Posts mit dem Label Mythologie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mythologie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 15. Mai 2025

Mythos und Logos

Das Bekannte ist darum 
weil es bekannt ist 
nicht erkannt. 
Hegel 
Das tiefe Denken beginnt dort wo sich Mythos und Logos treffen. 
hukwa 
Der Mythos beginnt dort wo das rationale Denken endet. 
hukwa 
Die Poesie ist die Brücke zwischen Mythos und Logos. 
hukwa

Samstag, 8. Dezember 2018

Innere Geschichte

Meine Gedichte stemmen sich gegen die Phantasielosigkeit der Gesellschaft. 
H.W. 

Es ist der Abglanz eines fernen Ursprungs
der meinen GEIST webt
das Medium der ZEIT
führt mich
zu jenem ewigen vergangenem
mir ist es ein ewig GEGENWÄRTIGES
dieses Erinnern
an lang vergangene Zeiten
ein mythisches Erleben
ein Seelen Erbeben
von vorbewussten Schichten
lebe ich in
INNERER GESCHICHTE.
hukwa

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Das Gedicht als Ausbruchsversuch

Man sollte seine Lyrik und seine Gedichte nicht nur dazu benutzen sich selbst darzustellen sondern auch um seine Spuren zu verwischen. Um einen Mythos zu schaffen hinter denn man sich zurückziehen kann. Gedichte schreiben hat auch etwas mit "Identitäten" schaffen  zu tun. Eine solche poetische Identität hängt ja auch viel mit den Umbrüchen des eigenen Lebens zusammen. Gedichte können also auch solche Umbrüche darstellen. Für mich persönlich sind Gedichte "Häutungen", wie bei einer Schlange: Sich eine neue Haut anpassen doch der Gleiche bleiben. So soll man in Gedichten die Entwicklungen beobachten können die eine Persönlichkeit durchmacht.
Gedichte sind auch Ausbruchsversuche um sich selbst zu finden.
hukwa

Mittwoch, 27. April 2016

Dasein ohne Mythos

Das Leben dass die meisten Menschen die ich kenne führen, ist nicht meine Art zu leben. Sind sie doch Jäger des Konsums und haben das fabulieren verlernt. Ein solches leben wäre mir zu einseitig, es ist ein Dasein ohne Mythos.
hukwa

Montag, 7. März 2016

Kronos

Mit ihrem schmiegsamen Körper
legt sie sich über die dunkle Erde
Augen
glühend wie Lava
ihr Stöhnen lässt den Planeten erzittern
versteckt in jungfräulicher Nacht
zittert sie jenem Tag entgegen
da Kronos
ihr unseliger Sohn erwacht
wird sie Zeugin seiner unersättlichen Gier.
hukwa

Donnerstag, 20. November 2014

Mein Weg zum Künstler

Auszug aus einem größeren Manuskript

Meine Wanderungen durch das Reich der Mythologie sind ja letztendlich nichts anderes als eine Fahrt durch meine eigene Seelengeschichte. Was da aus dem Unbewussten hervor quillt und durch Farbe und Pinsel Ausdruck bekommt, wenn manchmal auch hinter Hadesnebeln verborgen, sind Symbole und Elemente die der äußeren Welt und dem empirischen nicht mehr entsprechen. Es sind Erscheinungen und Symbole meines Unbewussten, meiner Seele, hervorgeholt durch kreative Imagination. Schon als Kind spürte ich eine große Verbindung zum Unbekannten – das Unbewusste war mir damals als Begriff noch nicht bekannt. Durch diese „Verbindung“ ist wohl auch jene Wurzel in mir gewachsen, die mein Leben als Künstler bis Heute geprägt hat. Es war mir von Anfang an verstellt ein Standbein im bürgerlichen Leben zu fassen, Künstlertum und Bürgertum, das sind eben zwei verschiedene Welten.
Heute bin ich davon überzeugt das ich schon damals, alle Entscheidungen die ich traf in Verbindung mit meinem Unbewussten getroffen habe. Als ich begann in späteren Jahren intensiv die Symbolik
Meines Unbewussten aufzuzeichnen – aufzumalen, waren es die „Immerwiederkehrenden“ die mich hier zu aufforderten. Hätte ich sie nicht gemalt wäre ich ganz in ihren Bann geraten und mein Leben wäre vielleicht außer Kontrolle geraten. In dem ich sie malte oder auch in hermetische Gedichte fasste bannte ich meine Dämonen. Letztendlich habe ich sie ja durch meine Beschäftigung und Verbindung zu meinem Unbewussten selbst gerufen.
Es gibt Tage, so einer wie heute, da renne ich regelrecht zwischen Schreibtisch und Maltisch hin und her. Während des Malaktes ist das unbewusste besonders Energiehaft in mir. Da kommt es vor das ich während des Malens besonders stark fließen, dann wollen sie auch in Schreibworte gefasst sein. So stehen in meinem Atelier das ich selbst als Oratorium bezeichne, Schreibtisch und Maltisch eng nebeneinander. So steht mein ganzes Gesamtkunstwerk auf dem Fundament meines Innenlebens, auch die Bildhauerarbeiten und die Landart Projekte.
Natürlich haben mich auch andere Künstler und Schriftsteller geprägt, dies ist im Leben eines jeden Künstlers so. Für meine Suche waren waren C.G. Jung, Heinrich Zimmer, Joseph Campbell und h.D. Thoreau besonders wichtig. Sie waren mir für einige Zeit geistige Lehrer.
„Der Weg nach Innen“ war schon in meiner Kindheit sehr ausgeprägt und was da aus meinem Innern hervorkam, erschien mir damals als Chiffre. Ich hatte ja noch keinen Schlüssel weder zum Unbewussten noch zur Mythologie. Denn musste ich mir erst selbst schmieden.
Ich war als Kind und Jugendlicher kein Einzelgänger, eher ein Einsamer. Ich konnte ja niemanden meine tiefsten Gedanken verraten, da hätte man mich zum Psychiater geschleppt. Also behielt ich es für mich. Als Jugendlicher entdeckte ich dann dass man in Gedichte alles schreiben kann ohne Misstrauen zu erregen. Also begann ich Gedichte zu schreiben, in diese verpackte ich hermetisch verschlossen meine geheimen Gedanken. Nun hatte ich etwas das nur mir gehörte und dessen Geheimnis nur ich kannte. Ich war wer! Was natürlich für meine manchmal labile jugendliche Persönlichkeit enorm wichtig war.
Ich bin fest davon überzeugt dass Künstler werden – das Werden des Künstlers – schon in der Kindheit des einstigen Künstlers verborgen liegt, denn – wahre Kunst ist immer auch ein Ruf des Unbewussten. Ich möchte hier nur Joyce und Picasso als Beispiele erwähnen. Der größte Schriftsteller und der größte Maler des zwanzigsten Jahrhunderts fanden ihre Worte und Bilder rein aus dem Unbewussten. Ich war immer davon überzeugt wenn ich dem Ruf aus meinem Inneren nicht folge, dann bleibe ich ewig ein Nachahmer. Der Weg zur Kunst begann für mich in meiner Kindheit mit dem Erlebnis dass ich mit einem kleinen wunderschönen Pilz hatte, dieses war sozusagen mein Erweckungserlebnis:

Als Knabe hatte ich einmal ein seltsames Erlebnis mit einem wunderschönen Fliegenpilz. Ich saß unter einer großen, mächtigen Fichte, es war die Zeit des Altweibersommers, der moosige Boden war voller Morgentau und tausende von silbernen Spinnweben durchfunkelten mystisch den morgendlichen Wald. Ich schwänzte mal wieder die Schule und fühlte mich so richtig wohl, bei dem Gedanken an meine pflichtbewussten Mitschüler, sollten die nur einmal lernen. Direkt vor mir wuchs ein herrlicher Fliegenpilz, er gefiel mir so gut, das ich ihn ewig lange anstarrte, plötzlich regten sich in mir Gedanken, wie ich sie nie zuvor gedacht hatte. Ich wollte mit einem Male so sein wie dieser Pilz hier in seiner einzigartigen Schönheit, einfach nur Tag und Nacht an diesem platz verweilen, den Liedern der Vögel lauschen, Rehe und Hasen beobachten, den gleitenden Flug des Bussards und Sperbers erspähen, ja, dies war für mich etwas ganz Großartiges und dieser Gedanke hat mich mein Leben lang nicht mehr losgelassen, und oft habe ich später dieses Gefühl in mir wiedergefunden: Dieses in der großen Gemeinschaft mit Baum, Stein und Tier bin ich nicht alleine.
Nach diesem Erlebnis in meiner Kindheit hatte ich Tage später einen seltsamen Traum. Mir erschien ein Gesicht das Ähnlichkeit mit den Gesichtszügen des Buddha hatte wie man „dessen Gesicht“ eben von Illustrationen her kennt. Die Gesichtszüge lagen in tiefer Versenkung und Meditation. Plötzlich wuchs aus diesem Buddhakopf ein riesiger Fliegenpilz. Viele Jahre später hatte ich den fast gleichen Traum noch einmal, diesmal tauchten noch zwei weitere Gesichter auf, sie hatten Ähnlichkeit mit einem Steinrelief. Von da an nannte ich die Traumgestalt Amanita-Buddha.
hukwa





Dienstag, 11. November 2014

Aktive Imagination und Mythos

Ich glaube das viele Menschen unbewusst schon Erfahrungen mit der aktiven Imagination gesammelt haben. Bewusst angewendet kann man durch diese Technik tief in sein Unbewusstes vordringen, man muss allerdings aufpassen dass das was da hervorkommt einem nicht überwältigt. Schließlich kann man mit der aktiven Imagination bis zu den Archetypen vordringen. Um Bilder zu schaffen die nicht aus der äußeren Realität stammen, müssen wir unsere Phantasie zu Hilfe nehmen. Während der aktiven Imagination wird die schöpferische Aktivität unseres Unbewussten stimuliert. Wenn wir dabei dann noch Zeichnen oder Malen, treten in die Gebilde, Formen und Hieroglyphen bestimmte mythische Energien ein. Was dann an Zeichnungen und Malereien entsteht ist für mich ein Ausdruck des Mythos.
hukwa

Sonntag, 21. September 2014

Immerwiederkehrende - Traumboten einer anderen Welt

In den Momenten zwischen Tag und Nacht, zwischen Realität und Phantasie zwischen Gegenwart und ältester Vergangenheit erscheinen die Traumboten aus einer anderen Welt. Die meisten Menschen leugnen solche Momente obwohl sie jedem von uns schon widerfahren sind. Keine Wissenschaft kann sie ergründen dennoch erscheinen sie immer wieder - die Traumboten einer anderen Welt.
hukwa

Montag, 25. November 2013

An der Quelle hermetischer Dichtung - über Knechtsbeziehungen in der Lyrik

Die hermetische Dichtung die ja eine dunkle Dichtung ist sucht nicht die Verbindung zur Alltagssprache. Sie will befreit sein von den "Knechtsbeziehungen" der rationalen Sprache. Die Quelle solcher Dichtung ist immer das Unbewusste, die Traumwelt und der Mythos. Sie löst sich aus den Verständigungsgewohnheiten einer rationalen, rein auf Logik spezialiserten Welt und sucht die Dichte der Dinge auf.
hukwa

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Die Raunächte, das wilde Denken und der mythische Bastler

Die Raunächte sind ein letztes Aufbegehren der Natur gegen eine perfekte, logisch, gestaltete Weltanschauung. Es ist die "Stimme eines untergegangenen Heidentums", die aus den Raunächten zu uns herüber zu wehen scheint. Ja, es ist die "Stimme Merlins" die in den kommenden Nächten wieder erklingt und uns Geschichten aus archaischen Zeiten erzählen möchte. Wir müssen dieser "wilden Stimme" nur lauschen und das "wilde Denken" in uns führt uns dann auf eine erweiterte Bewusstseinsebene. Diese "Ebene" führt eigentlich nach "unten", denn das "wilde Denken" hat seine Quelle in der Tiefe unseres Unbewussten, fern von Zeit und Raum. Die Idee von Zeit ist, ja, muss unserem Unbewussten fremd sein, hier herrscht eine ständige Gleichzeitigkeit vor, die allerdings nur in der Sprache des Mythos, der Poesie oder der Kunst mitteilbar ist. So ergibt es sich von selbst das der "mythische Bastler" meist auch Poet, Künstler oder Mythologe ist. Wir haben es hier also mit einer "Traumsprache" zu tun. Zu dieser Sprache gehören auch die mythischen Geschichten. Die Deutungen C.G.Jungs, aber auch die Freuds, haben diese "Traumsprache" überzeugend durchforscht. Doch wir dürfen nicht vergessen dass es auch einen Mythos gibt dem eine historisch - gesellschaftliche Wirklichkeit zu grunde liegt. Dieser wurde sehr genau von Johann Jakob Bachofen untersucht, der in seinem Werk "das Mutterrecht" die mythischen Geschichten als Geschichte verstand. Das soll heißen die besagte Handlungen des Mythos sind Informationen über historisch vorhandenes. Ein Verfahren mit dessen Hilfe sich einst Heinrich Schliemann aufmachte um Troja zu finden. Der Begriff des "mythischen Bastlers" wurde von Claude Levi - Strauss geprägt, dieser schrieb: "Der Bastler ist in der Lage, eine große Anzahl verschiedenartigster Arbeiten zu auszuführen: doch im Unterschied zum Ingenieur macht er seine Arbeiten nicht davon abhängig, ob ihm Rohstoffe oder Werkzeuge erreichbar sind, die je nach Projekt geplant oder geschafft werden müssten: die Welt seiner Mittel ist begrenzt, und die Regel seines Spiels besteht immer darin, jederzeit mit dem, was ihm zur Hand ist, auszukommen".
hukwa

Sonntag, 9. Dezember 2012

Mithra und Weihnachten

Draußen zieht ein Schneesturm über die Landschaft. Es ist viel Neuschnee gefallen und die Wälder haben sich in eine Märchenlandschaft verwandelt. der Tag ist kurz und die Nächte dauern länger an. irgendwie spüre ich dennoch das es auf die Wintersonnenwende zugeht. Dann wird auch wieder das fest des Mithras von mir in einer kleinen Feierlichkeit begonnen. Der Kult des Mithras wie auch das christliche Weihnachtsfest künden ja beide vom Licht, ebenso das Julfest. Am 21. Dezember dem Wendekreis des Krebses hat es das Licht schließlich geschafft und wird die Dunkelheit langsam verdrängen. Schon seit urdenklichen Zeiten feiern die Menschen um diese Zeit den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Auch ich werde mich wieder zum Scharderkopf zurückziehen um dort die Sonnenwende zu begehen. ich bin der Meinung man sollte die Feste der Mythologie ebenso respektieren wie das christliche Weihnachtsfest, wenn man die Wurzeln von Mithra, Weihnachten und Julfest etwas intensiver studiert, bemerkt man alsbald, dass sie in etwa das gleiche ausdrücken.
hukwa

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Samhain Nacht

Für die Kelten öffneten sich in der Nacht zu Samhain, also am 31. Oktober die Türen zur Autre Monde- zur "Anderswelt". Für die Kelten war der Tod "die Mitte eines langen Lebens", also, hinter der Anderswelt gab es noch eine weitere Welt. Die Autre Monde scheint so etwas wie ein "Warteraum" für die Kelten gewesen zu sein. In der Samhain Nacht stand diese Welt jedem offen der sie betreten wollte, oder aber auch aus ihr heraustreten wollte. Wir müssen uns bei den Kelten immer vorstellen das für dieses Volk, besser gesagt für die keltischen Völker, die spirituelle Welt genau so real war wie die materialistische Welt die sie umgab. Hier ist ein enger Bezug zu der hinduistischen Metaphysik vorhanden. Kein Kelte hätte je an der Autre Monde gezweifelt. Im keltischen Irland erloschen in der Nacht des 31.Oktobers sämtliche Feuer und man gab sich ganz dieser sakralen Nacht hin.Die Samhain Nacht ist die Nacht der Begegnung zwischen den Lebenden und den Toten. Die sid, die Hügel in denen die Götter und Toten wohnen öffnen sich in dieser Nacht und die Reiche des Jenseits und des Dieseits durchdringen einander. In der Samhain Nacht öffnen sich also die Tore der keltischen Anderswelt.
hukwa

Dienstag, 1. Mai 2012

Über den Umgang mit Symbolen

"Wir können niemals die Tiefen ausschöpfen- des dürfen wir sicher sein; aber das gelingt auch keinem andern. Und eine Handvoll frischen Lebenswassers, schmeckt süßer als ein ganzes Reservoir kanalisierten und gesicherten Dogmas", schrieb Heinrich Zimmer in seinem Aufsatz "der Dilettant im Ungang mit Symbolen".
Das Streben des Menschen ist von jeher auf die Entdeckung unbekannter aber geahnter, materieller oder geistiger Werte gerichtet. Seine Lebensbedingungen sollen damit erleichtert und verbessert werden. Trotz aller Bemühungen und Erfolge war es ihm nie vergönnt, denn Ursprung aller Seinswerte zu erkennen. Allerdings wurde er durch Vorgänge in der Natur und in der menschlichen Seele darüber belehrt, dass unbegreifliche Kräfte um ihn herum und in ihm wirken, deren Grösse und Vielfalt der bekannten und bewussten Seele weit überlegen sind. Diese unbekannten, jedoch wirklich erfahrenen und gelebten Kräfte sind es, die die Menschen aller zeiten dazu bewogen haben, Symbole hierfür einzusetzen.
Wir müssen die Samenkörner der Vergangenheit die in uns schlummern zum wachsen bringen, dann erst können wir die Symbole - das Symbolon - erst verstehen.
hukwa

Montag, 12. Dezember 2011

Über das Buch Aion

Über das Wochenende habe ich einmal wieder vertieft in C.G.Jungs Buch "Aion" gelesen. Es ist zweifelsohne das dunkelste und am schwersten zugängliche Buch das Jung geschrieben hat. Für mich persönlich auch das interessanteste seiner Werke. Aion wurde 1951 veröffentlicht. Jungs gewohnte psychologische Konzepte wird man in diesem Buch kaum finden. Es ist ein Werk das sehr tief geht und es ist eigentlich unmöglich es in einem Zug zu lesen. "Aion" das ist ein historischer Zeitabschnitt, eine Aera. Dieses Buch beschäftigt sich vor allem mit dem alten Heidentum in jener Zeit als das Christentum aufkeimte. Also jene "Umwandlung" der alten heidnischen Welt in das Frühchristentum hinein. Es ist ein fast gnostisch geschriebenes Buch und beinhaltet auch viele Textpassagen aus der Gnosis, doch auch der Alchemie wird viel Platz eingeräumt. Für Jung war die Alchemie die Fortsetzung der philosophischen Gnosis. Dieses Buch wird aber nur dem verständlich der das Gesamtwerk von Jung kennt und einiges Wissen über Gnosis und Alchemie besitzt.
hukwa

Montag, 17. Oktober 2011

Elwetritsche

Elwetritsche gehören zum festen Bestandteil volkskundlicher Überlieferungen der Pfalz. Wenn wir uns auf literarische Quellensuche begeben um über Elwetritsche etwas in Erfahrung zu bringen finden wir in der Regel nur typische Weinwitzige Erläuterungen zu dem Phänomen Elwetritsche. Irgendwo aber muss ja die Idee über Elwetritsche entstanden sein. Die Gattung der Elwetritsche sollen zweifelsohne Naturgeister darstellen und der Glaube an Naturgeister geht bis in die Steinzeit zurück. In einigen literarischen Abhandlungen bringt man die Elwetritsche mit der germanischen Mythologie in Verbindung. Da aber die Elwetritsche eine rein pfälzische Sagengestalt ist und ihre Verbreitung aufs engste mit der historischen Kurpfalz verbunden ist die ja in der Vorzeit keltisch und nicht germanisch besiedelt war ist anzunehmen das diese Naturgeister unter anderem aus keltischen Wurzeln gewachsen sind. Wir Wissen dass die Hauptinhalte des europäischen Märchens und der europäischen Sagengestalten der Mythologie der Kelten entnommen sind. Die Kelten benutzten keine Schrift gaben alles mündlich weiter was wir über sie Wissen kommt aus „zweiter Hand“, wie die Märchen auch. Märchen werden erst seit dem 18. Jahrhundert aufgezeichnet, davor gab man sie mündlich weiter Jahrhunderte lang. Die Brüder grimm betrachteten zwar das Märchen als ein Zersetzungsprozess der altgermanischen Glaubens. Was zum Teil auch stimmt, aber wir finden gerade in den Hausmärchen der Brüder Grimm auch eindeutig keltische Wurzeln. Schon 1859 wies der Sanskritist Theodor Benfey daraufhin, dass ein großer Teil des Märchen und Sagengutes Europas über arabische, hebräische und lateinische Übersetzungen aus Indien zu uns gekommen waren. Bis heute haben sich die Anzeichen für eine späte, polygenetische Entwicklung des Volksmärchens und der Sagengestalten im christlichen Europa gehäuft und konkretisiert.

Was etwas wunderlich stimmen muss ist dass die Elwetritsche im Pfälzer Märchen so gut wie nicht auftaucht obwohl sie doch der Mentalität des Pfälzers so vertraut ist.

Wenn wir in der „deutschen Mythologie“ von Paul Hermann nach Elwetritschen suchen oder nach Wesen die ihnen ähnlich sind werden wir nicht fündig. Wir können vorerst davon ausgehen dass die Elwetritsche eine reine Erscheinung der pfälzischen Region ist. Da wir diese Sagengestalt auch literarisch so gut wie nicht orten können, müssen wir annehmen dass sie dem pfälzischen Volksmund entsprungen sind.

hukwa

Montag, 21. Februar 2011

Das Lied des Taliesin

Versuch der Deutung eines alten keltischen Schlüsseltextes


Urbarde bin ich dem Elfin,

Ursprungsland ist mir das Reich der Sommersterne

Ich heiße Merlin, und einst wird Taliesin

Mich jeder König nennen.

Mit dem Herrn war ich im höchsten Kreis

über Luzifers Fall zur Hölle.

Ich habe vor Alexander das Banner getragen,

ich kenne die Sternennamen von Nord nach Süd.

Ich war auf der Milchstrasse am Thron des Teilers,

ich war in Kanaan, als Absalom erschlagen ward,

ich betreute Gottes Geist in der Talniederung zu Hebron,

ich war am Hofe Dons vor Gudions Geburt,

ich war Lehrer dem Eli und dem Hennoch.

Ich erhielt die Schwingen des Genius vom glänzenden Bischofstabe,

ich war beredt, ehe ich redebegabt war.

Ich war am Ort der Kreuzigung des gnadenreichen Gottsohnes.

Drei Menschenalter war ich im Gefängnis Arianrods.

Ich war Bauleiter am Werk des Nimrodturms.

Ich bin ein Wunder von unbekanntem Ursprung!

Ich war in Asien mit Noah in der Arche

Und schaute die Vernichtung von Sodom und Gomorrha.

Ich war in Indien, als Rom erbaut ward,

hergelangt bin ich mit den letzten von Troja.

Ich war mit dem Herrn im Eselstall

Und stärkte Moses mit Jordanwasser.

Ich war mit Maria Magdalena vor der Himmelsfeste.

Ich erlangte Musenweihe aus Caridwens Kessel,

war ein Barde der Harfe zu Lleon von Lochlin.

Ich war auf dem weißen Berge am Hofe von Cynelyn

Tag- und Jahrelang in Stöcken und Ketten.

Ich habe Hunger gelitten für den Sohn der Jungfrau

Und wurde erzogen im Land der Gottheit.

Allem Geistigen wurde ich Lehrer,

imstand das ganze All zu lehren.

Also werde ich bis zum Tage des Urteilsspruches

Auf dem Antlitz der Erde sein,

unbekannt sei mein Leib Fisch oder Fleisch.

Dann war ich neun Monde lang

Im Schoß der hexe Caridwen,

ursprünglich klein Guidon bin ich endlich Taliesin.

Das Lied des Taliesin ist ein Schlüsseltext druidischer Metaphysik, der vorkeltische, keltische und nachkeltische Motive enthält. Taliesin ist ein Barde des 6.Jahrhunderts, taucht aber in seiner schriftlichen Form erst im 16.Jahrhundert auf. Taliesin ist der Hauptheld verschiedener keltischer Märchen, Legenden und Gedichte. Im berühmten „Red Book of Hergest“, findet man 58 Gedichte, die mit Taliesin in Verbindung stehen und die dort die Bezeichnung „The Book of Taliesin tragen.

Man kann davon ausgehen das es sich bei Taliesin um die Gestalt des Merlin handelt. Die keltischen Überlieferungen zeigen uns eine Reihe von Gestaltwechseln in denen die Dichter und Erzähler sich in andere Personen verwandeln oder sich an Reinkarnationen erinnern.

In der keltischen Tradition hieß dieser Prozess abred (ab = von, rhed= Weg) und bedeutet das alle empfindenden Wesen betreffende Prinzip der Entwicklung und des Vorwärtsschreitens.

Der englische Keltenforscher Edward Williams schreibt hierzu: „ Da es in jeder Art des Daseins ein besonderes Wissen gibt, welches den anderen Arten vorenthalten bleibt, ist es notwendig, dass wir jede Form des Daseins durchschreiten… ehe wir alle Arten des Verstehens erlangen, um schließlich alles Böse von uns zu weisen und uns dem Guten zu widmen“.

In diesem Sinne fügt sich der Prozess, der „Weg“, dem karmischen Gesetz der Entwicklung, zu dem die Reinkarnation gehört. Wir können es auch im aristotelischen Sinne Entelechie nennen. Dieser „Weg“ führt zwangsläufig durch die mineralische, pflanzliche und tierische sowie menschliche Stufen, auch wenn die anfänglichen Stadien schon vor Jahrtausenden worden durchschritten sein mögen, in Gefilden die unserem Sonnensystem vielleicht weit entfernt sind.

Das obige Lied wird auch das Rätsel des Hannes Taliesin genannt. Zweifelsfrei ist das Lied in der Form des Rätsels aufgebaut, doch bin ich mir sicher das dies zweitrangig ist. Das Lied oder auch Gedicht, drückt etwas sehr universelles aus, dies ist sein Inhalt, dies ist sein Sinngehalt. Es handelt sich um eine Selbstfindung- ein wiederfinden des verlorenen Selbst, ein Erwachen aus der Seinsvergessenheit.

Ranke Graves wurde durch dieses Lied so Inspiriert das er die „weiße Göttin“ schrieb, ich stimme Ranke Graves nicht immer überein, gestehe aber das er eines der tiefsten und schönsten Bücher über den Mythos schrieb das ich selbst sehr oft zur Hand nehme und das mich immer wieder fasziniert, weil es eine wunderbare Mischung aus Poesie und Wissenschaft darstellt.

Zweifelsohne stellt Hannes Taliesin eine Quest dar. Vor allem geht es dem Verfasser um das Unvergängliche, das Unsterbliche, das in ihm lebt und west. Von der Hexe Caridwen verfolgt und nach zahlreichen Abenteuern schließlich von ihr verschlungen, wird er wiedergeboren, was bedeutet sein individuelles Ich ist abgestorben und er ist als Selbst wiedergeboren worden. Taliesin will uns einfach darauf Aufmerksam machen das es etwas „Dauerndes“ im Menschen gibt, etwas das dem Menschen die Angst vor dem „Gefressen“ werden nehmen kann. Taliesin hält nicht fest an den Dingen sondern sein Halt ist das „Werden“, ähnlich dem

„werden“ des Heraklit. Oder mit Ovid gesprochen:

„Keinem bleibt seine äußere Gestalt, die Verwandlung aller Dinge, Natur, sie lässt aus dem

Einen das Andere werden.

Glaubt mir, nichts in der ganzen Welt geht wirklich zugrund,

es wandelt sich nur, erneut sein Gesicht.“

hukwa

Dienstag, 8. Juni 2010

Bei Diana von Nemi im Trippstadter Wald

Das Dianarelief am Pionierweg im Trippstadter Wald

Wer war eigentlich diese Diana, deren Bildnis sich in der Nähe des Pionierwegs befindet? Es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um die Göttin Diana handelt.

Die Römer verehrten Diana als Göttin der Jagd, der wilden Natur und des Lichts. Sie wurde auch mit der griechischen Göttin Hekate identifiziert, doch ihr griechisches Gegenstück war eindeutig Artimis, eine jungfräuliche Schwester des Apollon und Tochter des Zeus und der Leto.

Es gab viele Kulte um die Göttin Diana, ihre Anrufung geschah mit magischen Zauberformeln an Kreuzwegen und in Höhlen um Liebe zu entzünden, Kranke zu heilen, Verhasste zu verderben. Diana führte auch den Brauch ein, Heilkräuter bei Nacht zu sammeln.

In seinem zwölfbändigen Monumentalwerk „Der goldene Zweig“ beschreibt der schottische Anthropologe James George Frazer ausführlich den Kult um die Göttin Diana. Frazer berichtet uns ausführlich von einer Königin des Waldes, die an einem See lebt der „in einer grünen Talmulde der Albaner Berge sanft eingebettet liegt“, nahe dem Dörfchen Nemi. Im Altertum war diese Landschaft bekannt als der Hain der Diana von Nemi. Hier stand ihr Tempel, hier wurde ihr Ritus zelebriert.

Aber die wohl bekannteste Geschichte um die Göttin Diana ist die Sage von Actaion, der sie in ihrem Heiligtum nackt erblickte und dafür mit seinem Leben zahlen musste.

Bei Actaion fügte es sich, dass er die Göttin um Mittag erblickte, jenem schicksalsvollen Augenblick, wenn die Sonne in ihrem jugendlichen, kraftvollen Aufstieg erlahmt, innehält und zu ihrem mächtigen Niedertauchen in den Tod übergeht. In der Antike nannte man diese Zeit auch die „Stunde des Pan“.

Nach einem von der Jagd ausgefüllten Morgen hatte der junge Athlet Actaion seine Gefährten zusammen mit seinen blutbefleckten Hunden rasten lassen und war umhergestreift. Er hatte sich von den vertrauten Jagdgründen mit ihren Waldungen und Feldern entfernt und war in die benachbarten Wälder eingedrungen. Dabei entdeckte er einen Talgrund dicht mit Föhren, Eichen und spitzen Zypressen bestanden und neugierig beschwingten Schrittes drang er darin ein. Es war aber im Wald eine Grotte verborgen, durchrieselt von einer kleinen sprudelnden Quelle, deren lauteres Wasser sich durch einen Bach in einen von Kräutern umstandenen Tümpel ergoss. Zu diesem schattigen Plätzchen pflegte Diana sich zurückzuziehen. Und es traf sich, dass sie gerade badete, ganz nackt, als Actaion hinzu kam:

„Untergetreten schon übergibt sie einer der Nymphen-

der, die die Waffen ihr trägt – den Köcher, den Speer, den entspannten

Bogen, es fängt mit dem Arm eine andre das fallende Kleid auf.

Zweie lösen die Riemen am Fuß. Denn das Kind des Ismenus,

Crocale, schlägt ihr, gewandter als jene,

zum Knoten das frei den Hals umspielende Haar....

Während Titanien hier die gewohnten Güsse umspülen,

siehe, gerät der Enkel des Cadums, der ziellosen Schrittes

nutzend der Jagd Unterbrechung, des fernen Waldes Bezirk durchschweifte,

dort in den Hain. Es führte ihn so sein Verhängnis.

Da, sobald er die quelldurchrieselte Grotte betreten,

schlagen die Nymphen beim Anblick des Mannes, nackt wie sie waren,

jäh ihre Brüste, erfüllen mit lauten klagenden Rufen

plötzlich den ganzen Hain. Mit den eigenen Leibern sie deckend

drängen sie rings sich eng um Dianen. Doch höheren Wuchses

ragt über alle hinaus um Haupteslänge die Göttin.“

Der Jüngling sah und konnte sich nicht abwenden. Das Verhängnis blieb nicht aus:

„...und wie sie verlangt einen Pfeil in Händen zu haben,

schöpfte sie, was ihr zur Hand, das Naß, besprengte des Mannes

Antlitz mit ihm, und, sein Haar mit den rächenden Fluten benetzend,

spricht sie die Worte dazu, die das kommende Unheil ihm künden:

„Jetzt erzähle, du habest mich ohne Gewand gesehen,

wenn du noch zu erzählen vermagst!“ Sie drohte nicht weiter,

gab dem besprengten Haupt des lange lebenden Hirsches

Hörner, die Länge dem Hals, macht spitz das Ende der Ohren,

wandelt zu Läufen um seine Hände, die Arme zu schlanken Schenkeln,

umhüllt seinen Leib mit dem fleckentragenden Vliese,

gab auch die Furcht ihm dazu. Es flieht Autonoes tapfrer Sohn

und wundert sich selbst im Laufe der eigenen Schnelle.

Als er aber Gesicht und Geweih in den Wellen erblickte,

wollte er: “Weh mir!“ rufen – es folgt keine Stimme, ein Stöhnen

nur! (Dies ist seine Stimme fortan.).....“

Ein schreckliches Schicksal nahm nun seinen Lauf. Seine eigenen Hunde bekommen Witterung von dem großen Hirsche und kommen bellend durch den Wald.

„und er flieht durch Gelände, in dem er so oft verfolgt hat.

Weh! Seine eigenen Diener flieht er! Er möchte wohl rufen:

„Ich bin Actaeon! Erkennt den eigenen Herrn!“ Doch versagt das

Wort sich dem Sinn. Von Gebell nur widerhallen die Lüfte.

Schwarzhaar brachte zuerst im Rücken ihm bei eine Wunde,

Wildfang die nächste darauf, es hing am Buge ihm Bergwelp.

.....Dieweil ihren Herren sie halten,

kommt die übrige Schar und schlägt in den Leib ihm die Zähne.

Schon fehlt den Wunden der Platz. Er seufzt – ein Klang wie Menschenlaut

Zwar nicht, doch auch nicht so, wie ein Hirsch ihn kann äußern.“

Von den Gefährten umstanden, die den Hunden nachgeeilt waren, wird er zerrissen. Und:

„Erst, als in zahllosen Wunden, so sagt man, geendet sein Leben,

war ersättigt der Zorn der köcherbewehrten Diana.“

Als Naturgöttin blieb Diana auch nach der zwangsweisen Einführung des Christentums in ländlichen Regionen weiterhin den Menschen verhaftet. Bis in das sechste nachchristliche Jahrhundert wurden Dianakulte vollzogen. Um dem Diana Kult den Rang abzulaufen mussten die entsprechenden Festtage zu christlichen Feiertagen umgedeutet werden, so unter anderem Maria Lichtmess und Maria Himmelfahrt. Ab den 17. Jahrhundert erlebte Diana eine gewisse Renaissance, da sie besonders mit der Jagd in Verbindung gebracht wurde.

hukwa

Lit. Hinweise

James George Frazer: Der goldene Zweig

Ovid: Metamorphosen

Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten