Donnerstag, 16. Februar 2012

Spirituelles Bewusstsein

In den letzten Wochen ganz der Philosophie hingegeben. Intensiv Jaspers und Platon gelesen.

Jetzt bin ich bei Schelling und Hegel angekommen. Es ist etwas sehr positives für Geist und Seele ganz im Reich der Philosophie zu Hause zu sein. Nach langen Tagen des Studierens, tritt in mir etwas auf das ich mein spirituelles Bewusstsein nenne. Plötzlich verbindet sich alles miteinander. Es ist eine große Erweiterung meines gesamten Innenlebens. Als integraler Mensch ist man immer dem Prozess der Innovation unterworfen. Als ganzheitlicher Mensch kann man eben nur existieren wenn man in einem ständigen Erneuerungsprozess lebt. Auch das mystische Denken bekommt eine Art von Klarheit, weit entfernt von Schwärmerei, erscheint es mir manchmal so als könnte ich Gedanken anfassen. Momente tauchen plötzlich auf da ich ganz stark spüre, das ich jederzeit von einem Bewusstseinszustand in den nächst höheren überwechseln kann. Diese Zustände habe ich im Leben immer wieder erfahren. Es ist die spirituelle Basis des kosmischen Bewusstseins, die Basis wohl gemerkt, nicht das kosmische Bewusstsein selbst. Solche Bewusstseinserweiterungen kommen bei mir meist im Winter. Leider konnte ich sie bisher nicht immer beibehalten, daran zu arbeiten das dies gelingt, ist mir daran ist mir sehr gelegen.

hukwa

Mittwoch, 15. Februar 2012

Die Schmerzgrenze - Ekstasen des Leidens und die Kunst als Katalysator

Wenn wir in den Tagebüchern und Briefen großer Persönlichkeiten in der Kunst, vor allem der Literatur lesen, kommen wir nicht daran vorbei, das wir bemerken werden das die Genies eigentlich, mit wenigen Ausnahmen, aus einem Haufen von Trunkenbolden, Verrückten, Drogensüchtigen und Schizophrenen bestand. Zählen wir doch einmal einige von ihnen auf : Hemingway ist einer der bekanntesten Fälle. Hans Fallada, Edgar Allan Poe,

Klaus Mann, Else Lasker-Schüler. Viele andere wie Kafka, Büchner, van Gogh erlagen sehr früh ihrem Leiden, weil es ihnen nie gelang die Ursachen ihrer Leiden aufzudecken. Für sie alle war das Schreiben eine Art Katalysator. Ja ich möchte behaupten, das der Ruhm von

van Gogh erst durch seine Briefe hervorgerufen wurde. Van Goghs Briefe sind ein unerschöpfliches Werk des Leidens. Ohne Zweifel war er einer der genialsten Maler aller Zeiten aber man wurde erst auf van Gogh " richtig " aufmerksam durch die Veröffentlichung seiner Briefe. Er hatte sein Leben lang an der Schmerzgrenze gelebt. Die

Tagebücher des großen Tänzers Waslaw Nijinskij sind vielleicht die qualvollsten der Literaturgeschichte überhaupt. Er war weder Trinker noch Drogensüchtig, er war dem Leiden verfallen. Uwe Johnson ist 1984, 49 jährig gestorben und unter Kollegen war es

" kein Geheimnis das der Schriftsteller seit langem Rettung beim Alkohol gesucht habe".

Jean Paul Sartre arbeitete Tag und Nacht. Um sich aufzuputschen, nahm er Drogen – ein

Röhrchen Dorydramine pro Tag, dazu Optalidol und um Nachts schlafen zu können, nahm er Schlafmittel. Es ist auch bekannt das Sartre den Whisky nicht gerade ablehnte.

Bei all diesen Künstlern steht das Leid – die Schmerzgrenze an vorderster Stelle. Künstler

und Künstlerinnen die so weit gingen, das sie ihr Leben auf dem Altar der Kunst opferten nur um ihre schöpferische Kreativität auszuleben. Als Karl May keinen Ausweg mehr aus der Kriminalität sah, begann er zu schreiben. Virginia Woolf brachte sich, nach zwei vorangegangenen Selbstmordversuchen, schließlich doch noch um. Rainer Werner Fassbinder erlag den Drogen. Die Liste derer die sich dem Drogentod bewusst hingaben

ist fast unendlich. Was mich übrigens auch aus eigenen Erfahrungen zu der Überlegung kommen lässt das Kreativität, Drogen und Geisteskrankheiten eine Art " Dreiergespann "

in der Kunst bilden. Die Schmerzgrenze war sozusagen schon immer der Rohstoff aus dem

die Kreativität entsprang. Allerdings glaube ich das es da eine Schwelle gibt. Die Schmerzgrenze in der Kunst ist eine Art " Grenze ", ein " Prüfstein ", der überwunden sein will, anders kann ich es mir nicht vorstellen. Schafft der Künstler es diese Grenze zu überwinden, fließt der Strom der Kreativität weiterhin ungestört. Schafft er es allerdings nicht, bleibt nur die " Endstadion Sehnsucht " um mit Tenesse Williams zu sprechen. Die bedeutet, der Zerfall der Persönlichkeit, der Weg in den Wahnsinn, die Suche nach dem Stoff aus dem die Träume sind.

Stephen King ist uns als Horror Autor mit Millionenauflagen bekannt. Fast alle seine Bücher

wurden zudem noch verfilmt, er ist ein Kultautor. In einem Interview sagte er einmal :

" Ich bin kein großer Künstler, aber ich habe immer einen Drang zum Schreiben verspürt. Ich brauchte das für meine geistige Gesundheit. Als Autor kann ich meine Ängste, Unsicherheiten und Albträume auf dem Papier dingfest machen. Meine Obsession lässt sich

vermarkten. Überall auf der Welt gibt es Verrückte in Gummizellen, die dieses Glück nicht haben."

Dies ist ein Kern jener Wahrheit die wir künstlerische Kreativität nennen. Wirkliche Kunst ist in gewissem Sinne immer auch eine Art religiöser Erfahrung. Mit dem Wort Religion möchte ich hier auf eine Art " Lebensform " ansprechen, also auf keinen Fall, eine Religion im gewöhnlichen Sinne.

Natürlich gibt es auch Künstler mit großem Genius die nicht dem Wahnsinn oder der Droge

verfallen waren. Dennoch hatten sie nicht auch eine Droge, die sie nutzten ? Das beste Beispiel sei hier der mystische Dichter William Blake. Blake war ein Seher, ein Visonär ebenfalls Yeats, aber " Normal " waren beide nicht. Was uns zu Denken geben sollte ?

Gibt es eigentlich " normale Künstler " oder gehört zur wirklichen kunst immer das Attribut

des Außergewöhnlichen, ja des Wahnsinns, der Entrücktheit, des Drogenkonsums ?

Was uns offensichtlich fehlt ist eine gründliche psychologische Abschätzung, der menschlichen Situation im Künstler. Was ist das Wesen des Normalbürgers und welches wesen besitzt der Künstler. Ist der Künstler normal oder abnormal ? Kann ein Künstler überhaupt unter normalen Bedingungen arbeiten oder braucht er die Schmerzgrenze zur

Aufrechterhaltung seines kreativen Flusses. Es ist ein Thema das voller Fußangeln steckt.

Und wenn man darüber schreibt dann bemerkt man sehr bald das die Sprache allein, hier nicht genügt als Instrument in die Geheimnisse der Künstlerischen Kreativität vorzudringen.

Ich persönlich glaube das es die Malerin Frida Kahlo fast geschafft hätte, einige dieser Geheimnisse aufzudecken, nämlich in ihrem " gemalten Tagebuch ", wäre die Malerin nicht in ihren letzten Jahren an das Krankenbett gefesselt gewesen, hätte sie die Möglichkeiten eines Gesamtkunstwerkes nutzen können; also auch der Schauspielerei, des Tanz und anderer Kunstrichtungen, wir wären Heute um vieles reicher, was die Schmerzgrenze der

Kunst betrifft.

Es kommt einem vor als ob diese Künstler alle in einem Labyrinth gelebt haben oder noch Leben und das Entkommen aus dem Labyrinth eine Art Bewusstseinsspaltung hervorruft, die das Leiden, eben die Schmerzgrenze beim Künstler gleichzeitig die Quelle der schöpferischen Kraft ist.

Was für viele Künstler die psychische Schmerzgrenze und somit auch oft der Griff zur Droge bestimmte, war bei der mexikanischen Malerin Frida Kahlo, der leibliche Schmerz.

Die Dramatik ihres Lebens, ihr Wille, zum Leben ist einmalig, in der Geschichte der Malerei,

vielleicht noch vergleichbar mit van Gogh. Mit 16. Jahren erkrankt Frida an Kinderlähmung.

9. Monate lag sie nur im Bett. Später erkrankte ihr Vater durch einen Sturz, wobei er sich einen Gehirnschaden zuzog und oft Anfälle von Bewusstlosigkeit bekam. Für Frida war der Vater mal " Tod ", mal " Lebendig ", am 17. September des Jahres 1925, gestaltete sich das Leben der Frida Kahlo endgültig. Mit 18. Jahren erlitt sie einen schweren Busunfall. Der

Bus in dem sie saß, prallte mit einer Straßenbahn zusammen. Frida fiel so unglücklich, dass sie von einer Eisenstange durchbohrt wurde. Doch dies war nicht die einzige Tragik ihres Schmerzes. Die Ärzte stellten fest, das Fridas Rückrat an drei Stellen im Beckenbereich verletzt ist. Ein Schlüsselbein und zwei Rippen sind gebrochen, das rechte Bein hat elf Brüche, der rechte Fuß ist ausgerenkt und zerquetscht, die linke Schulter ist ausgekugelt, das Schambein dreifach gebrochen. " Auf diese Weise ", meinte Frida später, " habe ich meine Unschuld verloren." Zwischen den Jahren 1930 und 32 musste sie sich mehrfach

einer Abtreibung wegen " ungünstiger Beckenlage " unterziehen, dazu kam noch eine Fehlgeburt. Frida Kahlo ist oft durch ihre Krankheit ans Bett gebunden. Im Krankenbett entstehen die meisten ihrer Bilder. Operation auf Operation folgt. Allein 1950 muss sich die Kahlo sieben Operationen unterziehen. Von nun an muss sie ständig ein Gipskorsett tragen. Monate später ist sie an den Rollstuhl gebunden. Frida Kahlo stirbt am 13. Juli 1954, wahrscheinlich wählte sie den Freitod. Dies ist nur die " skizzierte " Lebensgeschichte der Frida Kahlo. Das Leben dieser außergewöhnlichen Malerin war eigentlich nur drei Dingen gewidmet: der Liebe zu ihrem Mann Diego Riveras, der Malerei, und dem Glauben an die Verwirklichung des Sozialismus, Frida war eine Überzeugte Kommunistin, was in ihrem Werk immer wieder zum Vorschein kommt. Ein qualvolles Leben über die Physis weit hinaus, das Frida Kahlo führte. Und doch sie malte, malte und malte und schrieb. Ein Leben ganz der Kunst gewidmet. Das Jahr 1953 war jenes Jahr ihrer großen Einzelausstellung in Mexiko City. Diese Ausstellung war insgesamt eine " Ekstase des Leidens ". Lola Alvarez Bravo, eine Fotografin und Galeristin die Frida häufig fotografierte

und in ihrer Galerie " Arte Contemperano " in Mexiko City, Ausstellungen der Zeitgenössischen Kunst organisierte, vertrat die Ansicht, " das man bedeutenden Leuten

die ihnen gebührende Ehre zu ihren Lebzeiten zuerkennen lassen sollte, und nicht erst wenn sie bereits gestorben sind."

Offenbar ist ihr klar das Frida nicht mehr lange Leben wird. Am Tag der Eröffnung geht es Frida ganz besonders schlecht, so das die Ärzte von der Teilnahme abraten. Als die Malerin dann doch unter Sirenengeheul von der Ambulanz gebracht wird und auf einer Bahre zum bereitgestellten Himmelbett getragen wird, an dem grinsende Judasfiguren befestigt sind,

gerät ihr erscheinen zu einem erschütternden und zugleich grotesken Auftritt.

Andre Henestrosa beschreibt die Vernissage als typisch mexikanisches makabres Ereignis:

" Maria Izqueriedo trat herein, die von ihren Freunden und Familienangehörigen gestützt werden musste, da sie gehbehindert war. Sie beugte sich vor, um Frida auf die Stirn zu küssen. Goitia, ein weiterer mexikanischer Maler,, krank und zum Gespenst abgemagert, war aus seiner Hütte in Xochimilco in seiner Bauernkleidung und mit seinem langem Bart gekommen. Auch Rodriguez Lozanao war da, der zu der Zeit seine Wahnsinnsanfälle hatte.

Dr. Alt, war dabei, achtzigjährig. Er trug einen weißen Bart und bewegte sich auf Krücken, weil ihm kurz zuvor ein Bein amputiert worden war,weswegen er jedoch den Kopf nicht hängen ließ. Er beugte sich über Fridas Lager und lachte lauthals über irgendeinen Witz, der sich auf den Tod und das Sterben bezog. Zusammen mit Frida machte er Späße über sein amputiertes Bein und erzählte den Leuten, das es schon wieder wachsen und noch besser funktionieren würde als das erste. " Der Tod ", so sagte er, hat nur eine Chance wenn, man ihm immer wieder etwas vom Leben opfert. " Alles in allem war es eine Prozession von Ungeheuern wie bei Goya oder vielleicht auch noch mehr wie in der präkolumbianischen Welt, aus Blut Verstümmelung und Opfern.

Carlos Fuentes schrieb über Frida Kahlo, die schrecklichen und dennoch wunderbaren Sätze, die man als eine Art, " Ästhetik des Leids " auffassen kann : Im September des Jahres 1925 stieß eine Straßenbahn in den klapprigen Bus, indem Frida Kahlo saß, brach ihre Wirbelsäule, ihr Schlüsselbein, ihre Rippen, ihr Becken. Ihr durch die Kinderlähmung

verkümmertes Bein wurde elfmal gebrochen. Ihre linke Schulter blieb für immer ausgekugelt, einer ihrer Füße wurde zerschmettert. Eine Haltestange drang ihr in den Rücken und trat durch die Vagina wieder aus. Nach dem Aufprall lag Frida nackt und blutig auf dem Boden, aber mit goldenem Staub bedeckt. Ihrer Kleider entledigt, übersät von dem Goldstaub aus einem zerrissenem Päckchen, das ein Handwerker bei sich hatte : Kann es ein schrecklicheres und schöneres Porträt von Frida geben als dieses ? Wird sie sich je malen – oder wird sie sich anders malen können – als diese schreckliche Schönheit, vollkommen verwandelt ?

Der Schmerz, der Körper, die Stadt, das Land. Kahlo. Die Kunst der Frida Kahlo."

Wirkliche Kunst hat es immer zu tun mit dem ganzen der Welt, in ihrer ewig polaren Spannung zwischen Finsternis und Licht. Es war das persönliche Schicksal von Franz Kafka,

von Kind an in einem Labyrinth zu Leben. Ein Labyrinth für das der Dichter zeitlebens keinen Ausgang fand, im Gegenteil Kafka verfing sich immer mehr in diesem Labyrinth.

Das Labyrinth ist ein wirksames Bild für eine aus den fugen geratene welt. Es ruft die Mythe vom Labyrinth herauf, durch König Mythos von Kreta erbaut, um ein abstruses Monstrum den Blicken zu entziehen, den Minotaurus, den Mann mit dem Stierkopf, den die eigene Gattin des Minos zur Welt gebracht hat, nachdem die Götter sie mit der Liebe zum heiligen Stier geschlagen. Das Labyrinth, verhüllt Absurditäten. Kafka gehört jener sorte von Schriftstellern an, deren sehr schwer zu verstehendes Werk, man immer vor seinem Lebenshintergrund zu begreifen versuchen muss. Anders findet man keinen Zugang zu Kafka. Kafkas Konflikt mit dem Vater, die Angst vor der engen Beziehung an Frauen, die

absolute Vorherrschaft des Unbewussten – dies ist das Leitmotiv, der Zugang in das

Labyrinth, des Franz Kafka.

Kafkas Novellen und Erzählungen lesen sich wie ein abstruses Traumbuch und es sind Träume die wir oft in uns selbst wiederfinden. Handlungen die ins Nirgendwo verlaufen,

sich opfernde Personen die immer wieder auftauchen, Sprachbilder evozieren, die man im ersten Moment unmöglich nachvollziehen kann. Der Laie selbst steht vor Kafka, ohne diesen mit sekundär Literatur erkundet zu haben, eben vor einem Labyrinth, dahinein er keinen Zugang findet. Wer Kafkas Werk liest scheitert zu erst einmal an ihrem Wahnsinns

Inhalt.

Kafkas Erzählung " der Hungerkünstler " bildet wahrscheinlich den Höhepunkt seiner

literarischen Laufbahn und zugleich ist es eine der klarsten Definitionen seines Werkes.

Sie handelt von einem berufsmäßigen Asketen, der auf den Jahrmärkten für Geld hungert.

Zur Zeit seines größten Ruhmes als Hungerkünstler ist es stets sein Wunsch gewesen, auf unbegrenzte Zeit weiterzufasten, denn niemals war er an der Grenze seiner Ausdauer angelangt, wenn man ihn nötigte, das Fasten abzubrechen. Als das Interesse des Publikums an seinen Hungerkünsten schwindet, wird ihm schließlich ein Gitterkäfig in einer

entlegenen Ecke des Jahrmarktes zugewiesen; dort sitzt er vergessen auf seiner Strohütte

und kann nun so lange hungern, wie er mag. Er wird darüber völlig vergessen, so das eines Tages jemand seinen Käfig bemerkt und fragt, warum man einen so gut brauchbaren

Käfig unbenutzt stehen lasse; man sieht hinein und findet den Hungerkünstler im Sterben, zum Skelett abgemagert. Als sein ende kommt; flüstert er einem Aufseher sein Geheimnis ins Ohr: er habe nicht etwa ungeheure Willenskraft aufgebracht, um sich der Nahrung zu enthalten, sondern er konnte einfach nicht die " Speise finden die ihm schmeckte".

hukwa

Der Bürovorsteher oder die Blindschleiche ein Prosagedicht

Seine Augen sind so trüb
als klebten sie an einem Fliegenfänger
Und wenn er mit seinen schlottrigen Beinen
im Kaufhaus die Rolltreppe betritt
würde er am liebsten auf ihr nach Hause fahren
Wenn ihm im Büro die Zeitungen nicht umblättern findet er manchmal noch Zeit dazu
eine Ilustrierte zu lesen
Zwischendurch watschelt er mühselig zum Aktenschrank
wo er sein Selterswasser versteckt hat
Für die verstaubten Akten und Ordner die er seit Monaten nicht mehr in die Hände nahm
und die sich nach Arbeit sehnen
hat er nur einen verächtlichen Blick über
Wenn er dann am Mittag langsam aus seinem Dösen erwacht
schleppt er sich zu einem billigen Restaurant um einen Imbiss zu sich zu nehmen
Er visuliert sich dann selbst ein
er hätte den ganzen Morgen gearbeitet
er schaut sich in dem Raum um und würde am liebsten den Hintern der Kellnerin als Tagesgericht bestellen
Doch das traut er sich natürlich nicht
dafür versteckt er seine von Pornofilmen getrübten Augen hinter seiner dunklen Zweitbrillle
Seine große Liebe gehört einer Schaufensterpuppe und er stellt sich vor
das er mit ihr seine Frau betrügen würde
besonders freut es ihn wenn die Puppe neu eingekleidet ist
Wenn er einmal nicht den ganzen Tag träge im Bürosessel herumlungert und heimlich in der Nase bohrt
erzählt er seinen Kollegen er hätte einen Aussentermin
Diesen hat er meistens in einem Kaffee
dort betrachtet er dann mit großem Interesse seine Schuhsohlen
die vom vielen Schleichen und Bückling machen
schon ganz schief geworden sind
Er hasst Raucher und wenn einer in seine Nähe kommt
versucht er ihn mit seinem nachgestellten astmatischen Husten zu vertreiben
was aber meistens nicht gelingt
dann säuselt er sie scheinheilig zu und fragt ob die Zigarette noch schmeckt
In einer Sache ist er äusserst eisern
Niemals das sagen was man denkt
und immer brav kriechen wie eine Blindschleiche
Kurz vor Feierabend schaut er nochmals ins Internet
und ruft bei Wikipedia die gängigen Krankheiten ab
damit er am nächsten Tag seinem Arzt überzeugend
die Symptome seiner angeblichen Erkrankungen vortragen kann
Wenn dann endlich Feierabend ist
sagt er immer das gleiche
Mein Gott war das heute wieder ein anstrengender Tag
ich wollt ich wäre eine Blindschleiche und könnte den ganzen Tag
faul in der Sonne liegen
dann verschwindet er endlich
mit den Worten
er müsse noch seine Frau abholen
dabei weiß jeder dass er ein Rendevous mit seiner Schaufensterpuppe hat.
hukwa

Brunnen der Erinnerungen

Schatten von Erinnerungen
Tauchen auf aus der Verborgenheit
Des ewigen Mythos
Um erkannt zu werden
Um benannt zu werden
Den Alles ist nur Werden
hukwa

Dienstag, 14. Februar 2012

Mystische Gedanken Teil 1

Wer das Wesen des Taoismus ergründen möchte, sollte als Abendländer das Geschwisterpaar Philosophie und Psychologie als die geeignete Werkzeuge nutzen. Intuition und kreatives Denken in Verbindjung mit ein wenig sachlichen Intellekt sind Grundvoraussetzungen um in das Meer des Tao einzutauchen. Berits 1816 hielt Hegel fachkundige Lesungen über den Taoismus an der Universität Heidelberg. In unserem Jahrhundert verdanken wir es C.G.Jung, der es fertigbrachte, den Taoismus mit der Tiefenpsychologie zu verbinden. Aber Jungs Arbeit wäre undenkbar gewesen ohne die Bahnbrechende Übersetzungen von Richard Wilhelm. Seine Übersetzung des " I Ging " und besonders der " goldenen Blüte " verdanken wir die ersten tiefen Einblicke in die philosophische Lehre des Taoismus. Nun gibt es zweifelsohne eine esoterische Schule des Taoismus, allerdings möchte ich den Ausdruck Esoterik möglichst vermeiden, wegen der Aura eines billigen Mode Beigeschmacks. Für mich ist der Taoismus ein philosophisches kein esoterisches System. Wenn ich das Wort Esoterik in dieser Verbindjung erwähne, dann ganz dem Sinn einer Geheimlehre, vorab möchte ich hier noch bemerken das wir dieses Problem, ja diese Problematik, schon kennen, nämlich innerhalb des System des Pythagoras. In seinen Vorlesungen vergleicht Hegel, den chinesischen Taoismus, mit dem griechischen Denken : " Wenn die Griechen sagen, das Absolute ist das Eine – oder die neueren, es ist das höchste Wesen, so sind auch hier alle Bestimmungen getilgt; und mit bloßen abstrakten Wesen hat man nichts, als diese selbe Negation, nur affirmativ ausgesprochen." Etwa hundert Jahre später als Richard Wilhelm seine deutsche Übersetzung des " Geheimnis der goldenen Blüte " veröffentlichte, analysierte Carl Gustav Jung in seiner Einleitung über das Wesen des Taoismus im Licht der modernen Psychologie.

Hier schreibt Jung folgendes : " Wenn wir das Tao als Methode oder als bewussten Weg, der Getrenntes vereinigen soll, auffassen, so dürfen wir dem psychologischen Gehalt des Begriffes wohl näher kommen... Zweifellos handelt es sich auch bei der Frage der Bewusstmachung des Gegensatzes, der " Umkehrung " um eine Wiedervereinigung mit den Unbewussten Lebensgesetzen, und die Absicht dieser Vereinigung ist die Erzielung bewussten Lebens, chinesisch ausgedrückt Herstellung des Tao."

Der Wert des Tao liegt in seiner Kraft, Gegensätze auf einer höheren Ebene des Bewusstseins vereinen zu können. Diese Kraft wird im Taoismus symbolisch als Licht dargestellt. Die Polaritäten in Einklang zu bringen, um ein ausgeglichenes Leben und eine

höhere Integration zu erreichen, ist das Bemühen der jungschen Psychotherapie. Jung fand heraus, dass die Methode, welche er seit Jahren in seiner Praxis anwendete, mit der weisen Lehre der alten Taoisten übereinstimmte. Er sagt : " Ich habe eine praktische Erfahrung gemacht, die mir einen ganz neuen und unerwarteten Zugang zur östlichen Weisheit eröffnet hat. Dabei bin ich wohl verstanden, nicht von einer mehr oder weniger unzulänglichen Kenntnis der chinesischen Philosophie ausgegangen... erst meine späteren

ärztlichen Erfahrungen haben mir gezeigt, das ich durch meine Technik unbewusst auf jenen Geheimen Weg geführt worden war, um den sich die besten Geister des Osten seit

Jahrtausenden gemüht haben."

Was ist nun das Hauptanliegen des östlichen Geistes ? Lassen wir es noch einmal Jung formulieren: " Weil die Dinge der inneren Welt uns subjektiv um so mächtiger beeinflussen, als sie unbewusst sind, so ist es für den, der einen weiteren Fortschritt in seiner eigenen Kultur machen will unerlässlich, dass er die Animawirkungen objektiviere und dann zu erfahren versuche, welche Inhalte jenen Wirkungen zu Grunde liegen. Damit erwirbt er sich Anpassung und Schutz gegen das Unsichtbare. Diese Anpassung kann natürlich nicht erfolgen ohne Konzessionen an die Bedingungen beider Welten. Aus der Berücksichtigung der Forderung der Welt innen und außen, besser gesagt aus ihrem Konflikt, ergibt sich das Mögliche und Notwendige, leider hat unser abendländischer Geist infolge seines Kulturmangels in dieser Beziehung für die Einigung der Gegensätze auf einem mittlerem Wege diesem fundamentalen Hauptstück innerer Erfahrung, noch nicht einmal einen Begriff gefunden, geschweige den einen Namen, denn man mit dem chinesischen Tao mit Anstand zur Seite stellen könnte."

Niemals zuvor wurde der chinesische Taoismus so treffend im Lichte der modernen Psychologie dargestellt und so ernsthaft als ein Weg zur Erleichterung der Bürde menschlichen Leids verstanden. Was nun folgt ist sozusagen eine Übersetzung und Verbindjung abendländischer philosophischer Magie die letztendlich das gleiche ausspricht wie der Taoismus, der indische Yoga oder der Buddhismus. Auch werde ich eingehend noch über die Lehre des Aristoteles diesbezüglich berichten. An dieser Stelle scheint es angebracht darauf aufmerksam zu machen, das alle Eingeweihten gewohnheitsmäßig für ein und das selbe Ding, oft die verschiedensten Bezeichnungen gebrauchen, was natürlich beim Unkundigen häufig zu Verwirrungen und Missverständnissen Veranlassung gibt. Wo frage ich ist der Unterschied zwischen samadhi und dem Stein der Weisen der abendländischen Tradition? Was unterscheidet Brahmans Glanz vom großen Arkanum der mittelalterlichen Magier und Kabbalisten? Vor allem drei große philosophische Schulen haben das Denken in Europa seit dem Mittelalter bis zum heutigen Tag stark beeinflusst. Gemeinsam bestimmen sie die Geheimwissenschaften. Es sind: der Neo-Platonismus, der

Hermetismus, sowie die jüdische Kabbala. Diese drei Schulen teilen den Menschen in sieben Grundteile.

Das Jedermannsbewußtsein kennt Körper-Seele-Geist, was ich nun weitergebe ist die Siebenteilung des Menschen. Dem den es gelingt sich das hier skizzierte Schema zu vergegenwärtigen hält einen Schlüssel in der Hand in die kompliziertesten Erscheinungen der esoterischen Geheimschulung vorzudringen. Ähnlich dem verschlüsselten Text der

TABULA SMARAGDINA.

Jedem von uns dürfte wohl klar sein, das es kein drei Tage Einweihungskurs gibt. Seit über 30. Jahren beschäftige ich mich mit der magischen Philosophie und ich versichere ihnen jeder Esoteriker der ihnen verspricht, sie in kürzester Zeit zum Ziele zu führen ist ein Scharlatan. Es ist unmöglich werke wie die eines Fludd, Paracelsus, Agrippa von Nettesheim und womöglich noch Aristoteles oder gar Jamblich oder Plotin so nebenbei zu studieren. Greifen wir dann noch auf die Hauptwerke des Yoga, des Taoismus und des Buddhismus zurück, glaube ich das ein Leben nicht genügt um dieses Wissen anzusammeln. Allerdings steht dies auch hier nicht unbedingt zur Debatte. Ich erwähne dies nur um Ihnen mitzuteilen, das ich in meinen Seminaren und Vorträgen eine philosophische Methode benutze, das ganze hat also eine magisch-mystische Struktur.

Doch kommen wir nun zur Siebenteilung des Menschen. Im Grunde genommen ist es gleichgültig ob wir die Dreiteilung der Gnostiker oder die Einteilung in die vier der Kabbalisten, oder die hermetische Einteilung in sieben nehmen, da sie alle identisch sind.

Fassen wir also die sieben Grundteile des Menschen näher ins Auge:

NUMERO 1. Der " elementarische Leib " ist der sichtbare physische Körper, des Menschen, bestehend aus Knochen, Fleisch, Blut Bezeichnungsweise aus den uns wohlbekannten festen, flüssigen, gasförmigen und chemischen Elementen.

NUMERO 2. ist das den elementarischen Leib belebende elektromagnetische Fluidum, einschließlich der " Lebenskraft ", soweit die selbe zur anima vegetativa gehört, jedoch wären Mumia, Archäus passender Weise in eine höhere Kategorie einzureihen.

NUMERO 3. das ist der " siderische Mensch " oder " Astralkörper ", zusammengesetzt aus den Effluvien und subtillen Essenzen, welche den 7. aktiven Gestirnen unseres Sonnensystems entströmen, von denen die 5. unteren den 5. Sinnesäthern entsprechen.

NUMERO 4. der "tierische Geist oder die tierische Seele ", ist die " Astralseele ", ist das den Astralkörper belebende Prinzip; entspricht im allgemeinen dem indischen Prama.

NUMERO 5. die verständige Seele, entspricht dem indischen MANAS, dem DENKER.

NUMERO 6. die GEISTSEELE oder besser die spirituelle Seele ist die BUDDHI der Inder und entspricht Platos, RATIONELLER SEELE, Sitz von Moralgefühl, Gewissen und der höheren Aspirationen. Dieses Prinzip fehlt im Tiere oder ist selbst bei höheren Tieren nur embryonisch und nicht entwicklungsfähig. Dadurch unterscheidet sich Mensch und Tier und deshalb ist die Tierseele nicht Unsterblich, allerdings nicht zu verwechseln mit der nicht sterblichen Tiergruppenseele. Die rationelle Seele steht in direkter Wechselwirkung mit der verständigen Seele, so das sich auch hier, die beiden Prinzipien 6. und 5. zueinander Verhalten, wie belebendes Prinzip zu Körper, wie dies bei den ersten Zweiheiten 4. zu 3. und 2. zu 1. ist.

NUMERO 7. dagegen der Mensch des OLYMPI NOVI, das indische Atma, das höchste Prinzip, bildet keinen essentiellen Teil des irdischen Menschen, sondern schwebt gleichsam nur über dem selben als kontrollierender Geist im Mikrokosmos.

Bei der Dreiteilung der Gnostiker bildet 1. und 2. das Materielle, den Körper der Dreiheit Mensch. 3. und 4. ist das ätherisch-himmlische und entspricht der Seele; 5. 6. und 7. ist das Göttliche und bildet den Geist der Dreiheit. Der Unterschied bei der Vierteilung der Kabbalisten besteht darin, dass die letzte Zweiheit, also 5. und 6., den Geist der Dreiheit bildet, während das höchste Prinzip 7. als viertes die 3. Zweiheiten zusammen kontrolliert. Um Missverständnissen vorzubeugen, sei hier speziell hervorgehoben, das alles in der Welt was ist und wirkt, selbst das höchste Prinzip, stofflich ist; den etwas kann sich nur dadurch von nichts unterscheiden, dass es Stoff ist, mehr oder weniger, feiner oder gröber.

Bei Beginn des Evolutionsprozesses, treten zunächst nur die 3. obersten Prinzipien, also

7, 6, 5, in Erscheinung, welche durch sukzessive zu 4. und 3. und zuletzt zu 2. und 1. verdichten, so das essentiell alles in der Welt aus ein und derselben URSUBSTANZ besteht.

Daraus erhellt, das es für Okkultismus keine Unersetzlichen, sogenannte chemische Elemente gibt.

hukwa

Zeitalter

Wenn ich manchmal direkt aus dem Tiefschlaf erwache also ohne Übergang der Traumschlafzeit, an die man sich ja durch Übung und spirituelle Techniken erinnern kann, Habe ich das Gefühl, ich komme gerade aus einer ganz anderen Zeit. Aus einer anderen Weltzeit oder anders ausgedrückt aus Welt-Zeiten. Nun bin ich überzeugt das Zeit in unserem Bewusstsein strukturiert ist, ich benutze hierfür gerne das Wort Ge-schichtet. Menschen wie Sri Aurobindo, Teilhard de Chardin und Jean Gebser schrieben intensiv über diese Weltzeitalter. Vor allem für den Kulturphilosophen Gebser sind diese Zeitalter ins menschliche Bewusstsein einstrukturiert. Er nennt sie die archaische, die magische, die mythische und das mentale Zeitalter. In unserer Zeit ereignet sich der Durchbruch des neuen, des integralen Bewusstseins, dessen Grundthema die Überwindung des Raumes und der Zeit ist.
hukwa

Montag, 13. Februar 2012

Der Bürovorsteher oder der Laubfrosch

Krumm und schief wie ein Baum der nie genügend Regenwasser abbekommt
So leicht wie dünnes Laub und
Taub wie ein Hühnerplastikei
Ein Heuchler der einem Machiavelli Zitat entsprungen scheint
Seine Augen blicken in die Welt wie abgeführte Gallensteine
Im Mund versteckt er seine giftgrüne Zunge
Seine Gesichtshaut hat die Farbe einer vertrockneten Zitrone
Diese Maske die zu seinem Leben wurde
Schleppt er nun täglich als Fratze
mit seiner Trägheit und miesen Laune ins Büro
Er hasst dieses Büro
Doch es schenkt ihm ein Dach über dem Kopf und Brot
Dort angekommen liest er erst einmal zwei Stunden lang die Zeitung
Dann ruft er seine privaten Emails ab
Sobald er sich unbeobachtet fühlt
Zieht er sich aus dem Internet ein paar Pornos in den Kopf
Dabei ärgert er sich dass sein Bürostuhl kein Ohrensessel ist
Er ist ein Wesen das lang schon zerfallen ist
Er weiß es nur noch nicht
Betritt jemand das Büro gackert er wie ein Huhn
Als würde er mit sich selbst um die Wette rennen
So schnell springt er vom Stuhl hoch
Er isst keine Heringe aber er glaubt er ist ein Bückling
Für sein Alter tun seine Knie bedenklich schlingern
In seiner Kindheit war er ein Schnittmuster aus dem braven Jungen Buch
Für seine Jugend hatte ihm keiner einen Sturm vorausgesagt
Das Wort Drang war ihm unbekannt
Zu seinem 45. Geburtstag schenkte ihm seine Frau einen Laubfrosch
Diesen hält er jetzt gefangen in einem runden Glas.
hukwa

Meine Kunst entsteht in Zwischenräumen

"An jedem Tag schafft die moderne Industrie Gegenstände die einen unbestreitbaren plastischen Wert haben. Der Geist dieser Objekte beherrscht die Zeit", schrieb Ferdinand Leger einmal. Wir leben schon seit einigen Generationen in "Einer Geburt in jeder Minute Vergnügungsgesellschaft". Eine Gesellschaft deren Antriebskräfte auf der einen Seite das pure Vergnügen ist und auf der anderen Seite die pure Ellenbogenmentalität, eines gnadenlosen Turbokapitalismus. Meine Kunst bewegt sich in jener Lücke zwischen Metaphysik und Realität wo die Heimat der Zen-Philosophie ist.
hukwa

Sonntag, 12. Februar 2012

Draussen vor der Tür

Wie der Mond sich Nachts im Wasser des Teichs wiederspiegelt
Ist dein Lachen nur ein Echo
Im Fluss der Tränen
Die du am Tag leugnest
Was sich vermischt mit dem Schweiß in deinem Angesicht
Ist die kleine Hoffnung
Auf ein wenig Glück und Zufriedenheit
Aber die Wächter des Wohlstandes
Die Götzendiener des Mammon
Teilen nie
Für sie sind deine Tränen nicht echt
Sondern nur das Echo ihrer bewussten Willkür.
hukwa

Samstag, 11. Februar 2012

Der Trost des Waldes

Gedanken eines Waldgängers

Wer in den Wäldern lebt sieht den Wald anders als jemand der in der Großstadt lebt. Es gibt ihn den Unterschied zwischen dem Stadtmenschen und dem Naturmenschen und so gibt es auch verschiedene Weisen die Natur zu sehen und zu erfassen.

Der Mensch der die Natur liebt dem wird sie zu einem letzten Reservat eines romantischen Gefühls. Ihm öffnen die Wälder nicht nur die Sinne, sie schenken seinem Leben auch Sinn. Vor allem jetzt, in der dunklen Jahreszeit hat der Wald dem Wanderer besonderes zu bieten. Er fordert seinen Geist und seine Phantasie heraus. Dass rau

es Wetter das Denken fördert, ist in der Philosophie allgemein bekannt . Wenn Regen und Schnee die äußere Sicht einschränken, wendet der Blick sich nach innen.

In den Wäldern können wir eine Freiheit spüren, die es uns erlaubt, mit dem Wesentlichen des Lebens in Kontakt zu treten. Es ist die Stille des Winterwaldes, die uns eine bisher nicht gekannte, schweigende Aufmerksamkeit schenkt. Viel intensiver spüren wir nun die Beziehungen zum Wechsel der Jahreszeiten. Fern dem unbarmherzig ewig geräuschvoll laufenden Motor der Großstadt finden wir im winterlichen Wald nun eine ganz andere psychologische Dimension der inneren Einkehr und Ruhe vor. In einer Zeit der entfesselten Märkte, der ökonomischen Unsicherheiten wird uns der Wald zu einer Insel der Ruhe und Erholung.

Der Wald mit seinen großartigen Naturerscheinungen hat für alle nur möglichen Fragen eine Antwort parat. Wenn wir in die Tiefen der Wälder eindringen, wen überkommt da nicht Respekt, wenn er unter alten Baumriesen wandert die hier und da noch zu finden sind. Und so kann es passieren, dass wir uns plötzlich in einer romantischen Welt wiederfinden, dass wir im Wald einen friedvoll in sich ruhenden Erdentag genießen und ihn als eine mütterliche Hülle des Lebens erahnen, als Spiegelung unserer eigenen Empfindungen und Gefühle, als unberührte Natur, die uns den ewigen Rhythmus des „Werden und Vergehen“ erzählt.

hukwa

Das Tao suchen

In letzter Zeit lese ich wieder viel im Tao te king. Sich dem Tao zu nähern, geht nur auf dem Weg der Kontemplation. Da das Tao nur intuitiv zu erfassen ist, erscheint es paradox, das man sich auf dem intellektuellen Wege mit ihm befassen muss. Da nun der Intellekt sehr dominant, in unserem Wesen herrscht, betrachten wir mit ihm jenes das wir Tao nennen, sozusagen von allen Seiten. Ist diese Betrachtung abgeschlossen, wird auch der Intellekt uns bestätigen, das Tao nur über eine ontologische Ebene erfahrbar ist. Durch die intellektuelle Beschäftigung mit Tao, öffnet sich in uns unser spirituelles Bewusstsein, mit ihm ist uns die Möglichkeit gegeben Tao ganzheitlich erfahrbar werden zu lassen.
hukwa

Die Flüchtigkeit der Dinge

Ich weiß wohl um die
Flüchtigkeit der Dinge
Achte darauf
Das ich nicht das Seiende mit dem Sein vertausche
Heute Morgen grüßte mich der Vollmond
Durch das Geäst der großen Blutbuche
Die klirrendee Kälte
Ist das Winterkleid der Buche
In deren Ästen ich auch an diesem Morgen
Die Erinnerungen an meine Kindheit wieder finde
Für einen kurzen Moment
Erleuchtet das Mondlicht
Die unsichtbare Nabelschnurr
Die mich mit dem Baum verbindet.
hukwa

Freitag, 10. Februar 2012

Das Bei- sich- selbst- sein

Die Bewusstseinsstufe des "Bei-sich-selbst-sein habe ich immer als ein großes Geschenk der Götter empfunden. Was Anfangs nur ein Gefühl war, daraus wurde mit der Zeit eine Technik, eine philosophische Technik, ja, eine magische. Denn nur über dieses Gefühl gelingt es mir in jene Zonen meines Geistes und meines Unbewussten vorzudringen die bei vielen Menschen verdunkelt sind. Denn nur im Bei-sich-selbst-sein finden wir Sein.
hukwa

Donnerstag, 9. Februar 2012

Das Verborgene in der Natur

Ich habe mich mein ganzes Leben der Natur verbunden gefühlt. Ihre gegenwart war für mich wirklich, lang bevor ich irgend etwas von den Gesetzen wusste die für ihre Funktion verantwortlich sind. Damals handelte es sich um die unvoreingenommene und dennoch klar umrissene Wahrnehmung des Wesens der Natur von Kinderaugen aus gesehen. Und so sehe ich sie heute auch noch, nämlich staunend über ihre Wunder. Wenn ich zurückblicke, fällt mir auf das ich seit meiner frühesten Kindheit "etwas" in den verborgenen Formen der Natur, ebenso wie in ihren sichtbaren Aspekten gesehen habe. Etwas das anderen vielleicht verborgen bleibt. Und dieses Verborgene ist es was ich täglich in ihr suche.
hukwa

Mittwoch, 8. Februar 2012

Die verlogene Wahrheit

Die verlogene Wahrheit ist wahrer als die

Wahre Lüge

Deswegen wohl gehört sie auch zur

Grundausbildung von Ministern und Bundespräsidenten

In Wahrheit lasst uns Lügen

In die Lüge lasst uns die Wahrheit legen

Wir wollen die ursächlichen Tatsachen aufdecken

Derweil üben wir uns darinnen die Sachverhalte zu verdecken

Wir lügen das Blaue vom Himmel

Das Volk schluckt es wie Kümmel

Endlich begreifen sie das die verlogene Wahrheit

Immer noch besser ist als die pure Lüge

Wir sind bestens geübt darinnen

Unschuldige Lidschläge und trauriges Minenspiel vorzuführen

Wir geben euch unser Ehrenwort

Daran haftet doch nur Dreck

Einen Dreck geht den Bürger auch an was dahinter steckt

Wir lügen für Deutschland und die Sicherheit

Dafür haben wir auch einen Eid geleistet

Wir betrügen gern und scheren uns einen Dreck um die Nation

Grundgesetz und Verfassung

Was ist das schon

Es ist so leicht zu sagen

Was man nicht denkt

Aber es fällt uns auch nicht schwer

Zu Verschweigen

Was endlich mal gesagt werden sollte.


hukwa

Sprachlosigkeit

Manchmal verweigern sich mir die Worte
das soll einen Dichter nachdenklich stimmen
Manchmal werde ich Wortlos
Und staune Sprachlos in eine stumme Welt
Das soll einen Dichter kritisch stimmen
Und auf die Suche gehen lassen
Nach neuen Sätzen und Wörtern
dann denke ich so bei mir
jetzt bloß nicht ratlos werden
in all der Sprachlosigkeit
einer brüllenden versumpfenden Welt.
hukwa

Dienstag, 7. Februar 2012

Apollonius von Tyana

An seiner Geschichtlichkeit ist nicht zu zweifeln. Er war Philosoph und der größte Magier des Abendlandes. Doch was wir von ihm wissen, stammt aus einer romanhaften Lebensbeschreibung des Sophisten Philostarus der die Geschichte des Apollonius im 2.Jh. nach Christus niederschrieb im Auftrag der Kaiserin Julia Domna, der Gemahlin des Septimius Severus. Sie war im Besitz eines sehr alten Manuskriptes über Apollonius das dessen Schüler Damis niedergeschrieben hatte. Julia stammte aus Syrien und war über die Legenden die sich um den Magier gebildet hatten sehr gut informiert. Sie übergab dem Philostarus das Manuskript und dieser schrieb die Lebensgeschichte Apollonius von Tyana nieder. Erhalten über ihn sind auch etwa hundert Briefe die Apollonius geschrieben haben soll. So wurden uns die Wundertaten des großen Philosophen und Magiers überliefert. Er wurde sehr berühmt durch seine Totenbeschwörungen und es hieß von ihm dass er ähnlich wie Jesus von Nazareth Verstorbene wieder zum Leben erweckte. Er unternahm ausgedehnte Reisen nach Babylonien, Indien, Äthiopien, Ägypten und Spanien.

Seine Wundertaten machten ihn zum berühmtesten Magier der Antike.Es war ja die Zeit des hellenistischen Synkretismus in der er lebte, eine Epoche also in der das Wunder eine besondere Rolle spielte. Als er ein junges Mädchen wieder zum Leben erweckte machte Philostratus eine besondere Bemerkung in seinen Aufzeichnungen, er schreib: „Ob er nun einen Funken des Lebens in ihr fand, der den Ärzten unbemerkt geblieben war…, oder ob er das erloschene Leben wieder anfachte und zurückrief, dieses zu entscheiden, ist nicht bloß mir, sondern selbst denen, die dabei zugegen waren, unmöglich auszumitteln“.

Apollonius war ein Anhänger des philosophischen Systems von Pythagoras. Wahrscheinlich geht auch die Sekte der Ophiten auf Apollonius zurück. Diese Sekte hat ihren Namen von der Schlange, die im Griechischen ophis heißt und in ihrem Glauben eine hervorragende Rolle spielt. Wahrscheinlich waren die Ophiten eine vorchristliche Sekte, weil der Schlangenkult und kultische Handlungen mit Schlangen zweifelsohne in sehr alte Zeiten zurückreichen. Diese Sekte wurde von Alexander dem Paphlagonier gegründet und dieser war ein Schüler des Apollonius.

Die Spätantike verklärte Apollonius von Tyana zu einer regelrechten Heiligengestalt. Man verglich ihn nicht nur mit Jesus sondern auch mit Plato. So teilt uns Philostarus mit: Apollonius, ein Mann verwandten Strebens, aber was die Weihe der Weisheit und die Erhabenheit über Tyrannei betrifft, noch göttlicher als der göttliche Pythagoras, der Zeit nach uns weder zu fern noch zu nahe stehend, ist in seiner wahren Weisheit, der er mit wahrhaft philosophischem, gesunden Geist ergeben war, den Zeitgenossen noch nicht bekannt genug. Die einen loben dies, die andern jenes an diesem Manne, viele aber halten ihn mit Unrecht für einen Magier und verleumden ihn als Zaubergewaltigen, weil er das bei den Magiern Babylons, bei den Brahmanen Indiens und bei den Gymnasophisten Ägyptens gewesen. Aber ein Empedokles und Pythagoras, auch Demokrit verkehrten mit den Magiern, und sie haben viel göttliches offenbart, ohne Jünger dieser falschen Kunst zu werden; Plato auch ging nach Ägypten und vieles, was er von den dortigen Propheten und Priestern übernahm, mischte er in seine Lehren ein, goss es, wie ein Maler seine Farben, über die Schattenrisse aus, aber niemand beschuldigte ihn der Magie, obwohl er wegen seiner Weisheit unter allen am meisten gehasst worden ist. Sein Vorausahnen und Voraussehen macht ja den Apollonius noch nicht der Magie schuldig – oder auch Sokrates ob dessen, was er durch seinen Genius voraussah, und Anaxagoras wegen seiner Weissagungen trügen gleiche Schuld. Wer wüsste nicht, wie Anaxagoras bei den Olympischen Spielen- wo es doch am seltensten regnet- im Regenmantel auf dem Schauplatz erschien, weil er Regen vorhersah? Und wie er eines Hauses Einsturz vorhersagte und recht hatte, denn es traf wirklich so ein! Und wie er gesprochen als er vorhersagte, dass aus Tag Nacht werde und (bei Ägospotamos) Sterne vom Himmel fallen würden?! Dass nun Anaxagoras dergleichen lediglich durch seine Weisheit voraussah, behauptet man, dass aber Apollonius durch Weisheit voraussehend war, leugnet man und sagt, er habe es durch Zauberei getan? Solche Unkenntnis der Menge darf man nicht hingehen lassen, sondern muss diesen Mann genau darstellen so wohl nach Zeit und Umständen, unter denen er dies und das sagte und tat, als auch nach seiner Denkweise, die ihn in den Ruf eines Zauberers und göttlichen Mannes gebracht hat.“

Über sich selbst sprach Apollonius folgend: „Meine Weisheit ist die des Pythagoras, des Mannes von Samos, der mich so die Götter ehren, sie, die sichtbaren und unsichtbaren, verstehen, mit ihnen reden und mich in diese Pflanzenstoffe zu kleiden lehrte. Denn dies Gewand ist nicht vom Schaf geschoren, sondern rein vom reinen Wuchs dieses Linnen, ein Geschenk des Wassers und der Erde; dazu trage ich dies lange Haar nach Pythagoras Art, und der tierischen Speise mich zu enthalten, lehrt mich seine Weisheit. Trinkgenoß und Gesellschafter bei Spiel und Festgelag werde ich weder dir noch irgend jemand sein; dunkle schwere Lebensrätsel aber kann ich lösen, denn ich weiß nicht nur, was zu tun ist, sondern ich sehe es auch voraus.“

Um Apollonius wirklich zu verstehen muss man sich mit der Gnosis auseinandersetzen. Denn die Philosophie dieses Mannes war eindeutig gnostischer Art.

Gnosis heißt Erkenntnis oder Erkennen, und zwar ist dabei nicht nur ein gedankliches Erfassen im Sinne einer Erkenntnistheorie gemeint, sondern darüber hinaus ein Schauen und ein Einswerden des erkennenden mit dem Gegenstand der Erkenntnis. Dieser Gegenstand der Erkenntnis ist Gott, und die Erkenntnis Gottes bedeutet zugleich ein Erkennen der von Gott ausgehenden oder mit Gott identischen Zwecke und Gesetze der Welt, der Geschichte und des menschlichen Lebens. Gnosis ist eine Erlösungslehre.

Die Gnosis im eigentlichen Sinn ist ein nachchristliches Phänomen und kann nur aus dem christlichen Kontext verstanden werden, denn Jesus spielt eine zentrale Rolle in den gnostischen Heilslehren. Man fasst unter dem begriff Gnosis eine Reihe unorthodoxer Sekten zusammen, die sich in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten im Römischen Reich und in Westasien verbreiteten, das geistige Zentrum war Alexandrien.

„Die gnostische Erlösungslehre, die also als das Wesentliche der gnostischen Systeme anzusehen ist, bezieht sich nun auf einen besonderen Wesenskern des Menschen: nicht der ganze Mensch wird erlöst, sondern sein „Eigentliches“, sein Wesen, seine geistige Wesenheit

Dieser geistige Wesenskern des Menschen wird von den Gnostikern mit einer reihe von Begriffen bezeichnet: im Griechischen mit Logos, Nous, Pneuma, Sophia. Diese griechischen Termini begegnen uns auch im Koptischen. Im Hebräischen und Arabischen heißt dieser Wesenskern Ruah, Hokma, im Syrischen heißt er Nafsa (dem hebräischen Nefes entsprechend) oder auch Marganita, das heißt die „Perle“. Im Lateinischen wird er mit Anima, Sensus oder Spiritus bezeichnet, und im Deutschen könnte man sagen: Lichtfunken, göttlicher Same, Seele, besser aber nennt man ihn den Wesenskern oder das Selbst des Menschen. Man kann auch sagen: Urmensch oder einfach „Mensch“, Anthropos, aber nicht etwa im Sinne eines paläontologischen Menschen, eines Protoplasten oder Prototyps, sondern im Sinne eines oberen oder inneren Menschen“.

Dieser eigentliche Wesenskern des Menschen steht im Gegensatz zu dieser Welt der Materialität und damit natürlich auch im Gegensatz zum menschlichen Körper. Wir Wissen von Plotin dass dieser sich schämte einen Körper zu besitzen. Das Selbst des Menschen ist in der materiellen Welt gefangen seine Urheimat aber ist der Himmel, das Paradies, die andere Welt. Da der Mensch aber ein Selbst besitzt kann er durch Übung und Technik dahin gelangen das er Nachrichten aus der anderen Welt empfängt, dass er um diese andere Welt genau Bescheid weiß und somit kann er erleuchtet werden, er kann Gnosis finden.

Apollonius von Tyana war zweifelsohne ein Mensch der Gnosis erreicht hatte. So schrieb er in einem Gedicht, das er dass „Geheimnis der Seele“, nannte:

Gott gehört und nicht dir, o Mensch, die unsterbliche Seele!

Aus dem verlöschenden Leib fliegt gleich geflügeltem Ross

Frei von Fesseln empor und misch mit der leichteren Luft sich,

Hinter sich lassend den Dienst, den schweren und unheilvollen!

Dir jedoch nützet nicht, was nach dem Tod erst dir klar wird,

Noch auch, im Leben dich selbst darüber mit Grübeln zu quälen.


hukwa

Samstag, 4. Februar 2012

Der Regenbogenkletterer - Eine hermetisch-surrealistische Erzählung

Ich begegnete Ussak Dorat das erste Mal vor etwa drei Jahren in einem Traum der gefüllt war mit Bruchstückhaften Erlebnissen aus meiner Kindheit. Ich hielt mich damals in der Gasse mit den dunklen Fenstern auf, jener kleinen Strasse in der ich einige Jahre meiner Kindheit verbrachte. Ussak trat aus einem der dunklen Häuser heraus und stellte sich mir in den Weg. Er war ein Mann mittleren Alters nicht besonders groß und mit mongolischen Gesichtszügen, sein graues Haar fiel im leicht auf die Schultern. Bei genauerem hinschauen merkte ich das er anscheinend doch etwas älter war als ich ihn erst eingeschätzt hatte. Vielleicht war er schon siebzig, doch seine Körperhaltung und seine Bewegungen wirkten sehr jugendhaft. Er sprach mit einem unbekannten Akzent, war sehr freundlich und sagte ich solle ihm doch bitte folgen, was ich auch tat. Es herrschte tiefe Nacht und wir liefen etwa eine Stunde durch einen großen Wald, der vom grünen Mondlicht gerade so leicht erhellt wurde, das wir den Pfad der durch den Wald führte noch recht gut erkennen konnten. Dieser Wald war sehr alt, uralt anscheinend. Mit seinen ineinander verfilzten Zweigen, den dusteren Farnen und feuchten Moosen deren Geruch ich wahrnahm, den Brombeerbüschen und Hecken die sich an meine Beine hefteten und vor allem den seltsamen exotischen Stimmen die aus dem Dickicht drangen, erschien dieser Wald sehr Märchenhaft. Er wirkte wie eine große Mauer deren Aufgabe es war die Traumwelt gegen die Alltagswelt abzuschirmen. Mir war dieser Wald sehr sympathisch, schützte er doch das Refugium der Traumwelt gegen das Chaos der Außenwelt. Manchmal huschten hier seltsame Tieren und Wesen an uns vorbei, die anderswo längst schon verschwunden waren. Faune, Sylvane, elfen und Einhörner schienen sich hier sehr wohl zu fühlen. Irgendwann tat sich vor uns eine Lichtung auf, das grünliche Mondlicht ließ diesen Platz sehr mystisch und romantisch erscheinen.

Auf der Lichtung stand eine Jurte und in einer kleinen Koppel grasten mehrere Einhörner. Ihre rotglühenden Augen standen in einem seltsamen Kontrast zu grünen Lichtschein des Mondes.

Ussak betrat die Jurte und machte durch eine Handbewegung deutlich das ich ihm folgen sollte. Ein eiserner Ofen, dessen Tür offen stand verbreitete eine angenehme Wärme und brachte ein wenig Licht in das Zelt. Im Dämmerlicht konnte ich sieben Personen, Männer und Frauen, erkennen. Ussak stellte sie mir als meine Ahnengeister vor, einige kannte ich, sie empfingen mich freundlich. Alle Anwesenden waren mir sehr sympathisch und auch von mir schienen sie recht angetan zu sein. Ich setzte mich in den Kreis zu meinen Ahnengeistern. Ussak nahm direkt mir gegenüber Platz. Er sagte mir es sei an der Zeit das ich endlich jene Geister kennen lernen müsste von denen ich bisher nur eine vage Ahnung hatte, aber leider kein Wissen darüber dass sie wirklich existierten. Diese würden schließlich eine große Macht auf mich ausüben und mein Leben in der Alltagswelt immer wieder in ein Chaos stürzen. Ich freute mich sehr darüber mit meinen Ahnengeistern sprechen zu können und somit auch mehr aus meinen früheren Leben zu erfahren, worüber ich doch nur sehr vage Erinnerungen besaß. Meine letzten drei Existenzen waren mir noch in recht guter Erinnerung, aber danach begannen schon die Lücken in meinem Erinnerungsvermögen. Ussak meinte er würde jetzt eine Seance zelebrieren und ich sollte sehr Aufmerksam sein. Ich war gespannt was jetzt geschehen würde. Gleich neben Ussak lag eine runde leichte Trommel auf einem Gestänge aus Ästen. Er griff nach ihr und begann sehr Monoton die Trommel zu schlagen. Die Schläge wurden immer schneller bis seine Hände wie Blitze über der Trommel zuckten. Ich spürte das ich bald erwachen könnte und somit meinen Traum verlasen würde, ich kämpfte dagegen an. Ich sah meinen schlafenden Körper in der Außenwelt und dachte nur Schlaf weiter da draußen, es gelang mir wieder in den Tieftraum zurückzukehren. Ussak schaute mich an und warf mir plötzlich die Trommel zu die ich auch geschickt auffing und sofort mit dem weiter trommeln begann.

Während des Trommelns spürte ich deutlich wie sich etwas aus meinem Traumkörper löste und einfach davon schwebte. Ich spürte sehr deutlich das ich schwebte, ja, das ich fliegen konnte wie ein Vogel und als ich zurückschaute erschrak ich überhaupt nicht, als ich mich in der Jurte trommeln sah und gleichzeitig meinen Körper ruhig schlafend in der materiellen Welt beobachtete. Mir wurde mit einem Mal bewusst das ich dabei war in die Träume von träumenden Menschen einzudringen.

hukwa

Freitag, 3. Februar 2012

In den Gewässern des Heraklit

Die wirkliche Philosophie ist eine

Philosophie des

Werdens

Zusammengefunden aus

Molekülen Atomen

Und dem kleinsten

Teil aller Teile

Entsprungen dem Urozean

Dem letzten Feld des Seins

So warf der Schöpfer der Universen

Die Wesen

Auf die Töpferscheibe der Biologie

Getauft in den Wassern des Styx

Durchqueren wir den Fluss des

Heraklit

So sind wir

Geworden

Zur formlosen Form der

Ungeformten Formen

Mit dem Ziel die einzige wahre

Form zu finden

Um endlich in

Lichtgeschwindigkeit das All zu durch fliegen

Mit der göttlichen Bestimmung Mensch zu werden und nicht Lemming

Unser Geist soll ein Leitstern sein

Der uns die

Dämmerung dieses verruchten Zeitalters erhellt

Unsere geistige Elastizität übertrumpft die unbeholfenen Bewegungen einer

Vergreisten Jugend

Der glorreiche Schein unseres Selbst lässt uns die erdhaften Facetten

Plumper Körperlichkeit vergessen

Fixierend das Universum aus dessen Stoffen wir geformt sind

Verborgen im Schatten der Krähen beobachten einige von uns seit Jahrtausenden den

Zug der Lemminge

Die Nichtsahnend dem Licht einer Schimäre folgen

Verdammt zu Trotteln und Idioten

Die durch die Dunkelheit ihres Nichtseins stolpern

Ihre Wanderung begann bereits am Anfang der Gezeiten und seither beten sie den Mythos vonSisyphus Ihr die Ihr die Form der Formen noch nicht erreicht habt und euch im kalten geräuschvollen Motor der Städte versteckt Nichtwissend das ihr Teil jenes Verdauungsprozesses seid den der städtische Leviathan stündlich ausscheidet es ist nicht der Zug der Lemminge der eine neue

Weltarchitektur

Errichtet sondern jene

Form der Formen

Die versteckt in uns drinnen auf unser Kommen wartet.

hukwa

Donnerstag, 2. Februar 2012

Strahlender Engel

Halt fest an deiner Einsamkeit
Sie schenkt deinem Leben etwas göttliches
Sie bleibt der Atem deines Daseins
Wie der azurblaue Himmel
Die Seele der Bäume erstrahlen lässt
So gleicht deine Einsamkeit
Dem Strahlen eines Engels.
hukwa

Mittwoch, 1. Februar 2012

Ariadne die Spinnenfrau - eine surrealistisch-hermetische Erzählung

Es geschah in jener Nacht als in den Wäldern die Vampire besonders laut schrieen und die Werwölfe auf die Jagd nach den grünen Einhörnern gingen. Überrascht durch die Dunkelheit saß ich kauernd unter einem Felsvorsprung auf den nächsten Morgen wartend. Als der Mond aufging fiel ein Wenig Licht in das Dickicht wo ich mich aufhielt. Ich erschrak nicht im geringsten als sich Ariadne von einem Fels abseilte und plötzlich vor mir stand. Sie war nackt und ich erblickte den vollkommendsten Frauenleib denn ich je gesehen hatte.
Und Ariadne sagte zu mir: Fürchtest du dich nicht? Und ich sprach: Warum sollte ich mich vor dir fürchten, du bist Ariadne, die Spinnenfrau. Sie sagte: Ich könnte dich mit meinem Stachel verletzen oder auf ewig in ein Spinnenetz hineinbannen! So sprach sie zu mir. Doch alles kam anders. Jetzt bin ich der Gefangene der Spinnenfrau. Gefangen in einer Höhle vor deren Eingang ein undurchdringliches Spinnennetz gesponnen ist. Ich bin ihr Gefangener wie ich einst der Gefangene von Viviane war, die mich in das Dickicht eines Weisdornbusches bannte. Und wie einst Viviane besucht mich nun in den Nächten Ariadne. Ich bin ihr zu Willen und liebkose und befriedige ihren herrlichen Körper. Und ich habe mir geschworen,
dass ich niemals diese Felsenhöhle gegen einen goldenen Käfig eintauschen werde.
hukwa

Ein Block aus gefrorenem Feuer

Flieh mit den lauen Lüften in die Wälder
Wir werden bei den dunklen Teichen
Im Licht des Vollmondes weilen
Hier wo du dich nicht selbst erkennen kannst
Wirst du dich selber leben müssen
Wenn der Frosthauch des Morgens
Die zarten Nadeln der Fichten streichelt
Wird dein Körper
jener Block von gefrorenem Feuer
In unserer zärtlichen Vereinigung
Dahin schmelzen wie der Schnee
Der von der heißen Lava eines Vulkans
Bedeckt ist.
hukwa

Dienstag, 31. Januar 2012

Anrufung

Nun flieht mein Leid dahin
Ich ahne dich
Du ferne Unbekannte
Irgendwo hinter Dunkelheit Nebel und Licht
So wie ein Sonnenstrahl sich erbricht
So brech ich die Mauern meines Ich
Komm meine ferne Unbekannte
In den Garten meines Lebens
Tritt heraus aus meiner Stille
Weise mir des Lebensfülle
Lass fallen alle Hüllen
Für eine Nacht des Glückes Seeligkeit
Komm an das geheimnisvolle Tor
Durch das vor Jahren einsam ging
Mein unstetes Ich.
hukwa

Montag, 30. Januar 2012

Schimmel der Zeit

Das war eine zeit der inneren Reife
Des Erwachens und sich selbst erreichens
Eine Zeit die schon Erinnerung ist
Eine Zeile
Ein Gedicht
Auf chinesischem Blütenpapier
Ein Hauch von Zen mehr nicht
Zuhause im Hier und Jetzt
Zwei Gläser die klirrten
Bis eines davon zerbrach
Zwei Türen vernagelt
Dahinter das Leben
Eines gefüllten Tags
Zurückschauen in die Zeit
Ist hartes Brot
Vergehen
Liebe und Tod
Die Hoffnung auf Neues
Der Schimmel der Zeit
Geh oder bleib ich
Reife Zeit reif.
hukwa

Sonntag, 29. Januar 2012

Vom Gesamtkunstwerk zum universellen Kunstwerk

Die Stücke die ich geschrieben habe, stehen heute noch so vor meinem inneren Auge wie damals vor fast vierzig Jahren als ich sie niederschrieb und als sie aufgeführt wurden. Dem Theater liegt eine gewisse Magie zugrunde, jedenfalls das Theater das ich meine. Für mich hat das sehr viel mit Ritual zu tun und natürlich mit Dichtung. Schon meine frühesten Gedichte die ich in der Jugend schrieb waren Rituale. Als Dichter mag ich das hermetische genau so wie das Konkrete und Gesellschaftskritische. Das Dionysche bewegt meine Sprache genau so wie das Dionysche. Um in keinem Labyrinth gefangen zu sein, fällt es mir nicht schwer an einem sozialkritischen Text, als auch in der rituellen Mystik und Magie zu arbeiten. So begann ich auch Theaterstücke zu schreiben. Ich bin der Meinung ein Bühnenstück soll Köpfe bewegen und soll sich an die Existenz des Einzelnen richten. Ziel meines dramatischen Konzepts ist und war die Sprengung der Kluft zwischen Bühne und Zuschauerraum Handlung darf auf keinen Fall brav und in ordentlicher Reihenfolge ablaufen, das geht schließlich im Leben auch nicht. Auf der Bühne muss jedes Mittel das zur Verfügung steht ausgeschöpft werden, wie ich dies bei meinem Stück „Baal“ umgesetzt habe. Licht, Farbe, Masken, schrille Töne, Schreie und Körpersprache. Theater ist für mich kein Schauspiel sondern ein Moment im Dasein des Lebens, wie ein Fest, ein Ritual oder ein Gottesdienst. Immer wenn mein künstlerisches Schaffen das Theater berührte hatte ich das Gefühl dass die Bezeichnung Gesamtkunstwerk nicht mehr ausreicht für das was ich tue. Die Bezeichnung „universelles Kunstwerk“ wäre angebrachter, weil die Inhalte ja über das irdische hinaus streifen. Denn die Heimat des Künstlers ist ja universell. Ich spreche nicht gern in der Einteilung von Schriftsteller, Maler, Dichter und Bildhauer. Ich rede lieber vom Künstler. Der wirkliche Künstler ist kein Mensch der Arbeit, o nein, das wäre zu wenig. Ein Künstler muss dienen. Seine stärkste Eigenschaft ist seine Selbstdisziplin. Ein Künstler der an sich zweifelt ist kein Profi, er ist Amateur. Dies darf aber nicht so verstanden werden das sich der Künstler keiner Eigenkritik und Selbstanalyse unterzieht. Kritik und Analyse gehören in das Leben des Künstlers wie die täglich aufs Neue erkämpfte Selbstdisziplin. Der wirkliche Künstler verfügt über eine jederzeit abrufbare Kreativität. Als universeller Künstler bin ich ja immer Bühnenakteur, ob ich am Theater arbeite, in einem Film mitspiele oder in meinem Atelier arbeite, das Leben selbst ist die Bühne. Und nur auf der Bühne des Lebens werden die wahren Geschichten geschrieben. Der universelle Künstler bewegt sich immer auf einer Bühne und er agiert immer. Mit Sprache, Schrift, Tanz, Pinsel, Farbe oder Wort, mit Meißel oder Hammer. Beim Tänzer ist dies sein Körper, der Tänzer steht dem universellen Kunstwerk besonders nahe. Ein guter Tänzer braucht noch nicht einmal Musik, er tanzt nach dem „Sphärenklang“. Wirklicher Tanz hat etwas abstraktes an sich. Der „Sphärentänzer“ und der abstrakte Maler haben vieles gemeinsam, bewegen sie sich doch beide auf der Sphäre ihrer selbstgezeugten Vision. Wichtig aber ist letztendlich jedoch dass in jeder künstlerischen Handlung eine gewisse Würde liegt. Ohne Würde gibt es keine wahre Kunst. Und nur in dem ich der Kunst diene darf ich mich auch universeller Künstler nennen. Das vielgerühmte Arbeitstier, der Workaholic gibt es nicht in der Kunst. Ein solcher Künstler ist ein verschnittener Ochse aber kein würdevoller Stier. So wie es Hunde und Wölfe gibt, so gibt es auch Künstler und solche die in der Illusion leben Künstler zu sein. Natürlich lebe ich als Künstler in einer ständigen Metamorphose. Ich lege Altes ab und nehme Neues auf, ich vermenge alt und neu, anders wäre ich ja dogmatisch. Für den Künstler und sein Werk sind „Häutungen“ so wichtig, wie sie es für die Schlange im Tierreich sind. Eben Überlebensnotwendig! So sieht der Künstler auch jeden Moment seines Lebens als Bühnenakt. Jeder Moment seines irdischen Daseins ist seiner Kunst gewidmet und er zelebriert ständig das „Hohe Lied der Kunst“. Sein ganzes Sein ist ein Exerzitium, für das einzig Lebenswerte das er kennt: Die Kunst! Es wäre der Kunst unwürdig sie zur Arbeit herab zu degradieren, nein, Kunst zu machen bedeutet Dienen.
hukwa

Donnerstag, 26. Januar 2012

Ode an eine Vampirin

Ode an eine Vampirin 1.

Du Wesen der Nacht aus lang vergangener Zeit
Was sind wir uns so gleich
Ich schlafe in des Mohnes roter Daune
Mein Geist betäubt vom Saft der Alraune
Bin Ich der Geist des milden Schlafes
Mit starken Kräften ohne ihresgleichen
So tue Geliebte ich mit leisen Schritten
Allnächtlich mich zu deinem Lager schleichen
Wo ruhelos wir Stund um Stund verbringen
Bis Morgenröte bleich im Osten dämmert
Wie selig du mein Kommen grüßt
Nur ich vermag dich zu erquicken
Nur ich hab Macht die Qual dir zu entrücken
Am Tag tun sich um dich die Kränze des Vergessens winden
Und doch so zärtlich deine heißen Schläfen schmücken
Des Nachts jedoch darf ich an deinem süßen Busen verweilen
Brünstige Nächte unsrer beider Seelen heilen
Bis sich die Schleier vor dem Tag zerteilen.



Ode an eine Vampirin 2.

Dir bangt es vor dem Ort der Toten
Und weißt doch nichts vom Schattenreich
Wo leben wir Vampire
Oh du Geliebter in mir ist jedes Liebeswort
Der Flamme gleich die ewig brennt
Also hab keine Angst komm in mein Reich
Dort wirst du leben und in meiner Seele sein
Denn dort ist Licht uns alles Rein
Und du bist mein
Ein leidenschaftlicher Kuss ein zarter Biss
Dann bist du mein – dein Blut ist rein
Mein Reich ist dein – Nun kommt die Zeit
Du wanderst schon zu lange mit Vampiren
Jetzt lass es Abend werden, ein zarter Biss
Still wird für dich der Lärm
Und Nächte werden zu Tagen
Geliebter komm- Mein heißer Körper Wartet





Ode an eine Vampirin 3.

Eist hat dein Bild sich in dem See eingefangen
In dem du mich das erste Mal erblicktest
Nun suchst du mich –
Hör doch mein Laut geht noch im Wald gedämpft und scheu
Geh in das Schloss dort häng ich noch
Ein letzter Blick dann ist mein Bild im Morgengrauen vergangen
Kehr um zum See und suche mich
Hör doch mein Lied in Sturmwindschnelle
Ich wart auf dich
Wer denkt noch dein wie ich
Verlangend und verzaubert in tiefster Liebe treu
Geliebter zögere nicht und komme.






Ode an eine Vampirin 4.

Wenn du mich suchst, suchst du den Tod im Paradies
Geliebter Du! Ich suche des Vergessens Brunnengrund
Am Tage kalt in der Nacht mein Blut heiß in mir Wallt
Denn wisse o geliebter du
Ich bin die Einzige die immerzu sich Deiner noch entsinnt
Solang ich Blut noch trink solange lebst auch du
Wenn du mich suchst in kalten Nächten
Hab acht auf den Mond dann wirst du mich finden
Geliebter Du
Solang in mir noch Blut rinnt solange lebst auch du
Hör meine ferne Stimme – Folge ihr
Denn wenn ich sterbe stirbst auch du
Denk an die traumhaft schönen Nächte
Die wir im Nachen auf mondbeglänztem Wasser verbrachten
Und wenn ich rufe Geliebter Höre Du!





Ode An eine Vampirin 5.

Ich ging fort. Von meinem Wesen blieb jedoch noch etwas da
Du bist verwirrt hast dich verirrt nun suchst du mich
Schieb weg die Steine über mir dann bin ich wieder hier
Oh seh mich nur aus langem Schlaf erwacht
Steh ich vor dir in reiner Schönheit
Nackt und marmorweiß
Komm her zu mir und nimm mich
Schenk mir dafür ein wenig Blut von dir
Aus tiefem Schlaf gab ich mich preis
Du riefst nach mir nun bin ich hier
Gehorche mir Geliebter du
Denn alles im Leben hat seinen Preis
Sieh meine Nacktheit schön und weiß
Nimm mich ich gehöre dir
Doch zahl dafür den Preis.




Ode an eine Vampirin 6.

Ich ging du glaubst ich hätte dich verlassen
Du unterliegst der Täuschung – ich werde nicht von dir lassen
Du wirfst mir vor dass meine Lippen schweigen
So unbewegt und schwer
Schau doch das Sternenmeer die immer schweigen
Im Himmelsraum ewiger Nächte rings umher
Auch meine Liebe zu dir, sie gleicht dem Sternenmeer
Ist heiß wie Sonnen ist ewig unermesslich und stumm
Wann endlich greifst du nach mir
Ich bin dort wo alle Vögel schweigen
Dort wo der Mond durch Purpurwolken scheint
Denn diese Zeit die ist für mich kein Segen
Drum muss ich schweigen
Doch schenkst du mir der Silberküssen flut
Dann naht die Zeit wo wir uns wieder vereinen
Hab acht auf die Konstellation der Sterne
Sie sind die Zeichen die den Weg zu mir dir weisen




Ode an eine Vampirin 7.

Sieh doch du träumst und fliehst der Menschen Scharen
Verschläfst die Tage denn die Nächte sind dir lieber
Du weißt du kannst die Zeit nicht halten
Und auch den Wolf in dir wirst du nie zähmen
Was wir erbaut sie Könnens nicht zerstören
Wie sollten sie geheime Zeichen lesen
Für sie bin ich ein Bruchstück, ein Phantom
Du kennst das Wort dann sprich es aus
Gesegnet sei der liebe dunkle flut
Bereit dich vor zum letzten großen Feste
Stell Bilder, Stühle, Tisch und Wein bereit
Wir reisen bald in die gestohlene Zeit
Beb nicht vor jener dunklen Fahrt
Denk an davor - Geliebter denke meiner Worte
Wie flammte einst in deinem Herzen jedes meiner Liebesworte
Hol aus zur Fahrt setz Segel suche neue Ufer
Du wirst mich finden und aus Zwei wird wieder eins
In einsamen Nächten brenne ich Kerzen für dich
Geliebter du bist mein.





Ode an eine Vampirin 8.

Oh Liebster wie lange sind die Nächte
Ich habe sie weinend im kalten Sarg verbracht
Nur Deiner habe ich gedacht
Oh Liebster, warum findest du mich nicht
Zu Lange ohne dich wird die Nacht
Geliebter ich sehn e mich nach Blut
In mir brennt die prickelnde Glut
Keine Minute habe ich geruht
Geliebter ich brauche dein Blut
Geliebter die Zeit, die Zeit
Wann endlich bist du zur Heimkehr bereit
Die Seele ist wund und schreit
Blut, Blut es wird Zeit, es wird Zeit.




Ode an eine Vampirin 9.

Siehst du die Schatten dort auf dem Wasser
Hörst du die Stimme die weint am rauschenden Wehr
Deine Augenhöhlen sind leer
Spürst du kein Gefühl mehr in dir
Folge dem stummen Mond erführt dich zu mir
In mir brennt ein Feuer es lodert die Glut
Wohin geriet ich - so fremd ist alles hier
Ich bin eine Vampirin es ist lange schon her das der Mond mir schien
Still- höre das Geheule in tiefer Nacht
Was ist das – Sind’s Wölfe die mit uns ziehen
Hör nur die Eule wie lieblich sie lockt
Folg ihrer Stimme dann wirst du mich finden
Öffne den Deckel vom Sarkophag
Ziehe den Stock aus meinem Herzen
Dann wird es Frühling mitten im Winter
Lege mir Rosen in meinen Schoß
Dann küss mich wach aus tiefem Schlaf
Geliebter ich sehne mich nach dir so sehr.




Ode an eine Vampirin 10.

Still ist die Nacht ganz nebellos
Dunkle Nacht so weit ich schau
Unter diamantenem Sternenflimmer
Wandre Ich in Einsamkeit
Irgendwo weiß ich ein Träumen
Von der Insel Nirgendwo
Geistert in den andern Welten
Heilige Flamme an mein Herz
Flamme, Flamme brenne lichterloh
Irgendwer folgt meinen spuren
Folget meinem leisen Schritt
Mit den verlorenen Wesen
Wandert auch die Sehnsucht mit
Flamme, Flamme brenne weiter
Führe mich durch dunkle Nacht
Zu dem heißgeliebten Wesen
Zu der Insel Nirgendwo




Ode an eine Vampirin 11.

Abends wandert sie im Parke
Der das Schloss umgibt in tiefem schweigen
Wenn des Mondes bleiche Sichel
Und die silbernen Sterne steigen
Wandert sie in tiefem Schweigen
Voller Sehnsucht voller Lust
Wartet sie auf mein Erscheinen
Über Tag sind die Gedanken tief im Sarkophag
Stumm im Willen des Verstandes
Nachts verlieren sie alle Schranken
Kehren ein ins Reich des Wunderlandes.


Ode an eine Vampirin 12.

Die erste Sommernacht trägt Schuld
Diese kurze flüchtige Nacht
Da sie mir schenkte ihres Leibes Pracht
Da ich mich sehnte nach ihrem düstern Wesen
Sehnsuchtsvoll und leise
Kommt die Erinnerung zu mir zurück
An diese kurze flüchtige Sommernacht
Lässt die seligsüßen Stunden in den tiefsten wahren Träumen
Noch einmal vorüberschweben
Noch einmal muss ich sie sehen, heiß in meine Arme schließen
Einmal noch die Augen schließen
Dann oh dunkles Wesen Gehe,Gehe...



Ode an eine Vampirin 13.

Entzaubert ist des Sommers heiße Glut
Entschwunden die Düfte im nächtlichen Zauberpark
Die letzten Blätter rascheln in den Bäumen
Vergilbt wie alte Liebesbriefe fliegen sie durch die Luft
Und Nebelschleier träumen in den Bäumen
Kalt ist der Herbst das Liebeslied verklang
Das die Vampirin in meinen Armen sang
So bunt und rosenrot war dieser Sommernachtstraum
Und doch so Kurz dass er wie ein Märchen verschwand
Wo Wirklichkeit und Märchen so verwuchs
Und ich die Welt so sah wie wirklich sie auch war
Ein stilles Fragen trage ich mit mir
Nur du kannst mir die Antwort darauf geben
Ich bin des Suchens müde nun
Auf wirren Pfaden wurde meine Stimme stumm
Sag wann kommt die Zeit oh dunkles Wesen
Die unsere Seele vereint und wir gemeinsam
Ins Wunderland der Träume fliegen
Oh heiß geliebte Vampirin sage wann?



Ode an eine Vampirin 14.

Wir sind wie Mondgeschwister
Und gehen still und stumm in nebelgrauen Nächten
In Park und Friedhof um
So Namenlos ist das Geschehen
Darüber niemand spricht und weiß
Schon lange sind wir Geist
Und doch ist unser Herz so heiß
Dies ist die Liebe rein und licht
Die fest in heiligem Land gefangen
Der Pöbel hört und sieht uns nicht
Wenn alles tief im Schlaf versunken
Und der Tag ist in die Nacht gesunken
Brennt in uns der heiligen Fackel Glut
Bis zum ersten Morgenrot
Und wenn die Sonne steht am Himmel rein und licht
Sieht man die Wesen der Nächte nicht.




Ode an eine Vampirin 15.

Ich bin ein Wesen der Nacht
Einst schien auf mich die Sonne in voller Pracht
Nun lebe ich nur noch in der dunklen Nacht
Ich muss im Schatten stehen
Und nächtlich stille Wege gehen
Die Menschen leben in Geselligkeit
Ich bin ein Vampir und auf der Welt allein
Nie mehr wird ich die Sonne sehen
Und keine Rose wird mehr für mich blühen
Viel Glück hab ich zertreten
Ich weiß davon oh Herz sei still
Wie ist die Welt so öd und trist
Seit mich ein Mund das letzte mal geküsst
Zum Fluchen und zum Beten bin ich nun mal verdammt
Und doch bin ich ein Wesen das sich nach Liebe sehnt
Einst schien auch mir die Sonne nun muss im Schatten ich stehn
Wo ist das Wesen das mit mir teilt
Meine nächtlich – stillen Wege.




Ode an eine Vampirin 16.

Jetzt träumst du wieder von Vampiren
Du hörst sie singen klagen flehen
Bist nur ein Spielball ihrer Seelen
Dein Herz wird schwächer dein Blut blasser
Die Nächte stiller und schwerer
Ariane und Arachne kehren wieder
In Vollmondnächten gehst du wieder
Die alten fast vergessenen Pfade
Und die Erinnerung fährt in deine Glieder
Weißt Ariane kehrt bald wieder
In dir brennt wieder Vampirfieber
So viel hat sich seit damals verändert
Das alte Schloss ist nicht mehr verweist
Doch die Vampire sind verreist
Du suchst sie in den dunklen Wäldern
In Wasserschluchten und Steinbrüchen
Und in den silbernen Mondnächten
Hörst du ihr schreien und ihr Ächzen
Wieder trinkst du Blut in den Nächten
Die Welt des Scheins wird dich wieder ächten
Doch wahres Sein hat seinen Preis
So laut rufst du nach den Vampiren
Sie werden deine Schreie hören
Knete den Lehm vergangener Tage
Wirf ihn auf des Lebens Töpferschale
Starrst in die funkelnden Gestirne
Die in dich brennen die Gesetze
Denen du folgen musst bis zum letzten.

hukwa

Wesen der Nacht

Du Wesen der Nacht aus lang vergangener Zeit
Was sind wir uns so gleich
Ich schlaf in des Mohnes roter Daune
Mein Geist ist betäubt vom Saft der Alraune
Bin ich der Geist des milden Schlafes
Mit starken Kräften ohne Ihresgleichen
So tue Geliebte ich mit leisen Schritten
Allmählich mich zu deinem Lager schleichen
Wo ruhelos wir Stund um Stund verbringen
Bis Morgenröte bleich im Osten dämmert
Wie seelig du mein Kommen grüßt
Nur ich vermag dich zu Erquicken
Nur ich hab Macht die Qual dir zu Entrücken
Am Tag tun sich um dich die Kränze des Vergessenes winden
Und doch so zärtlich deine heißen Schläfen schmücken
Des Nachts jedoch darf ich an deinem süßen Busen weilen
Brünstige Nächte unsere beider Seelen heilen
Bis sich die Schleier vor dem Tag zerteilen.
hukwa

Mittwoch, 25. Januar 2012

Arabischer Frühling

Die alte Nacht ist vorüber gegangen und
Am Morgen lag ein leichtes Flimmern von Schnee im Garten
Der Dompfaff im laublosen Geäst der Erle
Ist in tiefe Meditation versunken
Als spüre er das starre Maß der Zeit
Dem erblühen eines neuen Tages
Mit der Hoffnung auf eine Welt schöner Träume
Die sich im hoffnungsleisen Piepsen
Der Meisen aus dem Dickicht
Wiederspiegeln
Wiedersprechen
Die zehn Uhr Nachrichten
Im Radio
Es ist immer das selbe
Irgendwo versucht ein wahnsinniger Diktator
Die Freiheit tot zu schießen
Aber die Freiheit schießt zurück
Und das hoffnungsleise Piepsen der Meisen
die das Frühjahr ahnen
klingt an diesem Morgen wie eine Sinfonie in meinen Ohren.
hukwa

Draußen vor der Tür

Wie der Mond sich Nachts im Wasser des Teichs wiederspiegelt
Ist dein Lachen nur ein Echo
Im Fluss der Tränen
Den du am Tag leugnest
Und der dir in den Nächten bis zum Hals steht
Was sich vermischt mit dem Schweiß in deinem Angesicht
Ist die kleine Hoffnung
Auf ein wenig Glück und Zufriedenheit
Aber die Wächter des Wohlstandes
Die Götzendiener des Mamom
Teilen nie
Für sie sind deine Tränen nicht echt
Sondern einfach nur das Echo
Ihrer bewussten Willkür.
hukwa

Dienstag, 24. Januar 2012

Schwarze Flamme

Schwarze Flamme im kupfernen Raum
Willkommen mir
Wie Gruss aus ferner Heimat
Träume aus Kindertagen
Schwarze Liebesflamme
Sanduhr aus Zeit gewoben
Bin ich in meiner Schau
So oft
In der Erinnerung zu Haus.
hukwa

Montag, 23. Januar 2012

Sichtbar

Es ist der Versuch die Erinnerung zu heben
Aus den Angeln der persönlichen Zeit
Es ist die Suche nach dem persönlichem
Zauberwort
Das mehr ist als nur
Zahlen und Figuren
Wenn sich die Eigenzeit mit der Weltzeit verbindet
Erscheint der Moment wo ein Gedicht
In die Welt entweicht
Und das Unsichtbare Sichtbar wird.
 hukwa

Sonntag, 22. Januar 2012

Lemminge

Hinter mir Lemminge
Über mir Krähen
Es ist der Morgen nach der Frühjahrs Tag und Nachtgleiche
Ich beobachte den Krähentanz
Die Vögel lassen sich tragen
Von dem starken Wind der über das Land fegt
Mir ist es als erkenne ich
Die wahre Richtung ihres Fluges
Immer sind sie Unterwegs 
Zu neuen Vogelgalaxien
Mein Blick bewegt sich von den Wolken zurück zur Strasse
Die bevölkert ist mit einer
Horde von Lemmingen
Auch an diesem Morgen
Eilen sie zielstrebig dem Abgrund zu
Sie setzen ihre Mechanismen in Bewegung
In der Vorfreude auf ihr sinnloses Tun
Zertreten sie Oberflächlich die Schnecke
Die Mühevoll versucht den Bürgersteig zu überqueren
Gefangener Geist einer lächerlichen Wohnzimmerethik
Leben sie im Mysterium einer Scheinwelt
Singen eine Ode auf die Ökonomie
Die Jungen unter ihnen sind wie die Alten
Ohne geistige Elastizität
Ihre seelische Struktur ist verkarstet
Wie die alte plumpe vom Rost überzogene Schraube
Im Dreck des Straßenrandes
In solchen Leben gibt es keine Geheimnisse
Nur materialistische Offenbarungen
Sie fahren über die Strasse
Sie wandern über die Bürgersteige
Eine Horde von Lemmingen
Robotische Zwitter eines 
Urbanen materialistischen Zeitgeistes
Ich wende meinen Blick von ihnen ab
Kehre zurück in die Höhe zu den Krähen
Die ein Stück Fleisch dieser Erde sind     
In mir spüre ich die Elastizität einer Schlange
Die sich geschickt durch das System windet. 
Genau wie die Schlange
Weiß ich um die Göttliche Struktur in meinen Genen
Die Vivisekteure werden sie nie entdecken
Handelt es sich doch um die feinste Form von Sein
Fern allem Seienden
Dem kleinsten Teil aller Teilchen 
Sein Inhalt
Ist die Seele des Universums
Jener Punkt wo
Seele und Geist aufeinander treffen. 
Ich genieße den Geruch und das
Zuckende Fleisch der
Shakti Kali
Tanze mit ihr den universellen Tanz
Ihre klirrende Halskette aus Schädeln  
Sind der Urgrund jeder Sphärenmusik 
Ihre planetare Sprache
Übermittelt mir der säuselnde Wind
Auf dem Rücken meines Delphins 
Durchquere ich die Dimensionen
Meines Geistes 
Begleitet vom zuckenden und bebenden Leib
Der Erdmutter und Allgöttin
Der Shakti Kali.
So laufe ich durch die Wälder 
Ein sanfter Wind rast durch die Baumwipfel
Knorrige Äste
Harzige  Kiefernzapfen  
Altes Laub 
Spür ich unter meinen Füßen
Ich bin Teil der Ouvertüre des aufbrausenden Waldes 
Die Musik der Wälder macht mich
Innerlich erbebend
Und ich spüre wie es ist
Als Buchenblatt
Durch Zeit und Raum zu Schweben.

hukwa

Samstag, 21. Januar 2012

Steinsprache

Zeit gebannt im Stein des Morgens
Die Sätze wie Kiesel in deinen Adern
Hebt sie der Ostwind
Das sie fliegen in das Echo ihrer Vergangenheit
Steinsprache
Verborgen im Keilflug der Wildgänse
Ruht der Geist Orpheus
Im harten Kiesel dichterischer Phantasie.
hukwa

Ausgestoßen

Zersplitterte Zeit
setze ich sie zusammen
aus dem Gewebe meiner Erinnerungen
suche meinen Schatten
denn ich vor langer Zeit verlor
er hilft mir
das ich kein Heimweh bekomme nach der Herde.
hukwa

Freitag, 20. Januar 2012

Waldpfad zur Burg Wilenstein

Es scheint als schweigt der Weg im tiefen Traum
Waldeinsamkeit umhüllt die alte Burg
Im Dickicht am Burghang raschelts
Als ging ein weißes Fräulein durchs Gebüsch
Als hielten zur Mittagsstunde die Götter hier Gericht

Ein dusterer Pfad führt hoch zu den verfallenen Mauern
Durch grünes Bollwerk führt der alte Weg
Dann endlich bei der Burg angekommen
Hat man in sich das Gefühl
Als sei man einem Schatten etronnen.
hukwa

Heimat dunkler Träume

In den kupfernen Räumen
Wohnen die dunklen Träume
Hier werfen wir den goldenen Ton
Auf die Töpferscheibe der Gezeiten
Hier lesen wir im silbernen Buch
Märchen für große Kinder
In den kupfernen Räumen
Begegnen wir der scharlachroten Frau
Hier werfen wir die alten Runen
Reisen mit schwarzen Schwänen
Zur Apfelinsel Avalon
In den kupfernen Räumen
Werden die dunklen Träume
Ins All hinein geträumt.
hukwa

Donnerstag, 19. Januar 2012

Flucht

Ich kann sie nicht mehr sehen
Die Lüge die auf eurem Antlitz steht
Darum muss ich fliehen
Ins Innerste
Wo purpur rote Rosen blühen
Dort wo ganz unbeirrt
Von keiner Lüge geblendet
Zur Poesie hin
Meine brennende Seele sich wendet
Dort wo der Geist
Geprägt hin auf sein Ziel
Ins Unerschlossene dringen will
Und ohne Leidenschaft und Qual
Trete ich heraus aus längst beschlossenem Spiel
Denn Lügen abgekehrt
Die euer Antlitz ziert
erschau ich nur ein einzig Ziel
Das Innerste
Wo purpur rote Rosen blühn.
hukwa

Mittwoch, 18. Januar 2012

Traumwörter

Das Adernetz der
unausgesprochenen Sätze
schlitze ich auf
heraus quellen
Wörter
Traumwörter
als weine der Mond
in der frühe der Nacht
ziehen die Wolken schneller
verdeckt der Atem der Gestirne
die Träume.
hukwa

Der rote Kater

Die Nacht dämmert auf
wenn der Mond
denn schwarzen Himmel beschwört
Dann gehe ich Pfade die sonst niemand läuft
Mein Herz schlägt schneller
In des Vollmonds unendlichen Schein
Ich bin allein im Wald
Die Erinnerung ist wie ein grünes Einhorn
das sich mir einst für kurze Zeit offenbarte
Die silberne Nacht von damals
kehrt wieder in der Zeit
Wenn der Fliegenpilz neben der Birke steht
Einsame Waldnacht
Stiller Vollmond
Ein Kind sucht seine Stimme
Plötzlich tritt aus dem Gebüsch
ein rötlicher Kater.
hukwa

Sinfonie

Fliege Seele
mit der Libelle
über Teiche und dunkle Waldwooge
kehre zurück
bring mir
das Konzert der Frösche
Als Sinfonie der Erde mit.
hukwa

Das Gedicht am Morgen

Jeder neue Tag beginnt
mit einem Gedicht
sie sind reinigend und heilend
in dem ich das Gedicht der Welt gebe
bekomme ich den Abstand zu den Abwässern
einer morschen Zivilisation
Gedichte ummanteln mich und
schenken mir Wärme
Ich werfe sie wie ein Speer
in eine Welt zu der ich immer mehr Abstand bekomme.
hukwa

Dienstag, 17. Januar 2012

Freund meiner Kindertage

Hier stand einst ein alter Holunder
Freund aus der Kinderzeit
Doch frevler Hände brachten
Über dich den Entscheid.

Ich hör noch dein raschelndes Lied
Das der Wind durch deine Blätter trug
Schau noch das Licht das klare
Das täglich in deiner Krone stand.

Du Freund meiner Kindertage

Ein morscher Stumpf erinnert
An dein weißglänzendes Blütengewebe
Ein Lebenstraum schlummert
In dem was du einmal gewesen.

Doch wirst du wieder ausschlagen
Frucht an deinen Zweigen tragen
Ein anderes Kind wird unter deinen Schatten lagern
Einen neuen Lebenstraum leben.

Du Freund meiner Kindertage.

Moment in der Zeit

Sanft fällt das Mondlicht in den Garten
Die Landschaft scheint verwandelt
Im Eiskleid stehen Birke Pappel und Erle
Der Waldkauz schweigt
Noch ruht das Dorf mit ihm Geschwätz und Lärm
Mit eisigen Zehen steh ich auf dem Balkon
Starr hinein in den wandernden Mond
Für einen kurzen Moment öffnet sich die alte Zeit
Deren Gefangener ich bin
Einem Kälteschauern folgt ein Welt Bedauern
Der Mond wandert leise davon.
hukwa

Montag, 16. Januar 2012

Fukushima

Hier stehen die Häuser
darinnen stehen noch die Möbel
an der Garderobe hängen noch die Kleider
auf dem Tisch steht noch das Geschirr
Hier steht das Bücherregal
darinnen sind noch die Bücher
Dort ist das Kinderzimmer
auf dem Boden liegen noch die Spielsachen
Da ist die Küche
in den Schränken stehen noch die Konserven
Hier ist der Geräteschuppen
mit Gartenwerkzeug und Rasenmäher
Fünfzig Kilometer weiter steht noch das Atomkraftwerk
es strahlt immer noch.
hukwa

Sonntag, 15. Januar 2012

Gefräßigkeit der Städte

Die Einsamkeit die ich suche finde ich nur in den Wäldern. Hier treffe ich jene Weite an die ich benötige um der inneren Enge die uns Menschen manchmal überkommt zu entfliehen. Ich habe nie die Städte gemocht und mein Leben spielt sich seit meiner Kindheit, seit meiner Geburt, auf dem Lande ab. Spielen ist der richtige Ausdruck für die Art von Leben wie ich es bevorzuge. Das Leben sollte etwas spielerisches an sich haben weil der Ernst und die einfache Vernunft etwas ist, was uns immer begleitet und zuviel davon lässt uns wie Schauspieler wirken die in einem billigen schwarz-weiß Streifen eine Rolle spielen. In den Städten laufen nur schwarz-weiß Filme, besser schwarz-grau Filme den die Stadt frißt alles auf was weiß ist und spukt es in Grautönen wieder aus. Also meide ich die Städte ihre Gefräßigkeit ekelt mich an. Denn ganzen Tag frißt die Stadt. In jeder Minute ihres elenden Daseins giert sie nach dem letzten freien Fleck Natur vor ihrer Tür. Die Stadt ist ein Leviathan, ein Kronos der seine Kinder frißt.
hukwa

Aber die Wälder waren so weit entfernt

Die Wolken am grauen Himmel waren gefärbt wie
gelblich übelriechender Pernod
der Regen fiel wie dickes Öl herab
Die ganze Stadt erschien wie ein riesiges Schlachthaus
Ihre Bewohner liefen umher als warteten sie sehnsüchtig darauf das endlich
der Metzger vorbeikam und den
Schussapparat ansetzte
Der geruch von Chaos und Stagnation lag wie
Nebel in den Strassen und aus einer
dreckigen Kneipe
klang der Fetzen eines Bob Dylan Liedes an mein Ohr:
"Zu wissen die Lebenden nachzuahmen
ist Hohn
die Toten nachzuahmen ist Raub"
Was bleibt euch noch dachte ich
Aber die Wälder waren so weit entfernt.
hukwa

Samstag, 14. Januar 2012

Dichtung und Traum

Orphische Dichtung ist imaginär. Sie kommt nicht durch Abbildung zustande sondern durch Vision. Für Proust war die maßgebliche Kraft des Dichters der Traum, also die realitätsüberlegene Phantasie. Über den Traum gewinnt der Dichter seine "Bilder", die er dann mit der ihn umgebenden Realität verbindet.
hukwa

Freitag, 13. Januar 2012

Abends am Fenster

Noch einmal seh ich hinaus
eh ich das Fenster schließe
Erfreu mich der alten Buche
die still im Mondlicht steht.

Das Kirchlein steht so still
Im dustern Mondschein flackern
Als stehe dort ein Schiff
gestrandet auf blutigem Acker.

Im seltsamen Licht dieser Nacht
wird alles zum grauen Riff
Ein wunderliches Schiff
segelt im Mondlicht.

Der spitze Kirchturm ragt
gleich einem schlanken Mast
tief in das dustere Licht
Wohin bevor es tagt
Trägt es mein altes Ich
Egal
Die Seele wacht.
hukwa

Wir sind das Wild...

Wir sind das Wild in seinem Revier
Blaue Mutterkörner
Im goldenen Getreide
Wir werden Erde für seine
Goldene Grabgabel sein
In seinem kupfernen Kelter
Werden wir Lebenswein.
hukwa

Donnerstag, 12. Januar 2012

Grüner Traum

Tiefer lauf ich in die Wälder
Hinein schlüpfend wie ein Tier
Geh ich durch des Dickichts grüne Tür
Hinter mir die grauen Städte
Such ich auf den grünen Wald
Rindengleich fühl ich nun meine Haut
Bin allein nun mit der Dohle
Mit der Unke und dem Specht
Werf die Silbermünze lächelnd
In das dichte Eibengeäst
Seh die Signatur der Bäume
Lausch des Baches Wasserschäumen
Bin allein mit meinen Träumen
Lange will ich hier verweilen
Fern den trostlos urbanen Räumen
Hier in tiefster grüner Stille
Weiß ich um mein Glück alleine.
hukwa

Mittwoch, 11. Januar 2012

Wortwind

Ich suche den Ort
Ohne Streit und Hass
Getrieben vom Wortwind
Segle ich dahin im Meer der Sätze
In der Nußschale Poesie.
hukwa

Poesie
Wahrnehmung
Falter
Unterwegs zur Unendlichkeit.
hukwa

In jedem Fallen liegt ein Halten

Sanft fallen nun
Des Herbstes bunte Blätter
Und in den Baumeswipfeln
Flüstern die leisen Winde
Die dürren Äste knacken
Der Schwarzspecht ruft
Wie dunkle Schatten fallen
Die Krähen in die Äcker
Und doch ich spürs
In diesem fallen
Ist auch ein halten
Wie Hände falten
Und in den Hecken dort am Hang
Wo die Drossel im Frühling immer sang
Stehn stoisch die roten Hagebutten
Und warten und sehen
Des Herbstes trauriges Fallen
Und wissen
In jedem fallen liegt ein halten,
hukwa

Montag, 9. Januar 2012

Mit einer silber Münze unter der Zunge

Immer lief er mit einer
Silbermünze unter der Zunge umher
So starkbeschwingt sein Schritt als blühe
Hyperions ewige Rose in seiner Seele
Kein Lachen und Gesang suchte er
Wenn in den Nächten der Vollmond bleich am Himmel zitterte
Nicht das der Geisterhauch der Nacht ihn schreckte
Wenn er in den Waldteich starrte unterm Berghang
War es ihm als trinke er die Galle der Hölle
Dann warf er eine Kupfermünze in das Wasser
Die Silbermünze unter seiner Zunge hütete er wie einen Schatz.
hukwa

Samstag, 7. Januar 2012

Spiegel der Nacht

Spiegel der Nacht
Darinnen das uralte Antlitz der Unke lauert
Kalt glänzt der Vollmond im unruhigen Geäst der Birken im Garten
Verloren dein Name in der Zeit
Wer kennt dich noch
Wer wartet noch auf dich
Zerrissene Seele zur Unke geworden
Zauber der Nacht
Verwirrt irrt der Geist durch das Geäst der Birken
In den Spiegel gebannt
Die Mühsal deines Lebens.
hukwa

Freitag, 6. Januar 2012

Blumen der Nacht

Blume der Nacht
Laterne der Poesie
Spiegelbild im Styx
Ein einsames Ich
Im Schrei gegen die Massen
Hängendes Wort
Neun Tage neun Nächte
Im windigen Baum
Raunte Völsupa
Verse in der Sprache
Fern dieser Zeit
Urgeburt
Aus Tausend und einer Nacht
Bin ich Gefangener
Gleich auch Befreiter
Im orphischen Reich.
hukwa

Donnerstag, 5. Januar 2012

Im Haus der Ahnin

Noch fliegen weiße Tauben
durch deine Winterträume
hin zu dem Regenbogenglanz
in das verborgene Reich
zum Land der Kindheit hin
wo Schattenhafte Geister
aus leeren schwarzen Fenstern starren
Noch stehen Häuser in der dunklen Gasse
fern der lügenhaften Existenz der Massen
dort tief im Abgrund deines verlorenen Herzens
wo rein und klar die weißen Tauben gurren
durchhellt der Mond die dunklen Schatten
hier schleicht der Traum sich in die Träume von Andern
und weilt so stumm und rein beim Geist der Ahnen
die Stunden leuchten wie Schmetterlinge auf der Wiese
die Seele fliegt zum heiligen Kinderhain
jetzt weilst du wieder im stillen Haus der Ahnin
wo Aschenschnee in deine Winterträume fällt.
hukwa

Mittwoch, 4. Januar 2012

Schmetterling Sein

Lass uns lauschen dem
wohltönenden Weinen des Windes
Wenn er sich in den Nächten am Fenster bricht
Denn nun da die Stunde des Träumens naht
Leg ab den Echsenpanzer des Tages
Jetzt wachsen die Schatten in dämmernden Lichtfall
rot flackernder Kerzen
deren Flammen uns erzählen vom
Schmetterling seiner Raupe und dem Sein.
hukwa

Dienstag, 3. Januar 2012

Verborgenes Ich

Ruhend im Tagtraum der Nächte und im
Nachttraum der Tage
Schwebend in der wässrigen Einsamkeit
Verschollener Tage
Kein Schatten
Keine Maske
Nähert sich der Zeit
Die der Masse entflohen ist und wie ein
Licht die Dunkelheit durchbricht
Rätsel des Daseins das sich in
Versen erbricht
Sanftes Gras knisternd im Licht
Gefunkel erstrahlt in irdischer Schwere
Im Schatten der großzügigen Morgenröte lebt
Verborgen das einsame Ich.
hukwa

Montag, 2. Januar 2012

Befreiung

Es sind die Fesseln die uns fest umschlingen
ein ahnendes Sehnen
das sie sprengen kann
wenn dann die Schleier fallen
wird alles zu Zeichen
dann blühen wir auf
obwohl wir Erbleichen.
hukwa

Sonntag, 1. Januar 2012

Wanderer

Letzte Schranken
einer Welt
entleerter Sinne
schwimmen wie Bojen
im endlosen Meer des Bewusstseins
lass fallen die Worte und Sätze
die nichts sind
als
Schatten und Klagen
im Kerker der Sinnlichkeiten
Schlag eine Bresche in die Nacht
damit du wandern kannst
durch die Zeiten deines Lebens
einen kurzen Blick werfend
in den versteinerten Schoß der Erde
die sich nach ihrer verlorenen
Jungfräulichkeit sehnt
so wanderst du weiter
durch die Einöden
einer ausgehöhlten Gegenwart
immer auf der Suche
das zu finden
was die Anderen übersehen
die gefesselt sind
im Sumpf der Vergnügungssucht
so gehst du nicht mehr über Brücken
weil du selbst eine geworden bist.
hukwa