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Montag, 22. Juni 2020

Ein Sanctuarium in Trippstadt


Fotos©Hans Wagner


Ungewollt ist in Trippstadt ein Sanctuarium entstanden, ähnlich denen wie sie der Land art Künstler herman de vries seit vielen Jahren errichtet. Ein Schutzraum für die Natur, der sich ohne menschliche Eingriffe entwickeln kann, da er umzäunt ist. In der Mitte befindet sich ein kleiner Teich, der von Libellen, Amphibien und Insekten besucht wird. Wenn man diesen kleinen Bereich sich selbst überlässt entsteht ein wunderbarer Schutzraum für seltene Pflanzen und Tiere. Das ganze Jahr über kann man hier die Abläufe und den Wandel der Natur beobachten.
hukwa

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Notiz zur Land art oder die Suche nach Ausdruck

Wenn der himmel so wolkig und bedeckt ist wie heute verspüre ich das tiefe bedürfnis in die wälder zu streifen und ein kleines land art werk umzusetzen. Einfach mit holz und steinen zu hantieren, womöglich in der nähe eines wildbaches. So das ich die elemente erde und wasser direkt physisch erfahre. An einem solch grauen wolkenverhangenen tag liegt in den wäldern eine besondere stimmung. Eine stimmung die mich in erdnähe zieht. Ich habe das gefühl das ich in solchen zeiten besonders ge - erdet bin. Ich fühle mich dann den elementen näher als an tagen wo sonnenschein vorherrscht. An sonnentagen greife ich schneller zu pinsel und farbe. Die arbeiten in der land und earth art sind mir auch mehr kosmische demonstrationen, mein bewusstseinszustand ist ein ganz anderer als die während des malens oder schreibens der fall ist.
Ich habe immer das gefühl das ich während meiner erdarbeiten in einem urmenschlichen bewusstseinszustand festgehalten bin. Vielleicht ist es etwas ganz aus den anfängen des menschlichen bewusstseins, das sich in solchen momenten in mir wieder aktiviert?
Ich möchte einfach etwas ur - menschliches tun. Jene menschen deren seelen von den modernen medien so gefangen sind, das sie den überblick vollkommen verloren haben, können solche gedanken natürlich nicht nachvollziehen. Daher wendet sich meine kunst ja auch an ganz wenige, für viele ist sie halt nicht verständlich, denn in dem ich künstler bin und in dem ich naturmensch bin muss ich ja immer einen zwiespalt überwinden, denn von kunst und natur, beides passt nur bedingt zusammen und wird eine "naturkunst" zu ästhetisch besteht die möglichkeit das sie zu kitsch verkommt. So lebt der "naturkünstler" immer in der herausforderung kunst und natur in einen einklang zu bringen, denn das natürliche soll nicht künstlich erscheinen und das künstliche nicht natürlich. So liegt der sinn der land art nicht im bereich des ästhetischen sondern im bereich des ausdrucks.
hukwa

Donnerstag, 14. Mai 2009

Fernsehbeitrag über meine LandArt Weidenbühne

Heute Abend zwischen 18:45 und 19:45 bringt der Südwest Rundfunk SWR einen kurzen Bericht über mich meine Weidenbühne und meine Malerie...
hukwa

Samstag, 21. März 2009

Der kleine Teich bei meinem Land Art Garten/ Little Pond at my Land Art Garden

While birds, and butterflies, and flowers
Make all one band of paramours
Thou, ranging up and down the bowers,
Art sole in thy employment,
A life, a Presence like the Air,
Scattering thy gladness without care,
Too blessed with any one to pair,
Thyself thy own enjoyment.
William Woodsworth

Freitag, 20. März 2009

Zeitungsberichte über meine LandArt und Wildholzarbeiten/ Some Reports about my Land Art and Wild Wood Working

Weiterer Bericht über meinen Rote Liste Garten auf der Landesgartenschau Kaiserslautern,2000
Another about my "Red List Garden" with rare or extinct Plants, in K-Town 2000.hukwa

Sonntag, 1. Februar 2009

Über den erwanderten Skulpturenbegriff in der sakralen Landschaftsarchitektur






von Hans Wagner

Um eine Skulptur in einer Landschaft zu erschaffen, ist dem Land art Künstler die Aufgabe auferlegt, die Landschaft, solange zu erwandern bis er eine mentale Präsenz erfühlt, an diesem Punkt wird er seine Skulptur erschaffen. In meinen ganzen Land art Projekten gibt es eigentlich kein Projekt wo ich die Stellen nicht erwandert habe, die mich zu den Plätzen
führten die ich Knotenpunkte oder auch SAKRALE KRAFTORTE nenne. Diese mentale Kraftbereiche verschiedener Realitätsebenen, begegnete ich immer wieder in meinem Leben, eigentlich seit meiner frühesten Kindheit. Wenn ich durch den " Zufall " auf einen solchen mentalen Knotenpunkt stoße, markiere ich diesen in der Regel mit umliegenden Naturmaterialien, da genügt schon eine kleine Steinanhäufung. Ein solcher Platz zeigt die Präsenz einer Naturwesenheit an. (schon Goethe berichtete hierüber). Der Sinn des erwanderten Skulpturenbegriffs ist seelischer, als auch ökologischer Herkunft, ja ich gehe hier sogar soweit das ich von einer gewissen Geopolitik reden könnte, sei da nicht ein stark
braungefärbter Hintergrund, denn leider wurde die Geopolitik , die ja von einem englischen Wissenschaftler entdeckt wurde und leider von den Nazis so schamlos ausgebeutet wurde das man immer wieder, darauf hinweisen muss, sobald man das Wort Geopolitik erwähnt.
Vor der WANDERUNG steht als Beginn einer neuen Skulptur immer eine Art " plastischer Theorie " um in den Worten von Joseph Beuys zu sprechen. Ich persönlich erweitere diese Theorie, durch das erlaufen und begehen einer Landschaft zunächst einmal zur "geistigen Theorie". Während meiner Aufenthalte in der Natur, eigentlich halte ich mich fast nur in der Natur auf, während dieser Aufenthalte geschieht so eine Art Zwiesprache mit den Elementen. Nun kommt es fast automatisch bei meinen WANDERUNGEN dazu das ich bestimmte ZWISCHENBEREICHE betrete, dieses sind dann die Knotenpunkte wo ich meine Skulptur, mein Projekt verwirkliche. Wenn ich über Landschaftsarchitektur spreche, schreibe, gehe ich davon aus das es sich um eine von menschlicher Hand geschaffene Landschaft handelt, wenn ich aber von sakraler Landschaftsarchitektur spreche, gehe ich von der Natur gegebenen Landschaftsform aus. Wenn ich nun in meiner Position als Land art Künstler, spirituell und ökologisch in die Landschaft, das bedeutet in die SAKRALE Landschaft eingreife, ihr etwas " besonderes" hinterlasse, verwandele ich diese Landschaft in eine magische Landschaft. Dies bedeutet ich arbeite in der Landschaft auf verschiedenen ebenen von Realität. Auf konkreter Ebene, ebenso wie auf spiritueller Ebene. Novalis schrieb einmal : Dichten ist hieroglyphische Kunst und die Natur ist " Geheimschrift und
Ur-Alphabet" (Friedrich Schlegel), so unternimmt Heute der Land art Künstler wie ehemals der Naturlyriker, die Aufgabe die Natur zu entziffern und zu enträtseln. Wir haben uns zu weit von der Natur entfernt als das wir dies noch verstehen können. Ich persönlich konnte sogar in Großstädten das Gefühl der Natur Pur erleben. Der Land art Künstler übernimmt heutzutage die Aufgabe des Naturmagier: dies bedeutet das die Naturdinge, also Fundstücke, wie Kraftorte, Knotenpunkte auf magische Weise über die NATURSKULPTUR zum Beschauer, Besucher transponiert werden. Sakrale Landschaftsarchitektur bedeutet in diesem Sinne, ein Naturmagischer Akt der versucht die
Dinge der Natur zu benennen, ihr einen Titel zu geben, sowie gleichzeitig auch für eine
Gesellschaft die ja eine absolute Naturentfremdung lebt, wieder für die NATUR zu begeistern. Denn die Wirklichkeit in der die meisten Menschen die Natur aufsuchen handelt ja nicht von Liebe zur Natur sondern das man natur eben konsumiert. Diese etwas kritische Auffassung ist mir wichtig weiterzugeben, allein schon um jenen Menschen mitzuteilen, welcher Art mein Naturverständnis ist.



Samstag, 31. Januar 2009

Die Bescheidenheit des Künstlers

von Hans Wagner

Wenn ich vor Ort arbeite, also in der Land oder Earth art, arbeite ich nur mit den Materialien die ich auch vor Ort finde. Steinen, Hölzer, Wurzeln usw. Was ich an die orte bringe sind meist nur die Samen, geistige oder natürliche. Im vergangenen Sommer brachte ich die Samen bereits ausgestorbener Pflanzenarten, an einem bestimmten Platz in die erde. Dieser Platz wartet nun in diesem Frühjahr darauf, das ich zu ihm zurückkehre. Ein Künstler kann wen er es möchte einen bestimmten Platz zu einem Ort von Kraft verwandeln. Gerade die arbeit mit bestimmten Pflanzen, sensibilisiert mein schöpferisches Bewusstsein besonders stark.
Da verschwindet täglich etwas aus unserer Welt, das ja eigentlich zu ihr gehört aber unsere Mitmenschen bemerken es zum großen Teil nicht. Mich persönlich erschüttert dies und irgendwann bildete sich in mir die Idee etwas zu schaffen, was aus unserem Alltagsbewusstsein schon lange verschwunden ist. Ich bin überzeugt wir alle haben in uns so eine Art "urmenschlicher Bewusstseinszustand" der nur verschüttet ist und den wir jederzeit wieder erwecken können, z.B. mit einem Gefühl zu der von uns Geschundene Natur. In diesem Sinne sehe ich auch diese Earth – Arbeiten, "wer Bewusst mit Pflanzen arbeitet, wird Bescheiden in seinen Handlungen." Das haben mich die Pflanzen gelehrt. Es ist manchmal interessanter bei ihnen zu sein als Menschen um sich zu haben. "Wenn ein Mensch Geschäft, Politik, Geselligkeit und Gesellschaft ausgekostet hat – wenn man herausgefunden hat das letztendlich nichts daran befriedigt oder von Dauer ist – was bleibt dann noch? Es bleibt die Natur, die Sonne, der Regen, der Schnee, die Sternen, die Bäume, eben die Erde mit all ihren verzückten Momenten. Dies ist das Gefühl das ein Naturkünstler braucht um mit seinem Werk zu beginnen." Die Arbeit mit den Pflanzen ist Erdarbeit der Künstler wird bei solchen Projekten zum Erdarbeiter. Er arbeitet mit ganz wenig Handwerkzeug. Werkzeug verlängert unsere Hände, doch Pflanzen wollen unsere Haut spüren. In diesem Sinne ist der Ausdruck Land art für viele Projekte die ich umgesetzt habe nicht ganz richtig, es müsste Eart art heiße, weil die Beziehung zur Erde immer von besonderer Bedeutung ist, Erdbeziehung ist natürlich immer universelle Beziehung. Der Ausdruck Land art hat für mich persönlich etwas Begrenztes in sich, der Ausdruck Earth art erscheint mir grenzenlos.
Dieser Erde die er bearbeitet soll sich der Künstler mit seinem ganzen Dasein Hingeben.
Von der Erde lebt er, die Erde liebt er, zu Erde wird er, er ist geerdet!
In diese Erdarbeiten versuche ich immer die Bescheidenheit meiner Handlungen mit einfließen zu lassen.
Joseph Beuys drückte das so aus: "Ich bin ja kein Gärtner, der Bäume pflanzt, weil Bäume schön sind. Nein, ich sage, die Bäume sind heute ja viel intelligenter als die Menschen. Wenn der Wind durch die Kronen geht, dann geht zu gleicher Zeit durch die Krone was die leidenden Menschen an Substanz auf die Erde gebracht haben. Dass heißt die Bäume nehmen das längst wahr. Und sie sind auch schon im Zustand des Leidens. Tiere, Bäume, alles ist entrechtet. Ich möchte diese Tiere und diese Bäume rechtfähig machen. Das ist eine selbstverständliche Pflicht des Menschen. Wenn er seine Aufgaben hier auf dieser Welt (...) wirklich wahrnimmt, dann muss er sich entsprechend verhalten. Und dann muss er seine Intelligenz, angefangen bei den Bäumen langsam wieder aufrichten."