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Dienstag, 21. Oktober 2014

Heimat

Versuch einer Annäherung.

„Weltkunde ist immer nur Heimatkunde.“
Siegfried Lenz – Heimatmuseum.

Für mich war Heimat immer der Ort wo ich geboren wurde, wo ich aufwuchs, wo ich denn Geschichten der Alten lauschte.
In einem kleinen Waldort im Pfälzerwald verbrachte ich meine Kindheit. Früh übte ich mich darinnen der Stimme der Landschaft zu lauschen, bemerkte alsbald dass es auch eine „Landschaft der Verkörperungen“ gibt. Ich meine damit eine Landschaft in der der Geist unserer Ahnen weiterlebt uns etwas hinterlässt. Eine „Lichtung“
Während meiner Grundschulzeit gab es noch das Fach Heimatkunde. Die Stunden in denen ich in der Schulbank oder auf Exkursionen das wichtigste über meine Heimat erfuhr zählen zu den schönsten meiner Schulzeit.
Letztendlich ist Heimatkunde viel mehr als nur die „Kunde von der Heimat“. Sie ist eine Gesamtwissenschaft.
Schließlich berührt die Heimatkunde durch die Erfassung des Menschen zu seiner Mitwelt, seinem Lebensraum eine große Anzahl von Einzelwissenschaften:
Geschichte, Volkskunde, Biologie, Geologie, Geografie, Botanik, Zoologie u.v.m.
Denn das was wir Heimatkunde nennen ist schließlich ein unteilbares Ganzes.
Schon sehr früh spürte ich dieses „große Ganze“. Eine innere Verbundenheit mit der Tier- und Pflanzenwelt, mit der Heimatgeschichte, mit alten Gebäuden und noch älteren Grenzsteinen und Ruinen die einsam in den Wäldern darauf warten das jemand ihre Geschichte erforscht und sie weitergibt.
Die alten Dinge haben ihre eigene Geschichte, wenn nicht sogar ihr eigenes Sein. Durch Entfremdung von der Heimat kann es schnell passieren das der Mensch in einer „Seinsverlorenheit“ landet. Ohne Heimatgefühl müsste ich den Weg der Selbstentfremdung gehen und davor ist mir Angst.
Dieses Gefühl hat sehr viel mit der „Muttersprache“ zu tun, bei mir eben mit dem „Pfälzischen“. Denn Heimat ist natürlich auch immer sehr subjektiv. So schrieb Carl Zuckmayer zu recht über die Pfalz...“Das Land am Rhein war schon immer eine große Völkermühle, die Kelter Europas“.
Und Heinrich von Riehl einer der ersten pfälzischen Volkskundler machte die Pfalz international:
„...ziehen wir die Summe unserer pfälzischen Völkertafel, so ist der erste Eindruck ein verwirrendes Gemisch: Kelten, Vangionen, Nemeter, Burgunder, Römer, Juden – der verwüstend durchstreifenden Alanen, Hunnen u.s.w. Gar nicht zu gedenken -, Alemanen, zweierlei Franken, Slawen, Friesen, Franzosen, Holländer, Zigeuner und so fort“.
All diese Völker die hier durchzogen hinterließen etwas dass in unsere Muttersprache einfloss.
Und dieser Durchzug der Völker ist ja lang noch nicht beendet.
„Im Jahr 2013 wurde für mehr als eine Million Zuwanderer Deutschland zur neuen Heimat. Inzwischen hat ein Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Die Zugezogenen arbeiten in Deutschland, gründen Familien. Viele wurden hier schon geboren. Deutschland ist ihre Heimat. Doch noch immer werden sie von der deutschen Mehrheitsbevölkerung nicht als gleichberechtigt akzeptiert...“ (Deutschlandfunk – Sendung – über die Schwierigkeiten ein Deutscher zu sein, 4.10. 2014)





Gewiss ist der Heimatbegriff eines Menschen der in der Großstadt lebt etwas anders als der des Menschen der in der kleinen Dorfgemeinschaft lebt - Heimat aber kennen beide.
Der amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau der fast nie seine engere Heimat um das Städtchen Conncord verließ und der sich mit der Landschaft in der er lebte ganz identifizierte behauptete er betreibe nicht Heimatkunde sondern Kosmologie. Für ihn waren einfach die unermesslichen Wunder des gesamten Kosmos in der kleinsten Naturerscheinung präsent.
Heimatgefühl sollte nicht in Romantik enden – Heimat verpflichtet auch!
Nämlich jenen die ankommen, die aus ihrem eigenen Land vertrieben und verjagt wurden, eine Tür zu öffnen und ihnen dabei zu helfen eine neue Heimat, wenn vielleicht auch nur für eine gewisse Zeit zu finden. Vor allem wir Deutsche mit unseren blutigen, braunen Flecken in Geschichte und Heimatgeschichte stehen hier in besonderer Verantwortung.
Heimatgefühl darf also keine Türen verschließen sondern muss sie öffnen.
Heute erklären wir den Begriff Heimat gerne mit „regionaler Identität“ oder „Bioregionalismus“. Ich selbst finde an dem Wort Heimat nichts altmodisches oder „hanebüchenes“.
Der Historiker Wilhelm Jannsen sagte einmal: „Heimat definiert sich zu einem guten Teil über ihre Geschichte“. Und Enzo Bunz schrieb: „Heimatgeschichte ist nicht nur die Geschichte derer die anscheinend schon immer da waren, sondern auch jener die neu hinzukommen“.
Heimat das ist immer ein Doppelbild des Gestern und Heute, ein Dokument aus Gegenwart und Vergangenheit.
Als Menschen können wir die Gegenwart, die Realität in der wir leben und den oft dunklen Weg in die Zukunft denn wir gehen müssen nur durch ein kritisches Verständnis unserer geschichtlichen Vergangenheit erkennen und begreifen. Wir müssen unsere Geschichtlichkeit, die wir ja alle haben, immer vor Augen haben, denn nur so erlangen wir eine Identität. Gerade diese Geschichtlichkeit in die wir eingebunden sind gehört zum notwendigen Wissen über die Wirklichkeit und Realität in der wir ja täglich Leben. Die geschichtlichen Fakten sind zwar oft ungewiss, bedürfen der Nachforschungen aber sie sind doch realistischer als unsere Einbildungskraft. So wird für den der sich mit Heimatgeschichte beschäftigt diese zu einem Fundus aus dem er sich nehmen kann was er fürs Leben benötigt: erlebte Erfahrung!
In den Worten Goethes ausgedrückt: „Es gibt kein Vergangenes, das man zurücksehnen dürfte, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen des Vergangenen gestaltet...“
Heimat dass ist auch eine „innere Landschaft“.
Das Wissen von der Heimatgeschichte macht den Begriff Heimat zu etwas Ganzheitlichem, in der sich die Welt von Gestern in eine „innere Landschaft“ verwandelt. Und jene die Heimat haben kennen auch diese „inneren Bilder“. Es ist ein Reichtum an Gefühlen, Gedanken und Empfindungen die diese „Bilder“ in uns hervorrufen. Daher darf Heimat nie zur Nebensache werden, denn für jene die sich aufmachen müssen eine neue Heimat zu suchen, ist sie Hauptsache.
Heimat wird von vielen Menschen in ihren Tagträumen gesucht und diese Suche darf keine Vision bleiben. Daher muss es eine Solidarität geben zwischen dem Heimatbesitzenden und dem Heimatsuchenden.
Vergessen wir also jene nicht die hier schon lange angekommen sind, denen wir es aber schwer machen hier Wurzeln zu schlagen.
Heimat dass soll auch Hoffnung heißen – Hoffnung auf mehr Menschlichkeit. Ganz im Sinne des „Prinzips Hoffnung“ von Ernst Bloch, der am Schluss seines 1600 seitigen Hauptwerkes schrieb:

„Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worinnen noch niemand war: Heimat.“
hukwa




Lit. Hinweise:

Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung.
H.D.Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern.
J.W.Goethe: Gespräche mit Eckermann.
Martin Heidegger: Sein und Zeit.
Heinrich von Riehl: Die Pfälzer, 1857.
Carl Zuckmayer: Gesammelte Werke.
Deutschlandfunk: Über die Schwierigkeiten ein Deutscher zu sein.
Rainer Schlundt: Sagen aus Rheinland - Pfalz

Samstag, 13. September 2014

Geschichtlichkeit und Geschichtsvergessenheit.

Als Menschen können wir die Gegenwart in der wir Leben und den Weg in die Zukunft denn wir gehen müssen nur durch ein kritisches Verständnis der geschichtlichen Vergangenheit erkennen. Als Menschen müssen wir unsere Geschichtlichkeit vor Augen haben um eine eigene Identität zu finden.
Geschichtswissen benötigt man um die Wirklichkeit und Realität in der wir leben zu begreifen. So ist Geschichte auch Orientierung. Geschichtliche Fakten sind zwar oft ungewiss aber dennoch realistischer als jegliche Einbildungskraft. So wird Geschichte für den der sich mit ihr beschäftigt zur inneren Kraftquelle aus der man sich nehmen kann was wir fürs Leben brauchen: gelebte Erfahrung.
Halten wir uns mal ein Lehrstück der Geschichte vor Augen: der Dreißigjährige Krieg war ein solches. Dieser ungeheuerlich, zerstörerische Krieg ist zweifelsohne der Geburtshelfer der modernen europäischen Staatengemeinschaft. Dadurch das zahlreiche europäische Völker sich blutig abschlachteten, konnte sich in Europa das erste mal so etwas wie eine europäische Schicksalsgemeinschaft bilden. Wahrscheinlich kam damals zum ersten mal so etwas wie ein Geschichtsbewusstsein bei den Menschen auf. Am ende dieses Krieges erkannte Europa das erste mal das es so etwas wie eine zusammenhängende Staatengesellschaft gibt. Es ist die alte Weisheit des Heraklit: „der Krieg ist der Vater aller Dinge!“ Aus diesem großen Krieg entstand der Westfälische Frieden. Er konnte zwar nicht jeden Krieg verhindern, sie dennoch aber eingrenzen. Die Ordnung dieses Friedens sollte 150 Jahre lang halten. Bis eine neue Geschichtsvergessenheit eintrat.
hukwa




Sonntag, 20. Juli 2014

Zeitinsel Museum - das Museum als Ortsgedächtnis

Museen sollten Stätte von Forschung, Experiment, Diskussion und Bildung sein. Vor allem sollte das Museum „kinderfreundlich“ sein und Angebote für Jugendliche bieten, so dass auch sie den Weg zum Museum finden. Während in unserer Gesellschaft die Märkte immer härter umkämpft werden und die „Ellenbogenmentalität“ täglich stärker um sich greift, kommt auf das Museum eine weitere Aufgabe zu: die einer „Zeitinsel“.
Die Aufgabe eines zeitgenössischen Heimat- und Regionalmuseums darf sich nicht allein auf das Aufbewahren beschränken sondern muss ein Ort der Aufbewahrung und Verarbeitung von Geschichte sein. Schließlich ist Geschichte schlicht ausgedrückt der Inbegriff all dessen, was Menschen hervorbringen. Die Darstellung der Alltagsgeschichte der „einfachen Menschen“ ist daher von äußerster Wichtigkeit, ohne dass dabei die historischen Gegebenheiten außer acht gelassen werden dürfen.
Immanuel Kant schrieb einmal über seine Geschichtsauffassung: „Man kann die Geschichte der Menschengattung im großen als die Vollendung eines verborgenen Planes der Natur ansehen, um ein innerlich und zu diesem Zweck auch äußerlich vollkommene Staatsverfassung zu Stande zu bringen, als den einzigen Zustand, in welchem sie alle ihre Anlagen in der Menschheit vollkommen entwickeln kann“.
Das Museum ist vor allen Dingen der Ort, wo wir unsere Kulturgüter aus der Vergangenheit aufbewahren. In diesen Kulturgütern gibt es einen noch größeren Schatz zu entdecken: den Weg des Menschen zu Vernunft und Demokratie.
Wenn das Museum eine Zeitinsel ist, so liegt seine Heimat zwischen Vergangenheit und Zukunft, also in der Gegenwart.
Museen sollen so etwas wie ein Ortsgedächtnis sein. Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte einzelner Berufs- und Bevölkerungsgruppen wie die der Eisenhüttenarbeiter, Waldbauern, Schmiede, Leineweber u. a. (hier als Beispiel für die Region Trippstadt) muss gerade in einem kleinen Themenmuseum wie dem Trippstadter Eisenhüttenmuseum noch vertiefter zur Sprache kommen. So sollte die Rolle der Frauen in dieser Zeit intensiver hervorgehoben werden, ihre harte Arbeit, ihre Diskriminierung muss als historische Wirklichkeit deutlich gemacht werden.
Das Museum hat einen gesellschaftlichen Auftrag, dieser kann aber nicht allein im Sammeln und Bewahren liegen sondern es muss auch Vermitteln.
Selbst das kleinste Museum muss heute Museumspädagogisch ausgerüstet sein. So ist die Einbeziehung audiovisueller Medien für jedes Museum von außerordentlicher Wichtigkeit. Wir finden heute wohl kaum noch eine Wohnung, in die der Computer nicht Einzug gehalten hat, doch jede Menge Museen ohne zeitgenössische Medien, die vor allem für ein jüngeres Publikum wichtig sind.
Sonder- und Wechselausstellungen sind auch für das kleinste Museum Pflicht. So sollte einmal im Jahr eine kleine Sonderausstellung hergerichtet werden und mindestens zweimal im Jahr eine Wechselausstellung. Hier genügt es schon, wenn die Exponate einer Vitrine einfach einmal mit Leihgaben eines anderen Museums gefüllt werden.
Das kleine Themen- oder Heimatmuseum ist eine Zeitinsel, denn der Besucher will sich ja als „Zeitreisender“ fühlen, aber vor allem sollte es das Ortsgedächtnis eines Dorfes, einer Stadt oder einer Region sein. Denn eine der Hauptaufgaben des Museums ist es Geschichtsbewusstsein bei den Besuchern zu fördern. Geschichtsbewusstsein heißt nicht Rückgewandtheit oder Sehnsucht nach der Vergangenheit, sondern es ist das Bemühen um die Erkenntnis dessen, was uns zu dem gemacht hat, was wir heute sind. Dies müssen wir uns immer vor Augen halten. Dies ist eine der gesellschaftlichen Aufgaben auch des kleinsten Museums.
hukwa

Dienstag, 20. Mai 2014

Eine Zeitreise zu den Kelten - Sonderausstellung Eisenhüttenmuseum Trippstadt

Artikel aus der Tageszeitung Rheinpfalz vom 20.05.2014
Am Sonntag wurde meine Ausstellung eröffnet die sehr gut besucht war, wer Interesse an den Kelten hat kann diese gerne besuchen. Es sind einige Originalexponate ausgestellt.
Eisenhüttenmuseum Trippstadt
Öffnungszeiten:
Mo-Fr. 8.00 bis 12.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr
Samstag 10.00 bis 12.00 Uhr

Momentan komme ich nicht so oft zum  Schreiben aber bestimmt demnächst wieder mehr!
hukwa

Sonntag, 18. August 2013

Über den Begriff Heimat

...und so entsteht in der Welt etwas,
dass allen in die Kindheit scheint
und worin noch niemand war: Heimat.
                            Ernst Bloch


In unserer modernen von Technokratie gesteuerten Welt wird es immer schwieriger mit dem Begriff Heimat umzugehen. Der herrschende Zeitgeist ist Heimatlos; weil eben Heimat mehr ist als nur ein Begriff.
Heimat ist auch Dasein, ein Dasein im Hier und Jetzt und ein Dasein in der Geschichte und der Geschichte an sich.
hukwa

Sonntag, 19. Mai 2013

Warum ich mich mit Heimatgeschichte beschäftige

Wer bin ich, woher komme ich, wohin gehe ich? Drei Fragen die mich seit meiner Kindheit beschäftigen. Nie werde ich darauf eine reale Antwort finden aber vielleicht eine "ahnende". Ich kann meine Vorfahren bis ins Jahr 1680 zurückverfolgen (bis hierher habe ich bisher geforscht), dies schenkt mir eine innere Zufriedenheit. Ich weiß daher dass ich ein Mensch bin der mit der Landschaft in der er lebt sehr verwurzelt ist. Dies ist wohl auch der Grund der mich schon früh veranlasste mich mit Heimatgeschichte zu beschäftigen. Auf einen alten Stammbaum Rückblicken zu können das ist einfach interessant. Wenn man wurzeln schlagen kann, verliert man das Gefühl ein Blatt im Wind zu sein.
hukwa

Mittwoch, 20. Februar 2013

Der Trippstadter Schlosspark als lebendige Geschichte

Der Trippstadter Schlosspark als lebendige Geschichte
oder
wenn Bäume Geschichte erzählen könnten

Der pfälzische Historiker L.A.Doll schrieb einmal über den Sinn von Heimatgeschichte folgende schöne kurze Darstellung: „Um zu wissen, wo man steht und wie man weitergehen soll, muss man sich auch klar darüber sein, woher man gekommen ist, soll menschliches Leben nicht blindes Umherirren in der Zeit sein. So ist jede Beschäftigung mit der Heimatgeschichte gut und heilsam, um den eigenen Standort feststellen und den Weg in die Zukunft festlegen zu können“.
Dem kann man als Heimatkundler nur zustimmen, denn auf unserem Weg in die Zukunft begegnen wir immer wieder den Zeugen der Vergangenheit. Und der Trippstadter Schlosspark ist somit ein Stück lebendige Geschichte. Denn er dient zweifelsohne der Förderung des Geschichtsbewusstseins. Der Schlosspark in Verbindung mit dem Schloss stellte für den Architekten und den Erbauer ein Gesamtkunstwerk dar in dem Garten und Gebäude ein harmonisches Ganzes bilden. Und für uns Nachgeborene stellen Schloss und Parkanlage ein kleiner Spiegel der Geschichte dar, eine Erinnerung an eine lange schon untergegangene Zeit.
Verglichen mit anderen Bundesländern gibt es in Rheinland – Pfalz nicht gerade viele historische Gärten und gerade aus diesem Grund sollten wir die wenigen Garten- und Parkdenkmäler besonders schützen


Trippstadt ist ein Ort mit einer geschichtsträchtigen Vergangenheit Zeugen dieser Vergangenheit sind vor allem das Trippstadter Schloss, die Burg Wilenstein und der historische Schlosspark. Um den geht es in diesem Artikel. Heute (20.2.2013) konnte man in der Zeitung lesen das mal wieder fünf alte Bäume aus dem Bestand gefällt werden. Natürlich nach eingehenden Untersuchungen und mit Einverständnis des Denkmalamtes.
Es mag sein das diese Bäume wirklich unrettbar Krank sind, doch man fragt sich natürlich wieso hier im Vorfeld also schon vor Jahren keine Maßnahmen zum Schutz und zur Gesundung der Bäume unternommen wurde. Denn zweifelsohne haben gerade historische Parkanlagen neben einer kulturellen und sozialen Funktion auch noch eine ökologische; sind sie doch gerade durch ihren alten Baumbestand zu einem Refugium für seltene Pflanzen- und Tierarten geworden. In Trippstadt ist der alte Schlosspark sogar eine touristische Attraktion. Als ein wertvolles Kulturgut bedarf eine solche Parkanlage eines erhöhten Pflegeaufwandes. Doch damit ist man anscheinend in Trippstadt bisher sehr lässig mit umgegangen. In einer Broschüre der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur kann man folgendes Lesen: „Bei den historischen Gärten und Grünanlagen in öffentlichen Besitz sind Staat und Kommunen also in zweifacher Hinsicht verpflichtet. Von ihnen ist beispielhafter Umgang mit denkmalwerten Anlagen zu erwarten. Kulturdenkmale zu erhalten, weil an ihnen ein öffentliches Interesse besteht, kann von privaten Denkmalbesitzern schließlich nur dann mit der gebotenen Entschiedenheit gefordert werden, wenn die öffentliche Hand mit guten Beispiel vorangeht“.
Parkanlagen wie der Schlosspark in Trippstadt vergegenwärtigen kulturelle Leistungen vergangener Zeiten und weisen Spuren der Geschichte auf, die über sie hinweggegangen ist-aber- nur in soweit es gelingt ihre gartengeschichtliche Authentizität zu bewahren. Zu diesem bewahren gehören natürlich in erster Linie die Altbäume die in einem solchen Park stehen. Deshalb sollte man sie so behandeln, dass sie möglichst lange gesund bleiben und man nicht alle paar Jahre einfach die „kranken“ unter ihnen herausschneidet, da dies im Trippstadter Schlosspark vor ein paar Jahren schon einmal geschehen ist, dürfen wir davon ausgehen das es in den nächsten Jahren immer wieder mal passieren wird. Vielleicht sollte man sich jetzt einmal Gedanken machen wie man die Bäume in Zukunft besser pflegen kann? Dafür gibt es Fachleute die gerne Rat geben. Ich bin immer davon ausgegangen das die Aufgabe des Denkmalamtes vor allem im Denkmalschutz besteht, aber wahrscheinlich habe ich mich da geirrt.
Wie kaum ein anderer Platz in Trippstadt trägt der Schlosspark zur Identität und vor allem zur Attraktivität unseres Ortes bei. Jeder Baum der hier gefällt wird macht diesen historischen Ort in seiner Erscheinung ärmer. Lassen wir noch einmal einen Historiker sprechen, diesmal einen Schweizer, Ernest Bovet schrieb schon vor genau 100 Jahren: „das Gesamtbild einer Landschaft, einer Stadt oder eines Parks, so wie es durch die Natur und die Arbeit vieler Generationen geschaffen wurde, ist ein Gut, dass allen zugleich und wiederum keinem einzelnen gehört, denn kein einzelner hat dafür mehr getan als die Gesamtheit“.





Wenn man nun beobachtet wie oben schon erwähnt dass alle paar Jahre Bäume aus dem Park geschnitten werden, das aber nicht für fachliche Pflege gesorgt wird, könnte man annehmen man möchte den alten Baumbestand systematisch herausschneiden. Was auch seltsam ist, das man über diese „Holzfälleraktion“ überhaupt nicht informiert wurde. Außer einem kleinen Zeitungsnotiz am Tag der Holzfällung. Das ist nicht gerade demokratisch. Man hat hier anscheinend bewusst versucht eine „klammheimliche Aktion“ zu starten. Das nächste was man dann zu hören bekommen wird ist der dümmliche Spruch: wir werden neue Bäume pflanzen. Ich glaube man muss nicht unbedingt Förster sein um zu wissen, wie lange ein Baum braucht bis er ausgewachsen ist. Ich möchte der Schildbürgermentalität der Verantwortlichen einmal entgegensetzen was ein Baum so alles gutes für uns Menschen tut und das wir ihn aus dem Grund ruhig auch ein wenig besser behandeln sollten.
Ein etwa 80 bis 90 jähriger Laubbaum tut uns nämlich nur Gutes. Wenn solch ein Baum im Licht photosynthetisch aktiv ist, gibt er etwa genau so viel Sauerstoff an die Atmosphäre ab wie er an Kohlendioxid aus dem Luftraum zur Bindung in organischen Molekülen aufnimmt. Schon eine einzige ausgewachsene Eiche oder Buche kann an einem Tag ungefähr 7000 Liter Sauerstoff freisetzen. Das ergibt etwa 35 Kubikmeter sauerstoffreicher Atemluft- genug um den Tagesbedarf von über 50 Menschen sicherzustellen. Ohne diese ausgleichende und regenerierende Leistungen der Bäume gäbe es auf Dauer kein höheres Leben in der jetzigen Form auf der Erde.
Das Studium der Geschichte sollte einem ja darinnen bestärken, das die Menschen die Fähigkeit haben, neue Ideen zu entwerfen und neue Methoden zu entwickeln wenn die alten versagen. Denn irgendwo muss Geschichte ja einen Sinn haben, auf Trippstadter Verhältnisse gesehen bekomme ich manchmal das Gefühl nicht los, das man in vielem hier Entwicklungsgeschichtlich stehen geblieben ist.
hukwa

Donnerstag, 14. Februar 2013

Geschichte als Teil der gesellschaftlichen Realität

Die Welt die mich umgibt, die mich jeden Tag wieder aufs Neue empfängt mit ihren Sorgen, Nöten und Freuden diese Welt ist auch Teil des Geschichtsbewusstsein des Einzelnen. Vorausgesetzt dass er ein Geschichtsbewusstsein besitzt.
Geschichtsbewusstsein ist das Bewusstsein dass ich über die Geschichte weiß und vor allem dass ich als Mensch mit dieser Geschichte in einer Verbindung stehe. Geschichte ist ein Prozess der letztendlich zur Demokratisierung des Menschen führt. Im Sinne Hegels: Das Ziel der Geschichte ist die Freiheit.
Indem ich Geschichtswissenschaft betreibe, begebe ich mich in einen Lernprozess, Geschichte ist somit auch Erfahrungsprozess. Unterwegs sein in der Geschichte bedeutet sich mit der gesellschaftlichen Realität auseinanderzusetzen. Man kann Geschichtsforschung Kritisch betreiben, dies ist der richtige Weg. Der verkehrte Weg ist es wenn ich Geschichte mit den Augen des Patrioten sehe.
hukwa

Dienstag, 12. Februar 2013

Hermeneutik und Heimatforschung Ein Versuch über objektives Geschichtsbewusstsein

Zur Geschichte historischer Persönlichkeiten gehört nicht nur das Tatsächliche, das dass Leben einer Person heimgesucht hat, sondern auch jene Teile der Biographie, die vom Gedächtnis der Nachwelt geformt wurden.
Legende und Sage bilden somit eine Form eine Form die sich im Laufe der Jahrhunderte von der „Urform“ loslöst um dann in der Geschichte jene Gestalt erscheinen lässt die mit der historischen Persönlichkeit nur noch wenig gemein hat.
Zweifelsohne gehört auch dieses zur Geschichtsforschung, allerdings in den Bereich der Volksüberlieferung, der Legende, der Sage und des Märchens. Der Heimatforscher, der seriöse Heimatgeschichte betreibt, wird immer von den Fakten und dem was tatsächlich überliefert ist, was real und greifbar für ihn ist, ausgehen. Also Urkunden, Briefe, Bücher, Schriften und Dokumenten.
Dennoch geschieht es immer wieder dass jenes Licht der Phantasie auf dämmert und geschichtliche Persönlichkeit, Ereignis und Geschehnis in den Bereich der legende und Dichtung entrücken. Es ist der Moment wo die objektive Forschung schweigt und die Sage und der Mythos zu reden beginnt.
Es ist auch der Moment wo die Hermeneutik in die Geschichtsforschung eintritt.
Mit der Hermeneutik tritt der Prozess der Integration von Gegenwart und Vergangenheit ein. Es kommt zu einer „Horizontverschmelzung“. Diese ereignet sich durch den wirkungsgeschichtlichen vermittelnden Tradition Zusammenhang im Dialog zwischen Text und Interpret. Das bedeutet „Geschichte beginnt auf den Forscher einzuwirken“.
Am Überlieferungsgeschehen (an der geschichtlichen Überlieferung in Verbindung mit dem -forschen, Vergangenheit – Gegenwart) teilhabend, wird er, dieses bestimmend, von ihm bestimmt, denn: Der Lebenszusammenhang, die prinzipielle Identität zwischen dem geschichtlichen Wesen, das Geschichte gemacht hat, und den auf Grund dieser Identität nach erlebenden Geschichtsforschers, also Interpreten, ermöglicht erst geschichtliches Verstehen. Es treffen zwei Horizonte aufeinander und es kommt zur „Horizontverschmelzung“.
hukwa

Samstag, 15. Dezember 2012

Über die pfälzische Sage


Bei der Sage  stellt sich uns die Frage, was entspricht der Wahrheit, was der Phantasie. Also was ist die ätiologische Funktion dieser Erzählung? Das soll heißen liefert sie eine Erklärung für ihre Entstehung? Dies können augenfällige Wahrzeichen der örtlichen Umgebung sein, wo die Sage entstanden ist, es können Felsen, Quellen, Gebäude sein, die in der Sage eine Bedeutung gewinnen.
Die Sage ist eine an Ort und Landschaft gebundene Erzählung / Überlieferung, sie will uns über die Landschaft und die Menschen die in ihr lebten etwas „sagen“.
Wir wissen das in jeder Sage eine Wahrheit steckt, etwas historisches das irgendwann einmal wirklich war.
Diesen einstmals „echten Kern“ der Sage herauszufinden bedarf einer intensiven Forschung. Hierbei nutzen uns Flurnamen. Volkskundliche Überlieferungen, Heimatgeschichte und Hermeneutik. 
In einer Sage befindet sich natürlich immer etwas „überliefertes“, dieses Überlieferte ist oftmals bedingt durch den Lauf der Jahrhunderte nicht immer gleich erkennbar. Auch finden sich in der Sage immer wieder verschiedene kulturelle Strömungen, gerade in den pfälzischen Sagen, weil die Pfalz eine Landschaft ist, durch die seit Jahrhunderten die verschiedensten Völker durchzogen. Natürlich floss von dem kulturellen Erzählgut dieser Volksgruppen auch vieles in die pfälzische Sage mit ein.
Da sich viele Sagen, ähnlich wie im Märchen gleichen, wissen wir das der Mythos eine wichtige Rolle in solchem Erzählgut innehat. 
Der besondere Reiz von Sagen im Vergleich zum Märchen, liegt in der Nennung von wirklichen Orten und darin, dass sie meist auf wirklichen Begebenheiten beruhen. Natürlich sind meist durch die lange mündliche Überlieferung, die historischen Tatsachen verzerrt doch erforscht man genau ihren Inhalt finden wir auch einen Zugang zu ihrem Anfang.


hukwa

Sonntag, 9. Dezember 2012

Zur Geschichte unseres Weihnachtsbaumes



„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzet würde…Die meisten kennen den Anfang dieser alten Geschichte, als unsere Weihnachtsgeschichte. In jeder Weihnachtsanthologie ist sie enthalten und lag somit in der Regel unter dem Christbaum. Dabei ist dieser Weihnachtsbaum noch gar nicht so alt. Anfang des 19. Jahrhunderts war er nur den wenigsten bekannt. Der aller erste Weihnachtsbaum der urkundlich erwähnt wurde hat im Straßburger Münster gestanden im Jahre 1539.
Anfang des 17. Jahrhunderts tauchte diese vorchristliche Sitte, zum Fest einen grünen Baum aufzustellen, zum ersten mal wieder auf zunächst im Elsass dann zog der Weihnachtsbaum langsam in die ersten Bürgerhäuser von Zürich, München und Wien ein. Geschmückte Bäume hat es allerdings in Paradiesspielen seit dem Altertum gegeben.  Ein Kupferstich Lucas Cranachs von 1509, „die Buße des heiligen Chrysostomus“, zeigt zum ersten mal die mit Lichtern und Sternen geschmückte Tanne, allerdings steht sie in der freien Natur, zwischen anderen Bäumen.
Diese neue und doch „alte Mode“, breitete sich rasch aus, so das sich die Kirche schnell etwas überlegen musste um diesen heidnischen Brauch in ihre Kirchenlehre zu integrieren. 
Es ist sogar noch die Rede eines damaligen Professors der Universität Straßburg erhalten, der die Bürger aufruft mit solch heidnischem Brauchtum zu brechen. Doch der Weihnachtsbaum trat seinen Siegeszug in die Wohnzimmer an.  Eine Beschreibung des Weihnachtsbaumes aus dem Jahre 1606 lautet so:

„Auff Weihnachten richtet man Dannenbäum zu Strasburg in den Stuben auff, daran hencket man roßen aus vielfarbigem papier geschnitten, Aepfel, Obladen, Zischgold, Zucker. Man pflegt darum ein viereckig ramen zu machen…“

1765 beschreibt der junge Student Goethe einen Weihnachtsbaum der im Hause der Mutter von Theodor Körner in Leibzig aufgestellt war: „…mit allerlei Süßigkeiten war er behangen, darunter Lamm und Krippe mit einem zuckernem Christkind. Davor stand ein Tischen mit Pfefferkuchen für Kinder“.
Über ganz Deutschland hat sich der Brauch aber erst 1870/71 verbreitet. Im deutsch/französischen Krieg ordnete König Wilhelm I große Mengen von Weihnachtsbäumen für seine Soldaten an der Front an. Die Soldaten fanden dies so gut, das sie, wieder zuhause, zum Fest einen Christbaum aufstellten.


hukwa

Sonntag, 6. Mai 2012

Romantik und Heimatkunde


Eine persönliche Bestandsaufnahme

Ich habe jene Sphäre die ich Heimat nenne immer mit den Augen des Romantikers zu sehen versucht. Selbst ein Klassiker wie Goethe ist ein Garant des Subjektiven als auch des Objektiven. Ich meine damit Geschichte ist etwas recht Objektives bei der Heimatgeschichte wird man schon etwas Subjektiv. Wahrscheinlich soll das so sein da Heimatgeschichte schließlich etwas mit meinen Wurzeln zu tun hat.
Als Heimatforscher und Volkskundler bekomme ich oft den Vorwurf gemacht meine Anschauungen seien recht romantisch, nun, das bestätige ich hiermit gerne. Doch in diesem Vorwurf versteckt sich noch etwas anderes, nämlich ich sein nicht kritisch, nicht wissenschaftlich genug, das möchte ich bestreiten, gerade die Romantik war eine äußerst kritische Erscheinung.
Ohne Zweifel suchte die Romantik das Spekulative, sie suchte den Nervenkitzel, das Verwirrende im Erhabenen, sie suchte das Anregende in der Phantasie und brachte dadurch vollkommen Neues hervor. Der Bewegung der Romantik haben wir es schließlich zu verdanken dass die Beschäftigung mit der Heimat hoffähig wurde. 
So ist auch die Entdeckung der heimatlichen Landschaft, die Heimatkunde- und Forschung eine Errungenschaft der Romantik. Mythen, Märchen, Sagen und Volkskundliches waren Inhalte der Romantiker.
Wenn wir das Wort Romantik hören dann denken wir in der Regel erst mal an etwas „romantisches“, dabei vergessen wir meistens das die Romantiker sehr fortschrittlich dachten, dass sie sehr sozialkritisch und politisch waren.
Schauen wir einmal in die Zeit zwischen 1770 und 1850 in denen einige der Hauptwerke der romantischen Bewegung entstanden. Diese Zeit war auch ökonomisch eine Zeit der Unruhe und Produktivität. Es war alles Ausdruck eines bestimmten sozialen Geistes. Die Vorgängerbewegung der Romantik, die Klassik, war in der letzten Blütezeit des Feudalismus entstanden, einem Gesellschaftssystem, das sich schon seinem Ende zuneigte, aber glaubte es hätte einen Anspruch auf ewigen Bestand.
Das Charakteristikum der Klassik war die festgelegte Sozialordnung mit ihren Ängsten und ihren Zwängen. Der Zeitgeist der Romantik war bestimmt durch den Ausdruck der neuen Möglichkeiten, die der bürgerliche Lebensstil eröffnete.
Was waren das für neue Möglichkeiten?
Im Feudalismus waren durch den Stand, in den man hineingeboren wurde, der Lebensweg und die Erlebnisse bereits weitgehend festgelegt. Wer als Leibeigener geboren wurde, blieb dies bis zu seinem Tod. Ein Leibeigener stand unter dem Schutz seines Dienstherrn (So wurde die Leibeigenschaft z.B. im Königreich Hannover erst 1833 aufgehoben). Er erhielt Nahrungsmittel und Kleidung von seinem Herrn. Als Gegenleistung musste er seinem Herrn treu dienen. Wenn er diese Beziehung verließ wurde er in gewissen Sinn frei. Aber diese Freiheit war nicht die Freiheit die er suchte. Wer seinen Dienstherrn verließ, verlor praktisch seine Rechte. Er hatte dann nur noch die Möglichkeit ins Kloster zu gehen oder sich als Soldat zu verpflichten. Die Eigenverantwortung des einzelnen Menschen war also begrenzt und fest umrissen.
Der Geist des Feudalismus legte die Gefühle und Emotionen in Fesseln. Er ließ eine Identifizierung der Mietglieder der Gesellschaft untereinander nicht zu. Dies änderte sich erst mit der Romantik, die beeinflusst war von der französischen Revolution. Die romantische Bewegung war demnach der Ausdruck eines Durchbruchs der Gefühle, der seinerseits durch eine tiefgreifende Veränderung bestimmter sozialer Organisationsformen verursacht war. So war aus Sicht der Romantiker die französische Revolution nicht der Beginn einer Entwicklung, sondern ihr Ende. Schließlich trugen die Napoleonische Kriege dazu bei, den Feudalismus endlich ganz zu beseitigen und eine neue Kultur in Europa zu verbreiten.
Nun mag der eine oder andere fragen was das eigentlich mit Heimatgeschichte zu tun hat? Ich glaube recht viel.
Wenn ich Heimatkunde betreibe hat diese mit den Ortschaften Wiesenthalerhof und Trippstadt zu tun. Beides Siedlungen die mit dem Namen Hacke und Gienanth verbunden sind. Mein Geburtsort Wiesenthalerhof ist eine Gründung derer von Hacke, später wirkte Gienanth hier. Schon als Kind waren mir diese Namen ein Begriff und hatten des Beigeschmack der Ausbeutung an sich, dank eines kritischen  Heimatkunde Lehrers. In meinem Heimatort  hatten diese Namen keinen besonderen Stellen wert, wurden eher kritisch betrachtet. In Trippstadt konnte ich feststellen das man um diese Adelsfamilien schon fast einen Kult veranstaltete. Was ich als kritischer Mensch nie so richtig nachvollziehen konnte.
Man spricht sozusagen über einstige rauschende Feste im Trippstadter Schloss und vergisst dabei die armseligen Hütten der Bevölkerung. Dies ist für mich unkritische Heimatkunde, man versucht einer Epoche einen „romantischen Schleier“ zu geben, die alles andere als romantisch war! Also der Vorwurf den ich oft zu hören bekomme, dass ich in meinen geschichtlichen Ansichten zu romantisch sei, trifft eigentlich auf jene zu, die mir diesen Vorwurf machen. 
Die Beschäftigung mit der eigenen Heimat oder mit der Heimatkunde also der „Kunde“ über das was ich unter Heimat verstehe ist weder ein romantisches Schweben noch hat es rückschrittliche Tendenzen an sich.




Freitag, 6. April 2012

Hieronymus Bock

Hieronymus Bock, Botaniker, Pfarrer und Arzt war zweifelsohne einer der bekanntesten Kräuterkundigen seiner Zeit. 1498 geboren ist sein wirklicher Geburtsort nicht mehr sicher nachzuweisen. Gleich drei Orte beanspruchen sein Geburtsort zu sein: Heidersbach im Odenwald, Heidelsheim bei Bruchsal und Queidersbach im Pfälzerwald. Das Bock tatsächlich aus Queidersbach stammt versuchte 1968 Gerhard Staat im „Heimatkalender für die Stadt und den Landkreis Kaiserslautern“ nachzuweisen. Dieser interessante Artikel ist nicht ganz ohne Logik, Bock könnte tatsächlich in Queidersbach das Licht der Welt erblickt haben. Auch viele zeitgenössischen Autoren und Hieronymus Bock Experten sehen die Heimat dieses großen Botanikers und Arztes im „westlichen Pfälzerwald“. Bock gab im Jahre 1546 ein Kräuterbuch heraus, das zu den besten seiner Zeit zählt, dieses Buch enthält neben der medizinischen Verwendung der Pflanzen auch Angaben über Fundorte im westlichen Pfälzerwald.

Über die Jugend von Hieronymus Bock ist wenig bekannt, sicher ist dass seine Eltern zwischen 1519 und 1530 in Schifferstadt lebten. Bock studierte in Heidelberg wo er sich 1519 immatrikulierte. 1522 finden wir ihn als Lehrer und Botaniker in Zweibrücken, damals Residenz Herzog Ludwig II, bei dem er eine Anstellung bekam. Im März 1532 wurde Bock Leibarzt Ludwigs, für den Fürsten konnte er allerdings nichts mehr tun dieser starb noch im selben Jahr an den folgen seines jahrelangen schweren Alkoholmissbrauchs. In Zweibrücken begegnete er Johann Schwefel dem späteren Reformator der Stadt. Diese Begegnung wurde für Bocks weiteren Lebensweg sehr prägend.

Er heiratete die Zweibrücker Bürgerstochter Eva Victor, betätigte sich als Alchimist und legte einen botanischen Garten für herzog Wolfgang des Sohnes von Ludwig II an. 1533 erhielt er als verheirateter Laie eine Pfründe im Hornbacher Fabiansstift. Diese bekam er wohl um ihm eine Lebensgrundlage zu geben aber auch um ihn in Zweibrücken halten zu können. Zu dieser Zeit galt Hieronymus Bock schon als renommierter Wissenschaftler und Kräuterkundiger. Seinen Pflichten als Stiftsherr kam er nur mäßig nach was schließlich zu Streiterein mit den anderen Stiftsherren führen musste. Der Streit wurde 1536 für ihn in einem Vergleich günstig beigelegt woraus man schließen kann dass er beste Beziehungen zum Fürstenhaus pflegte. Er wurde von den Lehrverpflichtungen an der Schule befreit und musste auch am Chorgebet (Stundengebet) und den Kapitelsitzungen nur teilnehmen wenn es seine öffentliche Pflichten und botanische Studien erlaubten.

Um 1538 übernahm Bock das Pfarramt der Gemeinde Hornbach.

Mit dem Augsburger Interim von 1548 erlitt die Reformation einen herben Rückschlag, nach dem verlorenen Schmalkaldischen Krieg gerieten die evangelischen Fürstenstände und Reichsstädte in arge Bedrängnis. Das Interim stieß auf protestantischer als auch auf katholischer Seite auf heftigen Widerstand. In den süddeutschen protestantischen Gebieten wurde es mit staatlichem Zwang, in den norddeutschen Gebieten nur oberflächlich durchgeführt. Bereits 1552 wurde das Augsburger Interim nach Protesten der protestantischen Fürsten wieder zurückgenommen und die konfessionelle Spaltung des Reiches wurde angenommen.

Während des Interims musste der mit Hieronymus Bock befreundete Abt des Klosters Hornbach Kintheuser dem katholischen Johann Bonn von Wachenheim seinen Platz räumen. Dieser sperrte Bock und den anderen lutherischen Stiftsherren und Pfarrern die Einkünfte und forderte sie auf dem protestantischen Glauben zu entsagen. Hieronymus Bock verließ Hornbach und ende Juli 1550 finden wir ihn in Saarbrücken als Leibarzt von Graf Philipp II. Dieser war Hieronymus sehr verbunden hatte dieser ihn doch einst von einer lebensgefährdeten Krankheit geheilt. Auch hier legte er gleich nach seiner Ankunft einen großen Kräutergarten an.

Das Saarbrücker Exil dauerte zwei Jahre von hier aus schrieb er seinen bekannten Sendbrief an seine ehemalige Gemeinde in Hornbach. In diesem Schreiben, seinem einzig überlieferten theologischen Text, das nur handschriftlich erhalten ist wendet er sich an seine Gemeinde und mahnt sie an fest an den Werten des lutherischen Glaubens sich zu halten.

1552 kehrte er nach Hornbach zurück. Vermutlich gleich nach dem Passauer Vertrag, der den Interimsbestimmungen ein Ende setzte. Er setzte nun seine Predigertätigkeit wieder fort und konnte sich auch ungehindert wieder seinen botanischen Studien widmen.

Hieronymus Bock starb am 21. Februar 1554 und wurde in der Stiftskirche St. Fabian beigesetzt. Die lateinische Grabschrift lautet in der Übersetzung: Am 21. Februar im Jahre des Herrn 1554 entschliefen Seele und Körper von Hieronymus Bock, der Arzt und Stiftsherr dieses Hauses war, im Herrn Jesus; dessen Seele Ruhe in der Gemeinschaft der Seligen. Amen.

hukwa

Sonntag, 18. März 2012

Gedanken während der Arbeit an meiner Sonderausstellung

Ich habe noch einige Arbeit mit meiner neuen Sonderausstellung vor mir. Sie soll vor allem auch sozialkritisch sein und auch das Leid der Bevölkerung zeigen und nicht romantisch verklären wie man das bei sovielen heimatkundliche Ausstellungen vorfindet. Wenn es nach gewißen Heimatkundlern geht, dann gäbe es ausser einigen Adelsnamen keine Menschen sondern lediglich ameisenähnliche Bewegungstierchen als eine willenlose, lenkbare Masse, die ausgebeutet wird, in die Schlachten geworfen wird und zu Kanonenfutter dienen. Die herrschende Geschichtsschreibung war und ist immer noch die Geschichtsverfälschung der Herrschenden. Sie kennt nicht die Mütter die ihre Söhne und Männer im Krieg verloren. Viele Heimatkundler sind immer noch bewunderer des Adels und die Krankheit eines bedauernswerten Kaisers, Königs oder Freiherren verhüllt sich hinter der Pseudoästhetik wohlklingender Sätze, allgemeiner Oberbegriffe und der Aura von Druckerschwärze und Titulaturen. Schon lange sollte auch in die Heimatforschung das kritische Denken eingezogen sein.
hukwa

Dienstag, 1. November 2011

Kosmologie und Heimatkunde oder werde, der du bist

Wir müssen ins Unendliche Denken, wenn wir uns selbst finden wollen. Ich habe auch keine Probleme damit kosmisch zu denken, während ich an einem heimatkundlichen Text arbeite. Es ist mir einfach klar dass meine Heimat der Kosmos und meine jetzige irdische Umgebung ebenfalls meine Heimat ist. Das eine bedingt das andere. Wenn ich mich mit den Ursprungsmythen verschiedener Völker beschäftige, wie auch meines eigenen Volkes begebe ich mich ja ebenfalls auf heimatkundliche Suche. Mit der Aussage der Astrowissenschaft über die Unbegrenztheit und gleichzeitige Endlichkeit des Weltalls kann man begrifflich nur schwer was anfangen. Als Mensch muss ich mir einen zeitlichen Ursprung vorstellen, einen Ursprung des Lebens, einen Ursprung meiner Familie, meiner Kultur, des Lebens überhaupt. Die Beschäftigung mit meinem Ursprung, kosmisch wie heimatkundlich, ist letztendlich ein Zeitsprung. Wenn ich Ahnenforschung betreibe begebe ich mich auf eine Zeitreise und wenn ich über den Ursprung des Kosmos nachdenke bin ich ebenfalls ein Zeitreisender. Der Anfang eines solchen Denkens ist symbolisch – ich weiß es gibt ein oben und ein unten – aber eben nur symbolisch, sonst kann ich nämlich nicht in einer strukturierten Raumzeit denken. Oben und unten ist nur eine Hilfstabelle mit der ich das Zeitlabyrinth bereisen kann. Es gibt in Wirklichkeit überhaupt kein „Oben und Unten“, es gibt nur eine Art lebendiger Spirale die sich irgendwann zu einem Kreis schließt. Zur „ewigen Wiederkehr des Gleichen“, doch auch dies ist nur ein Symbol, eigentlich müsste es heißen „zum ewigen Werden“. Das Leben in seiner Gesamtheit kann nur eine Entelechie sein, „…geprägte Form, die lebend sich verwandelt“. Ich denke der Mensch ist ein Prozess und unser innerster Kern, die Seele, die Monade, das Selbst ist dem kosmischen Prozess des „Werdens“ unterworfen nämlich im Sinne Goethes: „Werde der du bist“.

Ein solches Denken überschreitet natürlich die Grenzen einer jeden empirischen Wissenschaft. Die „kritische Ökologie“ sagt uns „die Erde kann gut auch ohne den Menschen existieren“, doch damit hat sie nur zum Teil recht denn die erde kann nicht ohne das Universum existieren und nun taucht die Frage auf, kann das Universum ohne das menschliche Bewusstsein existieren? Ich möchte diese Frage Platon beantworten lassen. Im Timaios lesen wir:

„Und nun möchten wir dann auch behaupten dass unsere Erörterung über das All ihr Ziel erreicht habe; denn nachdem die Welt in der obigen Weise mit sterblichen und unsterblichen Wesen ausgerüstet und erfüllt worden ist, ist sie so selbst zu einem sichtbaren Wesen dieser Art geworden, welches alles Sichtbare umfasst, zum Abbilde des Schöpfers und zum sinnlich wahrnehmbaren Gott, und zur größten und besten, zur schönsten und Vollendesten, die es geben konnte geworden, diese eine und eingeborene Welt“.

hukwa

Montag, 17. Oktober 2011

Elwetritsche

Elwetritsche gehören zum festen Bestandteil volkskundlicher Überlieferungen der Pfalz. Wenn wir uns auf literarische Quellensuche begeben um über Elwetritsche etwas in Erfahrung zu bringen finden wir in der Regel nur typische Weinwitzige Erläuterungen zu dem Phänomen Elwetritsche. Irgendwo aber muss ja die Idee über Elwetritsche entstanden sein. Die Gattung der Elwetritsche sollen zweifelsohne Naturgeister darstellen und der Glaube an Naturgeister geht bis in die Steinzeit zurück. In einigen literarischen Abhandlungen bringt man die Elwetritsche mit der germanischen Mythologie in Verbindung. Da aber die Elwetritsche eine rein pfälzische Sagengestalt ist und ihre Verbreitung aufs engste mit der historischen Kurpfalz verbunden ist die ja in der Vorzeit keltisch und nicht germanisch besiedelt war ist anzunehmen das diese Naturgeister unter anderem aus keltischen Wurzeln gewachsen sind. Wir Wissen dass die Hauptinhalte des europäischen Märchens und der europäischen Sagengestalten der Mythologie der Kelten entnommen sind. Die Kelten benutzten keine Schrift gaben alles mündlich weiter was wir über sie Wissen kommt aus „zweiter Hand“, wie die Märchen auch. Märchen werden erst seit dem 18. Jahrhundert aufgezeichnet, davor gab man sie mündlich weiter Jahrhunderte lang. Die Brüder grimm betrachteten zwar das Märchen als ein Zersetzungsprozess der altgermanischen Glaubens. Was zum Teil auch stimmt, aber wir finden gerade in den Hausmärchen der Brüder Grimm auch eindeutig keltische Wurzeln. Schon 1859 wies der Sanskritist Theodor Benfey daraufhin, dass ein großer Teil des Märchen und Sagengutes Europas über arabische, hebräische und lateinische Übersetzungen aus Indien zu uns gekommen waren. Bis heute haben sich die Anzeichen für eine späte, polygenetische Entwicklung des Volksmärchens und der Sagengestalten im christlichen Europa gehäuft und konkretisiert.

Was etwas wunderlich stimmen muss ist dass die Elwetritsche im Pfälzer Märchen so gut wie nicht auftaucht obwohl sie doch der Mentalität des Pfälzers so vertraut ist.

Wenn wir in der „deutschen Mythologie“ von Paul Hermann nach Elwetritschen suchen oder nach Wesen die ihnen ähnlich sind werden wir nicht fündig. Wir können vorerst davon ausgehen dass die Elwetritsche eine reine Erscheinung der pfälzischen Region ist. Da wir diese Sagengestalt auch literarisch so gut wie nicht orten können, müssen wir annehmen dass sie dem pfälzischen Volksmund entsprungen sind.

hukwa

Dienstag, 11. Oktober 2011

Über Heimatgeschichte

Es ist immer wieder sehr interessant wenn man während des Studiums von heimatgeschichtlichen Texten, alten Chroniken und Urkunden auf Personen trifft die vor ein paar hundert Jahren gelebt haben und in deren damaliges Dasein man nun plötzlich einen Einblick bekommt. Man entdeckt das Leben einfacher Menschen und manchmal taucht solch eine Person aus der Vergangenheit in unterschiedlichen Aufzeichnungen immer wieder auf und schon hat man eine Teilbiographie von ihm. Dadurch das sie aus irgendeinem Schicksalsgrund oder Zufall an irgendeinem bestimmten Ort war wurde ihre Persönlichkeit oder wenigstens ein Teil davon von der Geschichte aufbewahrt. So erhält auch ein ganz unbedeutender Arbeiter oder Bauer seine Geschichte in der Geschichte. Wenn es nach den Geschichtsschreibern der Nation ginge gäbe es außer einigen großen Namen keine Menschen, sondern lediglich eine Masse, die in die Schlachten und Kriege ziehen. Man kann ruhig davon aussgehen das die uns bekannte Geschichtsschreibung insofern eine Fälschung ist weil sie eben nur aus dem Blickwinkel der Herrschenden geschrieben wurde. In der Heimatgeschichte aber tauchen jene Tagelöhner und jene arme Menschen auf um die es ja letztendlich geht und ohne die es überhaupt keine Geschichte gäbe. Geschichte und vor allem Heimatgeschichte ist doch der der Unterbau unserer Gegenwart. In der Geschichte ist die Zukunft angelegt und Geschichte ist letztendlich Volksgeschichte also Geschichte der Ganzheit eines Volkes und nicht nur weniger Persönlichkeiten. Dies ist das schöne an der Heimatgeschichte sie ist auch eine Königs und Fürstengeschichte, eine Geschichte der Herrschenden aber gerade in der Heimatgeschichte finden wir immer wieder Geschichten aus dem einfachen Volk und das hat schließlich Geschichte gemacht.
hukwa

Montag, 10. Oktober 2011

Heimatgeschichte und Weltgeist

In den vergangenen Tagen habe ich einige Texte über Heimatgeschichte und Pfälzer Volkskunde geschrieben. Die Freude an solchem Schreiben ist ja jene das Geschichte mit einem Mal etwas lebendiges Bekommt. Denn ich schreibe dann über jene Thematik deren Schauplatz dort spielte wo ich ja zu Hause bin. Die eigene Geschichtlichkeit verbindet sich mit der Heimatgeschichte und diese ist ja immer geprägt von der Weltgeschichte. Vor allem wird sie greifbar weil man dort wo man lebt doch noch einigen Zeugen seien sie steinern oder eisern begegnet. Die eigene Geschichtlichkeit verbindet sich mit der Heimatgeschichte und mit dem Geist der Weltgeschichte, dem Weltgeist im Sinne Hegels. Nach Hegels "Philosophie der Weltgeschichte" ist Geschichte zu begreifen als die Entwicklung und Selbstverwirklichung des Weltgeistes, der absoluten Vernunft und somit als "der Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit". Philosopie als denkende Betrachtung der Geschichte wäre der richtige Ausdruck hierfür. Jede große Geschichte begann einmal als Heimatgeschichte. Nämlich im Sinne des Ausdrucks von Karl Jaspers, der "Geworfenheit", des meschlichen Daseins in sein geschichtliches Erbe. Dieses "Geworfensein" ist die geschichtlichkeit des Menschen. Es kann seine Verbindung zum Weltgeist werden.
hukwa