Montag, 9. März 2009

Tagebuchnotiz vom 09/03/09

Tagebuchnotiz vom 9.3.2009
von Hans Wagner
Das klare, graniterne Bewusstsein eines Vorfrühlinstages spüre ich heute Morgen in mir. Ich lasse mich fließen, ganz nach dem Prinzip des Wu Wie, dem Nichthandeln denn es handelt von selbst. Der Mensch sollte von Zeit zu Zeit sich der positiven Lehre immer wieder einmal hingeben, fernab den Zwängen und Verkettungen dieser materialistischen Gesellschaft. Die einzige Aufgabe die ich in solchen Morgenstunden erkenne, ist ein kleines Gedicht zu schreiben, oder die Linien für eine Zeichnung zu ziehen.
Noch ist es nicht einmal fünf Uhr in der Frühe und ich genieße die Stunden der Stille, die Muse eines Märztages, bevor der Motor der Welt mit seinen lärmenden Geräuschen meine Gehörgänge verunreinigt. In etwa einer Stunde werden die Roboter losziehen, nur ein Ziel in ihrem Sinn: die Hoffnung das sie ihren armselig angesammelten Materialismus sichern können und noch mehr Konsum sich aneignen können. Welch armseliger Lebensstil! Solch kalkulierendes, auf Erfolg gerichtetes, materialistisches Ellenbogendasein hat mich als schon angeekelt und früh war mir bewusst geworden dies wird nicht mein Weg werden.
Wie befriedigt doch der Reichtum und die Weisheit einer einfachen und natürlichen Philosophie, die uns fernhält von rücksichtloser Konkurrenz, von Streben nach materiellem Reichtum? Wenn ich die Menschen auf der Strasse beobachte muss ich oft den Spott der in mir aufsteigt unterdrücken. Das was sie Persönlichkeit nennen, beruht auf ihrem materiellem Status den sie in dieser schizophrenen Gesellschaft erworben haben. Sie haben keine Persönlichkeit, sondern was sie als Persönlichkeit bezeichnen, beruht ausschließlich auf ihren materiellen Statussymbolen. Sobald sie ein neues Auto besitzen, sind sie gesellschaftlich eine
Persönlichkeitsstufe höher gestiegen, in meinen Augen ein Leben auf billige Pump.
hukwa