Dienstag, 10. Januar 2017

Leserbrief Vögel

Man kann noch soviel Vogelmanagement betreiben, wahrscheinlich wird es von Jahr zu Jahr weniger Vögel geben. Seit Beginn ornithologischer Überlieferung sind über sechzig Vogelarten für immer von diesem Planeten verschwunden. Mit Sicherheit alle durch menschliches Verschulden.
Ich finde nicht dass Katzen „Vogelkiller“ sind, sie gehen einem natürlichen Trieb nach wie Rabenvögel auch. Zur Erhaltung unserer Vogelwelt, der Biodiversität überhaupt, muss man vor allem den besonderen und inzwischen sehr begrenzten Lebensraum der Arten schützen. Jeder Verlust einer Art bedeutet den unwiderbringlichen Verlust an genetischer Information und ökologischer Funktion einer jeweiligen Region. Nur wenn die vielfältigen, natürlichen und naturnahen Lebensräume erhalten werden wird es nicht zu einem zu starken Rückgang der Arten kommen. Das biologische Gleichgewicht ist seit langem schon gestört, das ist ein Fakt. Wenn dann noch zur Brutzeit unserer Vögel, fleißig Insektengifte ins Vorgärtchen gespritzt werden, auch mit angeblich „harmlosen Chemikalien“, braucht man sich nicht zu wundern, dass am nächsten Tag die Blaumeisen Jungen tot im Nistkasten liegen. Die Verpackungsaufschriften solcher Mittel wollen uns einsuggerieren, dass bei richtiger Anwendung kein Schaden entsteht. Am gefährlichsten für unsere Vogelwelt sind die Spritzmittel der Landwirte. Schon lange sehen die meisten Landwirte unsere Landschaft nicht mehr als Teil der Natur sondern als reinen Produktionsraum.
Die Gründe für den wahrscheinlichen Rückgang unserer heimischen Vogelwelt sind äusserst tief und komplex. Es ist nicht auszuschließen dass im nächsten Jahr wieder „alle Vögel da sind“, doch man muss die Warnungen ernst nehmen und sich Gedanken machen und mit dem „kleinen Naturschutz“ vor der Haustür beginnen. Es ist begrüssenswert das in letzter Zeit einige kritische Artikel zu dieser Problematik in der Rheinpfalz erschienen sind und soviele Menschen darauf reagierten, sei es in Form von Leserbriefen oder eben die 60 000 Vogelbeobachter, die einem Aufruf des NABU folgten. Dies zeugt davon, dass sich in unserer Gesellschaft langsam ein ökologisches Bewusstsein durchsetzt und dadurch auch Solidarität für die bedrohte Natur. Es besteht also noch Hoffnung!

hukwa

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