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Montag, 29. Dezember 2025

Einkehr

 Wenn man eine philosophische Lehre 
auf einen einfachen Nenner bringen kann 
ist es eine gute Philosophie. 
hukwa

Dienstag, 2. Dezember 2025

Ohne Zwänge

 Echtes Philosophieren 
ist immer ein Denken 
ohne intellektuellen Zwang. 
hukwa

Mittwoch, 28. Mai 2025

Brückenbauer

 Wir sollten endlich damit beginnen 
jene Brücken zu bauen 
durch die 
Geist und Materie 
Schöpfung und Evolution 
miteinander verbunden werden. 
hukwa

Samstag, 17. Mai 2025

Lebensgeschenk

 Am Ende wird es offenbar 
was Wachslicht und 
was Talglicht war. 
Obiger Spruch zitierte Schopenhauer in seinen Schriften. Er fand ihn auf einem Grabstein im Danziger Friedhof. Wenn es wahr ist das dass Leben in seinem tiefsten Grund ein Geschenk ist sollten wir öfters mal über dieses Geschenk nachdenken um nicht ganz der Oberfläche zu verfallen. 
hukkwa

Sonntag, 19. Januar 2025

Ohne Konzessionen- Versuch über wirkliches Künstlertum

"Einzig durch seine einsame Forschungsarbeit...
kommt der Künstler zu positiven Ergebnissen... 
der Künstler arbeitet und denkt auf eigene Rechnung, 
das ist...das einzige dass ich anerkenne, 
dass man diese Freiheit schützt und fördert" 
Antonio Tapies
 Letztendlich ist das was ich "künstlerisch" tue nichts anderes als Kreativität und Denken. Das meine Malerei Kunst ist und mein Denken und Schreiben Philosophie und Poesie ist, das ist nur eine Bezeichnung, eine gesellschaftliche Orientierung. Der Urgrund meines Tuns ist einfach Denken,Malen,Schreiben. Ein kreativer Fluss der mich vor den Infamitäten des Lebens schützt. Die Gefahr die im Kunstbetrieb lauert ist die, dass man irgendwann ein Leben aus zweiter Hand führt. Der Künstler oder Schriftsteller, Dichter oder Maler wird wenn er in den Kunstbetrieb und die Vermarktung seiner Kunst beginnt schnell zum Schauspieler. Ich meine damit er verliert seine Echtheit, verdeckt sein eigenes Wesen, zeiht sich eine Maske über und ist irgendwann selbst ganz Maske. Es kommt zu einem Selbstbetrug, zum Verkauf der eigenen Unabhängigkeit und persönlichen Freiheit. Der wirkliche "Künstler", also der kreative Mensch arbeitet nur für sich selbst ohne Konzessionen an Verleger, Galerist und Publikum. Er lässt sich nicht von der Gesellschaft vermarkten. Ich schreibe und male aus dem Grund heraus um die Einheit meines Lebens, meines Denkens und meiner Gefühle nicht zu verlieren. 
hukwa

Sonntag, 8. Januar 2023

Möglichkeiten

Die Beschäftigung mit der Geschichte, sie philosophisch zu ergründen, befreit uns aus den oft wiederkehrenden Fesseln der Stagnation. Geschichtsphilosophie weist uns auf Möglichkeiten hin. 
hukwa 

Sonntag, 24. Juli 2022

Erkundung

Um den metaphysischen Teil des Seins zu Erkunden, muss die Philosophie auf die Mystik zugehen. Mit realistischen Denken allein wird das Sein nicht erkennbar. 
hukwa

Mittwoch, 13. Juli 2022

Kindheit

 Ich glaube man kann die Kindheit am besten in Gedichten wieder in Erinnerung rufen. Die Kindheit selbst sollte weniger prosaisch als lyrisch sein. 
Aus der Windenblüte 
wie ein Phönix 
das Taubenschwänzchen fliegt. 
hukwa

Mittwoch, 30. Juni 2021

Wahrnehmung

 Heute ist ein stilller Tag, ein Tag an dem man Zwiesprache mit seinem Selbst halten kann. Das ist nicht jeden Tag so. Es ist eine Zeit sich auf die Suche nach dem Unaussprechlichen zu machen, der reinen Wahrnehmung. 
hukwa    

Dienstag, 8. September 2020

Eine tägliche Dosis Platon

 Denn Aufbau der platonischen Ideenlehre finden wir in der politeia. Hier stellt Platon die Ausbildung des Philosophen als höchste Form philosophischer Erzeihung dar. Das Leben des Philosophen besteht somit im stetigen Umgang mit der Ideenwelt. Doch Platon weist auf die verpflichtung des Philosophen hin nämlich immmer wieder zur Polis zurückzukehren. Nur durch beides: Idee und Polis ist Erkenntnis möglich. Nehmen wir als Beispiel drei Philosophen: Schopenhauer, Nietzsche und Heidegger. Alle drei gute Philosophen aber - sie haben nie zur Polis gefunden, nur zu ihrem Ich. Philosophie soll nicht Trennen sie soll Vereinen. 

hukwa

Montag, 31. August 2020

Volksgeist - Weltgeist - Soziogenese

 Nach Hegel hat die Philosophie die Aufgabe das sie "ihre Zeit in Gedanken erfassen soll". Die Philosophie soll also nicht die Wirklichkeit machen sondern die gegebene und gegenwärtige Wirklichkeit erkennen. Der demokratische Prozess in unserem Land ist ein in unserer Geschichte Gewachsenes, ein Prozess der niemals ganz abgeschlossen sein kann, weil Demokratie ständiges Wachstum ist im Sinne des Weltgeistes: Nach der "Philosophie der Weltgeschichte" ist die Weltgeschichte zu begreifen als die Entwicklung und Selbstverwirklichung des Weltgeistes der absoluten Vernunft und somit als der Fortschritt im "Bewusstsein der Freiheit". Was allerdings am vergangenen Samstag in Berlin seine Wirkung entladen hat, hat nichts mit dem Weltgeist zu tun, hier waren Kräfte des völkischen Volksgeistes am Werk. Was man bei dieser Demonstration beobachten konnte war nichts anderes als die Soziogenese einer Mutation die gerade dabei ist sich seelisch und geistig  zurückzubilden. 

hukwa

Sonntag, 23. August 2020

Zum philosophischen Gebrauch

 In unseren oberflächlichen Zeiten soll der Philosoph eine lebendige Verkörperung der Gesamtgeschichte der Philosophie sein. Alles ist niedergeschrieben. In diesen Zeiten muss dass philosophische Denken die Entscheidung darüber treffen was aus der vergangenen Philosophiegeschichte lebendig geblieben ist und was unbrauchbar geworden ist. Die Besinnung des Philosophen auf die Geschichte der Philosophie ist eine Besinnung auf den eigenen philosophischen Geist. Eine solche Besinnung ist geschichtliches Selbstbewusstsein. Man kann der Gegenwart nicht bewusst sein wenn man die Vergangenheit nicht kennt. Wenn das Bewusstsein in die Philosophiegeschichte eindringt wird es zur Quelle von Forschungen werden., die wiederum einen Prozess von Assoziationen in Gang setzen, von wo aus sich im geistigen Bereich die Imaginationen ausdehnen können. Dies ist der sicherste Weg in die Philosophie einzudringen. Die alten Griechen halten das für das Wesentliche der Seele. 

hukwa

Montag, 3. August 2020

Das Echo der Philosophie

Die Frage die sich dem philosophierenden Menschen stellt ist die wie ich der Wirklichkeit teilhaftig werde. Philosophie ist das Besinnende, wodurch der Mensch sein Selbst findet. Es ist die Suche nach dem richtigen Umgang mit mir selbst, der immer neue Versuch mich im Denken zu finden. Philosophie ist immer das gegenwärtige Ganze das mich umgibt, dass ich erkennen will. Wenn Menschen an die Philosophie denken fallen ihnen meistens die Großen der Philosophiegeschichte ein: Sokrates, Platon, Kant, Hegel um einige zu nennen. Das Echo dieser Großen der Philosophie wirkt bis Heute in unsere Zeit hinein. Und es wirkt in denen die suchend auf dem Wege sind. Das Auf-dem-Weg-sein ist das Schicksal des Menschen. Die Philosophie trägt Sorge dafür, dass wir immer auf einem Weg bleiben. Sie ist der Ariadnefaden aus dem Labyrinth der zur Lichtung der Philosophie führt.
hukwa

Mittwoch, 29. Juli 2020

Gedanken nach dem Wiederlesen Rousseaus

Rousseau war bestimmt der erste Philosoph der den Zustand der Gesellschaft, ihre Ausschweifungen und Übermaß im ökologischen Sinne kritisierte. In seinen Schriften erahnen wir schon die ökologische Krise die unsere heutige Welt erschüttert. Sein Menschenbild war der Mensch im Naturzustand. In diesem Naturzustand befindet sich der Mensch in einem Friedenszustand, er ist mit der Natur nicht entfremdet. Die Entwicklung des Materialismus hat allerdings dazu geführt dass der Mensch sich mit der Natur in einem Kriegszustand befindet, dies ist die heutige Lage. Was uns Rousseau mitteilen will ist nichts anderes als die Wanderschaft des Menschen zur Menschlichkeit. Er träumte den alten Traum der Philosophie: Nein zur Gegenwart-Hin zu einer besseren Welt. Die Geschichte des menschlichen Bewusstseins ist die Geschichte vom träumen besserer Welten. Diese Träume entspringen dem realen Geschichtsbild in dem die Existenz des Menschen eine Kette von Unterdrückung, ökonomischer und ökologischer Verschwendung, wiederkehr von Kriegen und Ausbeutung ist. Unsere Vergangenheit und Gegenwart sind aus diesem Geschichtsbild heraus betrachtet - un - menschlich. Und gegen diese Unmenschlichkeit setzt Rousseau seinen Menschen im Naturzustand, der mit sich und der Welt in Frieden lebt.
hukwa

Dienstag, 14. Juli 2020

Hegel und der Taoismus


„Der Sinn des Eindringens in die Philosophiegeschichte setzt voraus, dass man schon unter der Führung der Philosophie steht. Nur Philosophie, versteht Philosophie, die einst war und heute ist.“
Karl Jaspers 
 
Zum Philosophieren gehört in unserer Zeit immer ein transkultureller Ansatz. Hegel hatte als erster Philosoph über die Weltgeschichte philosophiert. Im Jahre 1816 las er in Heidelberg fachkundig über Taoismus, Konfuzianismus und die Philosophie des I Ging. Seine Kenntnisse stammten zwar aus zweiter Hand, nämlich von den Übersetzungen der Jesuiten, doch er war insbesondere was den Taoismus betraf sehr gut informiert. In diesen Vorlesungen tat Hegel etwas, das für die damalige Zeit und Philosophie absolut neu war. Er verglich den chinesischen Taoismus mit dem griechischen Denken.
Aus den Parallelen die er zwischen dem Taoismus Chinas und der Philosophie der Griechen zog geht hervor, dass er den Taoismus auf seine Stellung in der Geschichte der Philosophie hin überprüfte. Hegel war damit seiner Zeit weit voraus.
Wenn er damals über den Taoismus philosophierte dann sprach er über die nicht-materiellen Aspekte der Existenz, denn darum geht es im Taoismus. Erst durch die Berücksichtigung der Weltsicht anderer Kulturen und Epochen und vor allem von einem Denken das vom vorherrschenden Weltbild abweicht, wird Philosophie ganzheitlich.
In der Philosophie Hegels erscheint das „Sein“ gleichbedeutend mit dem denken. In der Phänomenologie des Geistes erklärt er die ununterbrochene Umwandlung der Begriffe dadurch, dass das Gegebene stets einen Widerspruch erzeugt, durch das was es nicht ist. In dieser Gegensätzlichkeit teilt es sich bis etwas Neues erscheint welches das vorherige integriert. In einer Art Selbstbewegung durchläuft das Denken den Geist und vollendet sich in einer alle Widersprüche umfassenden Einheit. Hier wird eine Nähe zum östlichen Denken spürbar.
Hegel erklärt, dass der Geist aus der Sphäre des Objektiven zum Subjektiven zurückkehren könne, diesen Zusammenhang nennt er den absoluten Geist. Der absolute Geist umfasst das Wissen der absoluten Idee als das der Wahrheit allen Seins.
Der Geist des Menschen versucht, wenn er philosophisch geschult ist, sich zu vereinen mit dem Absoluten, mit der allumfassenden, alle Gegensätze aufhebenden Kraft und Substanz des Daseins. Diese Vereinigung die Schelling unio mystica nannte bezeichneten die Taoisten als Tao.

Lit.Hinweise:
Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie. Berlin 1833. Bd.1. S.143f. 

hukwa

Mittwoch, 8. Juli 2020

Am Feldrand oder Gedanken über das Ganze

Foto©UteKW
Während einer Wanderung entlang des Feldwegs gibt es viel unscheinbares zu entdecken. Manches entgeht uns wegen zerstreuter Aufmerksamkeit. Vielleicht auch wegen mangelnder Kenntnisse. Doch es geht nicht darum alles was da blüht und wächst, sich bewegt oder umherfliegt zu kennen. Es geht um das bewusste Erleben, dass ist etwas ganz anderes als Spezialkenntnisse in Biologie oder Geologie zu haben. Es geht um das Ganze - weil das Ganze eben mehr ist als die Anzahl seiner Teile. Es geht nicht um Wert und Nutzen sondern um Existenzrechte!
Jedes auch noch so kleine pflanzliche oder tierische Geschöpf ist ein Baustein unserer Erde, der Regenwurm genau so wie das Johanniskraut. Und jedes dieser Geschöpfe verdient unseren Respekt.
Der Philosoph Hegel sagte: "Das Wahre ist das Ganze. Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendete Wesen". Hier liegt eine starke Verwandtschaft zur Ökologie vor. Entwicklung ist WERDEN. Ein Werden das über den Objektivitätskult des in unserer Gesellschaft vorherrschenden Rationalismus weit hinaus strebt. In dieser vorherrschenden Ideologie wird Wissenschaft als Prototyp der Rationalität dargestellt und zum einzigen Weg der Wahrheit erklärt. Aber die Grundlage menschlicher Erkenntnis ist die subjektive Wahrnehmung und die persönliche Erfahrung des Menschen - die Erfahrung die ich selbst mit etwas mache ist die wirkliche Erfahrung.
DENN- unsere Erfahrung zeigt uns dass es nicht nur die materielle Dimension der Realität gibt. Wie  sollten wir sonst Freude oder Trauer spüren können? Es gibt also Nicht-Materielle Dimensionen und diese subjektive Dimension in Verbindung mit dem Rationalen sind das GANZE. 
hukwa

Montag, 15. Juni 2020

Auf dem Gipfel des Parnass

Eine philosophische Meditation
In einem Brief an den Popularphilosophen Christian Garve schrieb Immanuel Kant..."ich stehe mit aller Welt in Frieden". Dennoch wusste Kant sehr gut um das "Geschmeiß" das da kriecht am Fuße des Parnasses. Wohl wusste der Philosoph, dass wenn man die Bereitschaft in sich spürt mit aller Welt in Frieden zu leben das man sich trotzdem nicht der Ilusion hingeben darf, dass man mit aller Welt in Frieden leben kann. Jeder Mensch begegnet irgendwann in seinem Leben einem solchen "Geschmeiß". Kant hatte diesen Unmenschen gegenüber eine Arznei: die Philosophie! Sie existiert als Macht der Vernunft im Menschen und will erweckt sein. In seinen Beobachtungen von 1764, hat uns Kant eine Wesensschau mitgeteilt, die man auch als Selbstporträt seines Charakters auslegen kann. Lassen wir den Weisen aus Königsberg selbst zu Wort kommen:
"...Der Mensch von melancholischer Gemütsverfassung bekümmert sich wenig darum was andere urteilen, was sie vor gut oder wahr halten, er stützt sich desfalls bloß auf seine eigene Einsicht...Gesprächigkeit ist schön, Gedankenvolle verschwiegenheit erhaben. Er ist ein guter Verwahrer seiner und anderer Geheimnisse. Wahrhaftigkeit ist erhaben und er hasset Lügen und Verstellungen. Er hat ein hohes Gefühl von der Würde der menschlichen Natur. Er schätzet sich selbst und hält Menschen vor ein Geschöpf, das die Achtung verdienet. Er duldet keine verworfene Untertänigkeit und atmet Freiheit in einem edlen Busen. Alle Ketten, von denen vergoldenen an, die man am Hofe trägt, bis zu dem schweren Eisen des Galeerensklaven sind ihm abscheulich. Er ist ein strenger Richter seiner selbst und anderer, und nicht selten seiner und der Welt überdrüssig". 
In diesen kurzen Zeilen und Sätzen kommt die erhabene vorstellung zum Ausdruck, wie sie die antiken Stoiker gedacht haben. Die Schriften von Seneca dem großen stoischen Philosophen waren eine Lieblingslektüre von Kant. Er verstand sich als ein freier Geist der von seinem eigenen Verstand Gebrauch machte. Etwas dass den meisten Menschen von Heute fehlt - sie lassen sich lieber denken.
hukwa

Sonntag, 14. Juni 2020

Die Bedeutung des Schönen

Foto©UteKW


Platon kannte vier Kardinalstugenden- die Weisheit, die Tapferkeit, die Besonnenheit und die Gerechtigkeit. Über ihnen scheint die Sonne des Schönen. Platons Ethik die eine politische Ethik ist, dehnte er auf das gesamte menschlische Sein und Leben aus. Das Ideal ist die Vollkommenheit der Gattung, nicht der Einzelnen.
Im „Phaidros“ spricht Platon vom staunenden Erschrecken, wenn die richtigen Ideen auftauchen in dem sich die Seele an etwas zurückerinnert was sie unbewusst schon immer besessen hat. Er nannte solche Momente Anamnesis – Wiedererinnerung: die menschliche Seele hat im Zustand der Präexistenz in der übersinnlichen Welt die Ideen geschaut und erinnert sich jetzt beim Anblick der einzelnen Erscheinungen an ihre einst geschauten Urbilder, die Ideen. Alles Lernen ist also letztendlich Wiedererinnern. Auch der Gedanke an das Schöne ist eine Wiedererinnerung. Der Neuplatoniker Plotin sagte in diesem Sinne: „Die Schönheit ist das Durchleuchten des ewigen Glanzes des Einen, durch die materiellle Erscheinung.“
Das Denken über das Schöne ist dass Abweisen des Bösen. Denn das Schöne ist eine Kraft die in uns einstrahlt und wieder ausstrahlt. Eine Macht die verdeckt immer in uns vorhanden ist. Diese „Macht des Schönen“ gilt es aus dem Eingesperrtsein unserer subjektiven Enge zu befreien und Scheinen zu lassen.
Das Schöne ist in uns allen als auch außerhalb von uns, als etwas das die empirische Welt überstrahlt und vom Einzelnen erkannt werden will und ist somit eine Transzendenerfahrung. Eine Erfahrung die uns einen Zugang zum Sein eröffnet.
Durch ihre ganze Geschichte hindurch hat die Menschheit immer wieder versucht was sie als „schön“ betrachtet, als eine Kraft zu empfinden.
Das Sonnenvergleichnis in der Politeia Platons vergleicht die Fähigkeit zu erkennen mit der zu sehen. Beide bedürfen des Menschen als Medium: Wie die Sonne dem Sehenden, so hilft die Idee des Guten dem Erkennenden. Nur unter dem Gesichtspunkt des Guten (Schönen) gewinnt die Erkenntnis der Welt für ihn einen Wert. So sagt Platon:
„...Ebenso nun sage auch, dass dem Erkennbaren nicht nur das Erkanntwerden von dem Guten komme, sondern auch das Sein und Wesen habe es von ihm, obwohl das Gute selbst nicht das Sein ist, sondern noch über das Sein an Würde und Kraft hinausragt.“ (Platon-Politeia).
Ein Sonnenuntergang ist in erster Linie kein Augenblick sondern ein Ideal, wenn ich ihn betrachte eröffnet sich mir der Zugang zum Schönen. Somit erhält das Schöne einen existentiellen Charakter, wird Teil einer intelligiblen Weltsicht.
Für Platon ist das Schöne über alles Vergängliche erhaben. Im „Symposion“ wird gesagt: wenn es ein Moment gibt, das dem Leben Wert verleiht, so ist es die Betrachtung des an sich Schönen.
Nicht jeder kann das Schöne erkennen oder will es erkennen. Im „Alcibiades Maior“ muss Alkibiades zugeben, dasss er das Wesen des Schönen nicht kennt. Im „Hippias Minor“ sucht Sokrates dem Sophisten Hippias eine Formulierung des Schönen abzulocken, wobei dieser versagt.
Dass Schöne will eben erkannt sein.


hukwa





Samstag, 23. Mai 2020

Die Zeitreisen des Arnold Toynbee

Foto©UteKW

Es gibt keinen Zufall:
und was blindes Ungefähr uns dünkt,
gerade das steigt aus den tiefsten Quellen.
Freidrich von Schiller

Ein Schopenhauer Zitat in Die Welt als Wille und Vorstellung - §54 – lautet:

„Vor Allem müssen wir deutlich erkennen, dass die Form der Erscheinung des Willens, also die Form des Lebens oder der Realität, eigentlich nur die GEGENWART ist, nicht Zukunft, noch Vergangenheit: diese sind nur im Begriff, sind nur im Zusammenhange der Erkenntnis da, sofern sie dem Satz vom Grunde folgt. In der Vergangenheit hat kein Mensch gelebt, und in der Zukunft wird nie einer leben; sondern die GEGENWART allein ist die Form alles Lebens, ist aber auch sein sicherer Besitz, der ihm nie entrissen werden kann...Wir können die Zeit einem endlos drehenden Kreise vergleichen: die stets sinkende Hälfte wäre die Vergangenheit, die stets steigende, die Zukunft; oben aber der unteilbare Punkt, der die Tangente berührt, wäre die ausdehnungslose Gegenwart; wie die Tangente nicht mit fortrollt, so auch nicht die Gegenwart, der Berührungspunkt des Objekts, dessen Form die Zeit ist, mit dem Subjekt, das keine Form hat, weil es nicht zum Erkennbaren gehört, sondern Bedingung alles Erkennbaren ist“.

Nach Schopenhauer sind Vergangenheit und Zukunft also nur eine Art Kompass oder Richtschnur um sich in der Zeit zurecht zu finden, um sie zu Deuten. Die Zeit ist das Haupthema innerhalb der Methaphysik.
Die ältesten uns bekannte Aufzeichnungen der Philosophie – die Fragmente – der Vorsokratiker, haben als wesentliches Thema den Zeitbegriff.
Heraklit aus Ephesus (etwa 500 v. Chr.) meinte das „es unmöglich ist zweimal in den selben Fluss hineinzusteigen“ und sagte damit aus dass es keine identische Wiederholung gibt, denn wenn wir ein zweites mal in den Fluss steigen hat die Zeit dafür gesorgt, das schon wieder neues Wasser nach geflossen ist.
Der nah Thales wahrscheinlich älteste bekannte griechische Philosoph Anaximander aus Milet
(610 v. Chr.) hat eine andere Auffassung von Zeit, von der sich Platons kreisförmige Ordnung im Timaios ableiten könnte, Anaximander sagte: „Aus welchen (seienden Dingen) die seienden Dinge ihr Entstehen haben, dorthin findet auch ihr Vergehen statt, wie es in Ordnung ist, denn sie leisten einander Recht und Strafe für das Unrecht, gemäß der Zeitlichen Ordnung“.
Nach Platon (428-348 v. Chr.) sind die Dinge die wir wahrnehmen, nichts anderes als unvollständige Kopien, Spiegelungen von Ideen, die in einer übersinnlichen Welt außerhalb von Raum und Zeit ein selbstständiges, nur durch das reine Denken erfaßbares Dasein führen. Es sind dies die ewigen Muster und Vorbilder, die wir nie vollständig erfassen können, die aber dennoch reale Bedeutung haben.
Über eine übersinnnliche Welt außerhalb von Zeit und Raum berichtet uns kein Geringerer als der große Historiker Arnold Toynbee in seinem zwölfbändigen Werk A Study of History. Toynbee erzählt hier wie ihm die Idee kam, dieses Werk zu schreiben und spricht dabei von dem gefühl der „Wirklichkeit“, das den Historiker manchmal überfällt und ihn auf eine Art „Zeitreise“ gehen lässt:
„Der Verfasser vorliegender Studie hatte einmal ein authentisches Erlebnis dieser Art. Es war am 23. Mai 1912, und er saß, in Gedanken versunken, auf der Höhe der Zitadelle von Mistra, wo die steile Mauer des Taygetos-Gebirges den Hotizont im westlichen Quadranten des Kompasses, dem er sich zugewandt, begrenzte und gegenüber, im östlichen Quadranten des Kompasses, das offene Tal von Sparta sich erstreckte, von wo an diesem Morgen sein Weg ihn vorbeigeführt hatte...
Der sinneseindruck, der seine historische Einbildungskraft belebte, war nicht der Klang liturgischer Gesänge; es war der Anblick der Ruinen, an denen vorbei er sich seinen Weg zur Anhöhe hinauf sich gebahnt; und dieser Anblick war schrecklich, denn in dieser zerstörten Sagenstadt war die Zeit stille gestanden seit dem April des jahres 1821, in dem Mistra verwüstet wurde...Eines Aprilmorgens war wie aus heiterem Himmel eine Horde wilder Hochlandbewohner aus dem Mani über sie hergefallen. Ihre Bewohner mussten um ihr Leben laufen, sie wurden auf der Flucht ausgeraubt und erschlagen; ihre verlassenen Häuser wurden geplündert; und verlassen lagen die Ruinen bis zu jenem Tag...“
Es war das „grausame Rätsel menschlicher Torheiten und Verbrechen“ die Toynbee erschreckten aber auch die „absolute Wirklichkeit“ der in seiner Einbildung entstandenen Szenen. Aber das „Mistra-Erlebnis“ war nicht das einzige Erlebnis dieser Art, immer wieder wurde er von historischen Begebenheiten und er hatte dabei das Gefühl anwesend zu sein. Erlebnisse also die ihn über Zeit und Raum hinweg in andere Wirklichkeiten führten. So schreibt er:
„Bei jedem dieser...geschilderten Anlässe geriet der Verfassser in eine, wenn auch nur flüchtige Gemeinschaft mit Personen, die an einem bestimmten historischen Ereignis mitgewirkt hatten – und zwar dadurch, dass das Schauspiel unverhofft seine Phantasie zu fesseln begann.
...Bei anderer Gelegenheit jedoch wurde ihm eine noch größere, seltsamere Erfahrung zuteil. Es war in London, an einem Nachmittag nicht lange nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, als er sich auf der Südseite der Buckingham Palace Road, auf dem Bürgersteig vor der Victoria Station ausschreitend... nicht in Gemeinschaft mit einer oder der anderen Epoche der Geschichte befand, sondern mit allem, was einst gewesen, was heute war und was dereinst sein würde. In diesem Augenblick gewahrte er unmittelbar den lauf der Geschichte, die ruhig wie ein breiter Fluss vor ihm hinströmte, und auch sein eigenes Leben, das wie ein Wellchen in dieser unermeßlichen Flut plätscherte. Das erlebnis dauerte lange genug, um die zur Linken zurückweichende edwardianische Ziegelfassade und die weißen Sandsteingesimmse des Bahnhofs visuell zu registrieren und sich halb verblüfft, halb verwundert zu fragen, wie es zugehn mochte, dass diese unsinnnig prossaische Szenerie den physischen Rahmen einer so geistigen Erfahrung abgab. Im nächsten Moment war die Verbindung unterbrochen, und der Träumer fand sich in der alltäglichen Cockney-Welt wieder, die sein gewohntes Milieu war...“
Diese Erinnerungen des großen Historikers Arnold Toynbee gehören zu den anschaulichsten Berichten von Überwindungen der normalen Zeit-Raum Wirklichkeit, einer Art Transkommunikation zu einer Ebene jenseits von Zeit und Raum, die sich in unsere Realität hinein entfaltet. Erwin Schrödinger sagte einmal: „Bewusstsein ist ein Singular, desssen Plural wir nicht kennen“. Man könnte auch sagen: wo Metaphysik zur Erfahrungswissenschaft wird, wird Mystik eine Sache des Wissens. Es existiert anscheinend im Menschen etwas dass die Grenzen der Realität überwinden kann.



Literaturhinweise:
Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung.
Diels/Kranz: Fragmente der Vorsokratiker.
Arnold Toynbee: A Study of History.
Mathias Bröckes: Nachrichten aus dem Untergrund des Übernatürlichen.


hukwa


Sonntag, 17. Mai 2020

Weltbürgerbewusstsein

Foto©Hans Wagner

Jeder Einzelne
ist notwendig der Repräsentant der Erdenmenschheit.
Er legt etwas von sich in die große Waagschale,
die das Gewicht der Menschheit auf dieser Erde bestimmt.
Jochen Kirchhoff – Das kosmische Band

Aufgabe einer Philosophie der Zukunft ist das Erreichen einer neuen Denkungsart, einer Weltphilosophie. Erst mit ihr ist es möglich Weltpolitik zu machen.
Die Vereinigung Europas kam zustande durch die Katastrophe des 2.Weltkrieg. Benötigen wir eine noch schlimmere Katastrophe um zu einer neuen, friedlichen Weltordnung zu gelangen?
Für eine zukünftige Weltdemokratie benötigt man Weltbewusstsein.
Teilhard de Chardin hat die Evolution vor allem als geistigen Prozess beschrieben, als Aufstieg zum Bewusstsein; diese zielgerichtete Entwicklung gipfelt im höchsten Bewusstsein (kosmisches Bewusstsein), in dem sich das Menschliche vollendet. Philosophisch gesehen können wir heute von einer Entwicklung zum Weltbewusstsein sprechen – doch was ist dessen GRUND?
Doch wohl nichts anderes als ein substantieles Sein, das aller Welt, dem Universum, zugrunde liegt.
Philosophisch gesprochen:Der tragende Urgrund allen Seins kann zur unmittelbaren Erfahrung (kosmische Erfahrung) werden und zwar in dem Augenblick da das Sein in das Werden (Logos) übergeht.
In diesem (philosophischen) Sinne ist Hoffnung der Wunsch nach Veränderung, diese gehört zu den Grundtatsachen menschlichen Verhaltens. Sich aus einer geschlossenen, mittelmäßigen Welt heraus zum Weltbürger zu entwickeln.
Teilhard de Chardin schrieb einmal:“Es ist so leicht, im Hinblick auf die Gegenwart und die Zukunft der Erde pessimistisch oder zynisch zu sein...Viele Dinge in dieser Welt können gehaßt und bekämpft werden. Und doch gibt es nur einen Feind, gegen den ich gern mein Leben restlos einsetzen würde: Die Unbeweglichkeit, die Immobilität.“

Literaturhinweise:
Jochen kirchhoff: Das kosmische Band
Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos.

hukwa