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Samstag, 2. Dezember 2023

Zwischen Psychologie und Metaphysik

Der Mensch erschafft sich selbst. 
Der Mensch ist der bewusste Schöpfer seines eigenen Lebens und Lebensstil. 
Als Menschen schaffen wir uns Fiktionen durch die unsere persönliche Handlungen gelenkt werden. 
Das Unbewusste der Psychologie ist ein großer Komplex, 
das Unbewusste der Metaphysik ist ein großes Kraftfeld. 
hukwa  

Sonntag, 19. März 2023

Suche

 Jeder Tag  
hat seine Morgenröte 
der Geist ist fern der Dinge 
um in einem Gewölbe 
abstrakter Symbole 
das ganz Andere 
zu Suchen. 
hukwa

Freitag, 14. Oktober 2022

Wir Doppelgänger

Unser Leben auf dieser Erde 
ist vielleicht nichts anderes 
als der Schatten 
eines Traums 
geträumt von einem Ich 
aus einer ganz anderen Dimension 
von dem wir hier 
einfach nur so was wie 
Doppelgänger sind. 
hukwa 

Samstag, 14. November 2020

Philosophische Zombies oder die "Zombie-Sue"

Ein Zombie steht für einen zum Leben erweckten Toten. Man hat ihm seine Seele und seinen Willen geraubt. Man kennt den Zombie vor allem aus der Trivialliteratur und den üblichen Horrorfilmen. Der Begriff  Zombie kommt aus der zentralafrikanischen Sprache Kimbundu und bedeutet soviel wie Totengeist oder Untoter. Mit Zombies befassen sich aber nicht nur die Liebhaber von Horror Filmen. Diesen Ausdruck gibt es auch in der Philosophie. Die Philosophen benutzen ihn für ein fiktives Wesen, das sich zwar wie ein Mensch in der Gesellschaft verhaltet, dem jedoch etwas ganz Wichtiges fehlt: das Bewusstsein!! Es handelt sich hier um Wesen, die ihre Umwelt und somit gesellschaftliche Ereignisse, nicht aus ihrer ureigenen Perspektive, also subjektiv, wahrnehmen können. Das Verhalten des philosophischen Zombies ist rein physikalisch-funktional bestimmt. Er besitzt also kein phänomenales Bewusstsein. Ein Beispiel: Jeder Mensch weiß, dass wir in Zeiten einer Pandemie leben, der philosophische Zombie leugnet das und sagt, das Ganze wäre von der Politik inszeniert um uns gefügig zu machen. 
Die englische Psychologin Susan Blackmore hat den philosophischen Zombie recht anschaulich beschrieben: "Stellen wir uns zum Beispiel den Zombie Sue Blackmore vor. Zombie-Sue sieht genau so aus wie ich, benimmt sich genau so wie ich, redet so wie ich über ihre privaten Erfahrungen und diskutiert wie ich über das Bewusstsein. Für einen Außenstehenden ist sie durch nichts von der echten Sue zu unterscheiden. Der Unterschied besteht allein darin, dass sie über kein Innenleben und kein bewusstes Erleben verfügt, sie ist eine Maschine, die Wörter und Verhaltensweisen produziert, während es in ihrem Innern völlig dunkel ist."
Und so fragt sie sich:
"Könnte diese Zombie - Sue wirklich existieren?"
 
hukwa

Freitag, 6. November 2020

Die zwei Welten des Dichters

Als Mensch existiere ich in der Bewusstheit meines Eigenseins, doch in den täglichen Selbsterfahrungen bin ich eingebunden in eine Welt von Beeinflußung, Zwiespalt und Abhängigkeit, wie jeder andere auch. Damit ich kein Opfer dieser rationalen und materialistischen Weltlichkeit werde, benötige ich eine transzendente Grundlage meines Selbst- und Eigenseins. Ich benötige eine zusätzliche, eigene Welt, die ich mit erschaffe. Mythisch gesehen ist dies eine magische Weltauffassung. Ich schaffe mir eine geistige Welt um von den Infamitäten und Hinterhalten der rationalen Welt nicht überrannt zu werden.  
hukwa


Dienstag, 6. Februar 2018

Der Menschenautomat

Die Gefahr in die Menschen die mechanisch Denken hineinlaufen können ist die dass sie zu Automaten verwandelt werden können. Der Sinn des Automaten ist einfach zu funktionieren. Der automatische Mensch benötigt zur Ausübung seiner Funktion nur einen äußeren Anstoß, jedoch keine fortwährende Impulse. Der "menschliche Automat" erhält seinen Anstoß über die Gesellschaft und deren Institutionen, was bedeutet - er wird diktiert! Solche Menschen leben ein Leben ohne jegliche Autonomie und Selbstbestimmung.
hukwa

Mittwoch, 17. Februar 2016

Durch die Jahrtausende meiner Existenz

Im Fluss des Geistes
Wirbel von Nebeln
Das Mysterium des Lebens
Faszination
frohlockender Rhythmus.

Wir sollten unser Gehör so schulen
das wir das Lied des Nachtfalters wahrnehmen
sein Gesang ist reine Mystik.

Wenn auch der Körper altert
sorgt dafür das der Geist
reine Elastizität bleibt.

Am frühen Morgen
auf dem alten Weg
laufe ich
durch die Jahrtausende meines Lebens.
hukwa

Dienstag, 9. Februar 2016

Experiment und Erfahrung in meiner Kunst

Malerei ist für mich  "im Experiment" zu leben, Dichtung dass ist mir in der "Erfahrung" zu leben, in der Erfahrung einer "Inneren Welt".
hukwa

Poesie pure
ich laufe hinein in die traumhafte Wirklichkeit der
poesie pure
draußen biegt der Sturm die Bäume
die Krähen lassen sich von ihm tragen
gebrauchen kaum ihre Flügel
ich lege einen Buchenscheit in den Ofen
beobachte das sich schlängelnde Feuer
der Sturm wird stärker
der Regen trommelt gegen das Fenster
ich ziehe mich zurück in meine Inneren Räume
dies sind Momente in denen
poesie pure
entsteht.
hukwa

Mittwoch, 29. Mai 2013

Man lässt immer etwas zurück

Manchmal passiert es dass ich nach Jahr und Tag an einen Platz, einen Ort zurückkomme, an dem ich vor langer Zeit einmal geweilt habe. Da geschieht es dann, wenn ich mich einige Zeit dort aufhalte das in mir Gedanken aufkommen die ich vor langer Zeit an diesem Platz gedacht habe. Ich bin darüber nicht sehr verwundert so etwas passiert mir oft. Ich glaube das hängt damit zusammen das man immer irgendwo irgendetwas zurücklässt. Es ist wohl etwas metaphysisches das an diesen Orten oder Plätzen in uns zu wirken beginnt. Vielleicht ist es ein Schatten, eine Aura, die man zurückgelassen hat und auf die sich unser Geist nach Jahr und Tag wieder besinnt. Vielleicht ist es aber auch eine Art von ich bin angekommen"?
hukwa

Sonntag, 10. März 2013

Am Nabel der Schöpfung

Oft spüre ich in diesen Tagen, da ich den Wald am liebsten überhaupt nicht verlassen möchte, eine tiefe Verinnerlichung. Wald das ist mir Bruder und Schwester, der Bereich wo ich mich besonders wohlfühle und wo ich Sinn finde. Es ist das Gefühl verbunden zu sein mit dem kosmischen Kreislauf dem man in der Natur eben immer noch sehr nahe sein kann. So sitze ich am Nabel der Schöpfung, das ist der Wald und bin ein Empfangender.
hukwa

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Die Raunächte, das wilde Denken und der mythische Bastler

Die Raunächte sind ein letztes Aufbegehren der Natur gegen eine perfekte, logisch, gestaltete Weltanschauung. Es ist die "Stimme eines untergegangenen Heidentums", die aus den Raunächten zu uns herüber zu wehen scheint. Ja, es ist die "Stimme Merlins" die in den kommenden Nächten wieder erklingt und uns Geschichten aus archaischen Zeiten erzählen möchte. Wir müssen dieser "wilden Stimme" nur lauschen und das "wilde Denken" in uns führt uns dann auf eine erweiterte Bewusstseinsebene. Diese "Ebene" führt eigentlich nach "unten", denn das "wilde Denken" hat seine Quelle in der Tiefe unseres Unbewussten, fern von Zeit und Raum. Die Idee von Zeit ist, ja, muss unserem Unbewussten fremd sein, hier herrscht eine ständige Gleichzeitigkeit vor, die allerdings nur in der Sprache des Mythos, der Poesie oder der Kunst mitteilbar ist. So ergibt es sich von selbst das der "mythische Bastler" meist auch Poet, Künstler oder Mythologe ist. Wir haben es hier also mit einer "Traumsprache" zu tun. Zu dieser Sprache gehören auch die mythischen Geschichten. Die Deutungen C.G.Jungs, aber auch die Freuds, haben diese "Traumsprache" überzeugend durchforscht. Doch wir dürfen nicht vergessen dass es auch einen Mythos gibt dem eine historisch - gesellschaftliche Wirklichkeit zu grunde liegt. Dieser wurde sehr genau von Johann Jakob Bachofen untersucht, der in seinem Werk "das Mutterrecht" die mythischen Geschichten als Geschichte verstand. Das soll heißen die besagte Handlungen des Mythos sind Informationen über historisch vorhandenes. Ein Verfahren mit dessen Hilfe sich einst Heinrich Schliemann aufmachte um Troja zu finden. Der Begriff des "mythischen Bastlers" wurde von Claude Levi - Strauss geprägt, dieser schrieb: "Der Bastler ist in der Lage, eine große Anzahl verschiedenartigster Arbeiten zu auszuführen: doch im Unterschied zum Ingenieur macht er seine Arbeiten nicht davon abhängig, ob ihm Rohstoffe oder Werkzeuge erreichbar sind, die je nach Projekt geplant oder geschafft werden müssten: die Welt seiner Mittel ist begrenzt, und die Regel seines Spiels besteht immer darin, jederzeit mit dem, was ihm zur Hand ist, auszukommen".
hukwa

Montag, 4. Juni 2012

Jung und Freud

In der Psychologie stehe ich dem Werk von Carl Gustav Jung näher als dem von Freud. Dennoch hat Freud das bewusstsein des Menschen der Neuzeit auf radikale Weise verändert. Vor allem sein Buch "Totem und Tabu", hat mich früh schon inspiriert. Freud wandte sich anthropologischen Werken zu um in primitiven Kulturen Beweise zu finden für seine Behauptung, dass das was bei Primitiven bewusst sei, bei den Menschen der zivilisierten Welt unbewusst sei. Ursprünglich hatte er diese Aufgabe Jung zugedacht gehabt. Als es zum Bruch zwischen Jung und Freud kam schrieb Jung sein Buch- "Wandlungen der Libido". Zu meiner Lektüre gehören beide Bücher, nur so kann ich mir ein kritisches Bild verschaffen.
hukwa

Mittwoch, 15. Februar 2012

Die Schmerzgrenze - Ekstasen des Leidens und die Kunst als Katalysator

Wenn wir in den Tagebüchern und Briefen großer Persönlichkeiten in der Kunst, vor allem der Literatur lesen, kommen wir nicht daran vorbei, das wir bemerken werden das die Genies eigentlich, mit wenigen Ausnahmen, aus einem Haufen von Trunkenbolden, Verrückten, Drogensüchtigen und Schizophrenen bestand. Zählen wir doch einmal einige von ihnen auf : Hemingway ist einer der bekanntesten Fälle. Hans Fallada, Edgar Allan Poe,

Klaus Mann, Else Lasker-Schüler. Viele andere wie Kafka, Büchner, van Gogh erlagen sehr früh ihrem Leiden, weil es ihnen nie gelang die Ursachen ihrer Leiden aufzudecken. Für sie alle war das Schreiben eine Art Katalysator. Ja ich möchte behaupten, das der Ruhm von

van Gogh erst durch seine Briefe hervorgerufen wurde. Van Goghs Briefe sind ein unerschöpfliches Werk des Leidens. Ohne Zweifel war er einer der genialsten Maler aller Zeiten aber man wurde erst auf van Gogh " richtig " aufmerksam durch die Veröffentlichung seiner Briefe. Er hatte sein Leben lang an der Schmerzgrenze gelebt. Die

Tagebücher des großen Tänzers Waslaw Nijinskij sind vielleicht die qualvollsten der Literaturgeschichte überhaupt. Er war weder Trinker noch Drogensüchtig, er war dem Leiden verfallen. Uwe Johnson ist 1984, 49 jährig gestorben und unter Kollegen war es

" kein Geheimnis das der Schriftsteller seit langem Rettung beim Alkohol gesucht habe".

Jean Paul Sartre arbeitete Tag und Nacht. Um sich aufzuputschen, nahm er Drogen – ein

Röhrchen Dorydramine pro Tag, dazu Optalidol und um Nachts schlafen zu können, nahm er Schlafmittel. Es ist auch bekannt das Sartre den Whisky nicht gerade ablehnte.

Bei all diesen Künstlern steht das Leid – die Schmerzgrenze an vorderster Stelle. Künstler

und Künstlerinnen die so weit gingen, das sie ihr Leben auf dem Altar der Kunst opferten nur um ihre schöpferische Kreativität auszuleben. Als Karl May keinen Ausweg mehr aus der Kriminalität sah, begann er zu schreiben. Virginia Woolf brachte sich, nach zwei vorangegangenen Selbstmordversuchen, schließlich doch noch um. Rainer Werner Fassbinder erlag den Drogen. Die Liste derer die sich dem Drogentod bewusst hingaben

ist fast unendlich. Was mich übrigens auch aus eigenen Erfahrungen zu der Überlegung kommen lässt das Kreativität, Drogen und Geisteskrankheiten eine Art " Dreiergespann "

in der Kunst bilden. Die Schmerzgrenze war sozusagen schon immer der Rohstoff aus dem

die Kreativität entsprang. Allerdings glaube ich das es da eine Schwelle gibt. Die Schmerzgrenze in der Kunst ist eine Art " Grenze ", ein " Prüfstein ", der überwunden sein will, anders kann ich es mir nicht vorstellen. Schafft der Künstler es diese Grenze zu überwinden, fließt der Strom der Kreativität weiterhin ungestört. Schafft er es allerdings nicht, bleibt nur die " Endstadion Sehnsucht " um mit Tenesse Williams zu sprechen. Die bedeutet, der Zerfall der Persönlichkeit, der Weg in den Wahnsinn, die Suche nach dem Stoff aus dem die Träume sind.

Stephen King ist uns als Horror Autor mit Millionenauflagen bekannt. Fast alle seine Bücher

wurden zudem noch verfilmt, er ist ein Kultautor. In einem Interview sagte er einmal :

" Ich bin kein großer Künstler, aber ich habe immer einen Drang zum Schreiben verspürt. Ich brauchte das für meine geistige Gesundheit. Als Autor kann ich meine Ängste, Unsicherheiten und Albträume auf dem Papier dingfest machen. Meine Obsession lässt sich

vermarkten. Überall auf der Welt gibt es Verrückte in Gummizellen, die dieses Glück nicht haben."

Dies ist ein Kern jener Wahrheit die wir künstlerische Kreativität nennen. Wirkliche Kunst ist in gewissem Sinne immer auch eine Art religiöser Erfahrung. Mit dem Wort Religion möchte ich hier auf eine Art " Lebensform " ansprechen, also auf keinen Fall, eine Religion im gewöhnlichen Sinne.

Natürlich gibt es auch Künstler mit großem Genius die nicht dem Wahnsinn oder der Droge

verfallen waren. Dennoch hatten sie nicht auch eine Droge, die sie nutzten ? Das beste Beispiel sei hier der mystische Dichter William Blake. Blake war ein Seher, ein Visonär ebenfalls Yeats, aber " Normal " waren beide nicht. Was uns zu Denken geben sollte ?

Gibt es eigentlich " normale Künstler " oder gehört zur wirklichen kunst immer das Attribut

des Außergewöhnlichen, ja des Wahnsinns, der Entrücktheit, des Drogenkonsums ?

Was uns offensichtlich fehlt ist eine gründliche psychologische Abschätzung, der menschlichen Situation im Künstler. Was ist das Wesen des Normalbürgers und welches wesen besitzt der Künstler. Ist der Künstler normal oder abnormal ? Kann ein Künstler überhaupt unter normalen Bedingungen arbeiten oder braucht er die Schmerzgrenze zur

Aufrechterhaltung seines kreativen Flusses. Es ist ein Thema das voller Fußangeln steckt.

Und wenn man darüber schreibt dann bemerkt man sehr bald das die Sprache allein, hier nicht genügt als Instrument in die Geheimnisse der Künstlerischen Kreativität vorzudringen.

Ich persönlich glaube das es die Malerin Frida Kahlo fast geschafft hätte, einige dieser Geheimnisse aufzudecken, nämlich in ihrem " gemalten Tagebuch ", wäre die Malerin nicht in ihren letzten Jahren an das Krankenbett gefesselt gewesen, hätte sie die Möglichkeiten eines Gesamtkunstwerkes nutzen können; also auch der Schauspielerei, des Tanz und anderer Kunstrichtungen, wir wären Heute um vieles reicher, was die Schmerzgrenze der

Kunst betrifft.

Es kommt einem vor als ob diese Künstler alle in einem Labyrinth gelebt haben oder noch Leben und das Entkommen aus dem Labyrinth eine Art Bewusstseinsspaltung hervorruft, die das Leiden, eben die Schmerzgrenze beim Künstler gleichzeitig die Quelle der schöpferischen Kraft ist.

Was für viele Künstler die psychische Schmerzgrenze und somit auch oft der Griff zur Droge bestimmte, war bei der mexikanischen Malerin Frida Kahlo, der leibliche Schmerz.

Die Dramatik ihres Lebens, ihr Wille, zum Leben ist einmalig, in der Geschichte der Malerei,

vielleicht noch vergleichbar mit van Gogh. Mit 16. Jahren erkrankt Frida an Kinderlähmung.

9. Monate lag sie nur im Bett. Später erkrankte ihr Vater durch einen Sturz, wobei er sich einen Gehirnschaden zuzog und oft Anfälle von Bewusstlosigkeit bekam. Für Frida war der Vater mal " Tod ", mal " Lebendig ", am 17. September des Jahres 1925, gestaltete sich das Leben der Frida Kahlo endgültig. Mit 18. Jahren erlitt sie einen schweren Busunfall. Der

Bus in dem sie saß, prallte mit einer Straßenbahn zusammen. Frida fiel so unglücklich, dass sie von einer Eisenstange durchbohrt wurde. Doch dies war nicht die einzige Tragik ihres Schmerzes. Die Ärzte stellten fest, das Fridas Rückrat an drei Stellen im Beckenbereich verletzt ist. Ein Schlüsselbein und zwei Rippen sind gebrochen, das rechte Bein hat elf Brüche, der rechte Fuß ist ausgerenkt und zerquetscht, die linke Schulter ist ausgekugelt, das Schambein dreifach gebrochen. " Auf diese Weise ", meinte Frida später, " habe ich meine Unschuld verloren." Zwischen den Jahren 1930 und 32 musste sie sich mehrfach

einer Abtreibung wegen " ungünstiger Beckenlage " unterziehen, dazu kam noch eine Fehlgeburt. Frida Kahlo ist oft durch ihre Krankheit ans Bett gebunden. Im Krankenbett entstehen die meisten ihrer Bilder. Operation auf Operation folgt. Allein 1950 muss sich die Kahlo sieben Operationen unterziehen. Von nun an muss sie ständig ein Gipskorsett tragen. Monate später ist sie an den Rollstuhl gebunden. Frida Kahlo stirbt am 13. Juli 1954, wahrscheinlich wählte sie den Freitod. Dies ist nur die " skizzierte " Lebensgeschichte der Frida Kahlo. Das Leben dieser außergewöhnlichen Malerin war eigentlich nur drei Dingen gewidmet: der Liebe zu ihrem Mann Diego Riveras, der Malerei, und dem Glauben an die Verwirklichung des Sozialismus, Frida war eine Überzeugte Kommunistin, was in ihrem Werk immer wieder zum Vorschein kommt. Ein qualvolles Leben über die Physis weit hinaus, das Frida Kahlo führte. Und doch sie malte, malte und malte und schrieb. Ein Leben ganz der Kunst gewidmet. Das Jahr 1953 war jenes Jahr ihrer großen Einzelausstellung in Mexiko City. Diese Ausstellung war insgesamt eine " Ekstase des Leidens ". Lola Alvarez Bravo, eine Fotografin und Galeristin die Frida häufig fotografierte

und in ihrer Galerie " Arte Contemperano " in Mexiko City, Ausstellungen der Zeitgenössischen Kunst organisierte, vertrat die Ansicht, " das man bedeutenden Leuten

die ihnen gebührende Ehre zu ihren Lebzeiten zuerkennen lassen sollte, und nicht erst wenn sie bereits gestorben sind."

Offenbar ist ihr klar das Frida nicht mehr lange Leben wird. Am Tag der Eröffnung geht es Frida ganz besonders schlecht, so das die Ärzte von der Teilnahme abraten. Als die Malerin dann doch unter Sirenengeheul von der Ambulanz gebracht wird und auf einer Bahre zum bereitgestellten Himmelbett getragen wird, an dem grinsende Judasfiguren befestigt sind,

gerät ihr erscheinen zu einem erschütternden und zugleich grotesken Auftritt.

Andre Henestrosa beschreibt die Vernissage als typisch mexikanisches makabres Ereignis:

" Maria Izqueriedo trat herein, die von ihren Freunden und Familienangehörigen gestützt werden musste, da sie gehbehindert war. Sie beugte sich vor, um Frida auf die Stirn zu küssen. Goitia, ein weiterer mexikanischer Maler,, krank und zum Gespenst abgemagert, war aus seiner Hütte in Xochimilco in seiner Bauernkleidung und mit seinem langem Bart gekommen. Auch Rodriguez Lozanao war da, der zu der Zeit seine Wahnsinnsanfälle hatte.

Dr. Alt, war dabei, achtzigjährig. Er trug einen weißen Bart und bewegte sich auf Krücken, weil ihm kurz zuvor ein Bein amputiert worden war,weswegen er jedoch den Kopf nicht hängen ließ. Er beugte sich über Fridas Lager und lachte lauthals über irgendeinen Witz, der sich auf den Tod und das Sterben bezog. Zusammen mit Frida machte er Späße über sein amputiertes Bein und erzählte den Leuten, das es schon wieder wachsen und noch besser funktionieren würde als das erste. " Der Tod ", so sagte er, hat nur eine Chance wenn, man ihm immer wieder etwas vom Leben opfert. " Alles in allem war es eine Prozession von Ungeheuern wie bei Goya oder vielleicht auch noch mehr wie in der präkolumbianischen Welt, aus Blut Verstümmelung und Opfern.

Carlos Fuentes schrieb über Frida Kahlo, die schrecklichen und dennoch wunderbaren Sätze, die man als eine Art, " Ästhetik des Leids " auffassen kann : Im September des Jahres 1925 stieß eine Straßenbahn in den klapprigen Bus, indem Frida Kahlo saß, brach ihre Wirbelsäule, ihr Schlüsselbein, ihre Rippen, ihr Becken. Ihr durch die Kinderlähmung

verkümmertes Bein wurde elfmal gebrochen. Ihre linke Schulter blieb für immer ausgekugelt, einer ihrer Füße wurde zerschmettert. Eine Haltestange drang ihr in den Rücken und trat durch die Vagina wieder aus. Nach dem Aufprall lag Frida nackt und blutig auf dem Boden, aber mit goldenem Staub bedeckt. Ihrer Kleider entledigt, übersät von dem Goldstaub aus einem zerrissenem Päckchen, das ein Handwerker bei sich hatte : Kann es ein schrecklicheres und schöneres Porträt von Frida geben als dieses ? Wird sie sich je malen – oder wird sie sich anders malen können – als diese schreckliche Schönheit, vollkommen verwandelt ?

Der Schmerz, der Körper, die Stadt, das Land. Kahlo. Die Kunst der Frida Kahlo."

Wirkliche Kunst hat es immer zu tun mit dem ganzen der Welt, in ihrer ewig polaren Spannung zwischen Finsternis und Licht. Es war das persönliche Schicksal von Franz Kafka,

von Kind an in einem Labyrinth zu Leben. Ein Labyrinth für das der Dichter zeitlebens keinen Ausgang fand, im Gegenteil Kafka verfing sich immer mehr in diesem Labyrinth.

Das Labyrinth ist ein wirksames Bild für eine aus den fugen geratene welt. Es ruft die Mythe vom Labyrinth herauf, durch König Mythos von Kreta erbaut, um ein abstruses Monstrum den Blicken zu entziehen, den Minotaurus, den Mann mit dem Stierkopf, den die eigene Gattin des Minos zur Welt gebracht hat, nachdem die Götter sie mit der Liebe zum heiligen Stier geschlagen. Das Labyrinth, verhüllt Absurditäten. Kafka gehört jener sorte von Schriftstellern an, deren sehr schwer zu verstehendes Werk, man immer vor seinem Lebenshintergrund zu begreifen versuchen muss. Anders findet man keinen Zugang zu Kafka. Kafkas Konflikt mit dem Vater, die Angst vor der engen Beziehung an Frauen, die

absolute Vorherrschaft des Unbewussten – dies ist das Leitmotiv, der Zugang in das

Labyrinth, des Franz Kafka.

Kafkas Novellen und Erzählungen lesen sich wie ein abstruses Traumbuch und es sind Träume die wir oft in uns selbst wiederfinden. Handlungen die ins Nirgendwo verlaufen,

sich opfernde Personen die immer wieder auftauchen, Sprachbilder evozieren, die man im ersten Moment unmöglich nachvollziehen kann. Der Laie selbst steht vor Kafka, ohne diesen mit sekundär Literatur erkundet zu haben, eben vor einem Labyrinth, dahinein er keinen Zugang findet. Wer Kafkas Werk liest scheitert zu erst einmal an ihrem Wahnsinns

Inhalt.

Kafkas Erzählung " der Hungerkünstler " bildet wahrscheinlich den Höhepunkt seiner

literarischen Laufbahn und zugleich ist es eine der klarsten Definitionen seines Werkes.

Sie handelt von einem berufsmäßigen Asketen, der auf den Jahrmärkten für Geld hungert.

Zur Zeit seines größten Ruhmes als Hungerkünstler ist es stets sein Wunsch gewesen, auf unbegrenzte Zeit weiterzufasten, denn niemals war er an der Grenze seiner Ausdauer angelangt, wenn man ihn nötigte, das Fasten abzubrechen. Als das Interesse des Publikums an seinen Hungerkünsten schwindet, wird ihm schließlich ein Gitterkäfig in einer

entlegenen Ecke des Jahrmarktes zugewiesen; dort sitzt er vergessen auf seiner Strohütte

und kann nun so lange hungern, wie er mag. Er wird darüber völlig vergessen, so das eines Tages jemand seinen Käfig bemerkt und fragt, warum man einen so gut brauchbaren

Käfig unbenutzt stehen lasse; man sieht hinein und findet den Hungerkünstler im Sterben, zum Skelett abgemagert. Als sein ende kommt; flüstert er einem Aufseher sein Geheimnis ins Ohr: er habe nicht etwa ungeheure Willenskraft aufgebracht, um sich der Nahrung zu enthalten, sondern er konnte einfach nicht die " Speise finden die ihm schmeckte".

hukwa

Dienstag, 27. Dezember 2011

Über Persönlichkeit

"Andere Menschen machen Bücher, ich mache meinen Geist", schrieb Paul Valery einmal. Diesen Satz habe ich mir sehr gut eingeprägt und er steht auch für mein literarisches Schaffen. Die Literatur ob ich sie lese oder schreibe ist mir ein Werkzeug mit dem ich meinen Geist forme. In dem ich diesen forme feile ich an meiner Persönlichkeit. Unter Persönlichkeit verstehe ich das Verbinden und Zusammenfügen von bewussten und unbewussten Persönlichkeitsanteilen, die zu einem Ganzen werden sollen. Man kann den Geist nicht zwingen schon gar nicht kopieren, er ist etwas das wächst, das vegetative ist im inhärent. Wenn der Geist wächst bildet sich Persönlichkeit wie von selbst. Geist und Persönlichkeit ist Entelechie- "geprägte Form, die lebend sich entwickelt". Was nichts anderes bedeutet als dass wir vorgeprägt sind und dennoch auf unsere geistige Entwicklung den größten Einfluß ausüben können.
hukwa

Sonntag, 18. Dezember 2011

Vom inneren Reisen

Jetzt in der vorweihnachtlichen Zeit reisen die Gedanken oft in die Vergangenheit. Ich konnte die Erfahrung machen das gerade in der Adventszeit der Bezug zum Unbewussten besonders stark vorhanden ist. Dies hat gewiß viel mit Erinnerung zu tun. Sind meine Gedanken erst einmal in der Kindheit angelangt, dann kommt in der Regel auch jener Moment da ich mich einfach fallen lasse. Damit meine ich das ich dass Reich der Archetypen betrete, jenen Bereich in uns den Shakespeare, Goethe und Heinrich Zimmer das "Reich der Mütter" nannten. Vielleicht ist es jene transzendente Dimension in uns in der wir uns aufhielten bevor wir Kinder wurden. Heute wo das äusserliche Reisen beim Menschen westlicher Mentalität zur Selbstverständlichkeit geworden ist, hat man das Reisen nach Innen verlernt. Die Menschen sind zu materiellen Objekten geworden die den inneren Bezug verloren haben. Die "innere Reise" ist es schließlich die uns zu einer ganzheitlichen Persönlichkeit wachsen lässt. Die wahre Reise kann uns nur nach Innen führen, denn das was wir suchen ist bereits in uns angelegt. Und genau in diese Richtung soll mein reisen gehen und mein Kompaß ist der sich mit dem Unbewussten verbindende Geist.
hukwa

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Zur Symbolik meiner Gedichte

Fenster, Spiegel und Wasser sind in meiner Dichtung Symbole für die Unendlichkeit der Transzendenz. Dichtung wie ich sie schreibe ist zum größten Teil das Werk meines Unbewussten. Und die Sprache des Unbewussten ist nun einmal das Symbol. Das empirisch Wirkliche ist in solcher Dichtung immer zweitrangig. Der Waldwoog bleibt zwar der Waldwoog im Gedicht und er existiert auch in der realen Welt, doch sein Geheimnis, also dass was er im Gedicht offenbart liegt verborgen in der dichterischen Transzendenz. So ist meine Dichtung auch immer der Versuch jenes zu sagen was bisher ungesagt blieb.
hukwa

Montag, 12. Dezember 2011

Über das Buch Aion

Über das Wochenende habe ich einmal wieder vertieft in C.G.Jungs Buch "Aion" gelesen. Es ist zweifelsohne das dunkelste und am schwersten zugängliche Buch das Jung geschrieben hat. Für mich persönlich auch das interessanteste seiner Werke. Aion wurde 1951 veröffentlicht. Jungs gewohnte psychologische Konzepte wird man in diesem Buch kaum finden. Es ist ein Werk das sehr tief geht und es ist eigentlich unmöglich es in einem Zug zu lesen. "Aion" das ist ein historischer Zeitabschnitt, eine Aera. Dieses Buch beschäftigt sich vor allem mit dem alten Heidentum in jener Zeit als das Christentum aufkeimte. Also jene "Umwandlung" der alten heidnischen Welt in das Frühchristentum hinein. Es ist ein fast gnostisch geschriebenes Buch und beinhaltet auch viele Textpassagen aus der Gnosis, doch auch der Alchemie wird viel Platz eingeräumt. Für Jung war die Alchemie die Fortsetzung der philosophischen Gnosis. Dieses Buch wird aber nur dem verständlich der das Gesamtwerk von Jung kennt und einiges Wissen über Gnosis und Alchemie besitzt.
hukwa

Dienstag, 29. November 2011

Das Gedicht als Symbol des Unbewussten

Jede Erscheinung die in unserem Bewusstsein auftaucht ist Teil einer bewussten oder unbewussten Erfahrung. In unserem Unbewussten spielen sich Erfahrungen ab die als Spiegelungen meist in Form von Symbolen in unser Tagesbewusstsein eindringen. Sie verlangen nach Ausdruck, wollen "gelesen" sein. Verdrängen wir sie werden sie so zentral dass sie sich mit Macht in unser Tagesbewusstsein drängen. Ich glaube das so Neurosen entstehen. Manchmal scheint es unmöglich diese Chiffreen des Unbewussten zu entziffern. Treten diese "Anfragen" meines Unbewussten an mich heran und erscheinen sie mir zu Rätselhaft versuche ich diese in Gedichtform in die Welt zu gebären. Dies bestätigt die These vieler Dichter die sagten:"Das Gedicht ist schon fertig bevor es der Dichter niederschreibt". Wenn ich nun diese Symbole und Chiffreen zu einem Gedicht gestalte, komme ich mir manchmal vor wie ein Alchymist, der den Stein der Weisen sucht. Ich versuche etwas zu finden das sich nur schwer erfassen lässt. Die Tiefenpsychologie übersetzt diese Symbole ins Hier und Jetzt. Der Dichter hat nur die Möglichkeit die Symbolik des Unbewussten in Form des Gedichts einen Ausdruck zu geben.
hukwa

Montag, 19. September 2011

Sei Schmied deines Gewissens

Das schnelle sinnlose Treiben dass dieser Gesellschaft eigen ist geht an mir vorbei. Ich bin immer auf der Suche nach den tieferen Dimensionen des Lebens. Man soll im Leben nicht einfach gut sein, man soll Gut für etwas sein. Für ein authentisches Leben. Man darf sein Gewissen nicht abtreten an den Staat oder die Gesellschaft, sein Gewissen muss man selbst formen, muss es schmieden wie ein glühendes Stück Eisen denn es ist das Werkzeug dass man benötigt um gegen eine korrupte Welt gewappnet zu sein. Also sei der Schmied deines Gewissens.
hukwa

Sonntag, 14. August 2011

Labyrinth

Das Leben ist ein Pfad durch ein Labyrinth, das ständig vom Chaos bedroht ist. Je mehr Erkenntnis wir erlangen um so verworrener wird auch das Labyrinth. Die Überwindung des Chaos heißt die Einheit zu finden. Das Labyrinth selbst ist ein System dessen Durchforstung die Persönlichkeit des Einzelnen stärkt und ihn auf seinem Individuationsprozess weiterbringt. Aber das Chaos bedroht immer das Labyrinth, lauert in dessen verschlungenen Pfaden. Das Chaos können wir nur durch Aufmerksamkeit überwinden - denn Weg aus dem Labyrinth finden wir über die gelebte Erfahrung. Kunst ist eine solche Erfahrung.
hukwa