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Freitag, 22. November 2024

Wie Gedichte entstehen

 Mallarme empfand die Worte und Sätze seiner Dichtungen als unsichtbare, flatternde Flügelschläge die aus seinem Unbewussten aufkeimten. Sie waren ihm Be-kundungen eines rätselhaft-geheimnisvollen Ursprünglichen von dem er zeitlebens beherrscht und bedrängt wurde. Sie drängten ihn förmlich zur Niederschrift- sie wollten gebannt sein. Worte die aus einem traumähnlichen Zwielicht aus ihm emporstiegen. 
hukwa

Samstag, 22. Juni 2024

Geheimnis

 Ein alter Zenspruch sagt über das Haiku: 
"Die Rede kann es nicht gestalten 
das Schweigen kann es nicht durchdringen". 
So ist jedes Haiku von einem Geheimnis umgeben. 
hukwa 
In früher Morgensonne 
schwebt über die Wiese 
das Pfauenauge. 
hukwa

Freitag, 21. Juni 2024

Moment im Dasein

 Das Haiku ist ein Moment im Dasein, seine Aufgabe ist den flüchtigen Augenblick eines Naturerlebnisses festzuhalten und somit das Geheimnis der Natur zu offenbaren. 
hukwa

Dienstag, 1. November 2022

Versuch

Das Gedicht 
ist auch immer ein Versuch 
Unterdrücktes und Verdrängtes 
in die Realität zu holen 
und dem Tagesbewusstsein anzugliedern  
es ist die Begegnung von 
Imagination und Wirklichkeit. 
hukwa 

Dienstag, 28. Juni 2022

Auch Heute...

Ich gewinne auch diesem Tag 
ein Gedicht ab 
ein kleines Werk 
das die Verbindung sucht 
zum großen Werk 
jedes Gedicht ist ein 
alchemistisches Satori-Erlebnis. 
hukwa   

Stiller Junimorgen 
ein Weidenblatt fällt 
Symbol der vergänglichkeit. 
hukwa 

Donnerstag, 29. Oktober 2020

Lange bevor es...

 Das wirkliche Leben 
ist die Poesie 
die wie eine eisige Flamme 
über grünen Schneefeldern leuchtet 
ein fiebernder Traum 
durchbricht die Illusion 
wie der noch nicht geborene Fliederbaum 
existiert das Gedicht  
lange bevor es 
geschrieben wird. 
hukwa

Samstag, 17. Oktober 2020

Sprachalchemie: Über meine hermetische Kryptogramme

 Im automatischen Gedicht, die ich hermetische Kryptogramme nenne, handelt es sich vor allem um Symbole und Formen, die ich versuche in Worte zu fassen. Was da an Fantasien erscheint sozusagen vom Unbewussten abgestoßen wird sind ja nichts anderes als Realitäten und Tatsachen aus dem Umfeld des Unbewussten. Schon Mallarme wusste das im Wort "etwas heiliges verborgen ist, das uns verbietet mit ihm ein Zufallsspiel zu treiben. Eine Sprache kunstvoll handhaben, heißt eine Art Beschwörungszauber ausüben."  Der hermetische Dichter konzentriert seine ganze dichterische Existenz auf die Überprüfung seiner eigenen geistigen Prozesse. Er hat sich entfernt von der Gewöhnlichkeit der anderen Menschen. Er lebt in seiner eigenen Symbolwelt, diese sind der Inhalt seiner Dichtungen. Nach Meinung des französischen Dichters Michael Butor ist das Hervorbringen eines literarischen Werkes ein alchemistischer Prozess. Er schreibt: Die Sprache der Alchemie ist ein Instrument von außerordentlicher Geschmeidigkeit, das ermöglicht Operationen genau zu beschreiben, und sie zugleich in Bezug zu einer allgemeinen Konzeption von Wirklichkeit zu setzen. Gerade darin besteht ihre Schwierigkeit, aber auch das Interessante an ihr."  
hukwa

Montag, 5. Oktober 2020

Dichternotizen

 Die Beschäftigung mit der Gesellschaft vernichtet die Visionen wahrer Dichtung. 

Wenn ich mich in die Dichtung flüchte lebe ich in einer Welt reiner Imagination in der die Zwänge der realen Welt nicht existieren. 

Dichtung hat viel mit der unmitttelbaren Erfahrung der Mystiker zu tun. Visionen des Dichters entspringen der gleichen tiefen Quelle wie beim Mystiker. 
hukwa

Sonntag, 29. September 2019

Zwei Welten

Die vielen Gedichte die ich geschrieben habe sind die poetische Summe meiner inneren Entwicklung. In der Poesie die ich als meine erste Heimat bezeichnen möchte spüre ich das ich Bürger zweier Welten bin. Sie gibt mir das wissen das ich neben der realen Welt ein weiteres Zu hause in einem transzendentalen Universum besitze.
hukwa

Dienstag, 19. Februar 2019

Zeitlose Substanz

Die zeitlose Substanz der Urerinnerung, die Erinnerung an das vor-mythische, dies sind die Erinnerungen mit denen der Dichter arbeitet.
hukwa

Mittwoch, 2. Januar 2019

Über das Tun

Die Welt des Dichters ist eine Welt in der Welt - eine Sonderwelt - daher sind Dichter auch meistens Sonderlinge. 
Thoreich Geißenbauer 


Gestern zwei Zeichnungen und eine Collage gemacht. Ein Text oder ein kleines Kunstwerk sollte jeden Tag entstehen.
Das Tagebuch schreiben am Morgen, die Arbeit am Gedicht die auch in die Morgenstunden hinein fällt sind künstlerische Pflichtübungen. Ein Werk soll so groß sein das sich sein Erschaffer dahinter verstecken kann.
hukwa

Dienstag, 1. Januar 2019

Tagebuch - Zeichnung - Gedicht eine Verbindung

Es ist die Zeit des frühen Morgen da ich mich zum Verse schmieden zurückziehe. Ich achte sehr darauf das ich diese Zeit genau einhalte. Das ist wichtig! In dem ich diesen Zeitraum täglich festhalte sprudelt die Quelle des Orpheus fast von selbst. Was da hervorquellt und herausgeholt wird kommt aus tiefster Innerlichkeit. Aus einer "Weltinnerlichkeit", den die Welt ist ja vorhanden in meinen Gedichten wenn auch vorwiegend in der Bekleidung des Symbols. Die Gedichte die dann entstehen sind oft lyrische Antworten auf die niedergeschriebene Prosa meiner Tage- und Arbeitsbücher. Auch auf die Zeichnungen und Malereien. Dichten ist schließlich auch eine Verdichtung der Welt. Es ist das Erahnen der Dichte der Zeit. Der Dichter spürt die Wesensdichte des Seins. Und somit ist meine Dichtung eben auch Seinsdichtung.
hukwa

Sonntag, 30. Dezember 2018

Aus der Welt der kostbarsten und nutzlosesten Dinge

Aus dunklen Gründen kommt das hermetische Gedicht, den es will Gründen, Er - Gründen. "Eigentlich ist das Gedicht schon fertig bevor es geschrieben ist", so ähnlich drückte es Benn aus. In der hermetischen Dichtung ist extrem viel private Symbolik des Dichters vorhanden. Paul Valery brachte es auf den richtigen Nenner: Ein großes Gerücht ist in der Welt aufgekommen (ich meine: in der Welt der kostbarsten und nutzlosesten Dinge), ein großes Gerücht ist in der Welt um die beiden Worte entstanden: die reine Poesie". 
hukwa

Sonntag, 16. Dezember 2018

Im Gedichtinnern

In einem Vorwort seiner Bücher schreibt Arogon: "Poesie gibt es nur dank einer fortgesetzten Neuschaffung der Sprache, was einem Zerbrechen des Sprachgefüges, der grammatischen Regeln und der rednerischen Ordnung gleichkommt".  Aragon

 Im Innern seines Gedichtes
spielt der Dichter
einsam auf seiner Steingeige
der Ausbruch in die irreale Welt der Poesie
ist ihm Heimfahrt
zu jenem weit entfernten Planeten
wo er die uralte lyrische Quelle vermutet
dort wo die Taube fliegt
mit dem Ölzweig im Schnabel
wo kein erbarmungsloser Jäger
auf sie zielen wird
den im Innern seiner Dichtungen
durchbricht der Dichter
den Bewusstseinsbeton.
hukwa

Das Ziel des Gedichtes ist: Angekommen sein im Unbekannten und das 
nicht-sichtbare-sichtbar machen. 
Hans Wagner

Samstag, 1. Dezember 2018

Reich der Vergangenheit

Um die Seele des Dichters zu durchschauen, muss man in seinem Werk, diejenige Wörter aufsuchen, die am häufigsten vorkommen. 
Charles Baudelaire  

Das Gedicht
ein kurzes Aufreißen des Schweigens
versteckt im Schlag
der uralten Wanduhr
aus der sich das SCHWEIGEN absondert
im Innern des Raumes
Erwartung des Unbekannten
als Abbild im halbblinden Spiegel
entwinde ich mich der digitalen Zeit
wie die Unke tastend sich bewegt
ins REICH der Vergangenheit.
hukwa

Samstag, 3. Februar 2018

Vom Anfang der Dichtung - Sapppho

Mit Sappho begannn die eigentliche Lyrik in der Dichtkunst. Homer schrieb Epen über Helden und Götter. Hesiod dichtete schon über alltägliches. Für Sappho zählte das Ich. Sie lebte ungefähr 612 v. Chr. auf der griechischen Insel Lesbos.
Für den Dichter der sich mit Sappho beschäftigt wird diese Dichterin interessant weil er in die Anfänge der Lyrik einkehrt, in das noch archaische Denken des alten Griechenlands. Ein neues Bewusstsein keimte in dieser Zeit im Menschen auf. Es war die Gebuirt des Ich in der Kunst und somit auch im Alltag. Von dieser Zeit an ließ man neben den Göttern und Helden auch den Menschen als "Ich" sprechen.
hukwa 

Die einen sagen: eine Truppe von Reitern,
andere wieder; Fussvolk oder eine Flotte von Schiffen
sei auf der dunklen Erde das Schönste - ich aber sage:
das, was ein jeder lieb hat.
Sappho

Dienstag, 30. Januar 2018

Sucht und Flucht des Dylan Thomas

Gestern den Tag über Dylan Thomas gelesen. Ich lese gern diese etwas dunkle Poesie durch die dennoch immer ein frischer Wind zu wehen scheint. Dylans Gedichte sind unrealistisch und wirklichkeitsfremd doch voller Symbolik mit der nötigen Portion Phantasie, wie Gedichte eben sein sollen oder - wie Poesie sein soll- Dylan ist Poet. Seine Verse entspringen ganz der Eigenwelt dieses Dichters. Was hat Dichtung schließlich mit der uns umgebenden Realität zu tun? Gute Poesie ist letztendlich immer eine Flucht vor dieser Realität ist sie doch ein Hinabtauchen in tiefere Gefilde des Seins und genau das hat Dylan Thomas praktiziert. Als Dichter und Mensch war er immer auf der Flucht vor sich selbst und vor dem Whisky, denn er aber überall fand, doch gerade diese Flucht und Sucht waren die Samenkörner seiner Poesie.
hukwa

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Das Gedicht als Ausbruchsversuch

Man sollte seine Lyrik und seine Gedichte nicht nur dazu benutzen sich selbst darzustellen sondern auch um seine Spuren zu verwischen. Um einen Mythos zu schaffen hinter denn man sich zurückziehen kann. Gedichte schreiben hat auch etwas mit "Identitäten" schaffen  zu tun. Eine solche poetische Identität hängt ja auch viel mit den Umbrüchen des eigenen Lebens zusammen. Gedichte können also auch solche Umbrüche darstellen. Für mich persönlich sind Gedichte "Häutungen", wie bei einer Schlange: Sich eine neue Haut anpassen doch der Gleiche bleiben. So soll man in Gedichten die Entwicklungen beobachten können die eine Persönlichkeit durchmacht.
Gedichte sind auch Ausbruchsversuche um sich selbst zu finden.
hukwa

Dienstag, 9. Februar 2016

Experiment und Erfahrung in meiner Kunst

Malerei ist für mich  "im Experiment" zu leben, Dichtung dass ist mir in der "Erfahrung" zu leben, in der Erfahrung einer "Inneren Welt".
hukwa

Poesie pure
ich laufe hinein in die traumhafte Wirklichkeit der
poesie pure
draußen biegt der Sturm die Bäume
die Krähen lassen sich von ihm tragen
gebrauchen kaum ihre Flügel
ich lege einen Buchenscheit in den Ofen
beobachte das sich schlängelnde Feuer
der Sturm wird stärker
der Regen trommelt gegen das Fenster
ich ziehe mich zurück in meine Inneren Räume
dies sind Momente in denen
poesie pure
entsteht.
hukwa

Mittwoch, 15. Juli 2015

Weltekel

Die Literatur ist seit meiner Kindheit meine geistige Heimstatt. Hier habe ich das gefunden was mir Welt und Gesellschaft nie bieten konnten: Muse und Ruhe. Aber auch gelebte Erfahrung. Niedergeschrieben in poetischen Sätzen. Es ist vor allem die Dichtung wo ich zu Hause bin. In der Heimat Poesie kann man seinen Weltekel heilen.
hukwa