Montag, 31. Oktober 2016

Bob Dylan Ein Leserbrief

Es war längstens an der Zeit dass Bob Dylan den Literaturpreis erhielt.
Die Argumente von Sigrid Löffler sind so kleinkariert wie die zeitgenössische deutsche Lyrik, die man als ein jämmerliches Seufzen aus dem Elfenbeinturm abtun kann.
Dylans Dichtungen, und seine Lieder sind Dichtungen, haben ihre Wurzel in der Poesie Pure. Von der Höhe dieser Dichtung und Lyrik führt kein Weg in die langweiligen Täler heutiger Literatur.
Die Sprachmagie seiner Texte, ihre Tonkraft und Klangmagie hat Generationen begeistert. Seine Lieder handeln vorwiegend von Liebe, Frieden und Harmonie und sind inzwischen ein Allgemeingut moderner Kultur.
Jede Generation ist immer wieder aufs Neue von seinen Texten begeistert.
Es gibt in der ganzen Literaturgeschichte keinen Dichter den wir mit ihm vergleichen könnten, Dylan schafft es immer wieder die Menschen durch seine poetische Songs in den Bann der Rockmusik zu ziehen.
Es war endlich an der Zeit das man diesen Quantensprung zwischen Literatur und Musik vollzogen hat, denn was sind gute musikalische Texte letztendlich? Poesie!
Und die Texte Bob Dylans sind vor allem eines: „For ever young“!
hukwa

Samstag, 29. Oktober 2016

Änderungen und Identitäten

Immer in Änderungen leben
Immer neue Identitäten suchen
Doch in seinem inneren Kern
Der Gleiche bleibend
Aus einem rohen Klotz
Die Form heraus holen
Das ist wirkliches Leben.
hukwa

Freitag, 28. Oktober 2016

Walking on Thin Ice

Er beobachtete sich in der Rückseite des Spiegels
stellt sich vor er sei
Hucklebeery Caulfield
aus dem Wunderland
niemand sieht ihn
niemand hört ihn
das Fenster ist verschlossen
das Glas aber ist zerbrechlich wie feines Eis
Walking on Thin Ice
er weiß
der Teich unter ihm
ist verdammt tief.
hukwa

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Das Gedicht als Ausbruchsversuch

Man sollte seine Lyrik und seine Gedichte nicht nur dazu benutzen sich selbst darzustellen sondern auch um seine Spuren zu verwischen. Um einen Mythos zu schaffen hinter denn man sich zurückziehen kann. Gedichte schreiben hat auch etwas mit "Identitäten" schaffen  zu tun. Eine solche poetische Identität hängt ja auch viel mit den Umbrüchen des eigenen Lebens zusammen. Gedichte können also auch solche Umbrüche darstellen. Für mich persönlich sind Gedichte "Häutungen", wie bei einer Schlange: Sich eine neue Haut anpassen doch der Gleiche bleiben. So soll man in Gedichten die Entwicklungen beobachten können die eine Persönlichkeit durchmacht.
Gedichte sind auch Ausbruchsversuche um sich selbst zu finden.
hukwa

Mittwoch, 26. Oktober 2016

In der Hitze des Schweigens

Manchmal sind dir
die Antworten nicht vertraut
dann kleidest du dich in warme Wörter
es ist Winter
und du sehnst dich nach dieser Wärme
dann bist du erstaunt
weil du sie im Schweigen findest.
hukwa

Dienstag, 25. Oktober 2016

Fauler Kompromiß

Es kommt der Tag
wo du bemerken wirst
das Spiel
das diese Gesellschaft mit dir treibt
ist für dich nichts anderes
als ein fauler Kompromiss
und dir wird klar
dies ist kein Leben
aber für die anderen
ist es
die BEDINGUNG des Lebens.
hukwa

Montag, 24. Oktober 2016

Das Reden fließt in das Schweigen hinein

Das Reden fließt in das Schweigen hinein
wenn die Wörter zur Form werden
hat der Dichter sein Haus erbaut
so beginnt er
den Garten zu bepflanzen
im silbernen Mondlicht der Nacht
entsteht das Geheimnis der Dichtung
denn nur im
Geheimnisvollen
gedeiht der Garten
der Poesie.
hukwa

Windenblüte Haiku

Letzte Windenblüte
Benennt
Denn alten Herbst.
hukwa

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Seine Geliebte

Er wollte sich für ein Wochenende
von ihr befreien
nach dem Wochenende
hat sie sich
für immer
von ihm befreit.
hukwa

Herbst und Einsamkeit

Herbst und Einsamkeit
ich lausche
dem letzten Zirpen der Grille.
hukwa

Ich weiß...

Ich weiß
täglich geschehen
seltsame Dinge
WENN
man die
Welt von sich
abstreift.
hukwa

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Synthese

Es gehört zur Arbeit des Künstlers die äußere Realität mit den Inneren Erfahrungen zu verbinden und somit eine Synthese herzustellen. Das Ergebnis ist dann das Kunstwerk.
hukwa

Dienstag, 18. Oktober 2016

Sklave des Molochs

Ich habe schon immer eine Unfähigkeit in mir gespürt in Städten zu leben. Wenn ich in meiner Jugend Reisen und Streifzüge unternahm und dabei auch mal Großstädte aufsuchte war meine größte Freude wenn ich wieder ins ländliche Leben zurückkehren konnte. So wie der Städter sich zwischen Eichen, Fichten und Buchen verloren vorkommt so fühle ich mich unwohl im Moloch der Großstadt. Wohl bin ich in das falsche Jahrhundert hineingeboren. In der Zeit eines Fenimore Coopers hätte ich wohl mehr Heimatgefühl entwickeln können. Allerdings fühle ich mich wohl an dem Platz und Ort an dem ich lebe. Auf dem Land zu leben ist eine der letzten Freiheiten die uns diese Gesellschaft noch bieten kann. In der Stadt käme ich mir vor als würde ich eine Knechtsbeziehung leben.
hukwa

Montag, 17. Oktober 2016

Das Gedächtnis ein Arbeitswerkzeug

Man sollte sein Gedächtnis dahin trainieren das man nur das Wesentliche in der Erinnerung behält, schließlich ist das Gedächtnis ein Arbeitwerkzeug. Daher sollte es sauber bleiben das es auch funktioniert.
hukwa

Samstag, 15. Oktober 2016

Proust- ein Magier der Poesie

Gestern Proust und Theodor Storm gelesen. Oft erscheint mir Proust in seiner "Suche nach der verlorenen Zeit", als hätte er sich ganz in der Zeit verloren, dies ist das Wunderbare an ihm. Er war ein großer Künstler der ein Werk hinterlassen hat das für jede neue Generation immer wieder aktuell ist. Er war einfach ein Magier der Poesie.
Von Storm lese ich immer wieder einmal eine seiner Novellen. Storms Leben war ein Streben nach Harmonie. Er war eine sehr bürgerliche Persönlichkeit. Lesenswert ist er immer noch.
Die Zeitgenössischen Schriftsteller langweilen mich. Ich brauche einen Proust, Balzac oder E.A.Poe um mich in einem Buch verlieren zu können.
hukwa

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Wenn die Vision zum Werkzeug wird

Ich meide euer schmutziges Asphaltlabyrinth
Halte mich von den Plätzen fern die ihr
mit eurem Bewusstseinsbeton
zu kittet
denn ich weiß:
         der Dichter lebt zwei Leben
          eines das er in der realen Welt lebt
         und eines das er in der Welt der Poesie lebt
         ich weiß das der Dichter weiß
         das der Tag kommen wird
wo beide Leben
ineinander Verschmilzen
der Tag ist nicht mehr fern
da der Dichter
die platonische Kette knüpfen wird
und sie um den Äquator flechtet
spätestens dann
wenn seine Vision zum Werkzeug wird.
hukwa

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Verberge dich vor den Robotern

Vergiss das Geheimnis der Wälder nicht
man hat es dir offenbart
                nur dir
                denn nur du
               bekamst die Sendung
jeden Morgen wenn die Dunkelheit
der Helle weicht
offenbart sich das Geheimnis wieder
du kennst es
doch
verberge es vor den Robotern
es ist dein einziger Verbündeter.
hukwa

Dienstag, 11. Oktober 2016

Das steinerne Herz

Gewiss
ohne das
Gestern
gäbe es keinen
Morgen
doch ich stehe im
Heute
jetzt stehe ich vor dem Haus wo einst der Wald gegenüber wuchs und nun die Saat des Beton wuchert  hier wo früher Blumen blühten
im Herbst rotbraune Blätter
die Wege zu einem Teppich verwandelten
Hier
hat das Kind einst gespielt
ihr habt nichts übrig gelassen
die Blumen asphaltiert
die Bäume gefällt
hier hat es die Vögel beobachtet doch nun ist alles zerstört
manchmal bewegt sich noch der Vorhang
einer der es für die Roboter nicht gibt
ich erinnere mich
ICH HABE GELEBT:
hukwa


Montag, 10. Oktober 2016

Novembermächte

Ich liebe Novembernächte
wie einen Frühlingstag
im Neblung wirken Mächte
die ich sehr mag
ich lieb die dunklen Monde
den Nebelgrauen Tag
so verträume ich gelassen
den profanen Alltag.

Samstag, 8. Oktober 2016

Freitag, 7. Oktober 2016

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Die torkelnde Masse

Es schmeichelt nicht die Vergangenheit
ist doch ihre Wahrheit hart wie Granit
die Jahre ziehen ins Land
waches Leben das nach Innen schaut
aufgebaut auf Erinnerung und Vergessen
zieht vielleicht eine neue Morgenröte herauf
Erhaben ist es wenn die Wahrheit sich verkündet
für die Welt
die im Schlamm der Lüge versinkt
jetzt
da
der
Pöbel
den Rufer aus der Wüste übertönt
da die Läufer Weltschach spielen
bleibt doch die Wahrheit das älteste Gut
wenn auch
bedroht
von brauner Glut
sie leugnen den Rauch
wo einst wohnte der bestialische Tod
in ihrer Beschränktheit
bewegt sich stumpfsinnig
die torkelnde Masse
aufgebaut auf falscher Erinnerung und Vergessen
die kein waches Leben kennt
das nach Innen schaut.
hukwa

Dienstag, 4. Oktober 2016

Der alte Rauch

In ihren Augen
spiegelt sich
der alte Rauch
ihr Denken frisst die Wahrheit
sie erstirbt im Lügengewölbe
im schlammigen Sumpf
im
GEDANKENTOD
die Wahrheit war schon immer ein
bedrohtes Gut
sie rüsten für einen neuen
Kinderkreuzzug
geführt von Rattenfängern
beten sie ihre primitive Wut
sie schmerzt nicht der
Rauch
der
Vergangenheit.
hukwa

Montag, 3. Oktober 2016

Sonntag, 2. Oktober 2016

Einäugiger

Es ist Oktober
der alte Winter
der Einäugige
lauert schon im Schlehengebüsch
ich habe eine Welt verlassen
um in eine andere einzutreten
habe den realen Wein
mit dem
Blut der Phantasie getauscht
Ende und Anfang
sind um uns herum
dazwischen aber
such ich das Geheimnis.
hukwa

Samstag, 1. Oktober 2016

Herbstmensch

Herbstlicht
letzter Hornissentanz
es hängen Holunderbeeren
überm Judasohr
es Rufen die krähen
Weissagungen
sprechen die Blätter in den Wind
fliehende Wolken
Zeisiggespräche
der Herbst spricht
Geh voran.

hukwa