Donnerstag, 5. Februar 2009

Ich denke aus der Tiefe

Aus dem Tagebuch eines Künstlers:
Ich denke aus der Tiefe von Hans Wagner

Ich denke selten mit dem Kopf um so intensiver mit dem Bauch. Ich meine ich denke aus der Tiefe. Der Intellekt ist mir so etwas wie ein Kompass, der dazu taugt, aus dem gesellschaftlichen Labyrinth, die ja nur rein ökonomisch rational eingestellt ist immer wieder herauszufinden. Als schaffender und praktizierender Künstler, stehe ich vor der täglichen Aufgabe Kunst, Philosophie und umgebende Realität zu verbinden. Dies gelingt mir nur mit dem Denken aus der Tiefe.
Eben weil ich aus dieser Tiefe denke kommt auch viel Tiefes hier heraus. Tiefes das sich ins Tagesbewusstsein drängt und analysiert sein möchte. Wenn ich dann Fotos betrachte, wie die Atlantenfigur vom Zeustempel von Agrigent, dann spüre ich in mir, ein Gefühl von "angekommen zu sein". Ich meine damit ich spüre in mir etwas das ich selbst als "archaische Heimat" bezeichnen möchte. Dieses Gefühl ist immer ganz stark wenn ich an der Skulptur arbeite. Während der Arbeit am Stein ist dieses Gefühl immer vorhanden. Ja es kann passieren das es mich mit voller Wucht überrollt. In meiner Rolle als Bildhauer, habe ich mich immer am wohlsten gefühlt, wenn ich Steine legte und auftürmte, anstatt sie zu behauen. Ich bin also weniger Bildsteinhauer, eher wohl Bildsteinleger!

Der Künstler lebt in einer ständigen Beziehung zu seinem Werk – deutlicher – das Werk muss in ihm Leben!
HUKWA