Dienstag, 3. Februar 2015

Über das pfälzische Märchen

"Wenn in einer klaren Mondnacht die Wolken ziehen und abwechselnd Licht und Schatten auf das Land fällt, scheint die alte Riesenwelt der Sage neu entstanden."
So schrieb im Jahre 1857 August Becker in "Die Pfalz und die Pfälzer."

Wer das Reich des Märchens und der Sage betritt, hält Einkehr ins Land des Wunderbaren. Auf den ersten Blick scheint es, als begegne man einer Welt des traumhaften und der Unwirklichkeiten, doch ist jenes Reich des Märchens und der Sage nicht nur folkloristische Erzählung, sondern durch jahrhundertelange mündliche Überlieferung, auch unmittelbare Erfahrung der Menschen einer Region.
In alter Zeit versuchten die Menschen über die Märchen und Sagen ihre Umgebung zu deuten, sie zu benennen, ja sie zu erforschen und zu verstehen. Da das einfache Volk des Schreibens nicht kundig war, blieb ihm zur Aufbewahrung von Geschichte nur die mündliche Überlieferung. Durch psychologische, phantastische, historische und soziale Einflüsse entstanden im Laufe von Jahrhunderten und Jahrtausenden die Märchen und Sagen der Menschheit. Durch neue Ereignisse, durch Vermischung mit fremden Mythen kennen wir sie in ihrem jetzigen Gewand. 1893 bereits kannte man 344 Versionen des „Rotkäppchen“ Stoffes. Die Märchenforschung stellt seit jeher die Frage nach einer „Urform“ des Märchens, doch was man findet, sind letztendlich nur "Vorformen", die sich in unsere Zeit hinüber gerettet haben. Die Grundmuster des Volksmärchens sind auf der ganzen Welt so ziemlich die gleichen. Für die Gebrüder Grimm war das europäische Sagen- und Märchengut tief verankert im germanischen Glauben, sie sahen in ihm ein Zersetzungsprodukt der altgermanischen Mythen.
Im pfälzischen Märchen finden sich viele Einzelheiten die der keltischen Sagenwelt entnommen sind. So etwa der Bezug zu Bäumen und Höhlen oder das Schwert, der Hirtenstab und vieles mehr.
Die Pfalz ist sehr Burgenreich und etwa um das zehnte Jahrhundert begann die große Zeit der umherziehenden Sänger, Spielleute und Possenreißer. Im zwölften Jahrhundert hatte der Ritterroman seine Blütezeit, aus ihm wiederum flossen Teile in die bereits vorhandenen Märchen der verschiedenen Regionen. In den abgelegenen Burgen und Schlössern des Pfälzerwaldes waren fahrende Sänger und Märchenerzähler eine stets willkommene Abwechslung. Mit ihnen erhielt auch das pfälzische Märchen seine heutige Form. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass jedes Märchen einen wahren Geschichtskern enthält. Vor allem das pfälzische Märchen, in dem Sage und Märchen oftmals ineinander fließen. Das "Urmärchen" beruht also auf einer tatsächlichen Begebenheit und es wurden immer wieder neue Handlungen hineingedichtet.
Ohne in Gefahr zu laufen sich in äußerste Abstraktionen zu verirren, dürfte es auch als erwiesen gelten, dass viele Märchen ihren Ursprung in den frühen Ackerbauenden Gesellschaften haben, also bis ins Neolithikum reichen. Vor allem jene Überlieferungen bei denen es um weiße Frauen und Hexen geht.
Wohl werden mit jeder neuen Geschichtsepoche, ja mit jeder neuen Generation, dem jeweiligen Märchen neue Inhalte mitgegeben. Das Märchen, wie wir es heute kennen, ist nicht nur die Erzählung eines einzelnen Volksstammes, in Märchen und Sagen sammeln sich regelrecht Geschichten der Geschichte an.
Märchen und Sagen einer Landschaft sind Teil der Heimat und Volkskunde einer Landschaft. Sie sind die „Kinder“ dieser Landschaft. Heinrich Zimmer schrieb einmal: „…sei es in den großen Epen eines Homer oder Vyäsa oder in den entzückenden kleinen Geschichten der Volksmärchen. Sie sind die ewigen Orakel des Lebens. In jedem Zeitalter müssen sie neu befragt, neu um Rat gebeten werden“.

Die Märchen und Sagen einer Landschaft sind die Stimme dieser Landschaft. Sie berichten uns von Bergen, Steinen, Quellen, Burgen, Bäumen und Höhlen die sich in ihr befinden. Wenn wir uns heute nach Unterhaltung sehnen, genügt ein Mausklick um in irgendein Computer Spiel einzusteigen. Nichts gegen diese moderne Technologie, die zweifelsohne eine Errungenschaft ist wenn man mit ihr umgehen kann, sie gehört schließlich in diese Welt. Doch die Geschichte, also die Märchen und Sagen einer Landschaft gehören ebenso in unsere Welt. Das virtuose und nicht überschaubare Reich des Internets ist zweifelsohne die wichtigste Erfindung des 21. Jahrhunderts und wir müssen unsere Kinder sorgfältig hineinführen, doch sie dürfen die Gaben die uns unsere lebendige Erde täglich schenkt darüber nicht vergessen. Dazu gehören die Märchen und Sagen der Landschaft in der wir leben. Diese gehören zu unserer Heimatgeschichte. Gerade durch das Märchen und die Sage, die an einen bestimmten Landstrich gebunden sind wird uns klar, dass Heimatkunde keine Einzelwissenschaft ist, denn sie berührt durch die Erfassung der Beziehungen des Menschen zu seinem Lebensraum fast alle Wissensgebiete. Und weil sie auf einen Wirklich-keitsausschnitt gerichtet ist zieht sie eine Fülle von Einzelwissenschaften an sich. Erwähnen braucht man nur die Geologie, die Biologie und die Sozialkunde. Die Heimatkunde ist vielleicht die letzte Wissenschaft in der ähnlich wie in der praktischen Philosophie noch das Ganze lebt. Es war gewiss kein pädagogisches Glanzstück als man vor vielen Jahren die Heimatkunde als Schulfach verabschiedete.

hukwa

Freitag, 30. Januar 2015

Kindheit und Natur oder eine Kindheit ohne Terminkalender

Wenn ich am frühen Morgen aus dem Fenster schaue, sehe ich Kinder, die in die Schule und den Kindergarten laufen. Viele dieser Kinder werden schon morgens gegen 7.00 Uhr in der Schule oder im Kindergarten abgegeben. Die meisten erst gegen 16.30 am späten Nachmittag abgeholt. Es sind die Kinder einer turbokapitalistischen Leistungsgesellschaft. Eltern die für ihre Kinder keine Zeit mehr haben. Diese Kinder leben meiner Meinung nach eine Kindheit aus zweiter Hand. Was ist da noch viel vorhanden von Kindheit? Gewiss, Zeiten und Begriffe ändern sich, doch die Seele des Kindes, leidet unter solch einem Stress. Nur damit es einem materiell besser geht, muss man nicht die Seele seines Kindes verkaufen. Wer solches seinem Kind antut ist ein Seelenverkäufer!
Alexander Mitscherlich schrieb einmal: „Warum werden unsere städtischen Kinder nicht wie Kinder von Menschen behandelt, sondern wie Puppen oder Miniaturerwachsene, von infantilisierten Erwachsenen umgeben, deren städtische Vorerfahrungen sie dermaßen beschädigt haben, dass sie schon gar nicht mehr wissen, was der Mensch vom 6. bis zum 14. Lebensjahr für eine Umwelt braucht.“
Vor lauter Kindergarten, Schule und Kursen haben Kinder heute fast keine Freiräume mehr um sich seelisch zu entwickeln. Kindheit besteht heute vorwiegend aus Aufgaben und Pflichten. Und ist einmal ein Stückchen „Freiheit“ vorhanden, verbringen sie diese meist vor dem Fernseher oder in einer digitalen Traumwelt fern von jeglicher Authentizität.
Wie wichtig zum Beispiel Natur für Kinder ist, begreifen auch viele Eltern nicht mehr, weil diese selbst in einer geisttötenden Entfernung vom Naturbegriff leben.
Jeder Erwachsene, der in seiner Kindheit ein naturverbundenes Leben führen konnte, wird sich mit Wehmut daran zurückerinnern. In dem Wissen, dass Natur ihn geprägt hat und sein Naturbegriff ist bestimmt positiv.
Wegen des Wettbewerbs in unserer Ellenbogengesellschaft werden Kinder in die Ganztagsreservate von Schule und Kita gesteckt. Und all dies unter dem Deckmantel einer fürsorglichen und einzig richtigen Pädagogik. Setzen wir dieser nicht gerade kinderfreundlichen Pädagogik einige Zeilen aus dem Buch von Janusz Korczak entgegen, „Wie man ein Kind lieben soll“:

„Das Kind, das du geboren hast, wiegt zehn Pfund. Davon sind acht Pfund Wasser und je eine Handvoll Kohlenstoff, Kalk, Stickstoff, Schwefel, Phosphor, Kalium und Eisen. Du hast acht Pfund Wasser und zwei Pfund Asche zur Welt gebracht. Und jeder Tropfen dieses deines Kindes war einmal Dunst einer Wolke, Ein Schneekristall, Nebel, Tau,ein Bach und das Abwasser eines städtischen Kanals.Jedes Atom Kohlenstoff oder Stickstoff war einmal Bestandteil von Millionen verschiedener Verbindungen. Du hast nur das alles zusammengefügt, was schon vorhanden war. Die Erde schwebend im unendlichen Raum. Ihr naher Gefährte, die Sonne, fünfzig Millionen Meilen entfernt. Der Durchmesser unserer kleinen Erde, das sind nur dreitausend Meilen feurig glühender Masse mit einer dünnen, in einer Mächtigkeit von zehn Meilen erstarrten Schale. Auf dieser dünnen, mit Feuer erfüllten Schale, inmitten von Ozeanen, eine Handvoll festes Land. Auf dem Land, zwischen Bäumen und Sträuchern, Insekten, Vögeln, Tieren wimmelt es von Menschen. Und unter den Millionen von Menschen hast du noch ein – ja was denn? - Hälmchen, ein Stäubchen zur Welt gebracht, ein Nichts. Aber dieses „Nichts“ ist ein leibhaftiger Bruder der Woge im Meer, des Sturmwindes, des Grases, der Eiche, der Palme – des Gelbschnabels im Vogelnest, des Löwenjungen, des Füllen und des kleinen Hundes. In ihm ist etwas, das empfindet, untersucht – duldet, begehrt, sich freut, liebt, vertraut, hasst, - glaubt, zweifelt, an sich zieht und abstößt. Dieses Stäubchen umfasst mit seinen Gedanken alles: Sterne und Ozeane, Berge und Abgründe. Und was ist dieser Inhalt der Seele anders als das All, nur ohne Dimensionen.“

hukwa

Dienstag, 27. Januar 2015

Pegida oder die ewig antrainierte Fremdenfeindlichkeit

Das Fremde            Die Fremden


In letzter Zeit werde ich oft in Gespräche einbezogen in denen meine Mitbürger über die vielen Fremden die in unser Land kommen diskutieren. Diese Diskussionen werden unterschiedlich geführt - zum Teil kritisch, zum Teil unkritisch, zum größten Teil sehr pauschal.
Ich selbst bin kein analytischer Kopf und noch weniger ein Systematiker, auch liegt es mir nicht Gedankenketten zu stricken, ich unternehme lieber Gedankensprünge. Wenn ich nun einen solchen unternehme, vielleicht ins Jahr 2050 ist mir klar das sich die Welt verändern wird, sie steht schließlich in einer ständigen Veränderung.
Das Land, der Ort in dem ich lebe werden sich verändern, ein Ziel der Geschichte ist schließlich die Veränderung.
Wir werden immer mehr auf die EINE WELT zustreben, Grenzen werden fallen, die Menschen werden enger zusammen leben.
Die meisten der Fremden die zu uns kommen flüchten vor Elend und Krieg. Wenn wir nun die Geschichte als Zeuge aufrufen erfahren wir das einst hunderttausende von Pfälzern immer wieder in die Fremde aufgebrochen sind weil sie vor Krieg und Elend flüchten mussten. Dieses elend und diese Kriege haben letztendlich dazu geführt das wir Heute eine funktionierende Demokratie besitzen.
Jene die in unserer Zeit vor Kriegen und Elend flüchten müssen, können wir nicht Aussperren, wenn sie an unsere Türen anklopfen. Nicht nur weil wir durch unsere Geschichte verpflichtet sind, sondern vor allem weil wir durch unser Mensch Sein verpflichtet sind.
Humane Menschen sind wir erst wenn wir uns mit der ganzen Menschheit verschwistert und verbrüdert haben.
Als Menschen können wir die Gegenwart, die Realität in der wir leben und den oft verdunkelten Weg in die Zukunft denn wir gehen müssen nur durch ein kritisches Verständnis unserer geschichtlichen Vergangenheit erkennen und begreifen. Wir müssen unsere Geschichtlichkeit, die wir ja alle haben auch immer vor Augen haben, denn nur so erlangen wir eine Identität. Diese brauchen wir um uns selbst die Frage zu beantworten, welche neue Werte und Ziele an die Stelle der alten und unhaltbaren treten können. Was bedeutet dass wir uns umorientieren müssen. Wir müssen lernen das Fremde und die Fremden aus einem Blickwinkel zu sehen dem nicht mehr die Aura des Misstrauens übergestülpt ist.
Es ist leider so: es gibt in unserem Land eine Art Dauermobilmachung und antrainierte Vorurteilsbereitschaft gegen jene Fremden die bei uns um Asyl bitten.
Obwohl wir Deutsche ein Reiselustiges Völkchen sind bringen wir nach dem Urlaub als Souvenir unserer so ausgedehnten touristischen Expeditionen kein Solidaritätsgefühl für die Elenden und Gehetzten dieser Welt mit.
Man reist global doch in der Heimat denkt man völkisch.
Wir haben unsere Demokratie im Laufe einer dunklen Geschichte – über die Joyce einmal aussagte sie sein ein einziger Alptraum – schwer erkämpfen müssen. Ein Gebot der Demokratie ist dass man die demokratischen Errungenschaften weiterreicht, das man sie teilt und anderen zugänglich macht. Um diese Freiheit und Demokratie als Individuum leben zu können, müssen wir lernen uns zu Bescheiden, damit auch jene an ihr Teilhaben können die Demokratie bisher noch nicht leben konnten.
Denn Demokratie ist nicht nur die Freiheit einiger Einzelner sondern sie muss zur Freiheit ALLER werden.
hukwa


Freitag, 23. Januar 2015

Über Freiheit und Demokratie

Um Freiheit und Demokratie leben zu können müssen wir lernen uns zu bescheiden, damit jeder 
Teil - Haben kann, den Demokratie ist nicht nur die Freiheit des Einzelnen sondern die Freiheit Aller.
hukwa

Mittwoch, 21. Januar 2015

ER der einem URALTEN BAUM entstieg

In dieser Nacht da der Mond kaum merkbar im Abnehmen begriffen ist und ich von meinem Bett aus Richtung Fenster starre beschließe ich für diese Nacht aus der Wirklichkeit meiner Realität auszuwandern und ohne Rücksicht auf das empirisch Wirkliche mich tief hinein in meine SCHICHTUNGEN zu bewegen und einen BUND mit der NACHT einzugehen ist sie doch die Fürsprecherin der ERINNERUNGEN: Und nun erscheint im
FENSTER ein SPIEGELBILD mir wohlbekannt aus alter ZEIT und schenkt mir den
SCHLAF:
In dieser NACHT da der MOND
kaum merklich im Abnehmen ist stieg ER herab aus der
KRONE eines URALTEN BAUMES
unter der eine NYMPHE im weichen Moose schlief ER wusste sehr gut um die
VERGÄNGLICHKEIT der Tage daher zog ER weiter zu den ewig dunklen Waldseen
an dessen UFER sich die Waldgeister versammelt hatten um zu sprechen über die
FINSTEREN Wünsche unbekannter HERKUNFT
ER wusste das die GEISTER ENTFLOHENE GEDANKEN sind die sich selbständig gemacht haben und nun in der Welt umher irrten verlassen von ihrem GEIST waren sie einzig nur kaltes INTELLEKTUELL die sich Suhlen in den ABWÄSSERN und der KANALISATION einer GESELLSCHAFT die der POESIE den KAMPF angesagt hat.
Doch ER der einem URALTEN BAUM entstieg meißelte seine WORTE in harten STEIN:
Tiefer Fall lautloser Schrei schwebt dahin im TAGTRAUMSCHREIN
kein FLUCHTPUNKT mehr in den VERGIFTETEN PARADIESEN
mit letzter Kraft vorm ABGRUND stehen
kein zurückdenken kein Vorwärts gehen VERSCHOLLEN im NICHTS
ein ICH das keinen Halt mehr hat
kein MORGEN mehr der neu entzückt kein SCHUTZWALL mehr der schützt
Keine HEILIGKEIT die SINN ersetzt
und als er diese Worte in harten Stein gemeißelt hatte wusste ER das ER in ZUKUNFT nur noch in einer versiegelten SPRACHE sprechen und schreiben würde so stieg er wieder hinauf auf seinen URALTEN BAUM versteckte sich in dessen KRONE und ritzte in das grüne FLEISCH des Baumes ein weiteres GEDICHT:
entsiegele nicht die SPRACHE der POESIE sie ist ein MYSTERIUM in ihr VERBORGEN
deine ÄNGSTE
deine FREUDEN
deine DÄMONEN
in ihr VERSIEGELT
das KLEID der POESIE
das SYMBOL
deines LEBENS

Und der Wald versank in GRABESFINSTERNIS den auch der WALD wusste um die VERGÄNGLICHKEIT der Tage und die NYMPHE im weichen MOOS nahm ihren SCHLAF wieder auf und die ENTFLOHENEN GEDANKEN faulten in der DUNKELHEIT des WALDES wie morsche Pilze dahin aber die POESIE ERLEUCHTETE von nun an die
DUNKELHEIT DES WALDES.

hukwa


Samstag, 17. Januar 2015

Offener Brief an die Redaktion „Die Rheinpfalz“

Betreff: Artikel: Vergessen und Verloren – Südwestdeutsche Zeitung vom 9.1.2015.

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion „Die Rheinpfalz“,
leider muss ich nochmals auf den unrühmlichen Artikel von Frau Klag – Ritz zurückkommen.
Viele Trippstadter Bürger haben leider vergeblich auf eine Richtigstellung der Rheinpfalz Redaktion
zu diesem Artikel gewartet, der in unserer Gemeinde große Empörung hervorgerufen hat.
Den kurzen Artikel vom 15. 1.2015 in der Südwestdeutschen Zeitung, kann man ja nicht als Richtigstellung bezeichnen, hier wurde einfach den Lesern Sand in die Augen gestreut. Meines Erachtens ist dies die zweite Mogelpackung zu dem Thema Schlosspark die den Rheinpfalz Lesern verkauft wird.
Heute am Samstag den 17.1.2015 war allemal ein kleiner gekürzter Leserbrief in der Zeitung, mir ist aber bekannt dass mehrere Leserbriefe ihre Redaktion erreicht haben, warum wurden nicht wenigstens einige davon veröffentlicht?
Nun können Sie damit argumentieren, dass man nicht alle Leserbriefe veröffentlichen kann, das ist richtig ABER dann hätte zumindest eben eine objektive Richtigstellung in der Rheinpfalz erscheinen müssen oder die Gegendarstellung von einem Trippstadter Bürger. Dass dies alles nicht geschieht gibt natürlich einigen Menschen zu denken auf.
Warum meine Damen und Herrn von der Redaktion weigern Sie sich so vehement, dass diesem Artikel von Frau Klag – Ritz sein Lügengebäude genommen wird?
Warum stellen sie sich gegen die Wahrheit die eigentlich oberstes Gebot einer Tageszeitung sein sollte?
Sie kennen bestimmt  Artikel 5. unseres Grundgesetzes: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild...." ich denke Sie kennen den Rest.
Wenn nun eine Zeitung eine Falschmeldung bringt, haben dann die Leser, die jeden Monat nicht gerade wenig für ein Abonnement bezahlen, nicht das Recht, dass diese Falschmeldung von der Zeitung widerrufen wird oder dass ein neuer Artikel, der der Wahrheit entspricht, erscheint?
Es hat doch keinen Wert wenn sie versuchen durch geschicktes Textmanöver (siehe Artikel vom 15.1.2015) über Falschmeldungen hinwegzutäuschen.
Nach meinen Erfahrungen mit dem Schlosspark Artikel und der Weigerung der Richtigstellung muss ich persönlich davon ausgehen, dass solches öfters in ihrer Redaktion vorkommt. Damit will ich ganz offen ausdrücken, dass ich bestimmt in Zukunft ihre Zeitung nicht mehr kaufen werde. Da kann ich mir auch ein billiges „Revolverblättchen“ kaufen, da weiß ich wenigstens, dass ich belogen werde.
Eine seriöse Tageszeitung deren Aufgabe es ist, sich in das Tagesgeschehen einzumischen, sollte sich in erster Linie der Wahrheit verpflichtet fühlen.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Wagner
Trippstadt 

hukwa

Donnerstag, 15. Januar 2015

Tagesschild

Alles ist so, wie es ist.
Das ist keine Weisheit,
sondern eine Wahrheit.
Wie kann man dies ändern?
Indem man es ändert!
Aber auch dann
ist alles wieder so, wie es ist. 

Aus dem Zen - Buddhismus

Mittwoch, 14. Januar 2015

WANN ENDLICH LEBEN WIR UNS SELBST

Am frühen Morgen auf dem alten Weg – laufe ich durch die Traumeinheiten der Jahrhunderte
meines Lebens
VERSUNKEN in die Ruhe eines kalten WINTERTAGES unter meinen Füßen knirscht der Schnee der einsame BIRNBAUM am Feldrand erscheint mir wie der frohlockende Rhythmus dieses wunderschönen Morgens
hoch oben in seinen WIPFELN
eine EINSAME alte Krähe
zerzaust ihr GEFIEDER
UNRUHIG ihr Blick und sie will mir sagen
wenn auch der KÖRPER altert sorge dafür dass der GEIST
reine ELASTIZITÄT bleibt dieser frühe Morgen VERGRABEN in unendlicher EINSAMKEIT
erzählt mir etwas über das
MYSTERIUM DES LEBENS nach der PHANTASMORGIE der NÄCHTE
weitet sich in der KÄLTE die SEELE
vielleicht ist sie ja ein eiskalter KRISTALL wartend darauf zu ERGRÜNDEN die
CHIFFREEN der nächtlichen TRAUMGESICHTE doch hier auf dem alten WEG
werde ich zum WÄCHTER meiner TAGTRÄUME in dem ich im TAKT gehe
MIT DEM FLUSS MEINES GEISTES und versuche mein GEHÖR so zu schulen
das ich im Frühjahr das LIED DES NACHTFALTERS hören kann sein GESANG ist
REINE MYSTIK
AM FRÜHEN MORGEN AUF DEM ALTEN WEG LAUFE ICH DURCH DIE JAHRHUNDERTE MEINES LEBENS meine TRAUMEINHEITEN sammelnd
hinein in eine landschaft wo aus den bergeshängen in den nächten rotes wasser stürzt wo in verborgenen höhlen der HORT der ERINNERUNGEN wartet und ich für kurze ZEIT die GALLE MORPHEUS schmecke
ein DÜSENJET saust über mich mit GETÖSE hinweg und PLÖTZLICH noch während des
DURCHBRUCHS DER SCHALLMAUER
weiß ich mit einem MAL
das LEBEN ist SCHÖN und GEHEIMNISVOLL
ich weiß das die ELASTIZITÄT meines GEISTES sich mit jedem ATOM dieser WELT
VERBINDEN
kann wenn ich es nur WILL und SCHAUE hinauf zu dem KONDENZSTREIFEN den das Flugzeug hinterlassen hat
WISSEND
das es seine eigenen APPARATE sind
das es seine eigene ERZEUGNISSE sind die den MENSCHEN
ENTHRONEN
und ihn zu
08/15
machen
und frage mich nun auf meinem ALTEN WEG gehend
wann endlich DURCHBRECHEN WIR
das MUSEUM dieser längst schon VERGANGENEN WELT
WANN ENDLICH LEBEN WIR ALLE
UNS SELBST. 
hukwa

Dienstag, 13. Januar 2015

Beim Beobachten des Mondes oder wie ein Gedicht entstehen kann

Vor einigen Tagen, wir hatten einen wunderschönen Mond am Himmel zog es mich Nachts hinaus in den Wald. Es war recht mild, ich ließ mich unter einer alten Fichte nieder zog mein Notizbuch und schrieb im mystischen Waldmondlicht dieses Gedicht:

Noch ruht die Erde
schwarz und hart gefroren
doch hinter des Frostes strenger Mauer
warten schon die ersten lauen Lüfte
bereiten sich vor die Frühlingsdüfte
die Wolken ziehen wie Silberstreifen
verdecken den Mond
dann geben sie ihn wieder frei
so das im Wechselspiel zwischen
Licht und Schatten 
die Wesen des Waldes so anders erscheinen
tröstend murmelnd und gelinde streichelt
der Wind
die Bärte der Bäume
die grauen Flechten am Stamm
was ist es so still im nächtlichen Wald
Geborgenheit strahlt er aus und Ruh
bevor ich gehe sehe ich noch einmal zur
Mondin
empor
dann gehe ich
bevor ich mich in ihr
verlier.
hukwa


Sonntag, 11. Januar 2015

Was die alten Dinge erzählen - eine Phantasmagorie

Sieh nur wie die alten Dinge erzittern im letzten roten Licht der untergehenden Sonne
Alles hier ist alt selbst der kleine Faun der in der Schublade der Wanduhr schläft
Draußen wütet der Techno Gott Hier aber wohnen die Götter der Zeit Das Ölbild mit
dem goldenen Tal von Nemi dessen Rahmen von den Würmern durchlöchert ist
ist eine Pforte für Träume Hauch ihnen Leben ein wie einem Golem geformt aus
Kautschuk und Maismehl Schick ihn los er wird dir die Pflanzen bringen aus Anchitos
die du so sehr begehrst Doch verlasse nicht den Raum mit den alten Dingen Draußen
findest du doch nur sterbendes Neues das deine Seele frisst wie der Fisch das Meeresgewürm
Schau in den vergoldeten venezianischen Spiegel aus dem der umnachtete Geist des Kinderfressenden Papst dich anstarrt Doch geh nicht hinter ihn Dort lauert die giftige Arachne
die Wächterin des uralten Raums Nimm dich in acht vor ihr sie nährt sich nicht von Fliegen
Ihr Körper ist weich und zärtlich doch ihr Biss ist tödlich Lege dich für einen kurzen Augenblick auf das grüne Kanapee und beobachte die Spinne an der Decke Fleischig und voller brauner Haaren ist ihr Körper Schau nicht in die Gierigen Augen die dich die ganze Zeit schon fixieren Sieh nur ihre goldenen und silbernen Fäden blinken im roten Licht der untergehenden Sonne Sie wartet
auf die Dämmerung doch vor allem auf die Nacht Aber jetzt schlafe Träume wie Arachne sich mit einem Faden von der Decke auf deine Brust niederlässt Jetzt in ihrer Verwandlung schaust du selbst sie gierig an spürst ihren wollüstigen fleischigen Körper ihren betäubenden Geruch der dich wie in des Mohns heiliger Daune in den Schlaftraum der Phantasmagorie eintreten lässt Jetzt schmeckst du ihre heißen wilden Küsse und spürst in deiner Wollust den giftigen Stachel nicht den sie dir nun unbarmherzig in dein Herz stößt
Nun schlafe fest draußen wacht nur der entfesselte Techno Gott
Immer tiefer wird dein Traumschlaf
Und langsam und zärtlich Sehr langsam und sehr zärtlich umspannt sie dich nun mit ihren Fäden
In Fäden aus Silber und Gold sollst du ruhen So hat sie es für dich bestimmt Nun Träume weiter

Zieh ein ins Land des Schweigens
wo die gefrorene Flamme
den Regenbogen
jede Nacht
aufs Neue entzündet
Lausche
Lausche
den wunderbaren Liedern
die von den alten Dingen ausgehen
vielleicht erkennst du dich ja wieder
als Ton
in
diesen
Liedern.

hukwa

Sonntag, 4. Januar 2015

Neunundvierzig Zitate zur Poesie

1. Für den Dichter gibt es nur ein Gesetz, das Gesetz der absoluten Poesie.

2. Poesie ist Freibeuterei

2. Poesie ist die Selbstverwirklichung des Dichters

3. Poesie ist dass Bedürfnis sich menschlicher zu entwickeln

4. Poesie ist die Entfaltung von Beziehungen von Ding und Welt

5. Poesie gehört zum Urgrund des Sein

6. Poesie ist Gegensatz zur Eindimensionalität

7. Poesie ist Komplexität

8. Poesie ist keine Form von Haben sondern sozialer individueller Prozess

9. Poesie beruht auf Selbstorganisation und Friedensproduktion

10. Poesie ist keine Mode oder Ausnahme sondern Alltag des Dichters

11. Poesie ist Auflehnung gegen alles statische und robotische

12. Poesie ist Entwicklung

13. Poesie ist Sein

14. Poesie ist radikale Lebensform

15. Poesie ist Abstand und Nähe zur Welt

16. dass wirklich Wesentliche in der Poesie geschieht vor dem Wort

17. Poesie ist unmittelbare Konzentration im Brennpunkt des Lebens

18. Poesie ist Ausdruck einer Gesamtheit die wie ein Strom in Intensität mündet

19. im Moment des Entstehens von Poesie offenbart sich in Sein und Zeit die ungeheure Kraft
des Lebens

20. Ein Leben ohne Poesie widerspiegelt die Trockenheit der Seele

21. Poesie entsteht oft in der Abgeschiedenheit, Einsamkeit kennt Poesie nicht, denn sie ist
denn sie ist von solcher Fülle, die Zeit und Raum vergessen lässt


22. über Zeit und Raum hinaus führt Poesie zur Transzendenz

23. Poesie ist wie der Himmel, oft mit dunklen Wolken behangen dahinter aber tut sich die
Unendlichkeit des Kosmos auf

24. Körper und Seele bilden in der Poesie eine Einheit

25. Poesie ist nur möglich durch einen totalen Einsatz ohne Vor- und Rückbehalte

26. dass unser Leben in die Verliese der Finsternis und Unkenntnis geworfen ist,
ist eine lyrische Quelle für Poesie

27. wenn der Poet am Leben scheitert öffnet sich ihm die Welt der Poesie

28. Poesie ist nicht nur das Schreiben von Gedichten sondern das Leben in Gedichten

29. Poesie ist eine vorgefertigte Form um eine Lebensform zu finden

30. Poesie ist das Schauen des eigenen ursprünglichen Angesichts

31. Poesie ist Nichtbeschränktheit von Denken

32. Poesie ist schöpferische Kraft, ist tägliche Neuschöpfung

33. Poesie ist Pflege der inneren Stille

34. Poesie ist Ursubstanz

35. Poesie ist Wandel und Produkt von Selbsterzeugtem

36. Absolute Poesie ist Frei und nichtfrei von der Verwicklung in Dinge

37. Poesie ist unbändige kraft zähmt man sie wird sie zu Kitsch

38. ein leben mit Poesie ist ein Leben in Selbstdisziplin, ist Verwandlungsprozess und
Vervielfältigung des lyrischen Ich

39. Poesie bedeutet Schöpfer der eigenen Gedanken zu sein und nicht deren Opfer

40. Poesie zu Schreiben bedeutet Nackt vor einen Spiegel zu treten

41. jede Erfahrung bleibt unvollständig bis man mit ihr fertig ist, Poesie ist ein Werkzeug dass
unvollständige zu vervollständigen

42. Labyrinth und Chaos sind der Poesie inhärent, wenn Poesie zu leben erwacht
verschwindet das Chaos und der Weg aus dem Labyrinth zur Einheit beginnt





43. die poetische Erfahrung, das erfassen des lyrischen Ich, ist eine Erfahrung im Hier und
Jetzt

44. Poesie ist freie Assoziation im Wissen das ein Ereignis das nächste schon beinhaltet

45. Poesie ist Erfahrung der eigenen Aktualität

46. Poesie ist das Begreifen der eigenen Natur nie das haften an Dingen, denn Poesie nähert
sich der Dichte der Dinge

47. das Gedicht als poetischer Akt, verhält sich zum Werk des Dichters, wie das Einzelbild
zum Film

48. was wir in uns oft als Widerstand spüren kann in der wechselseitigen Beziehung mit
Poesie in kreative Kraft umgewandelt werden

49. das Bewusste und tiefe eintauchen in Poesie schenkt dem Suchenden, ein neues Gefühl
der eigenen Identität und ermöglicht ihm somit Energiequellen zu erschließen, die bisher
still gelegt waren.

hukwa

Andromeda

Soeben verlasse ich die
BEWUSSTSEINSEBENE
jahrelang gelebter
kleinkarierter
ingenieurhafter
DICHTUNG
und begebe mich
in die
spirituellen
ALPHA  -  BEETE
wirklicher reiner POESIE
wir schreiben das Jahr
2015
mein Geist entfernt sich mit Lichtgeschwindigkeit
aus den FESSELN der
GEWOHNHEITEN
hinein in die Welt der
REINEN  POESIE.
hukwa

Samstag, 3. Januar 2015

Persona oder das alte Spiel mit der Maske

Du kleidest dich in MASKEN
und für deine
SAHNETÖRTCHENSTUNDEN
formst du deine Worte
in gesellschaftsfähige
KAFFEEHAUSSPRACHE um
deinem Arbeitgeber führst du täglich
einen neuen Echsenpanzer vor
darunter verbirgst du
deine Illusionen Phantasien und Träume
die darauf warten ins Leben integriert zu werden
DU ZÖGERST SCHON ZU LANGE
jetzt hast du verloren
du bewegst dich auf zerbrechlichem EIS
wenn es bricht
und du aufschlägst
auf dem harten Eis der REALITÄTEN
zersplittert deine Maske
und dein GESICHT
wird zur FRATZE.
hukwa

Freitag, 2. Januar 2015

Seine letzte Short Story

Am frühen Morgen des
2.Juli 1962
kurz nach sieben
seine Frau schlief noch
schlich er sich in sein Arbeitszimmer
ging in die Besenkammer
vielleicht hatte die Sonne Idahos
schon jene wunderbare Färbung
des Indiansummers
den er liebte
ich denke es war kein trüber Tag
er ging an den Gewehrschrank
und nahm sein Lieblingsgewehr
ein mit Silber eingelegte Jagdflinte
aus dem Ständer
er war nicht depressiv
ich kann es mir jedenfalls nicht vorstellen
als er sich beide Läufe in den Mund steckte
noch einmal schaute er hinein in
die grünen Wälder von Idahao
dann drückte er ab
die Explosion riss seinen Kopf vollständig weg
in den Wäldern heulte ein einsamer alter Wolf
das war seine letzte Short Story
seine Stunde hatte geschlagen
er war ein Mann der
nichts
Gott oder der Welt überlassen wollte.
hukwa

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu

Ein Jahresring hat sich geschlossen
ich wünsche euch ALLEN
ein FROHES HARMONISCHES NEUES JAHR
draußen fliegen noch die Krähen und Elstern
Stare und Rotkehlchen sehen wir auch noch
und durch die heimischen Wälder schleicht versteckt
hier und dort noch eine Wildkatze
einmal schaute ich in den Gartenteich da sah ich Kaulquappen
die haben eine Ähnlichkeit mit Walen finde ich
Du glaubst nicht das Kaulquappen eine Ähnlichkeit mit Walen haben
Dann hast du nie genau hingeschaut
Ich sag dir noch was – ich habe gestern eine Forelle gegessen
natürlich selbst gefangen mit meiner Hand
ich habe ein Feuer entfacht und sie in der Glut von Buchenholz geräuchert
allein im Wald mit einem kleinen Feuer und einer Forelle das ist schon was besonderes
Als ich an den Horizont schaute dachte ich jetzt beobachten sie mich vielleicht mit einem
Satelliten
die Forelle hat wunderbar geschmeckt
Ich weiß nicht wann ich mal wieder eine selbst gefangene Forelle essen kann
das ist nichts ALLTÄGLICHES nein es ist eine fast heilige Handlung
ja die Satelliten
Heute sagte mir einer der noch verrückter ist als ich diese Satelliten seien
doch tatsächlich die
Augen des
Techno- – Gottes
ich lächelte über diesen Schwachsinn und dachte an den
Forellenkopf
den habe ich für den Fuchs liegen lassen
Forellen haben harmonische Augen
in ihnen spiegelt sich der Glanz der Waldelfen
natürlich wünsche ich auch den Elfen
ein frohes neues Jahr.

hukwa

Schreiben von phantastischer Literatur

Wenn man phantastische Literatur schreibt muss man unbedingt auch auf das existentielle eingehen, während der Übergänge vom realen zum geheinsvoll irrealen; das hinter der so genannten Wirklichkeit aufscheint. Denn das Allgemeine wie das Individuelle gehören einem Höheren an.
hukwa

Die Gasse mit den dunklen Fenstern - Prosagedicht

Früh am Morgen bin ich mal wieder durch die Gasse mit den dunklen Fenstern gelaufen.
Ich wusste aus den halblinden Scheiben starren sie mich an.
Am Brunnen, am ende der Gasse traf ich einen Fremden.
Wir sahen uns einen Moment an dann ging jeder seiner Wege.
Er war der einzige den ich hier getroffen habe. 
Nur die alte einäugige Katze begrüßte mich.
Unter dem alten Holunderbaum machte ich eine Rast.
Die alte Katze kam und starrte mich an.
Der Fremde ging wieder vorüber schleppte sich schwer an seinen Tränensäcken.
Ich spürte Sehnsucht nach dottergelben Frühlingswiesen.
Doch es ist Winter.
hukwa

Der Moment in dem das Gedicht entsteht

Wenn ich in meinen Gedichten lese, so ist mir immer eines besonders wichtig: Die Erinnerung an jenen Moment, in dem das Gedicht entstand. Der Moment in dem das Gedicht entsteht, ist mir so wichtig wie das Resultat.
hukwa

Dienstag, 30. Dezember 2014

Montag, 29. Dezember 2014

Verkettung

Ist es die Seele
die in der Winternacht
zittert
oder
das Fleisch
niemand der es weiß
denn das Wissen
bedarf des Leids.
hukwa

Sonntag, 28. Dezember 2014

Seelenklage

Die Seele klagt
sucht den verlorenen Traum
so lange schlief sie
in den dunklen Wassern
jetzt im Dezember
entsprang sie in die Weite
sich suchend selbst
erkundet sie die Welt.
hukwa

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Versiegelte Sprache

Entsiegele nicht die Sprache der Poesie
sie ist ihre Seele und Mysterium
in ihr verborgen
deine Ängste
deine Freuden
deine Dämonen
in ihr versiegelt
die Summe deiner Erfahrungen
sie benennt und ordnet
das innere Chaos
und das Kleid der Poesie
ist das Symbol.
hukwa

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Der Turm den ich bewohne

In dem man innere und äussere Welt zusammenzuschauen vermag wird man zum hermetischen Dichter. E.T.A. Hoffmann stellte "die Gestalten des gewöhnlichen Lebens" so dar, wie sie ihm in seinem "inneren, romantischen Geisterreiche erscheinen", so "gewinnen die Figuren etwas fremdartiges Bekanntes". Der Dichter und Schriftsteller dessen Arbeitsfeld die Phantasie ist lebt immer in einem Zwiespalt zwischen Vernunft und fremdartig - phantastischen. Dennoch weiß er seine Heimat ist dort wo Pflanzen, Bäume und Tiere sprechen.
Die Phantasie allein trägt den Dichter aus den Schmutzkanälen dieser Gesellschaft hinauf ins Reich der Märchen, der Wunder, der Geister, Dämonen und Elfen. In diesem Reich hat er seinen Turm den er bewohnt.
hukwa

Montag, 22. Dezember 2014

Über das Haiku

Das Haiku ist schon fertig bevor es niedergeschrieben wird. Es ist immer eine Momentaufnahme. Ein in Worte gefasstes Bild oder Foto. Meine Haikus haben ausschließlich die Natur zum Inhalt. Nur in der Begegnung mit den Wesen und Elementen der Natur, scheint mir das Haiku zu gelingen.
hukwa

Sonntag, 21. Dezember 2014

Traumpfad

Geheimnisvoll
der Traum
der dich entführt
in die Dunkelheit der winterlichen Wälder
Traumpfad
beschreite ihn
führt sein Weg doch zur Lichtung
tief im Innern
die gefrorene Flamme
wartet auf Wärme
doch überall
tiefes Schweigen
geh deinen Weg.
hukwa

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Labyrinth - Literatur

An jenem Tag
vor vielen Jahren
da ich das erste mal bewusst
ein Gedicht niederschrieb
als ich ein leises Zittern
in meinen Fingern spürte
als hielt ich keinen Schreibstift
sondern einen magischen Stab
und
ich bemerkte das Wörter
zusammengesetzt
Beschwörungsformeln ergaben
stieg ich ein in das
Labyrinth der Literatur
damals
nichtwissend
das der einzige Weg
wieder heraus zu kommen
jener ist es
schreibend zu tun.
hukwa

Samstag, 13. Dezember 2014

Poetik Zitat

Die Poesie ist die Machtausweitung der Phantasie gegenüber einer bedrückenden und beengten Welt.
hukwa

Die Welt will keine Poesie

Ein Licht kam
über den Berg
ich in der Ebene
Krähenüberschwärmt
der alte Wald
wohin
Wanderer im Regen
der Wind holt auf
im Dickicht
das scheuende Reh
die Zeit
zu Steingeworden
spuckst du aus
die Münze unter der Zunge
am schwarzen Fluss
wartet ein Nachen
aber die Welt
will keine Poesie
den
Krähenüberschwärmt ist sie.
hukwa

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Meine neuen Erzählungen oder die Welt neben der Welt

derzeit schreibe ich an einer Reihe neuer Erzählungen und Novellen. Sie spielen zwischen dem Märchenhaften, dem phantastisch - surrealen, und der Alltagswirklichkeit. Sie begeben sich zur Grenze zwischen Realität und Märchenwelt, dennoch sind sie in unserem Bewusstsein zu finden. Man muss sich nur aufmachen und sie suchen.
Sie sind in Momenten entstanden als das Phantastische in das Alltagsleben eindrang und dürfen daher trotz allem Märchenhaften biographisch genannt werden. Spielen sie doch in einer Welt neben dieser Welt und dennoch in der Alltagswirklichkeit, die für den Dichter eben surreal ist.
hukwa

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Ein Rotkehlchen

Ein Rotkehlchen folgt mir
auf meiner Wanderung
durch den Schneewald.
hukwa

Dienstag, 9. Dezember 2014

Sichtbares und Unsichtbares

Menschen die nur das Sichtbare sehen wollen werden auch nur dieses Sichtbare durchleben. Erst wenn ich meinen Geist auch dem Unsichtbaren zuwende, bin ich auf dem Weg zur Ganzheit.
hukwa

Eisvogel Haiku

Beim Wehr am vereisten Bach
ein Edelstein
der eisvogel.
hukwa

Montag, 8. Dezember 2014

Vom wahren Reichtum

Ich bin davon überzeugt dass man erst dann wirklich Reich ist, wenn einem die täglichen wirklichen Freuden, die man ja braucht um im profanen Alltag zu Überleben uns keinen Cent kosten.
hukwa

Sonntag, 7. Dezember 2014

Der existentiellle Sprung

Wenn man im Leben eine Ganzheit erreichen will muss man auch immer wieder das Wagen was Kierkegard den "existentiellen Sprung" nannte. Es ist ein Sprung über die rationalistische Ebene hinaus.
hukwa

Freitag, 5. Dezember 2014

Die Schneegewordene Zeit

Wenn im Winter
dunkel und still
die Fichten in den Wäldern stehen
Fels und Hang
sich weiße Kleider anziehen
sich die Gedanken in die Weite ziehen 
ein Mantel aus Schnee umhüllt die Buche nun
dies ist die Zeit da verschollene Geschichten
aufs Neue entstehen
da die Schneegewordene Zeit
den Kerker der Gefühle entleert
und das Bewusstsein sich zu fernen Gipfeln erhebt
wo man Stundenbücher schreibt
meditativ wie ein Gebet
und in Gedichten die alte Welt wieder auflebt
der Geist von einstmals Großem
sich über das profane legt.
hukwa

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Der Maya Gott lauert

Im Dämmrigen Licht der
Kerzenflamme
Zieht hin das
Alte Jahr
Der Mayagott lauert
Aus einem Strahlenkranz
Der dem sterbenden Urwald entspringt
Ein Kanu schwimmt
Zu den Ufern des ewigen Morgen
Wo das sanfte grüne Gras
Einer unbefleckten Erde entsprießt
Schweigsam breitet sich
Erwartung aus.
hukwa

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Gedichte finden immer ihren Empfänger

Das Gedicht will auf die Reise gehen. Es sucht seinen Empfänger. Den es ist immer für irgend jemanden bestimmt. Selbst wenn der Dichter nicht weiß für wennn er sein Gedicht geschrieben hat, es wird seinen Empfänger finden.
hukwa

Dienstag, 2. Dezember 2014

Sterbender Herbst

Sterbender Herbst
zieht in die Bitternis
Laubloser Wälder ein
trunken von den feuchten grauen Nebeln
die einsame Krähe
in der entblätterten Birke
bereit zum Abflug
in eine unsichtbare Seelenlandschaft
das Schweigen des Himmels
macht das Unverstehbare verständlich.
hukwa

Zeitreisender

Es ist keine Reise ins Nichts
es ist eine Reise ins Licht
wenn Geschichte beginnt zu leben
wenn in dunkler Nacht
der Tag zu mir spricht
aus vergangenen Zeiten
dann entsteht das wirkliche Licht.
hukwa

Sonntag, 30. November 2014

Samstag, 29. November 2014

Naturspiritualität

Der Gang in die Wälder ist mir immer ein spiritueller Spaziergang. In den Wäldern lasse ich das Profane und die Abwässer dieser Gesellschaft hinter mir. Schließlich liegt vor mir eine transzendente Wirklichkeit.
hukwa

Magischer Spiegel

In den uralten Wäldern
wo der Traumschlaf herrscht
wirst du zum Wächter deiner Tagträume
Nachtwächter ist das Gedicht
hermetisch versiegelt die Zeilen
wartend auf das erste Hell
eines jungfräulichen Tages
noch sammeln sich die Schatten
in einem magischen Spiegel
Schau nicht hinein.
hukwa

Samstag, 22. November 2014

Spirale oder Tretmühle?

Der Mensch ist ein Prozess und es liegt allein an ihm ob er aus seinem Leben eine Tretmühle macht und ein Leben wie ein Hamster in einem Käfig führt oder ob er aus seinem Dasein eine Spirale macht die ihn zu immer höheren Sphären führt.
hukwa

Donnerstag, 20. November 2014

Mein Weg zum Künstler

Auszug aus einem größeren Manuskript

Meine Wanderungen durch das Reich der Mythologie sind ja letztendlich nichts anderes als eine Fahrt durch meine eigene Seelengeschichte. Was da aus dem Unbewussten hervor quillt und durch Farbe und Pinsel Ausdruck bekommt, wenn manchmal auch hinter Hadesnebeln verborgen, sind Symbole und Elemente die der äußeren Welt und dem empirischen nicht mehr entsprechen. Es sind Erscheinungen und Symbole meines Unbewussten, meiner Seele, hervorgeholt durch kreative Imagination. Schon als Kind spürte ich eine große Verbindung zum Unbekannten – das Unbewusste war mir damals als Begriff noch nicht bekannt. Durch diese „Verbindung“ ist wohl auch jene Wurzel in mir gewachsen, die mein Leben als Künstler bis Heute geprägt hat. Es war mir von Anfang an verstellt ein Standbein im bürgerlichen Leben zu fassen, Künstlertum und Bürgertum, das sind eben zwei verschiedene Welten.
Heute bin ich davon überzeugt das ich schon damals, alle Entscheidungen die ich traf in Verbindung mit meinem Unbewussten getroffen habe. Als ich begann in späteren Jahren intensiv die Symbolik
Meines Unbewussten aufzuzeichnen – aufzumalen, waren es die „Immerwiederkehrenden“ die mich hier zu aufforderten. Hätte ich sie nicht gemalt wäre ich ganz in ihren Bann geraten und mein Leben wäre vielleicht außer Kontrolle geraten. In dem ich sie malte oder auch in hermetische Gedichte fasste bannte ich meine Dämonen. Letztendlich habe ich sie ja durch meine Beschäftigung und Verbindung zu meinem Unbewussten selbst gerufen.
Es gibt Tage, so einer wie heute, da renne ich regelrecht zwischen Schreibtisch und Maltisch hin und her. Während des Malaktes ist das unbewusste besonders Energiehaft in mir. Da kommt es vor das ich während des Malens besonders stark fließen, dann wollen sie auch in Schreibworte gefasst sein. So stehen in meinem Atelier das ich selbst als Oratorium bezeichne, Schreibtisch und Maltisch eng nebeneinander. So steht mein ganzes Gesamtkunstwerk auf dem Fundament meines Innenlebens, auch die Bildhauerarbeiten und die Landart Projekte.
Natürlich haben mich auch andere Künstler und Schriftsteller geprägt, dies ist im Leben eines jeden Künstlers so. Für meine Suche waren waren C.G. Jung, Heinrich Zimmer, Joseph Campbell und h.D. Thoreau besonders wichtig. Sie waren mir für einige Zeit geistige Lehrer.
„Der Weg nach Innen“ war schon in meiner Kindheit sehr ausgeprägt und was da aus meinem Innern hervorkam, erschien mir damals als Chiffre. Ich hatte ja noch keinen Schlüssel weder zum Unbewussten noch zur Mythologie. Denn musste ich mir erst selbst schmieden.
Ich war als Kind und Jugendlicher kein Einzelgänger, eher ein Einsamer. Ich konnte ja niemanden meine tiefsten Gedanken verraten, da hätte man mich zum Psychiater geschleppt. Also behielt ich es für mich. Als Jugendlicher entdeckte ich dann dass man in Gedichte alles schreiben kann ohne Misstrauen zu erregen. Also begann ich Gedichte zu schreiben, in diese verpackte ich hermetisch verschlossen meine geheimen Gedanken. Nun hatte ich etwas das nur mir gehörte und dessen Geheimnis nur ich kannte. Ich war wer! Was natürlich für meine manchmal labile jugendliche Persönlichkeit enorm wichtig war.
Ich bin fest davon überzeugt dass Künstler werden – das Werden des Künstlers – schon in der Kindheit des einstigen Künstlers verborgen liegt, denn – wahre Kunst ist immer auch ein Ruf des Unbewussten. Ich möchte hier nur Joyce und Picasso als Beispiele erwähnen. Der größte Schriftsteller und der größte Maler des zwanzigsten Jahrhunderts fanden ihre Worte und Bilder rein aus dem Unbewussten. Ich war immer davon überzeugt wenn ich dem Ruf aus meinem Inneren nicht folge, dann bleibe ich ewig ein Nachahmer. Der Weg zur Kunst begann für mich in meiner Kindheit mit dem Erlebnis dass ich mit einem kleinen wunderschönen Pilz hatte, dieses war sozusagen mein Erweckungserlebnis:

Als Knabe hatte ich einmal ein seltsames Erlebnis mit einem wunderschönen Fliegenpilz. Ich saß unter einer großen, mächtigen Fichte, es war die Zeit des Altweibersommers, der moosige Boden war voller Morgentau und tausende von silbernen Spinnweben durchfunkelten mystisch den morgendlichen Wald. Ich schwänzte mal wieder die Schule und fühlte mich so richtig wohl, bei dem Gedanken an meine pflichtbewussten Mitschüler, sollten die nur einmal lernen. Direkt vor mir wuchs ein herrlicher Fliegenpilz, er gefiel mir so gut, das ich ihn ewig lange anstarrte, plötzlich regten sich in mir Gedanken, wie ich sie nie zuvor gedacht hatte. Ich wollte mit einem Male so sein wie dieser Pilz hier in seiner einzigartigen Schönheit, einfach nur Tag und Nacht an diesem platz verweilen, den Liedern der Vögel lauschen, Rehe und Hasen beobachten, den gleitenden Flug des Bussards und Sperbers erspähen, ja, dies war für mich etwas ganz Großartiges und dieser Gedanke hat mich mein Leben lang nicht mehr losgelassen, und oft habe ich später dieses Gefühl in mir wiedergefunden: Dieses in der großen Gemeinschaft mit Baum, Stein und Tier bin ich nicht alleine.
Nach diesem Erlebnis in meiner Kindheit hatte ich Tage später einen seltsamen Traum. Mir erschien ein Gesicht das Ähnlichkeit mit den Gesichtszügen des Buddha hatte wie man „dessen Gesicht“ eben von Illustrationen her kennt. Die Gesichtszüge lagen in tiefer Versenkung und Meditation. Plötzlich wuchs aus diesem Buddhakopf ein riesiger Fliegenpilz. Viele Jahre später hatte ich den fast gleichen Traum noch einmal, diesmal tauchten noch zwei weitere Gesichter auf, sie hatten Ähnlichkeit mit einem Steinrelief. Von da an nannte ich die Traumgestalt Amanita-Buddha.
hukwa





Freitag, 14. November 2014

Jedes Kind ist ein Künstler oder über die Ausdrucksverkümmerung der Erwachsenen

Niemals wieder in unserem Leben haben wir so intensiv gemalt wie in unserer Kindheit. Ich zweifle an den Worten von Joseph Beuys – jeder Mensch ist ein Künstler – doch ich zweifle nicht daran daran dass jedes Kind ein Künstler ist, ja, dass sie weitaus kreativer sind als Erwachsene. Das schlimmste was Erwachsene Kindern antun können ist sie in einen Malkurs zu stecken. Dies ist eine Anmaßung ohnegleichen, wir sollten zu den Kindern in die „Malschule“ gehen, damit wir endlich mal lernen was Kreativität ist. Menschen die Kindern das Malen beibringen wollen machen sich in meinen Augen lächerlich. Kinder können viel phantastischer Malen als Erwachsene, vor allem wenn sie noch nicht an das Realitätsprinzip gebunden sind. Der erwachsene Künstler muss sich immer wieder neu erfinden, Kinder brauchen das nicht – sie finden einfach – ganz im Sinne Picassos – ich suche nicht, ich finde!
Kunst darf nicht der praktischen Bewältigung des Lebens dienen – sie schafft eine Ordnung im Leben – sie hilft dem Menschen seines inneren Chaos Herr zu werden – das ist der Sinn von Kunst. Kinder wissen das anscheinend sehr genau.
Das erste was die Menschen nach der Erfindung der einfachsten Werkzeuge hinterlassen haben, war die Malerei. Diese Malereien haben eine starke Ähnlichkeit mit Kinderzeichnungen. Weil diese Menschen die vor 40 000 Jahren die ersten Bilder an Felswände zeichneten eine weitaus stärkere Phantasie hatten als wir heutigen. Und Phantasie ist nun einmal das Salz in jeder Kreativität.
Während Eltern ihre Kinder in die „Malschule“ schicken, habe ich mich entschlossen bei Kindern in den Malunterricht zu gehen.
Wenn Kinder Malen erzählen sie. Die Kinderzeichnung stellt eine Geschichte dar. Vor allem versucht das Kind nicht die Kunstprodukte von erwachsenen zu imitieren, seine Absicht ist das erzählen und beschreiben seiner eigenen Phantasie, hier müssen wir Künstler bei den Kindern in die Lehre gehen. Für Kinder ist Malen also auch immer ein Abenteuer.
Kinder versuchen in ihren Zeichnungen die Realität wiederzugeben. Da bei ihnen Phantasie und Realität immer verbunden sind, können sie für viele Menschen die sich als „Künstler“ bezeichnen die perfekten Lehrmeister sein.
Wenn Erwachsene versuchen den Kindern Malen beizubringen zeugt das letztendlich nur von der eigenen Ausdrucksverkümmertheit.
hukwa




Donnerstag, 13. November 2014

Malerei meiner persönlichen Traumzeit






hukwa

Mein Traum von der Traumzeit

In letzter Zeit hatte ich zweimal einen ähnlich wiederkehrenden Traum. Ich befand mich in einer Höhle. Die Höhle schien uralt zu sein, war aber "tapeziert" mit Zeitungspapier auf der die neuesten Nachrichten standen. Auf dem Zeitungspapier waren teilweise archaische Schriftzeichen und Malereien aufgemalt. Also moderne Nachrichten und archaische Schriftzeichen. Ich hielt mich lange in der Höhle auf und sah mir alles genau an. Als ich am Morgen erwachte fiel mir der Traum sofort ein und ich erinnerte mich so klar an Details das ich begann einige aufzuzeichnen. Während des Malaktes "fiel" ich immer wieder in diese Höhle hinein und neue Bilder tauchten aus dem Unbewussten auf, so entstand ein kleines Traumzeitbuch mit Malereien. Mit der Zeit wurde mir klar dass ich mich während dieser beider "Traumzeiten" tatsächlich in einem Mythos befand, nämlich in der Traumzeit. Ich werde in Kürze einige dieser Malereien auf diesem Blog veröffentlichen.
hukwa

Dienstag, 11. November 2014

Aktive Imagination und Mythos

Ich glaube das viele Menschen unbewusst schon Erfahrungen mit der aktiven Imagination gesammelt haben. Bewusst angewendet kann man durch diese Technik tief in sein Unbewusstes vordringen, man muss allerdings aufpassen dass das was da hervorkommt einem nicht überwältigt. Schließlich kann man mit der aktiven Imagination bis zu den Archetypen vordringen. Um Bilder zu schaffen die nicht aus der äußeren Realität stammen, müssen wir unsere Phantasie zu Hilfe nehmen. Während der aktiven Imagination wird die schöpferische Aktivität unseres Unbewussten stimuliert. Wenn wir dabei dann noch Zeichnen oder Malen, treten in die Gebilde, Formen und Hieroglyphen bestimmte mythische Energien ein. Was dann an Zeichnungen und Malereien entsteht ist für mich ein Ausdruck des Mythos.
hukwa

Sonntag, 9. November 2014

Aktive Imagination und Immerwiederkehrende

Einmal am Tag betreibe ich aktive Imagination. So entstanden die Begegnungen mit den "Immerwiederkehrenden" und die Zeichnungen und Malereien die ich über sie anfertigte. Diese Bilder haben für mich etwas Golemhaftes, so als hätte ich versucht ihnen Leben einzuhauchen. Seltsam an ihnen ist dass sie nur im Winter "Wiederkehren". Wahrscheinlicher aber ist das die Imagination im Winter stärker ist. Man könnte sagen in dem ich sie zeichnete nahm mein wachendes Ich mit dem Unbewussten Verbindung auf. Es entstand also ein Kontakt, das Ergebnis waren die "Immerwiederkehrenden".
hukwa

Donnerstag, 6. November 2014

Abgeschiedenheit im November

Die Abende
sind erfüllt mit Schweigendem
es naht die Einsamkeit
die Schwester der Poesie
ins Fenster leuchtet
der weiße Mond
er schenkt der alten Vase
bei den Büchern im Regal
ihre Aura der Abgeschiedenheit
so scheint es
das in ihr
die Erinnerungen
wie Blumen versammelt sind.
hukwa

Montag, 3. November 2014

Es zieht das alte Jahr

Im Dämmern der Kerzenflamme
Zieht hin das alte Jahr
Der Waldgott lauert
Aus einem Strahlenkranz
Der dem sterbenden Urwald entspringt
Ein Kanu schwimmt zu den Ufern eines ewigen Morgen
Wo das sanfte grüne Gras einer
Unbefleckten Erde entsprießt
Schweigend breitet sich Erwartung aus.
hukwa

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Ruhend im Tagtraum der Nächte

Ruhend im Tagtraum der Nächte
im Nachttraum der Tage
Schwebend
in der wässrigen Einsamkeit
Verschollener Tage
kein Schatten
keine Maske
nähert sich dieser Zeit
die wie ein Licht
die Dunkelheit durchbricht
Rätsel des Daseins
das sich in Versen erbricht
sanftes Gras
das knistert im Licht
Gefunkel durchglänzt die irdische Schwere
weiche Milde erstrahlt
in üppiger Morgenröte
lebt verborgen im Schatten
das Einsame Ich.
hukwa

Dienstag, 28. Oktober 2014

Wanderung im Moosalbtal

Alle Fotos Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

Dienstag, 21. Oktober 2014

Heimat

Versuch einer Annäherung.

„Weltkunde ist immer nur Heimatkunde.“
Siegfried Lenz – Heimatmuseum.

Für mich war Heimat immer der Ort wo ich geboren wurde, wo ich aufwuchs, wo ich denn Geschichten der Alten lauschte.
In einem kleinen Waldort im Pfälzerwald verbrachte ich meine Kindheit. Früh übte ich mich darinnen der Stimme der Landschaft zu lauschen, bemerkte alsbald dass es auch eine „Landschaft der Verkörperungen“ gibt. Ich meine damit eine Landschaft in der der Geist unserer Ahnen weiterlebt uns etwas hinterlässt. Eine „Lichtung“
Während meiner Grundschulzeit gab es noch das Fach Heimatkunde. Die Stunden in denen ich in der Schulbank oder auf Exkursionen das wichtigste über meine Heimat erfuhr zählen zu den schönsten meiner Schulzeit.
Letztendlich ist Heimatkunde viel mehr als nur die „Kunde von der Heimat“. Sie ist eine Gesamtwissenschaft.
Schließlich berührt die Heimatkunde durch die Erfassung des Menschen zu seiner Mitwelt, seinem Lebensraum eine große Anzahl von Einzelwissenschaften:
Geschichte, Volkskunde, Biologie, Geologie, Geografie, Botanik, Zoologie u.v.m.
Denn das was wir Heimatkunde nennen ist schließlich ein unteilbares Ganzes.
Schon sehr früh spürte ich dieses „große Ganze“. Eine innere Verbundenheit mit der Tier- und Pflanzenwelt, mit der Heimatgeschichte, mit alten Gebäuden und noch älteren Grenzsteinen und Ruinen die einsam in den Wäldern darauf warten das jemand ihre Geschichte erforscht und sie weitergibt.
Die alten Dinge haben ihre eigene Geschichte, wenn nicht sogar ihr eigenes Sein. Durch Entfremdung von der Heimat kann es schnell passieren das der Mensch in einer „Seinsverlorenheit“ landet. Ohne Heimatgefühl müsste ich den Weg der Selbstentfremdung gehen und davor ist mir Angst.
Dieses Gefühl hat sehr viel mit der „Muttersprache“ zu tun, bei mir eben mit dem „Pfälzischen“. Denn Heimat ist natürlich auch immer sehr subjektiv. So schrieb Carl Zuckmayer zu recht über die Pfalz...“Das Land am Rhein war schon immer eine große Völkermühle, die Kelter Europas“.
Und Heinrich von Riehl einer der ersten pfälzischen Volkskundler machte die Pfalz international:
„...ziehen wir die Summe unserer pfälzischen Völkertafel, so ist der erste Eindruck ein verwirrendes Gemisch: Kelten, Vangionen, Nemeter, Burgunder, Römer, Juden – der verwüstend durchstreifenden Alanen, Hunnen u.s.w. Gar nicht zu gedenken -, Alemanen, zweierlei Franken, Slawen, Friesen, Franzosen, Holländer, Zigeuner und so fort“.
All diese Völker die hier durchzogen hinterließen etwas dass in unsere Muttersprache einfloss.
Und dieser Durchzug der Völker ist ja lang noch nicht beendet.
„Im Jahr 2013 wurde für mehr als eine Million Zuwanderer Deutschland zur neuen Heimat. Inzwischen hat ein Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Die Zugezogenen arbeiten in Deutschland, gründen Familien. Viele wurden hier schon geboren. Deutschland ist ihre Heimat. Doch noch immer werden sie von der deutschen Mehrheitsbevölkerung nicht als gleichberechtigt akzeptiert...“ (Deutschlandfunk – Sendung – über die Schwierigkeiten ein Deutscher zu sein, 4.10. 2014)





Gewiss ist der Heimatbegriff eines Menschen der in der Großstadt lebt etwas anders als der des Menschen der in der kleinen Dorfgemeinschaft lebt - Heimat aber kennen beide.
Der amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau der fast nie seine engere Heimat um das Städtchen Conncord verließ und der sich mit der Landschaft in der er lebte ganz identifizierte behauptete er betreibe nicht Heimatkunde sondern Kosmologie. Für ihn waren einfach die unermesslichen Wunder des gesamten Kosmos in der kleinsten Naturerscheinung präsent.
Heimatgefühl sollte nicht in Romantik enden – Heimat verpflichtet auch!
Nämlich jenen die ankommen, die aus ihrem eigenen Land vertrieben und verjagt wurden, eine Tür zu öffnen und ihnen dabei zu helfen eine neue Heimat, wenn vielleicht auch nur für eine gewisse Zeit zu finden. Vor allem wir Deutsche mit unseren blutigen, braunen Flecken in Geschichte und Heimatgeschichte stehen hier in besonderer Verantwortung.
Heimatgefühl darf also keine Türen verschließen sondern muss sie öffnen.
Heute erklären wir den Begriff Heimat gerne mit „regionaler Identität“ oder „Bioregionalismus“. Ich selbst finde an dem Wort Heimat nichts altmodisches oder „hanebüchenes“.
Der Historiker Wilhelm Jannsen sagte einmal: „Heimat definiert sich zu einem guten Teil über ihre Geschichte“. Und Enzo Bunz schrieb: „Heimatgeschichte ist nicht nur die Geschichte derer die anscheinend schon immer da waren, sondern auch jener die neu hinzukommen“.
Heimat das ist immer ein Doppelbild des Gestern und Heute, ein Dokument aus Gegenwart und Vergangenheit.
Als Menschen können wir die Gegenwart, die Realität in der wir leben und den oft dunklen Weg in die Zukunft denn wir gehen müssen nur durch ein kritisches Verständnis unserer geschichtlichen Vergangenheit erkennen und begreifen. Wir müssen unsere Geschichtlichkeit, die wir ja alle haben, immer vor Augen haben, denn nur so erlangen wir eine Identität. Gerade diese Geschichtlichkeit in die wir eingebunden sind gehört zum notwendigen Wissen über die Wirklichkeit und Realität in der wir ja täglich Leben. Die geschichtlichen Fakten sind zwar oft ungewiss, bedürfen der Nachforschungen aber sie sind doch realistischer als unsere Einbildungskraft. So wird für den der sich mit Heimatgeschichte beschäftigt diese zu einem Fundus aus dem er sich nehmen kann was er fürs Leben benötigt: erlebte Erfahrung!
In den Worten Goethes ausgedrückt: „Es gibt kein Vergangenes, das man zurücksehnen dürfte, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen des Vergangenen gestaltet...“
Heimat dass ist auch eine „innere Landschaft“.
Das Wissen von der Heimatgeschichte macht den Begriff Heimat zu etwas Ganzheitlichem, in der sich die Welt von Gestern in eine „innere Landschaft“ verwandelt. Und jene die Heimat haben kennen auch diese „inneren Bilder“. Es ist ein Reichtum an Gefühlen, Gedanken und Empfindungen die diese „Bilder“ in uns hervorrufen. Daher darf Heimat nie zur Nebensache werden, denn für jene die sich aufmachen müssen eine neue Heimat zu suchen, ist sie Hauptsache.
Heimat wird von vielen Menschen in ihren Tagträumen gesucht und diese Suche darf keine Vision bleiben. Daher muss es eine Solidarität geben zwischen dem Heimatbesitzenden und dem Heimatsuchenden.
Vergessen wir also jene nicht die hier schon lange angekommen sind, denen wir es aber schwer machen hier Wurzeln zu schlagen.
Heimat dass soll auch Hoffnung heißen – Hoffnung auf mehr Menschlichkeit. Ganz im Sinne des „Prinzips Hoffnung“ von Ernst Bloch, der am Schluss seines 1600 seitigen Hauptwerkes schrieb:

„Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worinnen noch niemand war: Heimat.“
hukwa




Lit. Hinweise:

Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung.
H.D.Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern.
J.W.Goethe: Gespräche mit Eckermann.
Martin Heidegger: Sein und Zeit.
Heinrich von Riehl: Die Pfälzer, 1857.
Carl Zuckmayer: Gesammelte Werke.
Deutschlandfunk: Über die Schwierigkeiten ein Deutscher zu sein.
Rainer Schlundt: Sagen aus Rheinland - Pfalz

Montag, 13. Oktober 2014

Das Geschäft mit dem Wachstum

Jeder Einzelne in dieser Gesellschaft ist eingeplant in die Politik und das Geschäft mit dem Wachstum. Auch wenn bald nichts mehr wächst außer dem wirtschaftlichen Wachstum, schreit die Politik noch: Wir brauchen mehr Wachstum. Diese Welt versinkt in einigen Gebieten in Krieg und Chaos. Es ist an der Zeit sich auf ein "Wachstum des Friedens und der Harmonie" einzustellen.
hukwa

Samstag, 11. Oktober 2014

Herbstzeit ist Schreibzeit

Im Herbst ist die Intuition stärker als im Sommer. Das Schreiben wird intensiver. Ständiges Schreiben ist letztendlich ja nichts anderes als Therapie, Selbsterfahrung und Erinnerung. Erfahrungen festhalten in Gedicht, Essay und Tagebuch. Am liebsten schreibe ich am frühen Morgen. Schreiben das heißt auch seine inneren Dämonen bannen.
hukwa

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Zwischen Realität und Mystik

Mein Leben war immer ein Gehen zwischen Existenzialismus und Mystizismus. Ich bin mir sicher wir leben nur dann wirklich wenn die uns umgebende Realität mit dem Mystischen zusammentrifft. Heute wird die Mystik von der Phantastik verdrängt und das rein Rationale verdrängt die Realität. Nur wenige Menschen bemerken noch jene Stimmung die in uns aufkommt wenn das Bekannte auf das Unbekannte trifft. Wenn wir aber solche Zustände erkennen dann spüren wir intensiv das dies Momente im Leben sind in der wir eine Seinsstufe höher steigen.
hukwa

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Das Wort Krieg

Das Wort Krieg müsste lange schon ein Geschichtswort sein. Also ein Wort dass der Vergangenheit angehört und nicht der Gegenwart oder der Zukunft.
hukwa

Dienstag, 7. Oktober 2014

Harmonie in der Natur - gefunden bei einem Spaziergang durch den Neuhöfer Wald


Fotos Ute Knieriemen-Wagner

Second Hand Leben und Bewusstseinsbeton

Das Leben sollte eine Suche nach Harmonie sein. Die meisten Menschen machen sich hierüber keine Gedanken. Sie verschwenden ihre Zeit auf der Suche nach Geld. Dies empfinde ich als ein Leben aus zweiter Hand. Ihr Bewusstseinsbeton ist so hart, das sie zur wahren Quelle des Lebens nicht mehr vordringen können. Überall auf der welt herrschen Krieg, Mord und Totschlag. Der Grund kann ja nur die Gier und der Fanatismus sein. Wird die Menschheit jemals den Weg zur Harmonie finden?
hukwa

Montag, 22. September 2014

Die Kunst in der Natur

Jetzt im Herbst erscheinen mir die Wälder wie ein großes, dunkles Geheimnis. Es ist die Zeit wo ich auf einsamen Spaziergängen dahin zurückkehre wo ich einst begann. Ich folge dem göttlichen Spinnennetz meines Lebens, das ein einziges Labyrinth aus Erinnerungen ist. So verarbeite ich im Geiste was ich auf meinen einsamen Spaziergängen finde. Ich beuge mich zur Erde und greife mit meinen Händen ins welke Laub. Im Frühling und Sommer ist mir der Herbst grüne Daseinsfülle, jetzt vor dem Winter sprechen seine Wesen zu mir vom Vergehen. Im Raureif und im Düster des frühen Morgens erscheint der Wald als ein großes Kunstwerk das in den Worten Dürers zu mir spricht:
"Denn wahrhaft steckt die Kunst in der Natur, und wer sie heraus kann reißen, der hat sie."
hukwa

Sonntag, 21. September 2014

Nur hier im Geheimnisvollen

Das Reden fließt in das
Schweigen hinein
Wenn die Wörter zur Form werden
Hat der Dichter sein Haus erbaut
So beginnt er nun den
Garten zu bepflanzen
Im silbernen Mondlicht der Nacht
Entsteht das Geheimnis des Gedichts 
Nur hier
im Geheimnisvollen
entsteht der
Garten Poesie.
hukwa

Immerwiederkehrende - Traumboten einer anderen Welt

In den Momenten zwischen Tag und Nacht, zwischen Realität und Phantasie zwischen Gegenwart und ältester Vergangenheit erscheinen die Traumboten aus einer anderen Welt. Die meisten Menschen leugnen solche Momente obwohl sie jedem von uns schon widerfahren sind. Keine Wissenschaft kann sie ergründen dennoch erscheinen sie immer wieder - die Traumboten einer anderen Welt.
hukwa

Samstag, 20. September 2014

Rückkehr aus dem Universum

Einst war ich ein Stück Rinde
Vom Lebensbaum
Vermodert in der Erde
Dann zog meine Seele
Mit den Nebeln über die Meere
Als Dunst stieg ich auf ins Universum
Sternschnuppe war ich
Damit meine Seele zurückkehren konnte.
hukwa

Freitag, 19. September 2014

Nektar des Universums

Es kommt der Tag
da du dieser Welt müde wirst
du sehnst dich nach der alten Erde
dem Atem der Wälder
dem Geruch nach Herbstlaub
in den Wäldern findest du Ruhe
Tief in den Wäldern
wo die Steine sprechen
wo dir niemand geweihte Geldscheine anbietet
in diesem Tempel
der Altmutter
öffnet sich der Kelch
deiner Seele
trink jetzt vom
Nektar des Universums
mit einem mal verstehst du
den Sphärenklang
du bist eins mit
der alten Erde. 
hukwa

Sonntag, 14. September 2014

Ummantelte Sehnsucht

Ummantele deine Sehnsucht
vor den Häschern
Lass selbst Kunst und Schönheit
wenn sie festhält dich
wirst du fallen
trau nie deiner Zeit
Unsteter
Zielloser
behalt dein Schwanenkleid
Gefieder
das sich sehnt
nach einem anderen Land.
hukwa

Samstag, 13. September 2014

Geschichtlichkeit und Geschichtsvergessenheit.

Als Menschen können wir die Gegenwart in der wir Leben und den Weg in die Zukunft denn wir gehen müssen nur durch ein kritisches Verständnis der geschichtlichen Vergangenheit erkennen. Als Menschen müssen wir unsere Geschichtlichkeit vor Augen haben um eine eigene Identität zu finden.
Geschichtswissen benötigt man um die Wirklichkeit und Realität in der wir leben zu begreifen. So ist Geschichte auch Orientierung. Geschichtliche Fakten sind zwar oft ungewiss aber dennoch realistischer als jegliche Einbildungskraft. So wird Geschichte für den der sich mit ihr beschäftigt zur inneren Kraftquelle aus der man sich nehmen kann was wir fürs Leben brauchen: gelebte Erfahrung.
Halten wir uns mal ein Lehrstück der Geschichte vor Augen: der Dreißigjährige Krieg war ein solches. Dieser ungeheuerlich, zerstörerische Krieg ist zweifelsohne der Geburtshelfer der modernen europäischen Staatengemeinschaft. Dadurch das zahlreiche europäische Völker sich blutig abschlachteten, konnte sich in Europa das erste mal so etwas wie eine europäische Schicksalsgemeinschaft bilden. Wahrscheinlich kam damals zum ersten mal so etwas wie ein Geschichtsbewusstsein bei den Menschen auf. Am ende dieses Krieges erkannte Europa das erste mal das es so etwas wie eine zusammenhängende Staatengesellschaft gibt. Es ist die alte Weisheit des Heraklit: „der Krieg ist der Vater aller Dinge!“ Aus diesem großen Krieg entstand der Westfälische Frieden. Er konnte zwar nicht jeden Krieg verhindern, sie dennoch aber eingrenzen. Die Ordnung dieses Friedens sollte 150 Jahre lang halten. Bis eine neue Geschichtsvergessenheit eintrat.
hukwa




Altweibersommer

Das grüne Einhorn ist verschwunden
mit dem alten Sommer
Altweiberhaare funkeln
Spinnwebenhaft
im Licht der Goldrute
die Krähen erzählen sich Geschichten
bald kommt die dunkle Zeit
für Wein und Gedichte
ein inneres Wandern wird beginnen
jetzt soll man Neues vollbringen.
hukwa

Unbegrenzt

Ein unbegrenzter Raum
darinnen wohnt das Schweigen der Nacht
die Dunkelheit steigt 
das Licht sucht den neuen Tag
schließe nicht die Tür
hinter der dich die Vollkommenheit erwartet
Auge in Auge mit ihr
erwartet dich ein Ahnen
das die Grenzen deines Bewusstseins sprengen wird.
hukwa

Freitag, 29. August 2014

Herbstsphärenklang

Meine Augen sammeln
das Licht des frühen Morgens ein
Häherschrei
in dem der Frühherbst sich kündet
Eichelfall
Wind weht durch farbigen Blätterwald
Dompfaffs Ruf
mir zum Gruß
Hornissentanz
im hohlen Baum
herbstliche Laute
Sphärenklang.
hukwa

Mittwoch, 13. August 2014

Zeitreisender

Ich meide die Enge
ich fliehe vor der Menge
und suche die Weite
das Traumland der Heiden
dort in der Antike
fühl ich mich geborgen
ich bin ein Kelte
ein Grieche
ein Etrusker
auf keinen Fall
ein moderner Cherusker.
hukwa

Dienstag, 12. August 2014

Tagesschild

Es gibt kein Vergangenes, das man
zurücksehnen dürfte,
es gibt nur ein ewig Neues,
das sich aus den erweiterten Elementen
des Vergangenen gestaltet...
Goethe

Montag, 11. August 2014

Gang durch den nächtlichen Wald

Einsamer Mond
in stiller dunkler Nacht
wie Spinnensilberfinger
die Äste der Birke
bewegen sich sacht
in der Waldesnacht
wo unter nassen grünen Stein
die alte Unke wacht
ein einzelner Stern
gesellt sich zu dem Monde
schenkt neue Kraft
der alten Mutter Erde.
hukwa

Sonntag, 20. Juli 2014

Zeitinsel Museum - das Museum als Ortsgedächtnis

Museen sollten Stätte von Forschung, Experiment, Diskussion und Bildung sein. Vor allem sollte das Museum „kinderfreundlich“ sein und Angebote für Jugendliche bieten, so dass auch sie den Weg zum Museum finden. Während in unserer Gesellschaft die Märkte immer härter umkämpft werden und die „Ellenbogenmentalität“ täglich stärker um sich greift, kommt auf das Museum eine weitere Aufgabe zu: die einer „Zeitinsel“.
Die Aufgabe eines zeitgenössischen Heimat- und Regionalmuseums darf sich nicht allein auf das Aufbewahren beschränken sondern muss ein Ort der Aufbewahrung und Verarbeitung von Geschichte sein. Schließlich ist Geschichte schlicht ausgedrückt der Inbegriff all dessen, was Menschen hervorbringen. Die Darstellung der Alltagsgeschichte der „einfachen Menschen“ ist daher von äußerster Wichtigkeit, ohne dass dabei die historischen Gegebenheiten außer acht gelassen werden dürfen.
Immanuel Kant schrieb einmal über seine Geschichtsauffassung: „Man kann die Geschichte der Menschengattung im großen als die Vollendung eines verborgenen Planes der Natur ansehen, um ein innerlich und zu diesem Zweck auch äußerlich vollkommene Staatsverfassung zu Stande zu bringen, als den einzigen Zustand, in welchem sie alle ihre Anlagen in der Menschheit vollkommen entwickeln kann“.
Das Museum ist vor allen Dingen der Ort, wo wir unsere Kulturgüter aus der Vergangenheit aufbewahren. In diesen Kulturgütern gibt es einen noch größeren Schatz zu entdecken: den Weg des Menschen zu Vernunft und Demokratie.
Wenn das Museum eine Zeitinsel ist, so liegt seine Heimat zwischen Vergangenheit und Zukunft, also in der Gegenwart.
Museen sollen so etwas wie ein Ortsgedächtnis sein. Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte einzelner Berufs- und Bevölkerungsgruppen wie die der Eisenhüttenarbeiter, Waldbauern, Schmiede, Leineweber u. a. (hier als Beispiel für die Region Trippstadt) muss gerade in einem kleinen Themenmuseum wie dem Trippstadter Eisenhüttenmuseum noch vertiefter zur Sprache kommen. So sollte die Rolle der Frauen in dieser Zeit intensiver hervorgehoben werden, ihre harte Arbeit, ihre Diskriminierung muss als historische Wirklichkeit deutlich gemacht werden.
Das Museum hat einen gesellschaftlichen Auftrag, dieser kann aber nicht allein im Sammeln und Bewahren liegen sondern es muss auch Vermitteln.
Selbst das kleinste Museum muss heute Museumspädagogisch ausgerüstet sein. So ist die Einbeziehung audiovisueller Medien für jedes Museum von außerordentlicher Wichtigkeit. Wir finden heute wohl kaum noch eine Wohnung, in die der Computer nicht Einzug gehalten hat, doch jede Menge Museen ohne zeitgenössische Medien, die vor allem für ein jüngeres Publikum wichtig sind.
Sonder- und Wechselausstellungen sind auch für das kleinste Museum Pflicht. So sollte einmal im Jahr eine kleine Sonderausstellung hergerichtet werden und mindestens zweimal im Jahr eine Wechselausstellung. Hier genügt es schon, wenn die Exponate einer Vitrine einfach einmal mit Leihgaben eines anderen Museums gefüllt werden.
Das kleine Themen- oder Heimatmuseum ist eine Zeitinsel, denn der Besucher will sich ja als „Zeitreisender“ fühlen, aber vor allem sollte es das Ortsgedächtnis eines Dorfes, einer Stadt oder einer Region sein. Denn eine der Hauptaufgaben des Museums ist es Geschichtsbewusstsein bei den Besuchern zu fördern. Geschichtsbewusstsein heißt nicht Rückgewandtheit oder Sehnsucht nach der Vergangenheit, sondern es ist das Bemühen um die Erkenntnis dessen, was uns zu dem gemacht hat, was wir heute sind. Dies müssen wir uns immer vor Augen halten. Dies ist eine der gesellschaftlichen Aufgaben auch des kleinsten Museums.
hukwa