Dienstag, 27. Januar 2015

Pegida oder die ewig antrainierte Fremdenfeindlichkeit

Das Fremde            Die Fremden


In letzter Zeit werde ich oft in Gespräche einbezogen in denen meine Mitbürger über die vielen Fremden die in unser Land kommen diskutieren. Diese Diskussionen werden unterschiedlich geführt - zum Teil kritisch, zum Teil unkritisch, zum größten Teil sehr pauschal.
Ich selbst bin kein analytischer Kopf und noch weniger ein Systematiker, auch liegt es mir nicht Gedankenketten zu stricken, ich unternehme lieber Gedankensprünge. Wenn ich nun einen solchen unternehme, vielleicht ins Jahr 2050 ist mir klar das sich die Welt verändern wird, sie steht schließlich in einer ständigen Veränderung.
Das Land, der Ort in dem ich lebe werden sich verändern, ein Ziel der Geschichte ist schließlich die Veränderung.
Wir werden immer mehr auf die EINE WELT zustreben, Grenzen werden fallen, die Menschen werden enger zusammen leben.
Die meisten der Fremden die zu uns kommen flüchten vor Elend und Krieg. Wenn wir nun die Geschichte als Zeuge aufrufen erfahren wir das einst hunderttausende von Pfälzern immer wieder in die Fremde aufgebrochen sind weil sie vor Krieg und Elend flüchten mussten. Dieses elend und diese Kriege haben letztendlich dazu geführt das wir Heute eine funktionierende Demokratie besitzen.
Jene die in unserer Zeit vor Kriegen und Elend flüchten müssen, können wir nicht Aussperren, wenn sie an unsere Türen anklopfen. Nicht nur weil wir durch unsere Geschichte verpflichtet sind, sondern vor allem weil wir durch unser Mensch Sein verpflichtet sind.
Humane Menschen sind wir erst wenn wir uns mit der ganzen Menschheit verschwistert und verbrüdert haben.
Als Menschen können wir die Gegenwart, die Realität in der wir leben und den oft verdunkelten Weg in die Zukunft denn wir gehen müssen nur durch ein kritisches Verständnis unserer geschichtlichen Vergangenheit erkennen und begreifen. Wir müssen unsere Geschichtlichkeit, die wir ja alle haben auch immer vor Augen haben, denn nur so erlangen wir eine Identität. Diese brauchen wir um uns selbst die Frage zu beantworten, welche neue Werte und Ziele an die Stelle der alten und unhaltbaren treten können. Was bedeutet dass wir uns umorientieren müssen. Wir müssen lernen das Fremde und die Fremden aus einem Blickwinkel zu sehen dem nicht mehr die Aura des Misstrauens übergestülpt ist.
Es ist leider so: es gibt in unserem Land eine Art Dauermobilmachung und antrainierte Vorurteilsbereitschaft gegen jene Fremden die bei uns um Asyl bitten.
Obwohl wir Deutsche ein Reiselustiges Völkchen sind bringen wir nach dem Urlaub als Souvenir unserer so ausgedehnten touristischen Expeditionen kein Solidaritätsgefühl für die Elenden und Gehetzten dieser Welt mit.
Man reist global doch in der Heimat denkt man völkisch.
Wir haben unsere Demokratie im Laufe einer dunklen Geschichte – über die Joyce einmal aussagte sie sein ein einziger Alptraum – schwer erkämpfen müssen. Ein Gebot der Demokratie ist dass man die demokratischen Errungenschaften weiterreicht, das man sie teilt und anderen zugänglich macht. Um diese Freiheit und Demokratie als Individuum leben zu können, müssen wir lernen uns zu Bescheiden, damit auch jene an ihr Teilhaben können die Demokratie bisher noch nicht leben konnten.
Denn Demokratie ist nicht nur die Freiheit einiger Einzelner sondern sie muss zur Freiheit ALLER werden.
hukwa


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