Sonntag, 16. Januar 2011

An meine Freunde

Ich bin nicht allein
Ich habe Freunde
Die Bäume
Sie verbreiten nie das üble Schwätzen
Denn
Sie gedeihen nach universellen Gesetzen
Sie verbleiben immer an den gleichen Orten
Die Jahreszeiten folgen rings im Land
mit Blumen Kräutermantel oder Schneegewandt
Die Menschen flüchten
doch sie bleiben
als alte Freunde mir bekannt
Mein Herz allein weiß es zu schätzen
was sie uns lehren ohne zu Schwätzen
sie stehen für archaische universelle Gesetze
und für die Menschen
die sie haben zum Freund
und das Erzittern ihrer Äste ist wie des Lethe dunkle Flut
Zeitlos ruhen unter den Kronen der Bäume
unvergängliche Schätze von Träumen.
hukwa

Donnerstag, 13. Januar 2011

Am Fluss des Heraklit

Auf einem Baumstumpf sitzend
trinke ich meinen Kräutertee
esse selbst gebackenes Brot
neben dem leinernen Rucksack stehen
Axt und Handsäge
einfache Werkzeuge
um ein einfaches Leben zu führen
eine Amsel kommt angeflogen
ich füttere sie mit Brotkrummen
das Eichhörnchen ist aus seiner Winterruhe erwacht
starrt neugierig zu mir her
ich denke nicht
bewege mich im Ozean des Nichtdenkens
die Spaltung zwischen Selbst und Ich
ist für einige Zeit aufgehoben
so schaue ich den Fluss
aus dem alles fließt
in den alles
zurückfließt.
hukwa

Waldeinsamkeit

Der Schlag mit der Axt
in den gefrorenen Stamm
weckt den Wald
aus seinem winterlichen Dämmern
das Echo verklingt im Tal
eine Waldtaube fliegt klatschend auf
zwischen Axthieb Echo und Flügelschlag
bin ich Eins
mit der Waldeinsamkeit.
hukwa

Donnerstag, 6. Januar 2011

Denksatz

Lernen heißt immer sich dessen Erinnern was wir in einem früheren Dasein bereits gewußt haben.
Es bedeutet zu Empfangen und das Licht in sich aufgehen zu lassen, dass die Philosophia perennis uns schenkt.
hukwa

Samstag, 1. Januar 2011

Leben als Kunstwerk

Es sollte das Ziel jeder Kunst sein, das der schaffende Künstler sein Leben zu einem Kunstwerk gesaltet. Das "Leben als Kunstwerk" stellt natürlich auch die Vergeistigung des Künstlers in den Mittelpunkt seiner Kunst. Kunst und Philosophie fließen ineinander und ergeben somit das Kunstwerk Mensch. Dies stellt eine Vergeistigung dar, deren Harmonie die Gegensätze von Kunst und Leben aufheben kann. Fließt die Kunst in unser tägliches Leben ein, so dass sie unsere Umgebung, unseren Wohnraum, unsere Gerätschaften prägt, dann hat der schaffende Künstler sein Ziel erreicht. Es ist ähnlich der Philosophie- erst wenn ich in meinem eigenen von mir Geschaffenen Gebäude zu Hause bin, ist die Philosophie ein Teil von mir. Philosophisch, mystische als auch künstlerische und soziale Gedanken sind in einem "Leben als Kunstwerk" harmonisch miteinander verbunden.
hukwa

Sonntag, 12. Dezember 2010

Malen und Philosophieren

Während der Arbeit an einem abstrakten Gemälde passiert es sehr oft das ich in einen Zustand von fast reiner Wahrnehmung komme. Für Momente vergesse ich Zeit und Raum, das Denken steht still und wenn ich wieder zurückkehre, bewusster ausgedrückt, wenn mein Intellekt wieder arbeitet, scheint es mir als sei ich für einige Zeit in meinem Bild gefangen gewesen.
Auch kann ich während eines abstrakten Malaktes sehr gut Philosophieren. So liegen immer Stift und Notizbuch griffbereit neben Staffelei oder Maltisch um die intuitiven Gedanken die plötzlich auftauchen niederzuschreiben. Malerei und Philosophieren ergänzen sich wunderbar.
hukwa

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Waldengel


Aufsteigender Engel

Engel

Weihnachten in Marrakesch

Das Auge des Heraklit

Wenn ich male, malt das Unbewusste

Das Faszinierende an der Malerei ist ihre unbändige Kraft. Malerei ist Magie, ist Kettenreaktion von Chaos und Anarchie des Unbewussten. Wirkliche Malerei kann nie Kopfgeburt sein, sie sitzt so tief wie die Dichtung, wenn nicht noch tiefer. In der Malerei habe ich kein Konzept, folge wahllos den Strukturen von Landschaft, Stein, Baum und Rinde und den Bildern des Unbewussten. Die Malerei eröffnet dem Suchenden alle Möglichkeiten der Kreativität, ihr Sinn ist nicht Schönheit sondern Ausdruck. Oft werde ich in der Nacht von Bildern geweckt, die mich bedrängen, verfolgen, erfreuen, Drachen, Urtiere, Masken, sie durchdringen die oberfläche der sichtbaren Umwelt, sie stoßen vor in den einzigen Wurzelgrund des menschlichen Wesens, das Unbewusste. Jede andere Verwurzeltheit ist pure Illusion und letztlich überhaupt nicht vorhanden. Ähnlich wie beim Anblick eines Geäders von Felsen und Steinen, ihren Schichten die sich über Jahrtausende aufeinandergetürmt haben, ist das Unbewusste; die Malerei bietet die Möglichkeit der Freilegung, der Kräfte des Unbewussten, ist somit etwas dynamisches. es sind Urlandschafte, die ich male, Zwischenzustände, wie das menschliche Leben ebenfalls ein Zwischenzustand ist, zwischen unbewußtem archaischen Dunkel und kosmischen Licht. Die Techniken faszinieren mich, die Suche nach der eigenen Bildform, das ewige Experiment, hier nähert sich die Malerei dem Geheimnis der Alchymie. Ich male in der Zurückgezogenheit, in meditativer Stille und Einsamkeit, schirme mich ab gegen die Sensationen der Oberflächlichkeiten, ähnlich dem mythischen Sänger Orpheus, dem die Tire lauschten.
hukwa

Samstag, 27. November 2010

Das Denken sucht sich immer einen Ort

Ich mag die Winterabende die ganz der Sphäre des Denkens geweiht sind. Das Denken sucht sich immer einen Ort wo es verweilen kann. Hat unser Denken diesen Ort gefunden fühlen wir so etwas wie An-gekommen-Sein, nach Tagen wilder Irrfahrt ist man endlich wieder zu Hause. Dieses Zu Hause sein ist das Sein. Es ist eine alte Weisheit die Aristoteles aussprach- die Heimat des Philosophen ist der Ort wo er Denken kann. Viele Jahre brauchte ich um den Sinn dieser Worte zu begreifen. In meiner momentanen Situation könnte ich auch sagen: Ich wohne in Trippstadt und Trippstadt ist der Ort wo ich Denken kann aber, es gibt auch einen geistigen Ort des Denkens, oder der Heimat des Denkens. Dieser Ort ist wie eine Muschel, die das Denken umschließt. Der Geist ist die Muschel die das Denken umhüllt. Das Denken ist eine Geburt des Geistes und der Geist will andauernd Gebären, dabei handelt es sich um leichte und schwere Geburten.
hukwa

Donnerstag, 18. November 2010

Der Schlüssel zum Universum oder die kosmische Bestimmung des Menschen

Aus Indien wird uns eine uralte Legende überliefert: Vor Anbeginn der Welt war nur Gott. Das war für ihn wohl recht langweilig. Aufgrund seiner Allmacht schuf er deswegen die Welt aus sich selbst heraus, um damit spielen zu können. Die ersten Wesen aber die er dabei geschaffen hatte, kannten ihre Herkunft und fanden die Welt nicht so interessant und wussten den Weg zurück zu Gott immer wieder zu finden. Der war damit bald wieder in der gleichen Situation als zu Anfang. Also berief er eine Konferenz aller Götter ein, die er dazu gezeugt hatte das sie ihm beim regieren der Welt ein wenig zur Hand gingen. Diese schlugen ihm nun hinsichtlich seiner Probleme vor, den Himmel doch einfach abzuschließen und den Schlüssel zu verstecken. Aber wo? Viele Vorschläge wurden gemacht, ohne das man sich hätte einigen können. Die menschlichen Wesen, die nun die Erde bevölkerten, waren sehr intelligent und würden ihn sicher überall suchen, selbst in den Tiefen der Meere und Ozeane, ja selbst im Universum, wenn sie einst die Möglichkeit dazu haben.

Niemals aber werden die Menschen nur einen Schritt in sich selbst hineintun, meinte Gott, daher werde ich denn Schlüssel zum Universum im Menschen selbst verstecken. In der Tiefe des menschlichen Unbewussten also versteckte Gott den geheimnisvollen Schlüssel.

Was könnte der Schlüssel wohl darstellen, denn Gott Tief in uns versteckt hatte? Vielleicht ist der Schlüssel ein Symbol für etwas das mit unserer verbindjung zum Kosmos zu tun haben könnte? Vielleicht ist es dass was die alten Taoisten Chi nannten? Jene Ur-Einheit aus der die universellen Gegensätze von Ying und Yang hervorgehen, die durch ihr Wechselspiel denn Grundstein für die Vielfältigkeit unserer sichtbaren Welt legen. Das gleiche wiederholt sich bei den Hindus in dem Sanskritbegriff Mulaprakriti, einer Urquelle, aus der durch Involution und anschließende Evolution alle Dinge entspringen. Das chinesische Tao hat die gleiche Bedeutung. Die Upanishaden sprechen von der "Mutter aller Dinge", die Brahman ist.

"Brahman dehnt sich aus; aus ihm ist die Materie hervorgegangen, und aus der Materie das Leben, der Geist, die Wahrheit und die Unsterblichkeit...(Mundaka, Upanishaden, Vers8).

In seinem Essay, Kosmos, Geburt und Wiedergeburt einer Vision, schreibt Ervin Laszlo:" Die Vision, die in den neuesten Kosmologientheorien wieder auftaucht, drückt sich vielleicht am deutlichsten im Raja-Yoga aus; "der königliche Weg", wird in Pantanjalis-Yoga – Sutra dargestellt, und östliche Gelehrte halten ihn für die wirkungsvollste Möglichkeit die Einheit zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen zu erlangen. Yogi Swami Vivekananda beschreibt die Kosmologie des Raja – Yoga anhand zweier Grundelemente: Akasha und Prana. Akasha ist die Substanz, die allem, was existiert, zugrunde liegt, während Prana die Urenergie ist, die auf alles einwirkt und alles formt. Am Anfang gab es nur Akasha, und am Ende wird es wieder nur Akasha geben. Akasha wird zur Sonne, zur Erde, zum Mond, zu Sternen und zu Kometen; aus ihm wird der tierische und der menschliche Körper, die Pflanzen, und alles was existiert. Prana hingegen ist die unendliche und allgegenwärtige Kraft, die auf Akasha einwirkt. Prana ist Bewegung, Gravitation und Magnetismus; es ist gegenwärtig in den Handlungen der Menschen, in den Nervenströmen des Körpers und sogar in der Kraft der Gedanken. Am Ende einer kosmischen Phase lösen sich alle Kräfte wieder in Prana auf, so wie alle Dinge in Akasha vergehen. Und Akasha ist nicht passiv: Als legendäre

"Akasha Chronik" bewahrt es die Spuren von allem auf, das im Kosmos stattfindet".

Leider ist der Mensch von heute zu rational eingestellt als dass er in dieser

Das Göttliche wohnt im innersten Wesenskern des Menschen und kann nicht ausgelöscht werden. Es ist das innere Licht, der Schlüssel zum Universum, die kosmische Bestimmung des Menschen.

Gleiche Ansichten finden wir bei Platon, bei Spinoza und Leibnitz. In Platons Ideenlehre sind die Ideen objektiv und göttlichen Ursprungs, sie gehen auf das Eine zurück. In einem jenseitigen Raum hinter der sichtbaren materiellen Welt sind sie das Ziel allen menschlichen Strebens. Das irdisch-materielle ist nur ein Schatten (Maya?), denn die eigentliche Wirklichkeit beginnt außerhalb des stofflichen Lebens, in einer anderen zeitlichen Dimension.

Nach Spinoza gibt es drei Gattungen von Erkenntnis. Die Sinneswahrnehmung, das rationale Denken und die intuitive Erkenntnis: "Die rationale Erkenntnis geht diskursiv vor, während die intuitive Erkenntnis mit einem Blick in die ontologische Tiefe dringt. Sie erfasst die Modi als Ableitungen aus der Substanz, sie sieht in ihnen die Substanz selbst und ihre Notwenigkeiten. In der Wissenschaft, in der rationalen Erkenntnis, verbinden wir einen Modus mit einem anderen Modus in der Kette der Ursachen. In der intuitiven Erkenntnis dagegen verknüpfen wir nicht mehr Modus mit Modus, sondern wir verbinden die Modi mit ihrer kausalen Notwendigkeit mit der ontologischen Notwendigkeit der Substanz". (Jean Hersch). Also, nicht Modus an Modus, sondern Modus an Substanz. Zu dem Begriff Modi schreibt Spinoza:"...unter Modus verstehe ich die Affektionen (vorübergehende Zuständlichkeiten) der Substanz". Modi sind alle endlichen, unselbstständigen Einzeldinge, Einzelheiten, die in den zwei gänzlich getrennten Reichen des Räumlichen und des Denkens als vorübergehende Formen der unterschiedlichen Substanz existieren.

Man kann also sagen: Die Substanz ist in jenem jenseitigen platonischen Raum der Ideen zu Hause. Über die Modi erreichen uns sozusagen "Wellen" der Substanz. Der Mystiker würde sagen: Uns erreichen schwache Lichtstrahlen des göttlichen Lichtes.

Leibnitz erklärt uns das ähnlich in seiner Mondalogie: Die wahren Substanzen sind selbsttätige, kraftbegabte, seelische Einheiten, Monaden, deren Wesen vorstellen ist. Jede Monade ist ein Spiegel des Universums. Die Monaden bilden eine Stufenfolge von der untersten schlummernden Monade, deren Seelenleben noch unbewusst ist, bis zur göttlichen Monade, der Monade der Monaden.

Dies ist Philosophia perennis, die ewige Philosophie, mit ihren immer und ewig geltenden Wahrheiten, die zusammen das höchste, aufgerichtete Wissen verkörpern.
hukwa

Gnosis

"Nur wirkliche Gefühle besitzen die Macht, sich auf unbelebte Materie zu übertragen", schrieb die französische Philosophin Simone Weil. Sie – die Gehbürtige Jüdin, näherte sich in ihrem Leben immer mehr dem Christentum zu. Aber- sie wollte eine freie, undogmatische Auslegung des christlichen Glaubens. Sie wusste sehr gut dass wenn sie dem Christentum ein Existenzrecht zusprach, so musste sie auch die Existenz der Mythen anerkennen. In ihrer Schrift "Entscheidung zur Distanz", schreibt sie: "Nichts verbietet die Annahme einer Verbindjung zwischen Melchisedek und den antiken Mysterien. Es besteht eine Verwandtschaft zwischen dem Brot und Demeter, dem Wein und Dionysos...Jedenfalls wissen wir nicht, ob es nicht schon vor Jesus Inkarnationen des Logos gegeben hat und ob nicht Osiris in Ägypten, Krisna in Indien dazu zählen... Damit das Christentum sich wahrhaft inkarniere, damit der christliche Geist das ganze Leben durchtränke, bedarf es zuvor der Anerkennung dessen, das geschichtlich gesehen, unsere weltliche Kultur ihren Ausgang von einem religiösen Geist genommen hat, welcher der Zeitrechnung nach zwar vorchristlich, seinem Wesen nach jedoch christlich war..."

Dies nenne ich eine objektive, undogmatische, christlich – mythologische Betrachtungsweise der "Sache Jesu". Sie ist sehr gnostisch, daher kann ich mit dieser Vorstellung sympathisieren.

Um sich ein Gesamtbild des Menschen Jesu zu machen, darf man nicht nur die Evangelien als alleiniges Studium ansehen, man muss auch die gnostischen Texte und die Apokryphen "befragen".

Mythologie und katholischer Glaube miteinander zu verbinden, zumindest spirituelle Anklänge auszudrücken zu versuchen, gelang Tolkien in seinem großartigen Doppelwerk "das Silmarillon" und "der Herr der Ringe". In einem Brief bezeichnete Tolkien den "Herr der Ringe" wörtlich als "durchaus religiöses und katholisches Werk, zumindest im Rückblick". Zwar sind in der vorchristlich, heidnischen Welt von "Mittelerde" Gott und Religion nicht vertreten, doch werden im Spiegel der Sage metaphysische Fragen aufgeworfen, so auch nach Tod und Unsterblichkeit. Im "Herr der Ringe" finden wir einige christliche Motive vor, vor allem katholische, wie das Elbenbrot aus Lorien uns beweist. Es war aus "Mehl gemacht, dass außen beim Backen leicht braun geworden war, aber innen die Farbe von Sahne hatte". In der Elbensprache nennt man dieses Brot "lembas", was "Wegbrot" oder "Wegzehrung" bedeutet. In der Hochelbensprache heißt das Gebäck "Lebensbrot" (coimas). Dem Katholiken sind beide Namen vertraut als Bezeichnung, für die Kommunion. In seinem Aufsatz "über das Märchen", schreibt Tolkien: "Das Evangelium hat die Legenden nicht abgeschafft, es hat sie geheiligt". In diesem Sinne ist Tolkien ein Gnostiker.

Gnosis bedeutet ja nicht anderes als Erkenntnis, und zwar ist dabei nicht nur ein gedankliches Erfassen im Sinne einer Erkenntnistheorie gemeint, sondern darüber hinaus ein Schauen und ein Einswerden des Erkennenden mit dem Gegenstand der Erkenntnis. Dieser Gegenstand der Erkenntnis ist Gott, und die Erkenntnis Gottes bedeutet zugleich ein Erkennen der von Gott ausgehenden oder mit Gott identischen Zwecke und Gesetze der Welt, der Geschichte und des menschlichen Lebens. Die Gnostiker bedienten sich einst der zusammengebrochenen, sie umgebenden heidnischen Welt, sie fügten den Trümmern des Heidentums, ihre eigene Versionen des Christentums bei.

Die Gnosis als Sammlung verschiedener Schriften ist somit ein theologisch-philosophisch eklektisches System. In der Gnosis verbinden sich Mythologie und christliche Legende. Das Christentum ist nur eine Folgereligion aus weitaus älteren Religionen und Mythologien. Ein

"Gnostischer Christus" ist heute vielen Menschen sympathischer als ein dogmatisch – kirchlicher Christus; denn Jesus steht in einer langen Reihe von Gestalten, in denen sich Gott immer wieder zu erkennen gab, z.B. in Krisna und Apollo.

Zu Beginn des Hebräerbriefes heißt es: "Zu verschiedenen Zeiten und auf mannigfache Weisen hat Gott von altershehr durch die Propheten zu den Vätern gesprochen: am Ende dieser Tage sprach er zu uns durch seinen Sohn." Wenn man also in einer gnostischen Auslegung auch die großen Gestalten des Mythos zu den Propheten zählt, die den Völkern Weisungen gegeben haben, dann drang auch durch sie Gottes Stimme und Herakles war dann nichts anderes als ein Vorgänger Jesus. Nach der Kreuzigung stieg Christus zur Hölle ab. Diese Phase seiner Mission ist prägfiguriert im Leben verschiedener Götter, Halbgötter und Helden der Antike. Osiris, Horus, Isis, Ischtar, Demeter, Herkules, Theseus, Orpheus.

Im Nassenehrpsalm sagt Christus: "Alle Welten werde ich durchwandern, alle Mysterien aufschließen". Im mandäischen "Ginza" sagt der Erlöser: "Ich habe alle Welten und Generationen durchwandert." Der Weise Silvanus spricht in seinen "Lehren" von den vielen Gestalten, die Christus bei seinem Abstieg durch die Sphären jeweils der Situation entsprechend annahm. Den "Pseudo-Klementinen" zufolge, "durcheilt der wahre Bote, in dem er seine Gestalten mit seinem Namen ändert, vom Anbeginn der Welt an die Zeitalter, bis seine Zeit erfüllt ist und er, von Gottes Gnade für seine Taten gesalbt, zur ewigen Ruhe gelangt".

Hätte eine offizielle Vermählung zwischen Christus und der Demeter stattgefunden wäre die religiöse Entwicklung der Menschheit weitaus undogmatischer verlaufen.

hukwa

Sonntag, 7. November 2010

WaldWegeWeiser

Sat chit ananda über Seinsgewißheit

Sat chit ananda ist eine Bezeichnung aus dem Sanskrit für das gefühl der Seinsgewißheit. Es bedeutet etwa Sein - Bewusstsein - Seligkeit. Ich benötige die Stille der Natur um dieses Gefühl in mir aufkeimen zu lassen. Seinsgewißheit - ich bin mir meines Seins bewusst, ich spüre mein Sein, ich lebe mein Sein. Sat chit ananda ist eine Art von Überbewusstsein die mystische Einheit mit allen Dingen. Es kommt nahe an Samadhi heran, ist der Zustand des Satori. Dieses Überbewusstsein ist nicht ständig in einem vorhanden. Es bedarf der richtigen Umgebung und der Inneren Harmonie um es einkehren zu lassen. Ist es eingekehrt sollte man versuchen es so lange als möglich bei zu behalten.
Man sollte immer das tun was man auch wirklich liebt, was man tun möchte, was dem Leben einen Sinn gibt. Dies nenne ich dann ein authentisches Leben. Ein Leben wider den Anpassungen an Routine und Banalität. Ein Leben das sich nicht erpressen lässt von den Infamitäten und Sachzwängen. Sich seine eigene Bilanz machen um zu erfahren das es ein Bewusstsein gibt in dem das Materielle keine Chance hat sich auszubreiten und die Person zu versklaven. Dies nenne ich ein Leben das nicht auf Pump geführt ist. Sich von allem unwesentlichen zu befreien um die eigene Existenz zu Leben ist ein Leben in Seinsgewißheit.
hukwa

Montag, 1. November 2010

Mein philosophisches Dasein

Ich möchte ein philosophisches Dasein führen und nicht im Dasein von Philosphien existieren. Mir ist Philosophie das ewige Weiterdenken und Weiter-er-ahnen. Wenn ich abgeschieden und alleine mit meinem Denken bin, spüre ich oft sehr genau das da noch etwas tieferes in mir wirkt als alles Intellektuelle. Eine Art "ahnen", eine Selbstgewißheit. Eine Gewißheit über meine Ideen die zu meinem Selbst gehören. Die einzige Philosophe die uns weiterhilft ist jene deren Quelle in uns selbst entspringt: die Philosophia perennis.
hukwa

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Soziale Vision - konkrete Utopie

Der Anfang zu einer sich verbessernden Welt macht immer die soziale Vision. Aus Träumen, Märchen und Hoffnungen werden jene Werkzeuge geschmiedet, die uns helfen die konkrete Utopie zu verwirklichen. Die Geschichte hat gezeigt dass sich Utopien nur in Teilen verwirklichen lassen. Aber viele Teile ergeben irgendwann ein Ganzes. Das Ganze ist mehr als seine Teile. Das "Mehr" ist die Idee. Wenn eine Idee einmal vorhanden ist wird sie versuchen sich zu verwirklichen. Das haben wir an der Idee zur Demokratie über die Geschichte gelernt. Eine politische Demokratie wie wir sie heute in unserem Land haben, war vor 200 Jahren noch eine Utopie. Die Demokratie wie sie heute existiert ist zum Großteil konkret erkennbar, wenn sie auch Mängel aufweist. Diese war aber vor 200 Jahren noch eine konkrete Utopie, eine soziale Vision über eine bessere und gerechtere Welt. Wir leben auch heute noch nicht in der "besten der Welten", aber gegenüber vor 200 Jahren hat sich einiges verbessert, so zu Denken ist konkret und real. Bis sich eine konkrete Utopie verwirklicht braucht es nicht nur Zeit, der größte Feind der konkreten Utopie ist die Stagnation. Der Antrieb einer Utopie ist die Kreativität und Energie die in uns wirkt. Wenn wir von der Utopie sprechen, müssen wir sie aus der Aura der Alltagssprache befreien, wir müssen sie als das Denken was sie ist - die Vision von einer besseren Welt - eine Idee die auf ihre Umsetzung wartet.
huwa

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Über Karl Jaspers oder der Grenzwächter

Karl Jaspers lese ich immer wieder gern. Es ist die menschliche Existenz die den Mittelpunkt der Philosophie von Karl Jasper bildet. Für Jaspers ist Philosophieren die Möglichkeit über Weltorientierung und Existenzerhellung zu tieferen Erkenntnis seiner Selbst zu gelangen um in der Undurchdringlichkeit des Daseins einen Halt zu finden.
"Wirf dich selbst in den widerspruchsvollen Wirbel des Denkprozesses und du wirst mitschwimmen im Strom seines unaufhörlichen Werdens das lebendige Verhältnis finden, das jedem starren Dogmatiker versagt ist und versagt bleiben muss." (K.J.)
Es ist die Freude, die Lust am Denken, die Jaspers uns mitvermittelt. Er kennt die Krisen des menschlichen Lebens, aber, es liegt ihm fern Unheilsverkündigungen auszustoßen. In dem er die Tiefen des Menschen durchforstet, vor allem die Tiefen vergangener Philosophien sucht er nach Existenzerhellung, den er weiß: Was den Menschen, den modernen Menschen ausmacht ist seine Existenzverdunkelung. Sie gilt es zu überwinden vorzustoßen in eine menschliche Existenzstufe wo Licht ist, eben Existenzerhellung.
Jaspers bietet uns keine billigen Rezepte an aber auch keine schlüssigen Lösungen. Für mich war er immer eine Art von "Grenzwächter". Er steht in jenem Bezirk wo nackter Existenzialismus und Metaphysik zusammentreffen. Er ist eben der Philosoph für alle, die auf dem Weg des Denkens um die einzige Wahrheit ringen. Er drängt uns keine Philosophie auf, aber, er lehrt uns das Philosophieren. Vor allem tut er dies in einer mühelos verständlichen Sprache.
hukwa

Dienstag, 19. Oktober 2010

Ahnendes Bewusstsein

Ein regenreicher, kalter Oktobertag begrüßte mich Heute Morgen. Ein richtiger Lesetag. Gestern Abend habe ich einige Zeit in meiner Bibliothek (ca.2000 Bände) gestöbert. Mir fiel ein Buch aus den 80zigern Jahre in die Hände. "Der Geist in den Wassern", ein Buch zu "Ehren des Bewusstseins der Wale und Delphine", zusammengestellt von Joan McIntry. Ich las den ganzen Abend darinnen. Dem Buch geht die bemerkung voraus: "Wir fangen an, die Umrisse eines anderen Bewusstseins zu erahnen". Nun- Heute, dreißig Jahre später frage ich mich, erahnen wir etwas? Gewiß, tun wir dass, aber es ist nur eine kleine Minderheit die "erahnt". Der Großteil der westlichen Menschheit schaut dem Schlachten und der Naturzerstörung weiterhin gelassen und stoisch zu. Der Großteil der Menschheit handelt immer noch wie ein Reptil. Wenn nun tatsächlich irgendwann das "große Bewusstsein" bei den Menschen aufdämmert, wir es für viele Arten schon zu spät sein. Ich sehe auch kein Bedürfnis bei den meisten Menschen, das sie ihr Bewusstsein erweitern möchten. Sie möchten nur ihr materielles Dasein befriedigen. Sie tun es allerdings auf Kosten ihrer Kinder. Diese werden wahrscheinlich eine Erinnerung an Leben haben dass längst schon kein Leben mehr ist. Das Raubtier Mensch ist unbarmherzig. In seinem Gemälde "Saturn frißt seine Kinder", hat Goya dies sehr klar ausgedrückt. Sein Leitsatz war Aun Aprendo- was immer ein Lernender bedeutet. Goyas Kinder fressendes Ungeheuer ist eine Allegorie auf die heutige Menschheit, die alles zerstört, selbst die Zukunft ihrer Kinder.
hukwa

Sonntag, 17. Oktober 2010

Stuttgart 21 und die Demokratie

Für die Zukunft wäre es sicher wünschenswert das Politiker sich rechtzeitig in Gruppendynamik schulen lassen um zu lernen wie man mit Konflikten wie Stuttgart 21 einer ist umgehen muss, damit es nicht zur Eskalation kommt.
Für die Demokratie gefährlich sind nicht die Demonstranten sondern so dogmatische und kompromißlose Leute wie Bahnchef Grube, der für eine Politik der Schlagstöcke eintritt. Gruber versucht ein aggresives Stimmulationsfeld zu schaffen und so etwas kann zu Fehlleitungen politischen Handelns führen, fernab jeglicher sachlicher Entscheidungskriterien. Nun, da beide Seiten bereit sind, sich an einen Tisch zu setzen, sollte auf jeden Fall eine Zone der objektiven Wahrheit geschaffen werden. Das soll heißen im gemeinsamen Gespräch ist kein Platz für Mißtrauen, Gekränktheitsgefühle oder kleinkarierte Rachesätze, die ja nach solch einem öffentlichen Zusammenstoß sicherlich auf beiden Seiten vorhanden sind. Die "Protestgesellschaft" wie Heiner Geißler sie nennt, lehrt uns auf jeden Fall das es besser ist aufeinander zuzugehen als aufeinander einzuschlagen. Sie lehrt uns das in Deutschland Demokratie vielleicht doch keine Importware ist, den Proteste und Demonstrationen gehören zur Kultur der Demokratie, ja sie sind geradezu deren Freiheitswürze. Letztendlich geht es nicht um 4. oder 5. Milliarden abstrakter Euros, sondern um die Festigung unserer demokratischen Gesellschaft an der seit der Eskalationen in Stuttgart einige zu zweifeln begannen. Die Demokratie sollte zwar in der Politik ihre Heimstatt haben, doch in Deutschland ist sie derzeit in der Gesellschaftlichen Opposition zu Hause. Hier hat sie ihre Wiege und von hier aus muss die Politik täglich neu demokratisiert werden. Die einen sehen in diesem Bahnprojekt ein gigantisches Frankensteinmonster, die anderen haben sich in ihren Luftschlössern vom ewigen Wirtschaftswachstum eingeschlossen. Doch was unser Land jetzt braucht sind demokratische Entscheidungen von beiden Seiten.
hukwa

Sonntag, 10. Oktober 2010

Das Sein des Ostens und des Westens

Manchmal, nach Tagen intensiven philosophierens verlasse ich das Reich des europäischen Geistes und tauche ein in die uralten Weisheitslehren des Ostens. Hier finde ich dann jenen Weisheitsbrunnen, dessen Wasser schließlich für einige Zeit meinen geistigen Durst löschen. Ich fühle mich zu Hause in der Philosophie des Abendlandes, in diese wurde ich hineingeboren, hier fand ich meine ersten Lehrer, Lese- und Lebemeister. Aber die wirklich bedeutende Fragen bekomme ich nur über die Weisheitslehren des Ostens beantwortet. Das Licht der Weisheit scheint im Osten heller zu leuchten als im Westen. Es ist einfach diese fließende Verbindung von Religion und Philosophie die uns die Antworten auf die tieferen Fragen des Seins gibt. Es ist als wäre das Sein des Ostens faßbarer als das des Westens.
hukwa

Freitag, 8. Oktober 2010

Über die Innere Kraft der Natur

So lange es uns nicht gelingt, die in unserem innersten verborgenen Kraftreserven zu befreien, also dass sie sich loslösen um an die Oberfläche emporströmen zu können, steht man sich selbst gespalten gegenüber. Um den Schlüssel zum Geheimnis der Schöpfung zu ergreifen, bedarf es einer Loslösung vom materialistischen Denken. Erst wenn wir uns aus dem Gefängnis der materialistischen Weltsicht befreit haben ist es uns möglich uns selbst und das Universum in ontologischer Intuition zu schauen.
Ontologische Intuition ist gleichbedeutend mit der inneren Kraft der Natur. Der Mensch der mit ontologischer Intuition begabt ist taucht unmittelbar in das Wesen der Dinge ein und stellt eine innere Beziehung zwischen der Natur und sich selbst her. Ihm enthüllt sich die innere Kraftquelle der Natur und strahlt dann positive Energien auf das Wesen des Suchenden aus. Es ist eine Art geistiger Rhytmus der nun im Menschen erstrahlt aber auch von ihm ausstrahlt.
hukwa

Sonntag, 3. Oktober 2010

S21:Es ist ein Elend für die Bürger wenn Politiker nicht kreativ Denken können

Bei S21 geht es um Machtansprüche von Seiten der ReGIERenden. Es geht darum dass der Staat sich durchsetzt. Von Seiten der verantwortlichen Politiker die dieses Projekt lenken geht nun ein Gehetze aus und man versucht einfache Bürger als Gewalttätig darzustellen. Von sachlichen Entscheidungskriterien haben sich die Verantwortlichen längst verabschiedet. S21 ist nicht heilige Privatsache einiger weniger, sondern inzwischen öffentliche Angelegenheit aller Bürger. Die meisten dieser Verantwortlichen haben doch die Schocks von Whyl und Brokdorf miterlebt? Es ist also eindeutig: Man hat aus der Vergangenheit nichts gelernt! Dies scheint besonders ein kollektives Problem der schwarz-gelben deutschen ReGIERung zu sein. Das es eine Komplizenschaft von Politik, Bahn und Kapitalanlegern gibt ist inzwischen fast jedem bewusst. Jeder ordentliche, demokratische Politiker der noch einen Rest Anstand in sich spürt würde jetzt zu einer Denkpause aufrufen. Zu einem Baustop bei dem man denken, Nachdenken und Umdenken kann. Wo man Alternativen finden kann.
In seinem Essay "über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat" schrieb Henry David Thoreau: "Alle Menschen bekennen sich zum Recht auf Revolution; das heißt zu dem Recht, der Regierung die Gefolgschaft zu verweigern und ihr zu widerstehen, wenn ihre Tyrannei oder ihre Untüchtigkeit zu groß und unerträglich wird".
Es ist ein Elend für die Bürger wenn ihre Politiker nicht kreativ Denken können. Wahrscheinlich sind sie gerade deswegen Politiker geworden. Um ein Leben zu führen ohne Visionen und Ideale, ohne Menschlichkeit und Liebe! Denn: Wer auf friedliche Bürger einschlagen lässt, muss Unmenschlich sein. Er ist kein Mensch - er ist ein Unmensch! Er gehört der Gattung der Pfuscher und Roßtäuscher an! Wären sie das nicht würden sie einfach einmal über den empfindungslosen Gigantismus eines Projekts wie Stuttgart 21 nachdenken. Wenn die Mehrheit des Volkes dieses Projekt nicht will, dann muss die Politik eben Umdenken anstatt große Teile der Bevölkerung zu Kriminellen zu erklären.
hukwa

Samstag, 2. Oktober 2010

Wer die Vergangenheit vergißt ist dazu verdammt sie zu wiederholen - Gedanken zu Stuttgart 21

In diesem Herbst erleben wir in der BRD gebannt die unglaubliche und wahnwitzige Erektion eines Rechtstaates der sich mit allen Mitteln der polizeilichen Gewalt gegen friedliche demonstrierende Bürger durchzusetzen versucht. Wir sehen die Bilder, die sich vor Jahrzehnten in Brokdorf, Whyl, der Startbahn West und an anderen Orten der Republik abspielten.
"Wer die Vergangenheit vergißt ist dazu verdammt sie zu wiederholen."
Mit Hilfe zahlreicher gewählter Volksvertreter versucht man mal wieder Bürger, die bisher nur den Dialog suchten, als aggressiv darzustellen. Wenn in einem demokratischen und fortschrittlichen Land, dessen Saatboden der Humanismus sein sollte, auf friedlich demonstrierende Bürger von der Polizei eingedroschen wird, wenn mit Wasserwerfern und Pfefferspray Bürger verletzt werden, stimmt im Land mal wieder einiges nicht mehr. Politiker die eine solche Praxis und Vorgehensweise gegen die Bevölkerung als richtig empfinden sind nicht nur undemokratisch, sie sind extremistisch und kriminell. Zur politischen Demokratie gehört die Diskussion, der Dialog und schließlich der Volksentscheid. Die politischen VolksvertreterInnen die Anordnung gaben auf Menschen, die von ihrem Demonstrationsrecht gebraucht machten, einzuschlagen, haben irgendwann einmal geschworen dieses Land und seine Bürger vor Schaden zu bewahren. Wenn die zuständigen PolitikerInnen wirklich den Dialog suchten, würden sie während der Zeit in der dieser Dialog stattfinden würde einen Baustop für Stuttgart 21 anordnen. Alles andere ist Hohn von Seiten der Politik und der Regierung. Was sich in Stuttgart durchsetzen wird ist mal wieder das Geld, die gekauften Experten und Politiker, die unpolitische Vernunft und Versachlichung. Aber Stuttgart 21 ist jetzt schon zur Zeitbombe geworden, ob diese gezündet wird, dafür ist die Politik verantwortlich. Die weißen Westen und Blusen dieser PolitikerInnen werden nämlich langsam fleckig. Ihre Fehlleitung politischen Handelns wird Konsequenzen nach sich ziehen, bleibt nur zu hoffen das nach einem "heißen Herbst", kein "Deutschland im Herbst" wird.
hukwa

Dienstag, 28. September 2010

Herbstgedicht

Still ist der Herbst
ins Land gezogen
Noch einmal tanzen die Wespen
um die reife Birnenfrucht
Einsam am Horizont
kommt der Reiher gezogen
Wie flammende Fackeln
die Lärchen am Bergeshang glühn
Naht nun die stille kühle Zeit
der Wald lebt in Zurückgezogenheit
Hier und Jetzt wie nie im Jahr
dringt der Herbst in mich
so rein und klar.
hukwa

Freitag, 24. September 2010

Schöpferische Unschuld

Der frühe Morgen ist dem Künstler die Zeit der Sammlung. Die Gedanken sind klar, das Bewusstsein geschärft. In sich spürt der Künstler nun jenes elan vital das ihn ans Werk drängt. Es ist eine Art von "schöpferischer Unschuld, die in den frühen Morgenstunden im Künstler dann vorherrscht. Jaques Maritain schrieb darüber folgendes: "Schöpferische Unschuld ist das Paradies der poetischen Intuition, der existenzielle Zustand in dem die dichterische Intuition ihre volle Kraft und Freiheit entfalten kann."
Der schöpferische Prozess des Universums ist auch der schöpferische Prozess des Künstlers, des Künstlers der sein Ego ins Selbst gewandelt hat und somit zum Bestandteil des universums geworden ist. Die künstlerische Erfahrung in ihrem höchsten Sinn ist unsichtbar, unfaßbar und über den Intellekt niemals ganz nachvollziehbar. Das Be-Greifen solcher Werke die aus kosmischer Weltanschauung entstanden sind funktioniert nicht über den Intellekt, sondern über etwas ganz Tiefes in uns. Solche Werke kommen aus dem Selbst des Künstlers, welche auf das Selbst des Betrachters wirken können auch wenn dieser sich dessen vielleicht noch nicht bewusst ist.
In solchen Momenten des Be-greifens eines schwer begreifbaren Wekes herrscht auch beim Betrachter schöpferische Unschuld vor. Er sieht sozusagen das Werk nicht mehr mit den Augen des Intellekts sondern mit den Augen seines Selbst. Er erkennt den Sinn des Werkes.
hukwa

Dienstag, 21. September 2010

Das schamanistische in meiner Malerei

Je tiefer der Maler in die Bereiche des Unbewussten und Unbekannten eindringt, desto stärker werden die abstrakten Symbole in seinem Werk. In Jahrzenhnten andauernden Malprozessen konnte ich dies immer wieder festsellen. Wenn ich mit einem Werk beginne, steht am Anfang fast immer eine gegenständliche Form. Während des Malprozesses tauche ich dann immer tiefer hinab ins Meer des Unbewussten. Je weiter ich hinausschwimme in dieses Meer, desto weniger Gegenstand taucht auf. Irgendwann wird alles "fließend". Es sind Wellen, Punkte, Linien die nun vor meinem Geiste auftauchen. Sie zu bannen, festzuhalten auf Papier, Leinwand, Holz oder Stein ist der schamanistische Akt in der Malerei. Der Künstler hinterlässt seine Spur.
hukwa

Malerei als Vorstoß ins Unbekannte

Im Schaffen eines Künstlers gibt es den Moment wo alles zusammenfließt. Philosophisches Denken, Werk-Tätig-Sein und seine Umwelt. Dies ist der Moment des "am Werke sein". Der Maler malt nur noch mit Hingabe. Wirkliche Kunst ist ein sich auf eine Suche zu begeben. Der Künstler durchforstet sich selbst und die Welt die ihn umgibt. Er unternimmt eine Reise in die eigenen Tiefen und holt hier die Symbole hervor die er schließlich auf Leinwand bannt. Wirkliche Kunst hat immer etwas schamanistisches. Denn während des Arbeitsprozesses ist der Künstler ein Reisender. Er ist ein Pilger der unbekannte Landstriche, innere Ländereien und Kontinente aufsucht. Künstler die solche Seelenreisen unternehmen hinterlassen die Spuren solcher Reisen in ihrem Werk.

Donnerstag, 16. September 2010

Indian summer

Magick

Hinter der Milchstraße

Natur und Künstler

Für den Menschen der künstlerisch und schöpferisch arbeitet bleibt die Natur eine nie versiegende Quelle der Inspiration. Sie bietet dem schaffenden Künstler immer Anreize für ein kleines oder großes Kunstwerk. Ein Gedicht, ein Essay, eine Zeichnung ein Bild oder eine Skulptur. Der Natur kann man täglich etwas Neues abringen. Es ist das schaffen mit der Natur - nicht dass gegen sie, das den Künstler mit Inspiration erfüllt. Dem schöpferischen Menschen ist die Natur Lehrerin, Meisterin und Freundin zugleich. Sie treibt den Eros (platonisch) in uns an, der uns die Kreativität schenkt künstlerisch tätig zu werden. Spürt der Künstler eine Leere in sich, soll er hinaus in die Natur gehen, er wird erfüllt von ihr zurückkehren.
hukwa

Malerei ist Urerinnerung

Gestern begann ich mit den Vorbereitungen für eine Reihe von abstrakten Malereien. Ich freue mich darauf einmal wieder ganz Ungegenständlich zu arbeiten. Tief ins Formlose vorzustoßen. Abstraktes Malen ist eine Art von Komponieren. Immer wenn ich an der
"Formlosen Form" arbeite und ein Werk fertiggestellt habe, spüre ich eine große Zufriedenheit in mir. Vielleicht hängt es damit zusammen dass die letzten Erscheinungen eben Formlos sind und die abstrakte Malerei sozusagen eine Ur-Erinnerung im platonischen Sinne, an die kosmische Heimat der Monade ist. Der Maler Er-Innert sich in dem er sich ganz Ver-Innerlicht.
hukwa

Freitag, 10. September 2010

Gezeichnete Erscheinungen

Oft habe ich das Gefühl dass meine Zeichnungen und Gemälde auf eine gewisse metaphysische Art Wiedergeburten sind, archaische und kosmische Wiedergeburten.
Wenn ich mit einer Zeichnung beginne ahne ich das Ende nicht - alles ist Prozess. Ein Prozess der bereits Tage vor dem Malakt in mir gärt. Irgendwann wollen die Symbole des Unbewussten dann auf die Leinwand, um endlich ihre eigene Existenz zu führen. Die graphischen surreale Inhalte wandeln sich während des Arbeitsvorgangs oft ins metamorphorische.
Die Empfindung ist eine Art Maßstab der gezeichneten Erscheinung. Sie ist nicht Figur - sie ist Spur einer Figur, erste Erscheinung einer verkrusteten Innenwelt, diese Geburten sehnen sich nach Existenzerhellung. Zeichnen ist mir ein Hinabsteigen in den tiefsten Grund.
hukwa

Donnerstag, 9. September 2010

Herbstgott

Es ist mir Trostvoll
wenn im Herbst
die ersten Blätter fallen
Wenn Taumelhaft von Bäumen
sie wie alternde Schmetterlinge sinken
Trostvoll von Buchenbäumen
das bunte Herbstlaub schwindet
dann ist mir als könnt ich mit einem Gotte sprechen
der das Antlitz des Waldes färbt
der an sonnigen Herbstnachmittagen
das Sonnenall noch einmal bewegt
der die dunkle Schar der Starren
mit gütigen Augen lenkt
Nur wenige Wirkliche Wissen
um die Schönheit der Herbstzeit
doch die wenigsten haben das Angesicht
des Herbstgottes geschaut.
hukwa

Donnerstag, 26. August 2010

simplex sigillum veri

"Das Einfache ist das Siegel des Wahren".
Die Spirituelle Heimat des Menschen ist das Universum. Sobald ihm dies bewusst ist dann ist er wieder mit dem Kosmos vereint.
Pulchritudo splendor veritatis - Die Schönheit ist der Glanz der Wahrheit. Kosmos ist das Schöne, das Geordnete aus dem alles fließt.
hukwa

Dienstag, 24. August 2010

Auf eine alte Tür

Wer ging in Jahrhunderten
hier ein und aus
Wieviele trug man hier hinaus
Junges Leben zog über
deine Schwelle hier ein
hunderte Sommer brannten dich
der nächtliche Vollmond bleichte dich
Du alte Tür
sahst Krieg und Frieden
ein ewiges kommen und gehn
nun ist auch deine Zeit gekommen
Folgst deinem Meister
der dich vor Jahrhunderten erschuff.
hukwa

Alte Pfälzer Haustür

Schwur

Ich schwöre Dir Mutter Erde den Eid
dein Kind zu bleiben
auf Ewigkeit
auch wenn sich häuft
das böse Gift der Zeit
noch ist dein Geist nicht entschwunden
so schwör ich Dir Mutter erde den Eid
dein Sohn zu bleiben in Ewigkeit.
hukwa

Verschollener Garten

Tauchst vor meinen Augen wieder auf
Verschollener Verzückter alter Garten
mit deinen stillgelegten Springbrunnen und
Sandsteinbalustraden
ich träumte in deinen Laubengängen
von Nymphen und Faunen
die hier in schwülen Spätsommernächten
ihre Zeitferne Geheimnisse austauschten
In deinem dunkelgrünen Weiher
ziehen sieben Schwäne
geheimnisvolle Kreise
Lavendel und Thymiandüfte
schwängern die Lüfte
worinnen Schmetterlinge und Falter
erhabene Kreise ziehen
Mir träumt von vergangenen Sommern
von Nachtigallenmusik
die tönte aus Hollergebüschen
von galanten Schäferspielen
und geheimnisvollen Begegnungen
Ich sah wieder den Knaben
der in sommerlichen Mondscheinnächten
im Kirschbaum saß
Ich sah in wie er mit Elfen
im Morgengrauen
auf Nebelfeuchter Wiese
Elbenflink tanzte
Damals damals
ist vielleicht doch das Heute.
hukwa

Freitag, 20. August 2010

Naturvergessenheit

In unserer materialistisch - technischen Welt erfährt der Mensch die Welt nicht mehr in ihrem Sein, was im Zeitalter der ökologischen Krise heißt, er erfährt die Welt nicht mehr als Natur sondern er erfährt sie in ihrer technischen Bedeutung. Natur wird für den vom Materialismus und Technik beherrschten Menschen zu einem abgeflachten Symbol. Der Mensch der ja ein Wesen der Natur ist, hat diese Natur vergessen. Natur ist Sein, Technik etwas lebloses, so ist Naturvergessenheit gleichzeitig Seinsvergessenheit.
Heidegger schrieb einmal: Das Bedenkliche in unserer bedenklichen Zeit ist, das wir noch nicht denken.
Heideggers Vorschlag zu Denken anstatt zu Handeln, ist äusserst vernünftig. Im Angesicht der ökologischen Krise ist es eine Antwort auf wichtige Fragen der Zeit.
hukwa

Innere Reife

Das war eine Zeit
der inneren Reife
des Erwachens und sich selbst entdeckens
eine Zeit die schon Erinnerung ist
eine Zeile ein Gedicht
auf chinesischem Blütenpapier
ein Hauch von Zen nicht mehr
Zuhaus im Hier und Jetzt
zwei Gläser die klirrten
bis eines davon zerbrach
Zwei Türen vernagelt
dahinter das Leben
in einem vermoorschten Sarg
hukwa


Zurückschaun
in Zeit
ist hartes Brot
Vergehen
Liebe
Freude
Tod
die Hoffnung auf Neues
der Schimmel der Zeit
Geh oder bleib ich
Reife Zeit reif.
hukwa

Sonntag, 15. August 2010

Gedanken bei einem Sandstein am Wegrand

Es wird bleiben
das Zeichen
die geschwungene Linie
der Vers
das Gemälde
der Gott in mir
Bleiben wird das kindliche Schreien
in den Sphären des Unendlichen
das pulsierende Blut
der Laut
das letzte Wort
Orpheus in mir
dieser Stein umwuchert von Farne
darinnen ich fand
das Geäder der Zeit
Nicht bleiben wird
der graue Beton
das verrostete Blech
der Reifen aus Gummi
Es wird sich ändern
das Lied des Vogels
der Gesang der Nachtfalter
das wachsen der Bäume
der Stand der Dinge
im Spiegelbild meines Angesichts
im
Geäder der Zeit.
hukwa

Leben und Kunst ein ständiges Häuten

Ich grüße den Morgen
das klare Sein
fühle mich wie gehauener Stein
schaue tief in mich hinein
denn Weg aus dem Labyrinth gefunden
durch das Mandala meines Lebens gegangen
bin ich gehäutete Schlange
bereit
Neue Pfade zu Erkunden.
hukwa

Dienstag, 22. Juni 2010

Nichtalltägliche Wirklichkeit in der Kunst

Der Künstler bewegt sich in Dimensionen fern materialistischer Weltanschauungen. Kunst sollte daher Verneinung von Materialismus sein. Kunst sollte also immer den Versuch unternehmen den Menschen an die höhere Wirklichkeit und an seinen geistigen Ursprung zu erinnern. Auch das Denken ist Kunst, wenn es tief genug geht. Ähnlich dem Mystiker, muss der Künstler in andere tiefere Dimensionen der Wirklichkeit eingehen, also in seine eigenen Tiefen tauchen, bis dorthin wo sich die Formen auflösen und von dort, von diesem Quell, neue Inspirationen für sein Werk, in die alltägliche Wirklichkeit miteinbringen. Somit bewegt sich Kunst in Welten- in alltäglicher Wirklichkeit und in nichtalltäglicher Wirklichkeit. Kunst kann Wiederverzauberung des Alltags sein, eine Wiederverzauberung die sich dem Zugriff materialistichen Denkens entzieht. Kunst existiert also auf verschiedenen Ebenen der Wirklichkeit. kunst existiert auf der Verbindung von Denken und Unbewussten. Der Philosoph Ervin Laszlo schrieb einmal folgendes:" Leben ist ein enges Beziehungsgeflecht, das sich selbst fortentwickelt und dabei seine unzähligen Elemente miteinander koppelt und integriert. Die Biosphäre wurde aus dem Schoß des Universums geboren, Geist und Bewusstsein aus dem Schoß der Biosphäre. Unser Körper als Teil der Biosphäre befindet sich im Einklang mit dem übrigen Leben auf dem Erdball. Unser Bewusstsein ist Teil unseres Körpers und steht mit dem Bewusstsein anderer sowie mit der Biosphäre in Verbindung". Vor einigen Tausend Jahren schrieb der chinesische Weise Zhuangzi:
"Himmel und Erde und Ich leben zusammen, und alle Dinge und ich bilden eine untrennbare Einheit."
In diesem Beziehungsgeflecht von Körper, Seele, Geist und Universum entspringt der Quell wahrer Kunst, hier fließt das elan vital. Nur in dem der Künstler sich dieses Geflechtes Bewusst ist kann er den Zeitensprung tun und aus der alltäglichen Wirklichkeit heraus in die Dimension der nichtalltäglichen Wirklichkeit springen.
hukwa

Sonntag, 20. Juni 2010

Malerei ist gleich Aktion

Es gibt Bilder die nach der inneren Natur entstehen und es gibt Bilder die nicht nach der Natur entstehen in meinem Werk. Naturalistische Malereien finden sich in meinem Werk nicht. Das "Abbilden auf den ersten Blick" sollte man der Fotografie überlassen. Meine Malerei entsteht in den Kanälen der Meditation und endet in der Aktion. Lange trage ich die Symbole meiner Bilderwelten mit mir herum, dann irgendwann entfalten sie sich, sie wollen heraus: der Moment der Aktion!
hukwa

Dienstag, 8. Juni 2010

Bei Diana von Nemi im Trippstadter Wald

Das Dianarelief am Pionierweg im Trippstadter Wald

Wer war eigentlich diese Diana, deren Bildnis sich in der Nähe des Pionierwegs befindet? Es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um die Göttin Diana handelt.

Die Römer verehrten Diana als Göttin der Jagd, der wilden Natur und des Lichts. Sie wurde auch mit der griechischen Göttin Hekate identifiziert, doch ihr griechisches Gegenstück war eindeutig Artimis, eine jungfräuliche Schwester des Apollon und Tochter des Zeus und der Leto.

Es gab viele Kulte um die Göttin Diana, ihre Anrufung geschah mit magischen Zauberformeln an Kreuzwegen und in Höhlen um Liebe zu entzünden, Kranke zu heilen, Verhasste zu verderben. Diana führte auch den Brauch ein, Heilkräuter bei Nacht zu sammeln.

In seinem zwölfbändigen Monumentalwerk „Der goldene Zweig“ beschreibt der schottische Anthropologe James George Frazer ausführlich den Kult um die Göttin Diana. Frazer berichtet uns ausführlich von einer Königin des Waldes, die an einem See lebt der „in einer grünen Talmulde der Albaner Berge sanft eingebettet liegt“, nahe dem Dörfchen Nemi. Im Altertum war diese Landschaft bekannt als der Hain der Diana von Nemi. Hier stand ihr Tempel, hier wurde ihr Ritus zelebriert.

Aber die wohl bekannteste Geschichte um die Göttin Diana ist die Sage von Actaion, der sie in ihrem Heiligtum nackt erblickte und dafür mit seinem Leben zahlen musste.

Bei Actaion fügte es sich, dass er die Göttin um Mittag erblickte, jenem schicksalsvollen Augenblick, wenn die Sonne in ihrem jugendlichen, kraftvollen Aufstieg erlahmt, innehält und zu ihrem mächtigen Niedertauchen in den Tod übergeht. In der Antike nannte man diese Zeit auch die „Stunde des Pan“.

Nach einem von der Jagd ausgefüllten Morgen hatte der junge Athlet Actaion seine Gefährten zusammen mit seinen blutbefleckten Hunden rasten lassen und war umhergestreift. Er hatte sich von den vertrauten Jagdgründen mit ihren Waldungen und Feldern entfernt und war in die benachbarten Wälder eingedrungen. Dabei entdeckte er einen Talgrund dicht mit Föhren, Eichen und spitzen Zypressen bestanden und neugierig beschwingten Schrittes drang er darin ein. Es war aber im Wald eine Grotte verborgen, durchrieselt von einer kleinen sprudelnden Quelle, deren lauteres Wasser sich durch einen Bach in einen von Kräutern umstandenen Tümpel ergoss. Zu diesem schattigen Plätzchen pflegte Diana sich zurückzuziehen. Und es traf sich, dass sie gerade badete, ganz nackt, als Actaion hinzu kam:

„Untergetreten schon übergibt sie einer der Nymphen-

der, die die Waffen ihr trägt – den Köcher, den Speer, den entspannten

Bogen, es fängt mit dem Arm eine andre das fallende Kleid auf.

Zweie lösen die Riemen am Fuß. Denn das Kind des Ismenus,

Crocale, schlägt ihr, gewandter als jene,

zum Knoten das frei den Hals umspielende Haar....

Während Titanien hier die gewohnten Güsse umspülen,

siehe, gerät der Enkel des Cadums, der ziellosen Schrittes

nutzend der Jagd Unterbrechung, des fernen Waldes Bezirk durchschweifte,

dort in den Hain. Es führte ihn so sein Verhängnis.

Da, sobald er die quelldurchrieselte Grotte betreten,

schlagen die Nymphen beim Anblick des Mannes, nackt wie sie waren,

jäh ihre Brüste, erfüllen mit lauten klagenden Rufen

plötzlich den ganzen Hain. Mit den eigenen Leibern sie deckend

drängen sie rings sich eng um Dianen. Doch höheren Wuchses

ragt über alle hinaus um Haupteslänge die Göttin.“

Der Jüngling sah und konnte sich nicht abwenden. Das Verhängnis blieb nicht aus:

„...und wie sie verlangt einen Pfeil in Händen zu haben,

schöpfte sie, was ihr zur Hand, das Naß, besprengte des Mannes

Antlitz mit ihm, und, sein Haar mit den rächenden Fluten benetzend,

spricht sie die Worte dazu, die das kommende Unheil ihm künden:

„Jetzt erzähle, du habest mich ohne Gewand gesehen,

wenn du noch zu erzählen vermagst!“ Sie drohte nicht weiter,

gab dem besprengten Haupt des lange lebenden Hirsches

Hörner, die Länge dem Hals, macht spitz das Ende der Ohren,

wandelt zu Läufen um seine Hände, die Arme zu schlanken Schenkeln,

umhüllt seinen Leib mit dem fleckentragenden Vliese,

gab auch die Furcht ihm dazu. Es flieht Autonoes tapfrer Sohn

und wundert sich selbst im Laufe der eigenen Schnelle.

Als er aber Gesicht und Geweih in den Wellen erblickte,

wollte er: “Weh mir!“ rufen – es folgt keine Stimme, ein Stöhnen

nur! (Dies ist seine Stimme fortan.).....“

Ein schreckliches Schicksal nahm nun seinen Lauf. Seine eigenen Hunde bekommen Witterung von dem großen Hirsche und kommen bellend durch den Wald.

„und er flieht durch Gelände, in dem er so oft verfolgt hat.

Weh! Seine eigenen Diener flieht er! Er möchte wohl rufen:

„Ich bin Actaeon! Erkennt den eigenen Herrn!“ Doch versagt das

Wort sich dem Sinn. Von Gebell nur widerhallen die Lüfte.

Schwarzhaar brachte zuerst im Rücken ihm bei eine Wunde,

Wildfang die nächste darauf, es hing am Buge ihm Bergwelp.

.....Dieweil ihren Herren sie halten,

kommt die übrige Schar und schlägt in den Leib ihm die Zähne.

Schon fehlt den Wunden der Platz. Er seufzt – ein Klang wie Menschenlaut

Zwar nicht, doch auch nicht so, wie ein Hirsch ihn kann äußern.“

Von den Gefährten umstanden, die den Hunden nachgeeilt waren, wird er zerrissen. Und:

„Erst, als in zahllosen Wunden, so sagt man, geendet sein Leben,

war ersättigt der Zorn der köcherbewehrten Diana.“

Als Naturgöttin blieb Diana auch nach der zwangsweisen Einführung des Christentums in ländlichen Regionen weiterhin den Menschen verhaftet. Bis in das sechste nachchristliche Jahrhundert wurden Dianakulte vollzogen. Um dem Diana Kult den Rang abzulaufen mussten die entsprechenden Festtage zu christlichen Feiertagen umgedeutet werden, so unter anderem Maria Lichtmess und Maria Himmelfahrt. Ab den 17. Jahrhundert erlebte Diana eine gewisse Renaissance, da sie besonders mit der Jagd in Verbindung gebracht wurde.

hukwa

Lit. Hinweise

James George Frazer: Der goldene Zweig

Ovid: Metamorphosen

Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten

Montag, 7. Juni 2010

Die Arbeit an der Assemblage

Seit Tagen arbeite ich neben meiner schriftstellerischen Arbeit, täglich noch einige Stunden an einer reihe von Assemblagen. Es handelt sich hierbei um Werkstücke die teils gemalt, zum Teil in Holz geschnitzt sind. Die also verschiedener Arbeitsgänge bedürfen. Auf diesen Unterlagen befestige ich Fundstücke. Dinge aus Eisen, Blech oder Holz die ich in alten Kellern auf Dachböden oder sonstwo gefunden habe. Dinge die einmal gebraucht wurden doch heute als Müll angesehen werden, die man wegwirft weil sie angeblich unnütz geworden sind. Fernand Leger schrieb einmal:
"An jedem Tag schafft die moderne Industrie Gegenstände, die einen unbestreitbar plastischen Wert besitzen. Der Geist dieser Objekte beherrscht die Zeit."
Der Ethnologe A.P.Elkin schrieb einmal folgendes:
"In den "Galerien" ihrer Schutzhöhlen im Fels malen sie die "Wandjina", träumende Helden. Die Wandjina sind tatsächlich zu "Malereien" geworden, die beständig erneuert werden müssen, um ihre Macht aufrecht zu erhalten. Wie um dem Bedürfnis des Menschen im Detail nachzukommen, malen diejenigen, die in jedem örtlichen Clan Autorität genießen, Muster an die Galerienwände die die Totems des Clans verkörpern- Erzeugnisse der Natur und Gegenstände, deren reichliches Vorkommen erwünscht ist. Diese Galerien sind an geheimen Orten und werden nur von jenen aufgesucht die in die Ritualkunde eingeführt sind."
Ich glaube der zeitgenössische Künstler kann viel von der Kunst der Aborigines lernen.
hukwa

Sonntag, 6. Juni 2010

Sonntag, 30. Mai 2010

Eure Kinder werden euch Fragen stellen

Der Tag ist nah
da eure Kinder fragen werden
Was habt ihr mit dem blauen Ozean gemacht
was habt ihr den Walen
den Delphinen und
den Fischen angetan
wohin sind die Störche und Reiher geflogen
Was habt ihr mit den Tieren und Pflanzen in den Sumpfgebieten gemacht
sie werden viele Fragen an euch stellen
sie werden auch fragen
wieso habt ihr nicht Nachgedacht
über euer verwerfliches Tun
sie werden vereint aufbrechen
werden euch fragen
wo ist der Weg der in die grünen Wälder führt
wo ist das Wasser
dass ihr noch nicht Verseucht habt
werdet ihr sagen
wir wissen es nicht
wo das klare Wasser geblieben ist
warum die grünen Wälder verschwunden sind
wir wissen nicht wohin der Delphin und
der Wal geschwommen sind
wahrscheinlich werdet ihr sagen
lasst uns in Ruhe
was gehen uns
Eure Probleme an?
hukwa

Donnerstag, 20. Mai 2010

Als die Werkzeuge Beine bekamen

Vor einiger Zeit entdeckte ich in einer Zeitschrift die Fotografie von einer Wandmalerei aus dem alten Peru. Bei dem Bild handelte es sich um ein Fresko der "Moche Kultur" die einst in Nordperu beheimatet war. Wo Heute Wüste ist war einst das fruchtbare Land der hohen "Moche" Zivilisation. Irgendwann wurde aus dem einst so friedlichen Bauernvolk ein kriegerisches Volk. Bedingt durch Überbevölkerung und Verstädterung, die Nahrungsknappheit nach sich zog wurde aus einem einfachen Bauernvolk ein hochspezialisiertes Kriegervolk. Was Heute von dieser Kultur noch übriggeblieben ist sind einige Ruinen, Gräber und Lehmpyramiden. In einer dieser Lehmpyramiden fand sich eine Wandmalerei, die Vision und Allegorie gleichzeitig darstellt. Das als
"Rebellion der Artefakte" beschriebene Fresko zeigt wie Schilder, Speere, Messer und Handgeräte Arme und Beine wachsen. Und diese Dinge stürzen sich schließlich auf die Menschen. Das Fresko fand sich im sogenannten Mondtempel der Moche Kultur, zu dem nur die Priester zugang hatten. Diese Kultur existierte von 300 bis 700 nach Christus. Ich finde sie haben uns eine schwere Erfahrung und Weisheit mit diesem Fresko hinterlassen, ja eine Warnung! Es scheint als wollten uns die Priester dieser Kultur mitteilen, was mit einer zu hochspezialisierten Zivilisation irgendwann einmal passieren muss. Irgendwann wird jede Kultur einmal zum Sklave der Dinge und der Erfindungen die sie selbst hergestellt haben - unsere Kultur ist es schon lange.
hukwa

Donnerstag, 13. Mai 2010

Akelei eine Urerinnerung

Als ich Heute Morgen in der Frühe aus dem Fenster schaute, stellte ich fest, das die alte Kastanie beim Trippstadter Schloß erblüht ist. Wunderschön treibt sie ihre Blüten in die Mailüfte. Gestern war ich viel im Garten bei der Arbeit, überall sprießt es, der Klappertopf ist fast schon verblüht. Der ganze Garten steht übervoll mit Akelei, einer Wildblume die ich besonders mag. Die Akelei hat etwas mystisches, sie beeinhaltet für mich die erinnerung an den Naturgeist, aber auch an Zeiten, die weit über mein irdisches Dasein hinausgehen. Irgendwie habe ich beim Zusammensein mit diesen Wildblumen immer ein "Erinnerungsgefühl" das mich über die Jetzt-Zeit hinausträgt. Meine Gedanken fallen tief beim Betrachten einer Akelei. Diese Blume erweckt in mir die Ur-erinnerung. Diese Urerinnerung ist ja mehr eine "Urverinnerlichung", welch große Geheimnisse tragen die Wildblumen in sich? Mir sind sie "Schlüsselblumen" in lang schon vergangene Zeiten hinein, sie sind ein Schlüssel zur Anderswelt, alte Gefährtinnen sind mir diese Stauden, erinnernd an tiefste Vergangenheiten.
hukwa

Samstag, 8. Mai 2010

Kosmisches Sein - Innenwelt als Begegnung

Zusammen gehört Ganzes und Nichtganzes
Übereinstimmendes und Verschiedenes
Einklang und Dissonanzen
Und aus Allem
Wird Eines
Und aus Einem Alles.
Heraklit

Der Weg nach Innen ist immer auch Begegnung mit dem Anderen, mit einer anderen bisher unbekannten Welt. Was heißen soll, der Weg nach Innen ist Begegnung mit der Anderswelt. Diese Anderswelt ist in unserer Inneren Natur zu Hause. Deshalb können wir die Natur nur deuten wenn und soweit unser eigenes Wesen von Innen her in lebendigem Bezug zu seinem schöpferischen Urgrund steht, der identisch mit dem kosmischen Urgrund ist. Wirkliche Erkenntnis erfahren wir wenn sich das Äussere mit dem Inneren verbindet wenn es zu Einem verschmilzt. "Wer das All erkennt", lesen wir bei Thomas in den gnostischen Texten aus Nag Hammadi, "sich selbst aber verkennt, der verfehlt das Ganze". Damit ist gemeint das weder die Diesseitigkeit noch die Jenseitigkeit bloß ilusionäres, bloß gespiegeltes Bild ist, sondern beide sind wirklich, sie stehen in gegenseitiger Verwirklichung zueinander. Es ist tatsächlich so wie der Zen-Meister Dögen sagt:
"Da ist keine Kluft,
zwischen dem Spirituellem und dem Weltlichen."
hukwa

Freitag, 7. Mai 2010

Kosmisches Sein - Innenwelt als Erfahrung

Der Mensch ist ein Werdender! Ein Werdender auf Grund seiner irdischen Natur und den in ihm wirkenden kosmischen Strukturen. "Werde der du bist"! sagt, Goethe. Alles Werden und Geschehen in der Zeit zielt auf den kosmischen Anthropos, d.h. den Menschen in seiner höchsten Seinsgestalt wie er von den großen Philosophen wie Bruno, Leibnitz, Hegel, Schelling, Nietzsche, Teilhard de Chardin und vielen anderen immer exponiert wurde. Der Mensch ist ein Werdender im kosmischen Sein und er sollte bewusst ein Werdender in seinem eigenen Sein sein, nämlich in seinem Dasein. Er sollte "Hüter des Seins sein" (Heidegger). Wenn wir uns mit den tieferen Schichten unserer Innerlichkeit beschäftigen, wenn wir nur weit und tief genug gehen, üben wir uns in Seinstätigkeit. Der Weg nach Innen eröffnet größere Räume und andere Wirklichkeiten und um kosmisch zu denken um unser Bewusstsein kosmisch zu machen, eben, kosmisches Bewusstsein zu erreichen, gibt es nur den Weg nach Innen. Diese "Innere Welt" die sich uns auf Grund einer Inneren Erfahrung auftut bezeugt uns eine Welt hinter der Welt und genau hier beginnt kosmisches Sein.
hukwa

Montag, 3. Mai 2010

Achtsamkeit gegen Existenzverdunkelung

Es kommt der Moment im Leben des philosophischen Menschen wo er bemerkt dass er sich in seinen Gedanken und seinem Lebensgefühl so weit von den Menschen entfernt hat, das es keine Worte mehr gibt die ihn zurückführen könnten. Das ist der Moment wo es ihm passieren kann das eine Existenzverdunkelung in seiner Persönlichkeit eintritt. wenn dieser Zustand eingetreten ist bedarf es eines schwierigen Kampfes um wieder in die hohe Geistigkeit der Existenzerhellung einzutreten. Findet er sie wieder so ist er in seiner persönlichen Entwicklung eine Stufe höher getreten. Es gibt keine Häutung ohne Schmerzen. Das was den höheren Gedanken gefährlich wird ist das alltäglich Profane das überall lauert und das seine Fallstricke immer wieder auslegt. Ihm gilt es auszuweichen, will man in höheren Sphären leben. Daher muss achtsamkeit täglich geübt werden.
hukwa

Donnerstag, 22. April 2010

Der Fluss der Weisheit

Die ersten Stunden am frühen Morgen nach dem Erwachen widme ich immer dem reinen Denken. Es ist ein Eintauchen in die Philosophia perennis, die immerwährende Philosophie. Ein sich beschäftigen mit der Uridee. Leibnitz sagte das es eine ewige Philosophie gebe perennis quaedam philosophia, die das ursprüngliche Band zwischen Wissenschaft und Religion, in ihrer endlichen Einheit bildet. In Rudolf Steiners Vorwort zu Eduard Schures Buch "die großen Eingeweihten", fasst es Steiner in sehr schönen Worten zusammen in dem er Goethe als den großen Gestalter erwähnt:"Er (Goethe) sagt das der Mensch durch die Entwicklung seiner Fähigkeiten sich zu einer Höhe erheben könne, wo sein Geist nicht mehr bloß die Abbilder der geschaffenen Dinge wie im Spiegel der Wissenschaft sieht, sondern wo er durch Einleben in das Schöpfungswerk die Urbilder in seiner Seele sich offenbaren lässt. In seinem rastlosen Einheitsstreben stand so vor Goethes geistigem Auge stets der Endpunkt einer perspektivischen Fernsicht in dem Erkenntnis und Kunst, Wissen und Phantasie sich auf den höhen des Menschengeistes berühren. Wahrheit und Schönheit stammen für ihn aus gemeinsamer Quelle, wie bei Platon auch." Ein Wahrheitsforschen das tief genug ist, dringt hinter die Oberfläche der Dinge zu den ewigen Ideen vor, die nicht schattenhafte Abstraktionen, sondern die lebendigen Gestaltungskräfte der Dinge und Wesen selbst sind. Ein solches Denken ist ein kosmisches Denken und die geheime Quelle dieser Gedanken ist die Philosophia perennis, die sich im laufe der Jahrhunderte zu einem Fluss der Weisheit entwickelte an deren Ufer bereits Heraklit saß.
hukwa

Freitag, 16. April 2010

Der Mensch denkt nicht tief genug

Denken und völlig lebendig sein ist dasselbe, und daraus folgt, dass das Denken immer wieder neu Anfangen muss.
Hannah Arendt

Soll das Warten und Werden des Menschen nicht ein Gemeinsames sein? Ist der Logos nicht die Vernunft, das Höchste das wir besitzen? Heraklit hat zuerst diesen Begriff in das menschliche Denken eingeführt. Das dem Menschen Gemeinsame sollte doch die Vernunft sein? Vernunft als Weltvernunft und Weltgesetz. Die Vernunft sollte die Gestalterin des Lebens sein. Nur denkend nähern wir uns der Vernunft. Denken und Gewissen führt uns zum Weg der zur Vernunft weist. Wenn objektives Denken stattfindet wird ein Nebenprodukt unserer Denkvorgänge aktiviert, nämlich das Gewissen. Sokrates, übrigens auch Hannah Arendt, sah im Denkprozess ein Zwiegespräch zwischen sich und sich selbst. Denken heißt also auch mit sich selbst keine Langeweile empfinden, mit sich selbst im Zwiegespräch sein. Sokrates wusste das wir uns darinnen Üben müssen, das beide Instanzen, Denken und Gewissen, in uns keinen Krieg führen sondern Freundschaft schließen, dazu bedarf es der Vernunft.
hukwa

Donnerstag, 15. April 2010

Über mein Werk

Meine künstlerischen Werke entstehen in erster Linie aus der Ich-Form heraus. Bin ich kritisch ist auch das Werk kritisch. In meiner Malerei steht das Unbewusste im Vordergrund. Auch bei den bildnerischen Objekten, Skulpturen und Installationen spielt das Unbewusste die größere Rolle doch bin ich der Realität weitaus näher wenn ich werke als wenn ich Male. Zwischen der Malerei und dem Werken ist es ähnlich wie zwischen den Gedichten und den politischen Artikeln. Wenn ich mich auf dem politischen Gebiet bewege bin ich weitaus Objektiver als in der Poesie. Dennoch fließt immer alles zusammen. Dies ist auch der Sinn jeglicher Kreativität: der Zusammenfluß.
hukwa

Montag, 5. April 2010

In den Wäldern


Zu meinen Waldbildern oder der Maler als Phänomenologe

In der Reihe der Waldbilder sind etwa 80 bis 90 Motive in den letzten Jahren entstanden. Ich male sie vor Ort also direkt im Wald. Sie sind im Stil der Art-Brut gemalt. Nicht die Ästhetik ist mir für diese Reihe vordergründig, sondern der Ausdruck. Die zum Teil dunkel und duster erscheinenden Malereien sind im Dickicht des Waldes entstanden. Meist im Fichtenwald der viel Schatten wirft. Diese Bilder sind neben der Wiedergabe von Landschaft auch die "Niederschrift" eines Zustandes der mich regelmäßig in den Wäldern überfällt. Der Wald ist ein großer Fundus für den schaffenden Künstler. Aber vor allem ist er ein Geheimnis. Während des Malaktes in den Wäldern verschmelzen Beobachtung von Landschaft und Selbstbeobachtung. Es ist der Versuch sich von der Erscheinungswelt ein wenig abzunabeln und die Umgebung mit den Augen des malenden Phänomenologen zu sehen.
Ein Bild widerspiegelt auch immer ein während des Herstellungsprozesses durchlebten Zustand. Das Bild ist immer in einer gewißen Ich-Form gemalt, das heißt- auch das Landschaftsbild ist ein Abbild der Psyche des Malers.
hukwa