Sonntag, 1. Februar 2009

Auszüge aus älteren Tagebüchern - Die einzige Form von Freiheit...-

Die einzige Form von Freiheit besteht darinnen in der Verneinung zu Leben

Kennst du das Gefühl nach 36 Stunden ohne Schlaf
ganz plötzlich einen black out zu bekommen?
Die Sonne sticht Injektionsnadelhaft schon am frühen Morgen
du läufst durch die nach Ozon und Smog stinkenden Strassen dieses Provinznestes
das sich wegen seiner 100 000 Seelenverkäufer die darinnen leben Großstadt nennen darf
seiner Betonfassaden und der heruntergekommenen Innenstadt die sich Großkotzig
Fußgängerzone nennt
in jeder Ecke bettelt dich ein Jungpenner an
je näher du dem heruntergekommenen Bahnhof kommst desto stärker stinkt es nach Urin
da kann man schon mal so ein Gefühl bekommen drei Personen leben in einem
Jim Morrison, Brian Jones und Janis Joplin
plötzlich macht es klick und du fühlst die Lichter gehen aus
du erwachst irgendwo in den 70zigern
aber du weißt du bist hier
mach dir nichts vor junge
weine keine Tränen dem lilafarbenen Himmel von damals nach
sicher die Trips von Gestern waren besser
als die Chemikalien die diese blassen Jungärsche heute in sich hineinpumpen
doch du weißt das ist alles Schnee von gestern der ist übrigens heute auch nicht mehr so rein wie vor der Klimakatastrophe
und jetzt wird dir klar
die einige Form von Freiheit ist es in der Verneinung zu Leben
scheiß egal wo du bist
glaub mir
es ist immer der gleiche Ort.