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Sonntag, 22. Mai 2022

Wirklicher Anthropos

 So entfernt ist die Vergangenheit nicht 
das ich nicht mehr erkennen könnte 
wie ich mit Wordsworth durch die Wälder streifte 
das sich mein Geist durch das Universum bewegt 
ist das Vermächtnis der Existenz 
jetzt da die Zeit naht 
aus meinem Wesen 
den wirklichen Anthropos zu Gebären. 
hukwa

Donnerstag, 6. Januar 2022

Urerinnerung

 Hinabsteigen 
Abwenden 
von den flüchtigen Konsumerscheinungen 
der Gegenwart 
vorbei an den Erinnerungen der Kindheit 
dem unruhigen Schlaf der Jugend 
den Erfahrungen vergangener Jahre 
suche ich die 
Urerinnerung 
an karmische Erfahrung. 
hukwa

Dienstag, 4. Januar 2022

Sternenwanderer

Wirst einst du Schweben 
wie auf Wolken 
dein Karma wird dir immer folgen 
du weißt doch was der Weise spricht:  
dein wahres Wesen stirbt im Tode nicht  
scheu dich nicht mehr vor dem Leben 
ins All wirst du dich einst erheben 
die Seele wird wohl eweig Wandern  
nur hier auf Erden bist du getrennt von 
deinem Andern 
und wenn das Schicksal dich auch schlägt 
durch Sternenwelt führt einst dein Weg 
dort werden dich die Ahnen begrüßen 
dein Körper wird einst wieder auf der Erde sprießen 
du kehrst zurück zu deinem Geschlecht  
in anderer Form und anderer Zeit 
dennoch wie bisher als 
Erdenkind. 
hukwa

 

Sonntag, 7. November 2021

Zwischen Zeilen und Zeiten

 Jede Geburt ist eine Wiederholung des Urknalls. 
hukwa  
Im Wachtraum der Nächte 
und Schlaftraum der Tage 
verlassen sie ihr nebliges Gehäuse 
Spuck oder Wirklichkeit 
Begegnungen mit meinen Re-Inkarnationen 
Gestalten einer phantastischen Welt 
Phantasma 
Begegnung zwischen den 
Zeilen und zeiten. 
hukwa

Samstag, 23. Mai 2020

Die Zeitreisen des Arnold Toynbee

Foto©UteKW

Es gibt keinen Zufall:
und was blindes Ungefähr uns dünkt,
gerade das steigt aus den tiefsten Quellen.
Freidrich von Schiller

Ein Schopenhauer Zitat in Die Welt als Wille und Vorstellung - §54 – lautet:

„Vor Allem müssen wir deutlich erkennen, dass die Form der Erscheinung des Willens, also die Form des Lebens oder der Realität, eigentlich nur die GEGENWART ist, nicht Zukunft, noch Vergangenheit: diese sind nur im Begriff, sind nur im Zusammenhange der Erkenntnis da, sofern sie dem Satz vom Grunde folgt. In der Vergangenheit hat kein Mensch gelebt, und in der Zukunft wird nie einer leben; sondern die GEGENWART allein ist die Form alles Lebens, ist aber auch sein sicherer Besitz, der ihm nie entrissen werden kann...Wir können die Zeit einem endlos drehenden Kreise vergleichen: die stets sinkende Hälfte wäre die Vergangenheit, die stets steigende, die Zukunft; oben aber der unteilbare Punkt, der die Tangente berührt, wäre die ausdehnungslose Gegenwart; wie die Tangente nicht mit fortrollt, so auch nicht die Gegenwart, der Berührungspunkt des Objekts, dessen Form die Zeit ist, mit dem Subjekt, das keine Form hat, weil es nicht zum Erkennbaren gehört, sondern Bedingung alles Erkennbaren ist“.

Nach Schopenhauer sind Vergangenheit und Zukunft also nur eine Art Kompass oder Richtschnur um sich in der Zeit zurecht zu finden, um sie zu Deuten. Die Zeit ist das Haupthema innerhalb der Methaphysik.
Die ältesten uns bekannte Aufzeichnungen der Philosophie – die Fragmente – der Vorsokratiker, haben als wesentliches Thema den Zeitbegriff.
Heraklit aus Ephesus (etwa 500 v. Chr.) meinte das „es unmöglich ist zweimal in den selben Fluss hineinzusteigen“ und sagte damit aus dass es keine identische Wiederholung gibt, denn wenn wir ein zweites mal in den Fluss steigen hat die Zeit dafür gesorgt, das schon wieder neues Wasser nach geflossen ist.
Der nah Thales wahrscheinlich älteste bekannte griechische Philosoph Anaximander aus Milet
(610 v. Chr.) hat eine andere Auffassung von Zeit, von der sich Platons kreisförmige Ordnung im Timaios ableiten könnte, Anaximander sagte: „Aus welchen (seienden Dingen) die seienden Dinge ihr Entstehen haben, dorthin findet auch ihr Vergehen statt, wie es in Ordnung ist, denn sie leisten einander Recht und Strafe für das Unrecht, gemäß der Zeitlichen Ordnung“.
Nach Platon (428-348 v. Chr.) sind die Dinge die wir wahrnehmen, nichts anderes als unvollständige Kopien, Spiegelungen von Ideen, die in einer übersinnlichen Welt außerhalb von Raum und Zeit ein selbstständiges, nur durch das reine Denken erfaßbares Dasein führen. Es sind dies die ewigen Muster und Vorbilder, die wir nie vollständig erfassen können, die aber dennoch reale Bedeutung haben.
Über eine übersinnnliche Welt außerhalb von Zeit und Raum berichtet uns kein Geringerer als der große Historiker Arnold Toynbee in seinem zwölfbändigen Werk A Study of History. Toynbee erzählt hier wie ihm die Idee kam, dieses Werk zu schreiben und spricht dabei von dem gefühl der „Wirklichkeit“, das den Historiker manchmal überfällt und ihn auf eine Art „Zeitreise“ gehen lässt:
„Der Verfasser vorliegender Studie hatte einmal ein authentisches Erlebnis dieser Art. Es war am 23. Mai 1912, und er saß, in Gedanken versunken, auf der Höhe der Zitadelle von Mistra, wo die steile Mauer des Taygetos-Gebirges den Hotizont im westlichen Quadranten des Kompasses, dem er sich zugewandt, begrenzte und gegenüber, im östlichen Quadranten des Kompasses, das offene Tal von Sparta sich erstreckte, von wo an diesem Morgen sein Weg ihn vorbeigeführt hatte...
Der sinneseindruck, der seine historische Einbildungskraft belebte, war nicht der Klang liturgischer Gesänge; es war der Anblick der Ruinen, an denen vorbei er sich seinen Weg zur Anhöhe hinauf sich gebahnt; und dieser Anblick war schrecklich, denn in dieser zerstörten Sagenstadt war die Zeit stille gestanden seit dem April des jahres 1821, in dem Mistra verwüstet wurde...Eines Aprilmorgens war wie aus heiterem Himmel eine Horde wilder Hochlandbewohner aus dem Mani über sie hergefallen. Ihre Bewohner mussten um ihr Leben laufen, sie wurden auf der Flucht ausgeraubt und erschlagen; ihre verlassenen Häuser wurden geplündert; und verlassen lagen die Ruinen bis zu jenem Tag...“
Es war das „grausame Rätsel menschlicher Torheiten und Verbrechen“ die Toynbee erschreckten aber auch die „absolute Wirklichkeit“ der in seiner Einbildung entstandenen Szenen. Aber das „Mistra-Erlebnis“ war nicht das einzige Erlebnis dieser Art, immer wieder wurde er von historischen Begebenheiten und er hatte dabei das Gefühl anwesend zu sein. Erlebnisse also die ihn über Zeit und Raum hinweg in andere Wirklichkeiten führten. So schreibt er:
„Bei jedem dieser...geschilderten Anlässe geriet der Verfassser in eine, wenn auch nur flüchtige Gemeinschaft mit Personen, die an einem bestimmten historischen Ereignis mitgewirkt hatten – und zwar dadurch, dass das Schauspiel unverhofft seine Phantasie zu fesseln begann.
...Bei anderer Gelegenheit jedoch wurde ihm eine noch größere, seltsamere Erfahrung zuteil. Es war in London, an einem Nachmittag nicht lange nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, als er sich auf der Südseite der Buckingham Palace Road, auf dem Bürgersteig vor der Victoria Station ausschreitend... nicht in Gemeinschaft mit einer oder der anderen Epoche der Geschichte befand, sondern mit allem, was einst gewesen, was heute war und was dereinst sein würde. In diesem Augenblick gewahrte er unmittelbar den lauf der Geschichte, die ruhig wie ein breiter Fluss vor ihm hinströmte, und auch sein eigenes Leben, das wie ein Wellchen in dieser unermeßlichen Flut plätscherte. Das erlebnis dauerte lange genug, um die zur Linken zurückweichende edwardianische Ziegelfassade und die weißen Sandsteingesimmse des Bahnhofs visuell zu registrieren und sich halb verblüfft, halb verwundert zu fragen, wie es zugehn mochte, dass diese unsinnnig prossaische Szenerie den physischen Rahmen einer so geistigen Erfahrung abgab. Im nächsten Moment war die Verbindung unterbrochen, und der Träumer fand sich in der alltäglichen Cockney-Welt wieder, die sein gewohntes Milieu war...“
Diese Erinnerungen des großen Historikers Arnold Toynbee gehören zu den anschaulichsten Berichten von Überwindungen der normalen Zeit-Raum Wirklichkeit, einer Art Transkommunikation zu einer Ebene jenseits von Zeit und Raum, die sich in unsere Realität hinein entfaltet. Erwin Schrödinger sagte einmal: „Bewusstsein ist ein Singular, desssen Plural wir nicht kennen“. Man könnte auch sagen: wo Metaphysik zur Erfahrungswissenschaft wird, wird Mystik eine Sache des Wissens. Es existiert anscheinend im Menschen etwas dass die Grenzen der Realität überwinden kann.



Literaturhinweise:
Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung.
Diels/Kranz: Fragmente der Vorsokratiker.
Arnold Toynbee: A Study of History.
Mathias Bröckes: Nachrichten aus dem Untergrund des Übernatürlichen.


hukwa


Samstag, 8. Dezember 2018

Innere Geschichte

Meine Gedichte stemmen sich gegen die Phantasielosigkeit der Gesellschaft. 
H.W. 

Es ist der Abglanz eines fernen Ursprungs
der meinen GEIST webt
das Medium der ZEIT
führt mich
zu jenem ewigen vergangenem
mir ist es ein ewig GEGENWÄRTIGES
dieses Erinnern
an lang vergangene Zeiten
ein mythisches Erleben
ein Seelen Erbeben
von vorbewussten Schichten
lebe ich in
INNERER GESCHICHTE.
hukwa

Freitag, 14. September 2018

Zeichnen im Labyrinth

Während des Zeichenprozesses wird mir die Zeit zu etwas fließenden, was sie ja auch ist. Ich meine damit in mir beginnt ein alchymistischer Prozess der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet, der mich auf eine Zeitreise schickt. Wenn mich jemand fragt was Zeichnen für mich ist gebe ich zur Antwort: Labyrinth!
Ich befinde mich während dieses Arbeitsprozesses in einem Labyrinth und der Stift der über das Papier fliegt führt mich langsam heraus. Zeichnen ist immer der Anfang von etwas. Mit der Zeichnung lässt sich noch viel mehr machen als nur weißes Papier zu füllen.
hukwa

Dienstag, 26. Dezember 2017

Verlangt nichts von mir

Sagt nicht dass ich leben soll wie ihr
ich verlange auch nicht dass ihr lebt wie ich
der die Sprache des Hermes spricht 
mein Weg führt durch die Wälder
andere gehen auf Asphalt
lasst sie gehen
und lasst mich Gehen
denn
Auferstanden aus den Nebeln
einer längst vergangenen Zeit
werde ich mich binden
mit dem Wesen wahrer Zeit.
hukwa

Samstag, 7. Oktober 2017

Am frühen Morgen...

Am frühen Morgen
auf dem alten Weg
laufe ich
durch die Jahrtausende meiner Existenz.
hukwa

Montag, 12. Dezember 2016

Wiederkehrende Anamnesis

Gestern Abend habe ich in der Biographie von Gottfried Benn gelesen, dort fand ich folgende schöne Abschrift: "Ich hatte gelesen, von Platon stamme die Idee, der so genannten Anamnesis, nämlich die Idee, das alles in uns Erinnerung sei, das unser Leben nicht dass war, was wir sahen und trieben, sondern das was in uns lag und dem wir bestimmt waren, es in Bildern und Gedanken aufsteigen zu lassen und ihm Ausdruck zu verleihen. Solche Zustände von Anamnesis erlebe ich öfters... ja, ich konnte sie gelegentlich in mir herbeiführen und sie wurden der Beleuchtungeffekt meiner Existenz und ihrer inneren überblicke".
Ich selbst kann sehr gut Nachfühlen was Benn hier meint. kenne ich solche Zustände doch sehr gut.
hukwa

Dienstag, 3. März 2015

Betäubung und Vergessen

Geburt ist nur
Betäubung und Vergessen
wer kann in diesen Zeiten
seine Seele noch ermessen 
und ist der Geist
auch nackt und bloß
Erinnerung umgibt ihn wie ein Hort
es naht der Traum
schenkt uns Erinnerungen
schenkt uns Vision und ahnendes Vertrauen
es ist die Welt
in ihrem materiellen Scheine
die Grenzen zieht und
Kerkermauern um uns richtet
so das wir denken
die Heimat sei so fern
dennoch ist sie es
die in uns leuchtet
wie ein Stern.
hukwa

Dienstag, 2. Dezember 2014

Zeitreisender

Es ist keine Reise ins Nichts
es ist eine Reise ins Licht
wenn Geschichte beginnt zu leben
wenn in dunkler Nacht
der Tag zu mir spricht
aus vergangenen Zeiten
dann entsteht das wirkliche Licht.
hukwa

Donnerstag, 13. November 2014

Malerei meiner persönlichen Traumzeit






hukwa

Mein Traum von der Traumzeit

In letzter Zeit hatte ich zweimal einen ähnlich wiederkehrenden Traum. Ich befand mich in einer Höhle. Die Höhle schien uralt zu sein, war aber "tapeziert" mit Zeitungspapier auf der die neuesten Nachrichten standen. Auf dem Zeitungspapier waren teilweise archaische Schriftzeichen und Malereien aufgemalt. Also moderne Nachrichten und archaische Schriftzeichen. Ich hielt mich lange in der Höhle auf und sah mir alles genau an. Als ich am Morgen erwachte fiel mir der Traum sofort ein und ich erinnerte mich so klar an Details das ich begann einige aufzuzeichnen. Während des Malaktes "fiel" ich immer wieder in diese Höhle hinein und neue Bilder tauchten aus dem Unbewussten auf, so entstand ein kleines Traumzeitbuch mit Malereien. Mit der Zeit wurde mir klar dass ich mich während dieser beider "Traumzeiten" tatsächlich in einem Mythos befand, nämlich in der Traumzeit. Ich werde in Kürze einige dieser Malereien auf diesem Blog veröffentlichen.
hukwa

Mittwoch, 13. August 2014

Zeitreisender

Ich meide die Enge
ich fliehe vor der Menge
und suche die Weite
das Traumland der Heiden
dort in der Antike
fühl ich mich geborgen
ich bin ein Kelte
ein Grieche
ein Etrusker
auf keinen Fall
ein moderner Cherusker.
hukwa

Dienstag, 18. Februar 2014

Ich liebe die alten Dinge

Ich mag die alten Dinge. Ich bin kein Antiquitätensammler, doch finden sich in meinen Räumlichkeiten sehr viele alte Dinge. Werkzeuge, Haushaltsgeräte, Gebrauchsgegenstände. Ich spüre bei diesen Sachen immer die Aura die von ihnen ausgeht. Jedes dieser Gegenstände hat seine eigene Geschichte und kann Geschichten erzählen. In unserer heutigen Wegwerfwelt haben sie für mich den Ausdruck von Dauerhaftigkeit. Die Jahre die über diese Dinge zogen haben ihnen eine eigene Aura eingehaucht. Es ist etwas besonderes unter einer Uhr zu sitzen die schon vor hundert Jahren tickte. Man spürt in sich das Gefühl sich mit der Zeit aus der diese Sachen stammen zu verbinden. Auch das ist eine Zeitreise.
hukwa

Samstag, 25. Januar 2014

Die ewige Wahrheit der Wälder

Während meiner einsamen Waldspaziergängen unterhalte ich mich im Geiste gerne mit Thoreau. Ich glaube wir waren in einem früheren Leben eng befreundet. Vielleicht war ja ich, auch er? Zu viel haben wir gemeinsam also muss auch eine tiefe Freundschaft bestehen. Unsere Gedanken und unser Lebensstil gleichen sich sehr. Heute Morgen sprach er im rauschen eines Baumes folgendes zu mir:
"So unterbreche ich von Zeit zu Zeit meine Verbindung mit den ewigen Wahrheiten und begebe mich in den Strom menschlicher Geschäftigkeit. In die Tretmühle der Spießer. Doch wenn meine Sache getan ist gebe ich mich mit unverwüstlicher Zuversicht wieder dem Unendlichen hin".
Dies ist eine der großen Gemeinsamkeiten die wir beide haben.
hukwa