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Mittwoch, 8. Oktober 2025

Frau mit rotem Haar

 "Ich habe seltsame und geheimnisvolle Dinge erlebt", sagte sie zu ihrer Schwester. 
"Die sind alle nicht wirklich und auch nicht wahr", sagte ihre Schwester. 
Nein, wirklich und wahr sind sie vielleicht nicht", sagte Alice, 
"aber erlebt habe ich sie trotzdem". 
                             aus Alice im Wunderland  
                            Die Hexe 
Im Mondschein wird gerichtet 
Die Frau mit rotem Haar 
Der Exorzist berichtet  
Schwarzer Kater rotes Haar 
Der Beweis ist klar 
Doch war es nicht die Katze 
Auch nicht das rote Haar 
Es war ihr Stil zu leben 
Ihr Eigensinn war immerdar 
Sie buhlte mit dem Teufel 
So sagte man von ihr 
Sie sprach sogar mit Bäumen 
Sie heilte mit den Händen 
Sah Gott in jeder Pflanze 
Sie war eine Gefahr 
Man übergab sie den Flammen 
Doch ihr Geist ist immer noch da. 
hukwa

Sonntag, 5. Oktober 2025

Der Schatten

 Ich schreibe 
also bin ich. 
hukwa 
Der Schatten 
Ein Schatten denn die Vergangenheit in die Gegenwart warf sorgte dafür das ich die reale Welt für einige Zeit vergesssnen konnte. Wie ein Gespenst aus der Unterwelt kam mir der Schatten entgegen. Je länger er mich begleitete dest deutlichere Gestalt nahm er an. Selbst als ich ihn als Körper erkannte blieb er dennoch seltsam durchsichtig.Das kalte Licht des Novembermondes beleuchtete wie sanfter kerzenschein den waldweg auf dem ich entlang spazierte. Aus dem Dickicht des Waldes beobachteten uns die giftgrünen Augen seltsamer Wesen. Nur ihre glühenden Blicke waren erkennbar. Aus der Ferne drang das Geschrei der Waldvampire. Dazwischen der Ruf des Waldkauz. Auf einer Waldwiese die in silbernes Mondlicht getaucht war, wo weiße Nebelschwaden vom taufeuchten Boden aufstiegen und wo man das Flattergeräusch, das sanfte Schlagen von Geisterflügel hören konnte, setzen wir uns nieder, der Schatten und ich. 
hukwa

Sonntag, 7. November 2021

Zwischen Zeilen und Zeiten

 Jede Geburt ist eine Wiederholung des Urknalls. 
hukwa  
Im Wachtraum der Nächte 
und Schlaftraum der Tage 
verlassen sie ihr nebliges Gehäuse 
Spuck oder Wirklichkeit 
Begegnungen mit meinen Re-Inkarnationen 
Gestalten einer phantastischen Welt 
Phantasma 
Begegnung zwischen den 
Zeilen und zeiten. 
hukwa

Sonntag, 11. Februar 2018

Riss in der Zeit

Die große Fichte
wie ihren Schatten wie ein Speer
Nebelgesichter spiegeln sich
im tauenden Schnee
der Flug der Krähe
durchzieht die Landschaft
als ginge ein Riss durch die Zeit
sei bereit
es fallen weiße Rosen in das Feuer
das genährt wird von der Leidenschaft der Verlorenen
gehe über den Fluss zu den Gletschern
wo die ewigen Eisblumen blühen
wo kühlend die Höhle der Schneekönigin wartet
die Gefühle verwandelt
in einen Kristall aus Eis
dort wo die Geforene Flamme
sich nährt von der ewigen Sehnsucht
wieder Seele zu sein
bald
sehr bald
hörst du zum erstenmal den Schrei
des Nachtspechts.
hukwa

Sonntag, 11. Januar 2015

Was die alten Dinge erzählen - eine Phantasmagorie

Sieh nur wie die alten Dinge erzittern im letzten roten Licht der untergehenden Sonne
Alles hier ist alt selbst der kleine Faun der in der Schublade der Wanduhr schläft
Draußen wütet der Techno Gott Hier aber wohnen die Götter der Zeit Das Ölbild mit
dem goldenen Tal von Nemi dessen Rahmen von den Würmern durchlöchert ist
ist eine Pforte für Träume Hauch ihnen Leben ein wie einem Golem geformt aus
Kautschuk und Maismehl Schick ihn los er wird dir die Pflanzen bringen aus Anchitos
die du so sehr begehrst Doch verlasse nicht den Raum mit den alten Dingen Draußen
findest du doch nur sterbendes Neues das deine Seele frisst wie der Fisch das Meeresgewürm
Schau in den vergoldeten venezianischen Spiegel aus dem der umnachtete Geist des Kinderfressenden Papst dich anstarrt Doch geh nicht hinter ihn Dort lauert die giftige Arachne
die Wächterin des uralten Raums Nimm dich in acht vor ihr sie nährt sich nicht von Fliegen
Ihr Körper ist weich und zärtlich doch ihr Biss ist tödlich Lege dich für einen kurzen Augenblick auf das grüne Kanapee und beobachte die Spinne an der Decke Fleischig und voller brauner Haaren ist ihr Körper Schau nicht in die Gierigen Augen die dich die ganze Zeit schon fixieren Sieh nur ihre goldenen und silbernen Fäden blinken im roten Licht der untergehenden Sonne Sie wartet
auf die Dämmerung doch vor allem auf die Nacht Aber jetzt schlafe Träume wie Arachne sich mit einem Faden von der Decke auf deine Brust niederlässt Jetzt in ihrer Verwandlung schaust du selbst sie gierig an spürst ihren wollüstigen fleischigen Körper ihren betäubenden Geruch der dich wie in des Mohns heiliger Daune in den Schlaftraum der Phantasmagorie eintreten lässt Jetzt schmeckst du ihre heißen wilden Küsse und spürst in deiner Wollust den giftigen Stachel nicht den sie dir nun unbarmherzig in dein Herz stößt
Nun schlafe fest draußen wacht nur der entfesselte Techno Gott
Immer tiefer wird dein Traumschlaf
Und langsam und zärtlich Sehr langsam und sehr zärtlich umspannt sie dich nun mit ihren Fäden
In Fäden aus Silber und Gold sollst du ruhen So hat sie es für dich bestimmt Nun Träume weiter

Zieh ein ins Land des Schweigens
wo die gefrorene Flamme
den Regenbogen
jede Nacht
aufs Neue entzündet
Lausche
Lausche
den wunderbaren Liedern
die von den alten Dingen ausgehen
vielleicht erkennst du dich ja wieder
als Ton
in
diesen
Liedern.

hukwa

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Die Gasse mit den dunklen Fenstern - Prosagedicht

Früh am Morgen bin ich mal wieder durch die Gasse mit den dunklen Fenstern gelaufen.
Ich wusste aus den halblinden Scheiben starren sie mich an.
Am Brunnen, am ende der Gasse traf ich einen Fremden.
Wir sahen uns einen Moment an dann ging jeder seiner Wege.
Er war der einzige den ich hier getroffen habe. 
Nur die alte einäugige Katze begrüßte mich.
Unter dem alten Holunderbaum machte ich eine Rast.
Die alte Katze kam und starrte mich an.
Der Fremde ging wieder vorüber schleppte sich schwer an seinen Tränensäcken.
Ich spürte Sehnsucht nach dottergelben Frühlingswiesen.
Doch es ist Winter.
hukwa