Donnerstag, 5. Februar 2009

Über meine Naturinstallationen

Aus dem Buche der Natur
Über meine Naturinstallationen
von Hans Wagner

Derzeit arbeite ich an einer Reihe von kleinen Naturinstallationen. Während meiner meditativen Waldspaziergängen, finde ich immer wieder Naturobjekte die ich an Ort und Stelle mit bereits dort vorhandenen Materialien zusammenfüge, manchmal bringe ich auch ein Stück kleines Material mit. So entstehen kleine "Geschichten aus dem Buche der Natur." Die Objekte arrangiere ich in der Regel sehr zügig. Ich achte darauf, das ich nicht länger als maximal 30 Minuten an solchen Waldskulpturen arbeite. Manchmal brauche ich auch nur die Kamera zu nehmen und eine Aufnahme zu machen, wie gestern bei dem vorgefundenen Objekt im Efeu. Die Natur hatte hier schon alles vorbereitet, und mir schien als warte die alte Erdmutter nur darauf, bis einer vorbeikommt und ihr Werk wahrnimmt. Die Fotos von diesen Naturskulpturen sammle ich in einem Ordner, denn ich "Schöpfungsalphabet nenne. Diese kleinen arbeiten sind sehr meditativ. Ähnlich einer Andachtsarbeit am Altar, wie sie der Priester oder Mönch verrichten. Mein Altar ist die Erde, der schwarze Waldboden, während solch künstlerischen Gestaltungsarbeiten werde ich zum Erdpriester. Zu einem geerdeten Künstler, der die Wälder preist. Wieder zu Hause reflektiere ich diese "Erdhandlungen" und ein kleiner Text oder ein Gedicht, vielleicht auch ein Aphorismen, schließen das Werk ab. So singe ich leise und fast unhörbar "das hohe Lied der Natur".
Erdkunst ist Erddienst!
Wenn nun meine Hände ins volle Laub greifen, wenn sie in der erde wühlen, wenn ich den Geruch von Fichtenharz wahrnehme, wenn morsches Holz zwischen meinen Fingern zerbröselt, zelebriere ich einen "Göttinnendienst".
Arbeite ich an einem mystisch gelegenen Waldweiher ist es als beobachte mich das tiefe Auge der Erdmutter bei meinem Erddienst. Während dieses Erddienstes ist es mir manchmal zumute als lese ich in einem "Schöpfungsalphabet" das einen Lobpreis auf die alte Erdmutter singt. Und wenn während meiner Erdarbeiten der Wind in den Kronen mächtiger Eichen singt
und im Gebüsch es raschelt und knistert, ist es mir als raune der Geist des alten Goethe mir eine Bestätigung für mein Tun zu: "Die Natur... sie schafft ewig neue Gestalten; was da ist, war noch nie; was war, kommt nicht wieder – alles ist neu, weil sie immer neue Zuschauer schafft. Leben ist ihre schönste Erfindung, und der Tod ist ihr Kunstgriff, viel Leben zu haben."