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Sonntag, 13. April 2025

Wiederkehr

 Wir sind Reisende 
von einem in ein 
anderes Land 
wie eine Karawane 
durch Geisterland 
wir werden wiederkommen 
zu einer anderen Zeit 
in einer anderen Gestalt. 
hukwa

Freitag, 20. Dezember 2024

Traumwachheit

 Fürchte nicht 
den Blick der Schlange 
die suchend umschleicht 
die Fackel der Phantasie 
in der
Erleuchtung der Nacht 
wo der Traum erwacht. 
hukwa

Sonntag, 13. November 2022

Warte Licht warte

Vertrocknete ranke 
am alten baum 
efeugrün 
die alte parkmauer 
uralt 
darauf sitzt eine zerzauste krähe 
fliehende erinnerung 
der kindheit 
teilt sie mit 
erwarte mich rein 
spricht sie 
denn ich will sein 
so rein wie der kiesel im bach 
warte licht warte. 
hukwa 

Sonntag, 3. Januar 2021

Eisenträume

Gewundene Träume aus Eisen 
gebogen in der Glut 
des heraklischen Feuers 
die Erinnerung des Winters  
niedergeschrieben 
auf Birkenrinde 
der Traum bekommt seinen Sinn 
in jenem kurzen Moment 
vor dem Erwachen. 
hukwa 

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Sternengärtner

 Ein letztes mal in diesem Jahr 
das weiße Haar des Dezembers 
das heute Morgen über die Landschaft kam 
der Frost klirrt 
das Jahr ist alt geworden 
in der Nacht leuchten die Sternengärten 
lausche in sie hinein 
und du vernimmst der 
Sternen Spärensang. 
hukwa

Donnerstag, 24. September 2020

An den Fels gefesselt

Bleib in der Eigenzeit 
letzter erbe der Antike 
übers Meer zogen die Kraniche 
flogen vorbei 
an dem 
der an den Fels gefesselt ist  
Jahrhunderte des Fallens 
doch der Welten Werden 
geht weiter 
Verborgen in der Dunkelheit. 
hukwa

Donnerstag, 19. März 2020

Dichterwort

Das hermetische Gedicht führt die Seele 
in ein fremdes Land. 
H.W.    

Des Dichters Wort 
aus tiefen Gründen 
ruft immer fort 
das Zauberwort 
das zur Metapher wird 
zur Urvision 
kehrt es zurück 
und wird zum 
Dichterwort. 
hukwa

Mittwoch, 8. Januar 2020

Wie Löwendunst

In der Glorie des frühen Morgens
spürst du wieder
die Glut die einst vorantrieb
wo der Geist einst Hausung hatte
ist der Tempel lang zerfallen 
Gras wuchert in den fahlen Hallen
wie Löwendunst war einst der Geist
nun folge
der neuen Flamme.
hukwa

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Zwischenraum

In der Stille des frühen Morgen
wenn der Geist
in der Zeit
zwischen Mythos und Logos weilt
die Seele noch ruht
im Bett der Kindheit
in den Erinnerungen suchend
fern jeder Melancholie
dort im Land
Zwischen Zeit und Ewigkeit
finde ich mich für einen Moment
in der wirklichen Realität.
hukwa

Donnerstag, 3. Oktober 2019

Orphisches Licht

Sternenverwandt
steigt mein Geist empor
sich wärmend im orphischen Licht
mein Doppelgänger ist jener
der einen Sperberkopf trägt
von sieben Sternen beleuchtet
sucht er nach dem göttlichen Honig
flieht vor den Masken der Medusen
hinein ins Licht von Eleusis.
hukwa

Dienstag, 1. Oktober 2019

Das Verlangen der Nacht

"Um die Seele eines Dichters zu durchschauen, 
muss man in seinem Werk diejenigen Wörter aufsuchen, 
die am häufigsten vorkommen. 
Das Wort verrät, 
wovon er besessen ist. 
C. Baudelaire  

Wie eine Urne gefüllt mit Glut
die tief in schwarzer Erde ruht
in dunkler Landschaft
mit Flüssen voller Blut
in Schädelgetöse
der Traumwelt der Nacht
wo nur noch der eigene Schatten wacht
wo die Mondfülle der Erinnerung sacht
die blaue Flamme nährt
dort im dämonischen Strahlenglanz
ein Gesicht aus fernen Zeiten glänzt
erhellt das verlangen der Nacht
denn Moment der im Traum wird vollbracht.
hukwa

 

Freitag, 22. Februar 2019

Die Fragmente der vergessenen Dichter

Es gibt den Ort wo Urbeginn und Zeit 
sich verknüpfen 
und der jenseits von dem ist 
was wir unter Realität verstehen. 
H.W.   

Es ist der Buchstabe der fehlt
der Satz der verloren gegangen ist
in den tiefen der Jahre
Cherubinnen der Nacht
behüten die Traumgärten
wo weiße Nebel
die wärmenden Labyrinthe verbergen
Illusionen die sich spiegeln
in den klaren Augen des Fuchs
der am Weißdornbusch wacht
das Leben ein Chiffre
Geheimschrift ist die Spur des Marders im Schnee
doch offenbart dies alles das Urbild des Seins
wie das Gedächtnis die Erinnerungen
die Müdigkeit des Wanderers
sein giftiges Evangelium
das er verstreut während seiner Pilgerschaft
ist eine unleugbare Realität
die unser Dasein umhüllt
das Gleichnis findet seinen Sinn
in den Fragmenten der vergessenen Dichter.
hukwa

Samstag, 9. Februar 2019

Durchsichtiger Traum

In der Durchsichtigkeit eines gläsernernen Traumes
verbergt sich das Spiegelbild
eines geheimen Universums
Selbstvergessen
das Lachen eines Fauns am Waldweiher
geht es unter
im Gedröhne
eines Düsenjägers
der Krieg spielt
Februarwetter mit Schneeschmelze
Lederstrumpfwetter vergangener Kindheiten 
in jenen Gefilden
wo sich die Schatten der Vergangenheit bewegen 
wo alles aufgezeichnet ist
in einem gläsernen Traum der Durchsichtigkeit
weilst du für einen Moment
im Hier und Jetzt
bald fliegt dein Geist
wie das welke Blatt einer Buche im Herbst
und versucht zu ergründen
die Traumata dieses Durchsichtigen Durchsichtiger Traum
hukwa

Samstag, 12. Januar 2019

Vergesst die alten Verse nicht

Ich verweigere mich dem Ausspruch des Apollinaire
"Vergebt mir das ich das alte Spiel der Verse nicht mehr kenne"
Ich gebunden an das Ich-lose ich der Poesie
erwarte im Geiste
den Besuch von Mallarme
tiefer noch als tief
werfe ich den Anker
seht ihr nicht an der Sandsteinmauer das Gesicht
ihr und euer Betonkult
Neoglyzerines Licht
ich schaue zur Sanduhr und weiß es ist Zeit
Dionysios Ekstase kennt ihr nicht
Schreien möchte ich
VERGESST DIE ALTEN VERSE nicht
die POESIE
nicht alt nicht neu
ist nur ein Halt in dieser Welt
ein FUNDAMENT das Leben hält.
hukwa

Sonntag, 6. Januar 2019

Auch in dieser Nacht

Die Ungewöhnlichkeit eines Gedichtes empfehlt es jenen Geistern die des Gewöhnlichen überdrüssig sind. 
Thoreich Geißenbauer  

Auch in dieser Nacht bin ich wieder gegangen
durch lang schon vergessen geglaubte Zeiten
meines Lebens
der Traum ist der Weg
der hinter die Verschleierung der Dinge führt.
hukwa

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Goldener Mond

Ein goldener Mond am Morgen
das Gedicht
ein Aufriss des Schweigens
versteckt im Schlag der alten Wanduhr
aus der sich das Schweigen absondert
im Innern des Raumes
Erwartung
als Abbild im halbblinden Spiegel
entwindet der goldene Mond
sich der digitalen Zeit 
wie eine Strophe aus Silber
steht die Poesie
des Winters vor der Tür.
hukwa

Samstag, 1. Dezember 2018

Reich der Vergangenheit

Um die Seele des Dichters zu durchschauen, muss man in seinem Werk, diejenige Wörter aufsuchen, die am häufigsten vorkommen. 
Charles Baudelaire  

Das Gedicht
ein kurzes Aufreißen des Schweigens
versteckt im Schlag
der uralten Wanduhr
aus der sich das SCHWEIGEN absondert
im Innern des Raumes
Erwartung des Unbekannten
als Abbild im halbblinden Spiegel
entwinde ich mich der digitalen Zeit
wie die Unke tastend sich bewegt
ins REICH der Vergangenheit.
hukwa

Dienstag, 20. November 2018

Weltzeichen

Es schwirren die Rufe
eines gekränkten Engels
aus den Zweigen der Eiche
in die eisige Luft
eines Novembermorgens
die unnennbaren Zeiten
ruhen unter Herbstlaub
sie warten darauf benannt zu werden
den das Symbol
ist das Wahre Zeichen der Welt.
hukwa

Montag, 19. November 2018

Traumgesichte

In der Hermetischen Dichtung sind Denken und Wissen, Geheimnis und Symbol ein Ganzes. 
Hans Wagner 

Geschriebenes Wort
Dichter
allein mit dem Wort
Poesie
Phantasmorgie der Nächte
Chiffren der Traumgesichte
im Sand der Vereinsamung
sich verirrend
in den Labyrinthen der Lebensgärten
des neuen Morgen Los
geknebelt an die Poesie
wie an ein Boot
setzt Segel der Dichter
ins Labyrinthtische reich der Wörter
Wortmythos
am gläsernen Ort
der Beständigkeit
das dichterische Wort.
die Mondsichel in der
alten Buche
kündet den Morgen
jetzt
da die Kraniche
vorüber fliegen.
hukwa

Riss in der Zeit

Hermetische Dichtung ist Zerstörung der Realität.
Hans Wagner

Die große Fichte
wirft ihre Schatten wie ein Speer
Nebelgesichter spiegeln sich
im tauenden Schnee
der Flug der Krähe
durchzieht die Landschaft
als ginge ein riss durch die Zeit.
hukwa