von Hans hukwa Wagner
Bisher habe ich in meinem Dasein als schaffender Künstler ein doch recht produktives Werk geschaffen, wovon bisher ja nur ein kleiner Abschnitt in diesem Blog veröffentlicht ist. Ich lebe mit diesem Werk , ich lebe in diesem Werk, das Werk ist mein Lebenssinn schlechthin geworden. Dennoch ist das Werk allein nicht das ausschlaggebende. Die innere Stimmung, die inneren Wandlungen, sie werden gezeugt über das Werk. Die Früchte meiner Kunst sind schließlich nur eine Produktion meiner inneren Wandlungen. Der dem Taoismus nahe stehende Maler Mi Yu jen sprach es so aus: "Die Leute wissen, das ich ein guter Maler bin, und sie alle wollen, das ich ein Bild für sie male. Nur wenige von ihnen wissen jedoch, warum ich male. Und wenn sie nicht die "Weisheit des Auges" besitzen, werden sie es niemals wissen. Meine Malerei kann man nicht wie die der alten und modernen Spezialisten beurteilen. Wenn wir reife in der Malerei erreichen, dann sind wir der Welt nicht mehr verhaftet, deren Geschäfte nicht mehr sind, als ein einziges Haar im großen Ozean. Wenn ich in der Abgeschiedenheit meines Zimmers mit verschränkten Beinen in Stille sitze, dann fühle ich wie ich mit dem blauen Firmament auf- und abwärts treibe."
Mi Yu jen betont die Notwendigkeit der Kontemplation zur Erreichung der schöpferischen Kräfte, die im Innern des Künstlers seine Heimat haben und dort wie ein Fluss fließen.
In unsere Sprache übersetzt heißt das einfach, das "elan vital" anzuzapfen! Über die schöpferische Intuition, gelingt es dem Künstler seine innere Kraftquelle zum fließen zu bringen. Der Künstler der mit der "Weisheit des Auges" sein Leben und sein Werk betrachtet, lebt abseits der bürgerlichen Rationalität. Die gewöhnliche menschliche Tendenz, begriffliche Festlegungen und vorgefasste Scheuklappenmeinungen zählen für ihn überhaupt nicht.
Können sie auch nicht, denn wer mit solchen Ansichten sein Leben durchlebt, dringt nie zur wahren Quelle vor. Wenn ich wie Heute Morgen um drei Uhr in der Frühe, meinen Kaffee und Tee richte, dann meinen Pinsel in die Farbe tauche, bin ich eins mit Farbe, Pinsel und meinem Selbst. Dies ist der Moment wo ich mich in der wahren Heimat aufhalte.
hukwa