Samstag, 14. Mai 2016

Artenrückgang - Leserbrief an die Rheinpfalz

Es ist wichtig dass die Rheinpfalz immer wieder über Probleme des Naturschutzes informiert, nur so ist es möglich Menschen für den Naturschutz zu sensibilisieren. Der Artikel „Artenverlust hält weiter an“, regt wohl jeden Naturfreund zum Denken an. Gut dass es Menschen wie Peter Ramachers gibt, die über dieses Thema informieren.
...„dass in unserer Landschaft etwas nicht mehr so ist wie früher“, bemerkt jeder Naturbewusste Mensch täglich. Noch haben wir einige Biotope in unserer Region in denen verschiedene Vogelarten überleben können, aber es sind zu wenige.
Vor allem die Städte sind gefordert. Diese müssen auf einer soliden, wirtschaftlichen und sozialen Basis eine gesunde Lebensumwelt bieten und den Erhalt natürlicher Ressourcen und Ökosysteme vorantreiben.
Eine „Vitalisierung der Städte“ aber auch kleinerer Gemeinden muss unbedingt Vorrang vor ihrer Ausdehnung haben. Dass dies so werden wird glauben natürlich die wenigsten und dass zu Recht! Dennoch: Ökologie und Ökonomie müssen noch enger vernetzt werden. Ganz so „schwarzseherisch“möchte ich dies gar nicht sehen. Gerade in Rheinland – Pfalz ist vieles in Bewegung in Sachen Umweltschutz und dies sollte man auch positiv werten. Doch es ist noch zu wenig.
Als Hauptursache des Artenrückgangs werden in dem Rheinpfalz Artikel ...“der Mensch und seine zunehmende lebensfeindliche Bearbeitung der Acker- und Grünlandgebiete“ genannt.
Dies trifft zu. Der Schlüssel zu diesem Problem liegt wohl zunächst in der Hand der Landwirte. Es hängt ganz entscheidend an ihnen, wie sie ihre Felder und Wiesen bewirtschaften. Vor allem ob ihr Wirken dem Naturhaushalt abträglich ist oder seiner Erhaltung dient.
Die fortschreitende Zersiedelung der Landschaft, die Beanspruchung von riesigen Flächen für die Ansiedlung von Industrieprojekten, die durch Verdichtung des Strasssennetzes zunehmende Verinselung der Freiräume aber auch der stellenweise unerträgliche Druck bestimmter Freizeitnutzungen (Angeln, Mountainbike, Badesport ect.) tragen zum Artenschwund erheblich mit bei. Hinzu kommen Verschlechterung der Fließgewässer, Schwund alter hohler Bäume in Parks und Wäldern (noch nie war man mit der Motorsäge so schnell zu Hand wie heut zu Tage vergessen darf man hier vor allen Dingen nicht dass jeder einzelne, alte Baum ein eigenes Biotop ist, der auch von Insekten und anderen Tierarten aufgesucht wird.) in Feldflur und an Gewässern. Dazu kommen immer wieder auftauchende „ökologische Zeitbomben“ alter Giftbelastungen. Dies und viele weitere Faktoren lassen für die Zukunft noch weitere Rückgangserscheinungen der Arten erwarten. Die alte griechische Weisheit „panta rhei“ (alles ist im Fluß) stimmt lange schon nicht mehr.
Interessant wäre allerdings auch einmal ein Zeitungs Artikel über sogenannte Zuzügler und Neubürger der Vogelwelt.

Wir benötigen in unserer Kulturlandschaft viel mehr „Wildnisinseln“. Landwirte und Gartenbesitzer die noch ein Gefühl für die Natur haben und somit ökologisches Bewusstsein besitzen, werden dies gewiß auch ohne große Aufforderung tun.
Gerade durch solche „kleine Wildnisinseln“ können gefährdete Arten, natürlich auch Pflanzenarten, vielleicht einen „kleinen Überschuss“ an Nachkommen bilden und es besteht somit die Möglichkeit dass sich bedrohte Vogelarten auch anderswo ansiedeln, wo die Umgebung halbwegs noch naturbelassen ist. Aber alles Klagen hilft nichts wenn keine Taten folgen! Daher ist jeder gefragt.
Im kleinsten Garten kann Naturschutz stattfinden, ja selbst auf der Fensterbank, können wir Naturschutz betreiben.
Die Gründe für das Zerstören von natürlicher Landschaft, das somit zum Aussterben der Arten beiträgt sind zweifelsohne wirtschaftlicher Art. Jede Naturzerstörung ist ein Anschlag auf ein zusammenhängendes ökologisches Netz. Dass auch wissenschaftliches Denken zur Naturzerstörung und somit zum Artenrückgang beitragen tut dürfte unverkennbar sein. Doch wenn sich solches Denken ändert kann es dabei helfen, dass zu Retten was noch zu Retten ist. 
hukwa 

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