Montag, 9. März 2009

Die Künstlerische Wirklichkeitsebene

von Hans Wagner
Die künstliche Wirklichkeitsebene – Labor, künstliche Erzeugungen
Die natürliche Wirklichkeitsebene – Natur, Baum, Tiere ect.
Die realistische Wirklichkeitsebene – Ökonomie
Die utopische Wirklichkeitsebene – Traum von einer besseren Zukunft
Die künstlerische Wirklichkeitsebene – der Künstler, sein Werk, seine Umgebung
Ich mache mir Gedanken über eine Werkreihe von verschiedenen Wirklichkeitsebenen. Hier wird wohl vorderst die Installation eine größere Rolle spielen. Wirklichkeitsebenen sind Wahrnehmungsbereiche. Vielleicht noch intensiver als die Philosophie ermöglicht uns die Kunst den Sprung von der mentalen Ebene zur Supramentalen Ebene zu wagen. Schließlich vermag die Kunst, sei es die Malerei, die Bildhauerei oder andere künstlerische Elemente uns unmittelbar einen höheren Bewusstseinszustand mitzuteilen.
Ein Bild zu malen, eine Skulptur zu schlagen ist nicht gleich Kunst, Kunst ist in erster Linie Wahrnehmung, eben jene Wahrnehmung von verschiedenen Wirklichkeitsebenen. Das durch den Menschen aufgenommene Bild von dem Begriff Welt ist subjektiv verschieden. Wahrheit ist immer Wahrheit, dennoch erscheint sie jedem etwas anders, wenn auch jeder den Kern von Wahrheit versteht. Wenn ich nun meine künstlerische Schöpfungen betrachte und einer Analyse unterziehe, so ist mir absolut bewusst das viele dieser Werke, wenn nicht gar alle, aus meinem Unterbewusstsein aufgestiegen sind, niedergeschrieben und gemalt wurden sie in einer Art von Wachtraumzustand.
Kommen wir also noch einmal zum Begriff: es ist ein philosophischer Begriff und meint das unabhängig von unserer Wahrnehmung, unserem Denken und Vorstellen existierende Sein –
eben das DA – SEIN. Der Gegensatz zur Wirklichkeit, der Schein, wird als eine (logische) oder sinnliche Täuschung, von den ökonomisch – realistischen Robotermenschen denunziert.
Die Phänomenologie ist hier natürlich zu ganz anderen Ergebnissen gelangt. Es geht bei ihnen auch gar nicht anders, sie kennen schließlich nur eine Wirklichkeitsebene, die sie umgebende ökonomische Realität, ihr allein gehört ihr kleines enges Leben, diese Scheuklappen – Realität ist Sinn ihres Daseins. Der Künstler hingegen kennt mehrere Wirklichkeitsebenen, sonst könnte er auch keine Kunst machen. Wirklichkeit ist ein vom mentalen Menschen, von seinen Gefühlen, von seinen Meinungen – nicht manipulierbares Abstraktum., das im Menschen so hoch angesiedelt ist, das es eben Züge des Supramentalen in sich trägt. Wer sich von einer Vollmondnacht im Wald nicht mehr verzaubern lassen kann, der lebt in der ökonomisch-realistischen Welt und sieht das "Ding da oben" mit den primitiven Scheuklappen der sogenannten modernen Welt Wenn wir ein Kunstobjekt bewusst wahrnehmen und darüber Nachdenken, dämmert in dem einen oder andern vielleicht so etwas wie eine objektive Wahrheit auf, eine Wahrheit die uns eine Ahnung davon gibt, dass es eben noch andere Wirklichkeitsebenen gibt, als die "Scheuklappenebene".
hukwa