Posts mit dem Label Volkskunde werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Volkskunde werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 22. Oktober 2013

Der Baum im Märchen

Der an volkskundlichen Traditionen interessierte Forscher begegnet auf dem großen Gebiet der Volkskunde immer wieder der Symbolik des Baumes. Der Baum ist die große Symbolgestalt aus dem Pflanzenreich die der Mensch Jahrtausende lang kultisch verehrte. Reste dieses alten Baumkultes finden sich vor allem in den Märchen und Sagen. In ihnen finden wir die Überbleibsel aus jener Phase des animistischen Denkens des Menschen das auch heute noch als Archetyp in uns vorhanden ist.
Die Volkskunde die ja keine Einzelwissenschaft sondern eine Gesamtwissenschaft ist kommt gar nicht umhin in ihr Arbeitsfeld auch die Tiefenpsychologie (C.G.Jung) mit einzubinden. Vor allem in ländlichen Gegenden hat der alte Baumkult sich bis heute erhalten können, wenn auch meistens in „moderner Form“ wie z.B. beim Festbaum, Kirmesbaum, Richtbaum und natürlich unserem Weihnachtsbaum, weil er eben immer Bestandteil des dörflichen Lebens war. Er besteht also wenn auch in des-integrierter und zersplitterter Form immer noch weiter.
So hat ja auch des Märchen seine Entwicklung fortgesetzt und an die neuen Medien angepasst. Wurde es einst erzählt, später vorgelesen, so sind es heute der Computer und die Filmindustrie, die das Märchen, oftmals auch in neuerer Form, weitergeben.

In einer veränderten Welt (die Welt ist schließlich immer in Veränderung) verändern sich auch die Überlieferungen. Doch letztendlich bleiben die Wurzeln immer die Gleichen.

Im Märchen wird der Baum zum Flucht und Schutzort, zum Wunderbaum und Wunschbaum.
hukwa

Samstag, 15. Dezember 2012

Über die pfälzische Sage


Bei der Sage  stellt sich uns die Frage, was entspricht der Wahrheit, was der Phantasie. Also was ist die ätiologische Funktion dieser Erzählung? Das soll heißen liefert sie eine Erklärung für ihre Entstehung? Dies können augenfällige Wahrzeichen der örtlichen Umgebung sein, wo die Sage entstanden ist, es können Felsen, Quellen, Gebäude sein, die in der Sage eine Bedeutung gewinnen.
Die Sage ist eine an Ort und Landschaft gebundene Erzählung / Überlieferung, sie will uns über die Landschaft und die Menschen die in ihr lebten etwas „sagen“.
Wir wissen das in jeder Sage eine Wahrheit steckt, etwas historisches das irgendwann einmal wirklich war.
Diesen einstmals „echten Kern“ der Sage herauszufinden bedarf einer intensiven Forschung. Hierbei nutzen uns Flurnamen. Volkskundliche Überlieferungen, Heimatgeschichte und Hermeneutik. 
In einer Sage befindet sich natürlich immer etwas „überliefertes“, dieses Überlieferte ist oftmals bedingt durch den Lauf der Jahrhunderte nicht immer gleich erkennbar. Auch finden sich in der Sage immer wieder verschiedene kulturelle Strömungen, gerade in den pfälzischen Sagen, weil die Pfalz eine Landschaft ist, durch die seit Jahrhunderten die verschiedensten Völker durchzogen. Natürlich floss von dem kulturellen Erzählgut dieser Volksgruppen auch vieles in die pfälzische Sage mit ein.
Da sich viele Sagen, ähnlich wie im Märchen gleichen, wissen wir das der Mythos eine wichtige Rolle in solchem Erzählgut innehat. 
Der besondere Reiz von Sagen im Vergleich zum Märchen, liegt in der Nennung von wirklichen Orten und darin, dass sie meist auf wirklichen Begebenheiten beruhen. Natürlich sind meist durch die lange mündliche Überlieferung, die historischen Tatsachen verzerrt doch erforscht man genau ihren Inhalt finden wir auch einen Zugang zu ihrem Anfang.


hukwa

Sonntag, 9. Dezember 2012

Zur Geschichte unseres Weihnachtsbaumes



„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzet würde…Die meisten kennen den Anfang dieser alten Geschichte, als unsere Weihnachtsgeschichte. In jeder Weihnachtsanthologie ist sie enthalten und lag somit in der Regel unter dem Christbaum. Dabei ist dieser Weihnachtsbaum noch gar nicht so alt. Anfang des 19. Jahrhunderts war er nur den wenigsten bekannt. Der aller erste Weihnachtsbaum der urkundlich erwähnt wurde hat im Straßburger Münster gestanden im Jahre 1539.
Anfang des 17. Jahrhunderts tauchte diese vorchristliche Sitte, zum Fest einen grünen Baum aufzustellen, zum ersten mal wieder auf zunächst im Elsass dann zog der Weihnachtsbaum langsam in die ersten Bürgerhäuser von Zürich, München und Wien ein. Geschmückte Bäume hat es allerdings in Paradiesspielen seit dem Altertum gegeben.  Ein Kupferstich Lucas Cranachs von 1509, „die Buße des heiligen Chrysostomus“, zeigt zum ersten mal die mit Lichtern und Sternen geschmückte Tanne, allerdings steht sie in der freien Natur, zwischen anderen Bäumen.
Diese neue und doch „alte Mode“, breitete sich rasch aus, so das sich die Kirche schnell etwas überlegen musste um diesen heidnischen Brauch in ihre Kirchenlehre zu integrieren. 
Es ist sogar noch die Rede eines damaligen Professors der Universität Straßburg erhalten, der die Bürger aufruft mit solch heidnischem Brauchtum zu brechen. Doch der Weihnachtsbaum trat seinen Siegeszug in die Wohnzimmer an.  Eine Beschreibung des Weihnachtsbaumes aus dem Jahre 1606 lautet so:

„Auff Weihnachten richtet man Dannenbäum zu Strasburg in den Stuben auff, daran hencket man roßen aus vielfarbigem papier geschnitten, Aepfel, Obladen, Zischgold, Zucker. Man pflegt darum ein viereckig ramen zu machen…“

1765 beschreibt der junge Student Goethe einen Weihnachtsbaum der im Hause der Mutter von Theodor Körner in Leibzig aufgestellt war: „…mit allerlei Süßigkeiten war er behangen, darunter Lamm und Krippe mit einem zuckernem Christkind. Davor stand ein Tischen mit Pfefferkuchen für Kinder“.
Über ganz Deutschland hat sich der Brauch aber erst 1870/71 verbreitet. Im deutsch/französischen Krieg ordnete König Wilhelm I große Mengen von Weihnachtsbäumen für seine Soldaten an der Front an. Die Soldaten fanden dies so gut, das sie, wieder zuhause, zum Fest einen Christbaum aufstellten.


hukwa

Mithra und Weihnachten

Draußen zieht ein Schneesturm über die Landschaft. Es ist viel Neuschnee gefallen und die Wälder haben sich in eine Märchenlandschaft verwandelt. der Tag ist kurz und die Nächte dauern länger an. irgendwie spüre ich dennoch das es auf die Wintersonnenwende zugeht. Dann wird auch wieder das fest des Mithras von mir in einer kleinen Feierlichkeit begonnen. Der Kult des Mithras wie auch das christliche Weihnachtsfest künden ja beide vom Licht, ebenso das Julfest. Am 21. Dezember dem Wendekreis des Krebses hat es das Licht schließlich geschafft und wird die Dunkelheit langsam verdrängen. Schon seit urdenklichen Zeiten feiern die Menschen um diese Zeit den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Auch ich werde mich wieder zum Scharderkopf zurückziehen um dort die Sonnenwende zu begehen. ich bin der Meinung man sollte die Feste der Mythologie ebenso respektieren wie das christliche Weihnachtsfest, wenn man die Wurzeln von Mithra, Weihnachten und Julfest etwas intensiver studiert, bemerkt man alsbald, dass sie in etwa das gleiche ausdrücken.
hukwa