in die Felder
sein Geist ist
der Wind in den Gräsern.
hukwa

Samstag, 14. September 2019

Zeit

"Es gibt nur eine Zeit,
in der es wesentlich ist,
aufzuwachen-
diese zeit ist Jetzt.
Buddha

Freitag, 13. September 2019

Weltenerfahrung

Es gibt Augenblicke im Leben eines Menschen, in denen er das Gefühl der Vollständigkeit erfährt. Solchen Momenten begegnen wir wenn wir die Einheit mit der Natur in uns spüren. Dann wird dass Rauschen eines Baumes zur Musik und windstilles Schweigen zur Antwort. Dann löst sich die lineare Zeit auf und wir fühlen uns aufgehoben in den Zyklen der Jahreszeiten. Es ist dies die sinnliche Erfahrung mit der Natur, die auch immer, die Erfahrung einer beseelten und mystischen Lebenswelt ist, in die wir untrennbar verwoben sind, selbst wenn wir es nicht wahrhaben wollen.
hukwa

Mittwoch, 11. September 2019

Antaeus

Die mich umgebende Natur ist das Kleid des Grünen Gottes. Dieser Gott ist für mich Antaeus der als unbesiegbar galt, solang er Kontakt zu seiner Mutter Gaia, der Erde hatte.
hukwa

Dienstag, 10. September 2019

Erdwanderer

Unterwegs sein heißt Erfahrungen ansammeln. Ganz im Sinne wie es Fr. Nietzsche aussprach:
"Wer nur einigermaßen zur Freiheit der Vernunft gekommen ist, kann sich auf Erden nicht anders fühlen, denn als Wanderer".
hukwa